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Öffentliche Lebensberatung


Es wurde öffentlich um Rat gefragt. Können Sie konstruktiv helfen?

Essstörungen

Gast schreibt am 07.03.2016



guten Abend :-)
ich habe seit ich 18 Jahre alt bin Essstörungen. Ich habe bis Heute Alles erdenkliche hinter mir - Therapie, Klinik, Medikamente, Hypnosetherapie, Selbsthilfegruppe, AA-Gruppentherapie, Maltherapie, etc. etc.! ...nach all' dem, was ich alles erdenkliche gemacht habe gegen meine Essstörungen, weiss ich ja auch ganz genau, wie es klappen kann ohne Essstörungen!! Aber mal geht es mir super und ich bin stark und habe Kraft, aber mal habe ich Zeiten, wo es mir schlecht geht, ich rückfällig werde, fest kämpfen muss und wieder neu anfangen muss. Dieses ständige auf-und-ab und neubeginnen schwächt enorm und ist sooo entmutigend. Was soll ich nur tun, dass ich diesen "Teufel" in mir loswerde? Frieden schliessen hat auch nicht geholfen, es als Teil von mir an zu nehmen oder zu akzeptieren auch nicht - was raten Sie mir?? Ich fühl' mich einmal mehr hilflos! Auch war ich schon ernsthaft erkrankt und hatte andere grosse gesundheitliche Sorgen (Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs), was ja mit den Essstörungen nicht zusammenhängt, aber auch aus dieser Zeit konnte ich keinen Weg für mich finden, mich von den Esssorgen zu komplett zu befreien. In dieser Zeit verlor ich auch wichtige Menschen aus meinem Umfeld, aber auch der Tod von so Lieben um mich hat nicht "klick" gemacht! Was soll ich nur tun??



  • Schamanenstube

    Hallo! Wir haben Deine Worte ein paar Mal auf uns wirken lassen. Dürfen wir den Spiess umdrehen mit einer vielleicht etwas ungewöhlnlichen Gegenfrage? Wir tun das, weil wir eine Art Ver-therapierung daraus lesen.
    Was hast Du davon, wenn Du wieder Essstörungen bekommst, sprich gibt es Vorteile daraus?
    Liebe Grüsse, Schamanenstube


  • Amélie

    danke für die Gegenfrage :-) ja stimmt, ich habe nichts davon!! Ihre Frage ist sehr tiefgründig, ich werde sie auf ein Post-it notieren, so dass ich sie mir immer im Notfall stellen kann, danke :-) vieleicht hilfts!!


  • Schamanestube

    Liebe Amélie, vordergründig denken wir sicher auch, dass man nichts davon hat. Aber vielleicht gibt es emotionale Zuwendungen, oder man muss gewisse Dinge nicht angehen und kann Unliebsamen ausweichen?
    Wer weiss?
    Herzliche Grüsse, Schamanenstube


  • Amélie

    DANKE für die lieben Zeilen :-)
    ja, es ist eine Flucht. Vor Gefühlen, und auch vor mir selbst! Ich habe Angst, mich meinem Ich zu stellen! Vieleicht habe ich auch Angst vor dem Leben. Oder gönne mir kein Glück. Ich weiss ja sehr sehr gut, dass ich mir selber schade. Die Machtlosigkeit, die ohnmächtig macht! ...wie in einer Endlosschlaufe gefangen, durch mich alleine! Das zu durchbrechen ist soooo schwer!! Ich sollte mich selber wohl richtig lieb haben.... - schade gibts keinen "klick"- oder "on/off"-Schalter! Oder "Reset", ich würde gerne noch einmal von vorne beginnen!


  • Schamanenstube

    Liebe Amélie
    Danke für Deine offenen Zeilen.
    Wir sehen, Du hast Dich schon mit vielen Bereichen rund um die Essstörungen befasst. Wenn Du sagst, es kann sein, dass es eine Flucht vor Gefühlen ist, dann wirst Du die Gefühle, die Angst machen, schon angeschaut haben? Bei Angst gibt es unserem Wissen nach drei mögliche Reaktionen, neben dem Verweilen in der Angst: Fucht, Angriff (sich ihr stellen) und das Totstellen (Ohnmacht).
    Wir haben die Idee, dem Gefühl der Schuld nachgehen zu wollen. Wie erlebst Du Schuld, was macht sie mit Dir, an welche Personen ist sie gebunden?
    Den "Klick" finden: der soll einfach die Essstörungen beenden. Wenn wir diese als Symptom anschauen, ist das Umlegen des Schalters vielleicht nicht sinnvoll, sondern die Dinge, die Dich zu den Essstörungen bringen, vielleicht nur dazu bringen, sich anders zu zeigen. Hattest Du vor den schweren Erkrankungen denn den Off-Schalter gefunden?
    Liebe Grüsse aus der Schamanenstube


  • Amélie

    guten Morgen und viel Sonnenschein für die Schamanenstube :-)

    ja diese Angst erlebe ich eher als Ohnmacht und Lähmung - ich laufe normalerweise nicht ängstlich durchs Leben und versuche mich immer Allem zu stellen. Aber geht es mir mal mental nicht gut, zieht das dann Kreise, dann wird aus Entdäuschung Selbstzerstörung, das macht mir Angst, dass ich das mit mir selber mache - z. B. ich bekomme von meinem Chef einen Rüffel, und schon fängt mein Selbstwertgefühl an zu sinken und ich habe das Gefühl, dass ich mich dann selber auch noch bestrafen muss. Letztendlich ist es bei mir bei fast allen negativen "Sachen" so, egal ob bei eher oberflächlichen schlechten Erlebnissen (wie mit meinem schlecht gelaunten Chef), oder tiefgründigen Gefühlen, wie in einer Lebensmüdigkeit (wegen dem dauernden sich aufgeben und wieder weiterkämpfen oder durch Krankheit) - mein mich selber obendrauf noch kapputt machen, gehört schon wie dazu. Das ist doch krank!?
    Und schon sind wir bei der Schuld!! Denn die löst das aus - vorher wie nachher ...und da ist es schwer, nicht zu flüchten! Da kommt dann auch meine Angst (Ohnmacht, Lähmung und Resignation) dazu. Ich weiss, dass meine Essstörungen einen Grund haben, oder eher einen Ursprung.
    Ich gebe mir die Schuld daran. Ich habe auf Übergriffe mit Essstörungen reagiert. Auch daran gebe ich mir die Schuld! Oder gab sie mir damals!! ...andere reden, ich war damals überfordert, scheu, verloren und konnte nicht anders, als mit Essstörungen zu zeigen, dass etwas mit mir nicht stimmte - ich habe ein Problem B geschaffen, um Problem A auszuweichen aus Ohnmacht und Lähmung... - oder um so mitzuteilen oder zu zeigen, dass etwas mit mir nicht stimmt.
    Mittlerweile kann ich mit meinem "Problem" A gut leben (das auch, weil mein Mann enorm einfühlsam ist!), aber das von mir selber geschaffene Problem B klebt an mir, wie Leim an einer Ettikette! Selbst dann noch, als ich vor 6 und vor 4 Jahren die niederschmetternden Nachrichten von meiner Gynäkologin bekam. Ich denke manchmal, dass ich mich mit meinem ganzen (Ess-)Verhalten auch selber noch missbrauche! Das ist doch auch krank!! Sich selber noch dann zu quälen, wenn man eh schon am Boden ist!
    Und bei meinen ernsthaften Erkrankungen klappte es nur mittelmässig, dass ich mich selber umsorge. Im Spital gelang mir schon ein kleiner "klick", Zuhause dann (ohne Ablenkung, und ich war ja krankgeschrieben), verfiel ich rasch in alte Muster der Selbstzerstörung. Auch weil ich damals gerne ein Kind bekommen hätte, das war mein grösster Wunsch, aber meine Erkrankungen machten diesen Traum kapputt. (Ich dachte lange, dass mir eine Schwangerschaft gut getan hätte, ich hätte mich spüren lernen, ich hätte gesund leben müssen, und das Wichtigste: ich hätte mich um Leben kümmern können - umsorgen, lieben, sich und seine Probleme in den Hintergrund stellen. Aber als dann herauskam, dass das nicht möglich war, verlor ich viel Sinn im Leben).
    ...manchmal kommen mir meine Esssorgen vor, wie ein Selbstmord auf Raten - ich weiss einfach den Weg nicht aus dieser Abwärtsspirale. Und ich will ja Leben!! Gesund und fröhlich! Mein sonstiges Leben gefällt mir ja sehr gut und erfüllt mich auch wieder extrem - das ist das schizophrene am Ganzen!! Und ich habe auch wieder einen Sinn in meinem Leben gefunden, der mich sehr erfüllt (kranken Tieren zu helfen). Und auch den "Off"-Schalter finde ich immer wieder, aber leider blinkt dann dabei auch immer sehr stark und verführerisch der "On"-Schalter - wie das Engelchen und der Teufel auf beiden Schultern! Und es gibt Zeiten, da ist der "Off"-Schalter enorm mächtig und lange in Betrieb, und ich kämpfe und arbeite super an mir, jeden Tag. Aber dann, mit der Zeit - und mit was Negativem - ist das Alles so ermüdend, immer kämpfen zu müssen, was für andere ganz normal ist. Dann ist das "On"-Schalter-drücken schon fast vorprogrammiert.
    Durch alle meine Therapien wüsste ich ja, wie es geht!! (Mein letzter Psychtherapeut meinte, er könne mir nicht mehr weiterhelfen, wir hätten Alles durch, ich wisse ja jetzt, wie es ginge und wie ich mir selber helfen könne...). Aber das Leben ist nicht planbar oder nur immer positiv, und immer kämpfen kämpfen kämpfen, das laugt doch aus!? Sogar dann, wenn man selber kämpfen will!!

    Und ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht nach Ihren Antworten, und mich gefragt, was mir wirklich diese Essstörungen bringen. Eins habe ich bemerkt, Esstörungungen sind ein Halt, aber ein extrem schlechter Halt. Und sie bringen wirklich nichts, nur Zerstörung und Selbsthass. Sie zeigen auf, dass ich mich in sie hineinflüchte bei Sorgen und so, aber sie lösen nichts. Sie dienen noch immer als Problem B! Und was gewinne ich aus "Off"-Schalter-Zeiten? Stolz, Wille, Kraft, Freude. Nur gibts dann wieder die oben erwähnten Ermüdungsmomente....
    a neverending story ;-) oder kennen Sie den Film "und täglich grüsst das Murmeltier"?


  • Gast

    Hallo Amelie, ich habe einfach nur die Idee mache etwas vollkommen losgelöst von all dem und mal was ganz anderes- wie sich im Schlamm wälzen, und richtig dreckig werden, oder liefere dir eine Tortenschlacht mit deinem Mann, oder mache mal was richtig abenteuerliches wie einmal segeln gehen, oder ski fahren lernen, was du ncoh nie gemacht hast.

    Die Wahrnehmung ist hier auch wichtig, sich anders schön vorzustellen zu finden vielleicht- alles Liebe von mir,


  • Gregor

    Hoi Amelie,
    Ich bin kein Experte, habe aber ein paar Fragen, weil ich vieles nicht verstehe.

    Du schreibst, vielleicht haettest Du Angst vor Deinem Leben... Warum kaempfst Du dann? Was geht emotional in Dir vor, wenn Du kaempfst? Gilt dieser Kampf dem "Teufel" in Dir? Du kaempsft auch fuer Deine kranken Tiere. Nur hier nennst Du das "helfen". Wieder eine Frage: Wie hilft Dir Dein Kaempfen? Ist kaempfen und helfen fuer Dich dasselbe?

    Du hast geschrieben, Du wuesstest durch Deine vielen Therapien wie "es geht". Aber bringt Dich das Wissen weiter? Du kennst die Theorie, aber Du kannst sie nicht umsetzen. Verstehe ich Dich richtig? Gibt es fuer Dich eine Alternative zum Wissen?

    Du hattest 2 Krebsarten? Heute also nicht mehr? Meinst Du, die Schulmedizin hat Dich geheilt?

    Du hast einen verstaendnisvollen Mann, schreibst Du. Was liebst Du an ihm? Warum liebt er Dich?


    Liebe Gruesse
    Gregor


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