Wenn’s einfach nicht so recht duften will…

29. März 2009

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IngredienzienIch fertige ja in meiner Schamanenstube sogenannte Wunschkerzen an. Das hört sich ziemlich esoterisch an, aber es wirkt, und das ist es, worauf es mir ankommt.

Ich mache ja die Dinge der Anderswelten gerne real, sprich hat jemand z.B. einen Bären als Krafttier, rate ich dazu, sich eine Bärenfigur zuzulegen, oder ein Bild eines Bären auszudrucken, der dem Bären auf den schamanischen Reisen am ehesten entspricht. Einfach um die Dinge greifbar zu machen. Anderswelten und Alltag näher bringen.

So ähnlich verfahre ich mit den Wunschkerzen. Der Prozess dazu ist ziemlich langwierig: ich bereise die Auftraggeber und berate mich mit den Geistern, welche Inhaltsstoffe für die Aufgabe der Kerze wichtig sind. Daneben hauchen die Geister den Kerzen Kraft ein, womit die Wunschkerzen als eine Art Transportmittel dienen. Zuweilen auch für Seelenteile.

So kommt oft einiges zusammen, auch Dinge, die ich erst mal organisieren muss. Beim Herstellen der Kerze kehrt Ruhe ein, ich gehe die einzelnen Punkte der Reisen nochmals durch und lasse mit meinen Händen real werden, was ich da erlebte. Der Kunde bekommt dann die fertige Kerze und wir machen gemeinsam ein kleines Ritual, um ihre Kraft ins sich aufzunehmen. Meistens tu ich das via Skype.

Kerzen KraftWas nun etwas fehlt ist der Geruch. Es ist zwar für die Kraft der Kerze nicht nötig, dass man die einzelnen Inhaltsstoffe riecht, aber es wäre eine schöne zusätzliche Unterstützung. Ich hab schon Kerzen mit viel Tannenharz gemacht und da hat man das Harz gut gerochen, allerdings ist die Entflammbarkeit nicht nur auf den Docht beschränkt dabei. *g*

So hab ich mich gestern an drei Kerzen gemacht: eine mit viel Styrax, eine mit viel Misteln und eine mit Bockshornklee. Die Herstellung der Kerze bin ich so angegangen, dass ich erst den äusseren Rand der Kerzen geformt habe und dann in der Mitte beim Docht eine ganze Menge der Duftstoffe angefüllt habe. Zum Schluss mit Wachs verschlossen. Es liess auf viel hoffen…

Styrax Kerze Wie man sieht, hat die Anordnung der Duftstoffe sehr gut funktioniert. Vorwiegend in der Mitte der Kerze, beim Docht, taucht wie im Bild das Styrax auf.

Nur: von Styrax Duft weit und breit keine Spur. Es kommt nicht zur Verbrennung. Die Kerzenflamme brennt ja über dem Wachs und dem Styrax. Die Hitze reicht nicht, um nach unten hin das im Wachs schwimmende Styrax zu verräuchern. - War ja eigentlich klar.

Wie gesagt, für die Wirkung der Kerze spielt es keine Rolle, ob es duftet, aber schön wärs halt schon als Zusatz gewesen.

Ich hab noch eine Idee, die allerdings nicht mit allen Ingredienzien funktioniert: die kalte Enfleurage ohne das Aufteilen der Fettzellen durch Ethylalkohol. Meine damaligen Experimente mit selbstgemachtem Alant-Parfüm werden mir von Nutzen sein dabei. Es bleibt spannend. - Ich mache diese Arbeit unglaublich gerne.

geschrieben von Schamanenstube in Schamanen Anbegot, Schamanentechnik

Mit Ajax an den Orakelsee

23. März 2009

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Ajax Orakel

Der Orakelsee wurde einer Kur im Ajax-Waschprogramm unterzogen und wartet mit neuen, aber eher versteckten Funktionalitäten auf.

Wenn die gestellten Orakelfragen wieder zurückgehen, weiss ich, ich hab mal wieder Fehler dabei gemacht. - Ich freu mich über jeden, der sich meldet, dass der See nicht mehr funktioniert.

*smile*

geschrieben von Schamanenstube in Orakelsee - das Schamanen Orakel

Frühlingstrommeln in der Schamanenstube

22. März 2009

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Trommelgruppe Schweiz

Am 21.3.2009 begehen wir das Schuschu Frühlingstrommeln. Die Sonne lacht uns fröhlich vom Himmel herunter, nur die Temperaturen draussen sind noch nicht so frühlingshaft. So genügt dieses Mal ein kleines Elektroöfelchen, um uns einen warmen Platz zu schaffen.
Wir begrüssen als erstmalige Teilnehmerin Kuma in unserer Mitte und freuen uns über ein neues Gesicht.
Die Trommelgruppe wächst mit dem Tag und so tröpfeln immer mehr in den Trommelraum, bis er sich zur Gänze füllt.
Eine schöne und gute Runde bildet sich und wir unternehmen einige schamanische Reisen.

Trommelgruppe Schuschu

Mit unseren Handtrommeln betrommeln wir die unter dem Rentierfell eingepackten Reisenden, begleitet von Angakkuq’s Windhorn, was dieses Mal besondere Trancezustände mit eindrücklichen Reisen ermöglicht. Es war etwas ganz anderes, in Begleitung des Windhorns zu trommeln: Töne auf zwei verschiedenen Ebenen ergänzen sich zu einem total spannenden Klangbild. Getragen einerseits von den schamanischen Trommelschlägen und frei im Geist durch das Tragen des Windhorns. Eine spannende Sache!

Windhorn und Schamanentrommeln

Die Reisen werden der Gruppe erzählt und alle lauschen gespannt den Erzählungen. Es waren sehr schöne und erhebende Reiseberichte dabei, die uns die Wärme der Gruppe spüren lässt. Obendrein zum Genuss des Windhorns von Angakkuq werden wir noch mit den Klängen indianischen Flötenspiels verwöhnt. Auch Farbenmeer’s Gong kommt als Reisebegleiterin zum Einsatz und eröffnet noch einmal mehr neue und weit tragende Klänge.

Zum gemeinsamen Essen werden wir mit Köstlichkeiten verwöhnt: Bündnersuppe, feine Salate und umwerfender Brotzopf werden kredenzt in der mit einem Holzfeuer beheizten Küche. Die Stimmung ist gut und wir dürfen aus den Gesprächen wieder viel Neues hören und interessante Dinge erfahren.

Schamanentrommel und GongDie Küchenuhr erschreckt einmal mehr mit unwahrscheinlichen Zeiten. Schon zu fortgeschrittener Zeit fassen wir uns noch einmal für eine geführte Reise durch die Nebel.
Der offizielle Teil endet früh, da viele früh aufstehen mussten: der Frühling ist da und Neues beginnt, das nun mit tatkräftigen Händen erledigt sein will. Schön zu sehen, wie Menschen in das neue Sonnenjahr voller Elan hineinspringen.

Gegen 3:00 Uhr beenden wir nach tiefgehenden Gesprächen den Trommeltag und freuen uns über all die fröhlichen Gesichter!

*smile*
Wanderer

geschrieben von Schamanenstube in Schamanismus

Neue Schamanentrommel

19. März 2009

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Schamanentrommel

Diesen Dienstag haben wir neben vielen anderen nützlichen und schönen Dingen eine neue Schamanentrommel geschenkt bekommen. Sie ist sehr gross und hat einen hellen und guten Klang. Der Holzring ist aus Einzellättchen zusammengebogen und sehr stabil. Die Bespannung mit Ziege (glaub ich) ist nach altbekannter Zugart gemacht: zwei Metallringe, die aufeinander gezogen werden und so die Haut spannen.

Ich hab grosse Freude an ihr und bin sehr dankbar für das kostbare Geschenk.

*froi*

geschrieben von Schamanenstube in aus dem Schamanen Leben

Eiben und die Töss

19. März 2009

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Eibe

Wir treffen uns am Nachmittag mit Rion zu einem Waldspaziergang der Töss entlang. Uns begegnen eine schier unglaubliche Anzahl an Eiben, die umgeben sind von abgefallenen Rinden und Ästen. Dankbar nehmen wir die Schätze an uns in unseren lädierten Kräuterrucksack.

Unterhalb der Kyburg führt uns Rion durch geheime Weglein und wir entdecken viele schöne Ecken.

Töss

Das Wetter hat mitgespielt und wir erleben einen Sonnentag. Unsere Floh mag aber nicht mehr so weit laufen und so trennt sich Rion von uns und geht weiter. Wir kehren um und schlendern durch die Wälder, finden einige Kräuter und geniessen unser Kräutergehen.

Rion’s Hund macht einen kleinen Ausflug und wir gehen ihn suchen, aber lieb wie der Hund ist hat er sich im Dorf vorne längst angemeldet und wartete dann gedudig in einem Tierheim aufs Abendbrot. *g*

Wir sind froh, dass er wieder da ist und wir einen spannenden Tag erlebten.

geschrieben von Schamanenstube in Schamanismus allgemein

Illuminierter Wein

19. März 2009

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IlluminationAuf einer Geburtstagsparty begegne ich einem, der von Erleuchtung spricht. Und er labert ausgerechnet den voll, der sonst so lustig lacht.

So befreie ich den Lacher von dem Erleuchteten und stell mich mal da hin. Der dankbare Lachprofi ergreift sofort seine Chance und flüchtet davon. *g*

Und wieder höre ich Geschichten über Doktore und Professoren, die waaahnsinnig gute Bücher schreiben und die Erleuchtung erfahren haben. So wird aus meiner Frage “Erkläre mal einem schamanisch Praktizierendem, was Erleuchtung ist” ein zweistündiger Monolog über Hinduismus. Ich nagle erst mal eine Schutzmauer um mich herum, da ich diesen Mensch leider nur eines attestiere: Päcklein seiner eigenen Unzulänglichkeiten anderen abzuladen. Meine Mauer muss ich immer wieder aufbauen, da er doch sehr geübt darin ist, auf jedwelche Geissart einem seinen Balast abgeben zu wollen. Den Stecker für die Erleuchtungslampe hab ich nicht gefunden, sonst hätt ich ihn rausgezogen, aber es scheint eh das einzige zu sein, was diesen Menschen am Leben erhielt. Um nicht selbst zu verblöden, betäube ich mich irgendwann mit einer Flasche Weisswein.

Glücklicherweise ist die Party an einem Wochentag und der Erleuchtete muss jetzt die Strassen erhellen, damit keine Unfälle passieren. *uff*

Ich bin ja so froh, ist er weg und kann mich endlich hinsetzen. Da merke ich, dass der Weinkonsum doch etwas viel war und schon bin ich wieder mitten in Gesprächen drin. Meist, wenn ich zuviel getrunken habe, falle ich in ein Plappern. Ich hoff, ich hab nicht zuviel geplappert. Meine Frau sagt zwar, das war alles sehr gut und hat geholfen, aber ich weiss mal wieder nix davon.

*g*

geschrieben von Schamanenstube in Schamanismus allgemein

Krebs

19. März 2009

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KrafttierIch komm ja selten dazu, von meiner Arbeit zu berichten, da ich stets die Privatsphäre meiner Kunden schütze. In diesem Fall war es ein Hund, der ein Krebsgeschwür im Hals hatte, und so ist die Anonymität gewährt. *smile*

Es war eine atypische Arbeit mit Krebs. Ich gehe Krebs normalerweise so an, dass ich die Ursachen für das Wuchern herausfinde und die Blockaden löse, die ein anderes Wachsen nicht wachsen lassen. Bei diesem Krebs deutete alles darauf hin, dass einfach das Geschwür weg muss und keine Zeit ist für Blockadenbeseitigung. So stellte ich mich darauf ein. Und wie immer kommt alles ganz anders…

Der Hund ist hoch aggressiv, meine Begegnungen selbst mit Maulkorb machten schnell klar, dass ein Arbeiten direkt am Hund nicht möglich ist. Angriff um jeden Preis. Vielleicht wäre es cleverer gewesen, nicht auf Hausbesuch zu gehen, sondern das Tier zu mir zu bringen, überlegte ich. Beim Betrachten der Pflanzen, die nun in der ersten richtigen Sonne ihre Köpfe rausstrecken, kam mir das Bild des “Herauslockens”. Also ich schneide nicht den Hund andersweltlich auf und hole den Krebs heraus, sondern ich locke ihn von selbst heraus, wobei mir die Aggressivität des Hundes gerade recht kam.

So war die Vorgehensweise entschieden. Ich liess mich an einem Tisch nieder und bereitete alles vor fürs Fallen stellen. Ich bediente mich zweier Tabakfallen, einigen Bergkristallen und Schnaps.

Thalia trommelt neben mir und wir beide wandeln uns in unsere Krafttiere. Ich ziehe Mauern hoch, um Thalia und die Ausgänge aus dem Raum dicht zu machen. Der Hundebsitzer sitzt mit dem angeleinten Hund zwei Meter vor mir. Das Trommeln bringt den Hund in Rage. Ich entzünde die selbstgemachte Kerze mit arabischem Weihrauch, die mir schon einmal beim Anziehen eines Wesens behilflich war. Die Tabakfallen tauche ich in den Schnapps und lege sie zwischen Hund und mich.

Mein Rasseln bringt den Hund vollends in Rage und er wird immer angriffslustiger. Und genau das öffnete Tür und Toren, um alle negativen Wesen aus ihm herauszubellen und in meine Richtung zu werfen. Feines Glockengebimmel zeigt den Wesen die Richtung, kaum sind sie ausgeworfen. Als erstes steht ein zwei Meter Mann im Raum, ein dunkles Wesen, das aus seiner Kapuze herausschaut und drohende Gebärden macht. Doch er kann dem Tabak und dem Alkohol nicht widerstehen. Kaum ist er drin, verbrenne ich ihn im mitgebrachten Kupfertopf. Eine heikle Arbeit, die schnell gehen musste. Der Tabak glüht hellrosa bis weiss auf und schwarzer Rauch steigt empor.

Doch damit ist es nicht getan. Der Hund wurde schon ruhiger, doch musste ich nochmals seine ganze Kampfeslust schüren und ihn aufregen. Wieder rasseln, wieder Glöcklein, lautes Trommeln. Der Raum ist voll mit Rauch und durch den Rauch hindurch kommt mit mittlerweile heiserem Bellen eine ganze Flut kleiner Schatten auf mich zu. Sie alle fange ich mit der Tabakfalle in der Hand, drehe und wende sie mit meiner Hand und die Fliehkraft lässt sie nicht mehr raus. Und wieder verbrennen. Mein Hirsch sorgt dafür, dass mit den Flammen und dem Rauch die Tore zum Totenreich aufgehen und sie auf direktem Weg mit waagrechtem Rauch hinter den zuknallenden Toren verschwinden.

“Heile” röhrt mein Hirsch im Geschrei der weggerissenen Geister und wir legen einen Teppich aus Liebe in den Raum, um den Hund. Dieser kringelt sich am Boden rum und merkt die Entspannung.

Ich atme als Hirsch Liebe aus in den Raum, der noch voll Schwere angefüllt ist. Und langsam entspannt sich die Situation. Danach machen wir die Tür aus und mein Harz-Räucherwerk trägt hinaus und reinigt.

Thalia nahm ein Baby wahr, das ich für das Wachsen halte. Wenn ich über diese Arbeit reflektiere, so haben wir doch die Ursachen rausgelockt und weggebracht, so, wie ich es eigentlich für richtig halte. Der Kopfplan vorher wurde einmal mehr von den Geschehnissen umgeworfen und das, was eigentlich richtig ist, passiert auf seine Weise.

geschrieben von Schamanenstube in Schamanismus allgemein