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  • schreibt über Schamanismus

    Kretas Geister - der Ursprung der griechischen Götter. Die Schamanenstube erlebt am Geburtsort von Zeus die Begegnung mit den Göttern Griechenlands.

    Mai
    2018

    10


    Geburtshöhle ZeusMan sieht im Bild oben einen sehr kleinen Teil der Geburtshöhle des Zeus, die sich auf Kreta befindet. Wir möchten keine genaueren Fotos dieser Höhle hier zeigen: das Erleben in ihr ist dermassen eindrücklich, dass wir das Gefühl haben, man kann sie nur selbst erleben. Gerne berichten wir aber davon.



    Der Geburtsort von Zeus - dem griechischen Göttervater

    Nach strengen Tagen am Orakelsee benötigt die Schamanenstube eine Auszeit. Ein Blick auf unsere Kalender eröffnet spontan zehn Tage, an denen wir mit dem Handy alleine unsere Arbeit machen können. Wo ist es warm im April? - Es kamen Teneriffa und Kreta in Frage. Beides sind schöne Destinationen. Als Raucher entscheiden wir uns für den Dreistunden-Flug nach Kreta.
    Nachdem wir vollständig angekommen sind, machen wir uns auf den Weg zum Geburtsort des Zeus. Zeus ist der sogenannte Göttervater der griechischen Mythologie. Es hätte einfach eine Touristen-Attraktion ohne Hintergrund sein können, aber wir waren ja in den Ferien. Also los! - Die Anfahrt über die kretischen Berge ist spannend. Die Strassen sind mit Schafherden und vereinzelten Ziegen gesäumt. Tanti Google führt uns über Feldwege durch eine Hochebene, auf welcher wir gerade mal im Schrittempo voran kommen. Wir geniessen das Gondeln im kleinen offenen Jimny. Als Frühaufsteher sind wir dennoch alleine auf dem angrenzenden Parkplatz. Darauf folgt der Aufstieg den Berg hoch. Normalerweise gibt es dafür Esel, aber die schliefen noch. So geniessen wir den schönen Steinpfad in gemütlichen Schritten. Die Sonne wird dabei immer stärker und lässt uns ins Schwitzen kommen. Oben angelangt sammeln wir uns erst ein wenig und laben uns an frisch gepresstem Orangensaft, den es hier überall zu kaufen gibt. Das war super!
    Es folgt der Abstieg in die Höhle hinab. Einzig eine künstliche Treppe mit Geländer wurde in die naturbelassene Höhle gebaut. Es geht fast senkrecht hinunter. Im ersten Teil des Abstiegs gibt es viele Vögel, die in den tausenden Nieschen ihre Jungen versorgen. Sie sausen durch die Höhle in ungeheuerlichem Tempo. Schon etwas weiter unten verstummen die Vögel. Ein Blick nach oben zeigt noch das Restlicht des Tages, das schon nicht mehr bis hierher reicht. Es gibt auf dem Weg immer wieder Lampen, die für die Sicherheit sorgen. Wir steigen hinab auf den Grund der Höhle.



    Bizzarre Göttergesichter

    Die Höhle des Zeus besteht komplett aus Tropfsteinformationen. Wir gehen direkt an den Steinen vorbei und müssen uns teilweise an ihnen abstützen. Alles ist glitschig und nass. Das erste, das einem auffällt, ist die veränderte Akkustik. Es tropft überall. Jedes Tropfgeräusch hallt fein durch die Höhle. Man hört ihre Tiefe und ihre Ausmasse. So ganz allein an so einem Ort ist das Erleben natürlich sehr eindrücklich. Und wir lassen auf uns wirken.
    Mit jedem bewussten Schritt steht man vor Gesichtern, die teilweise meterhoch einen direkt anblicken. Tausende von Augen betrachten einem. Es ist ein schönes Gefühl, auf diese Weise in die Geisterwelt hinab zu steigen. Das Interesse ist beiderseits sehr hoch. Schnell ist klar, dass die Wesen der Höhle weit älter sind, als nur zurück bis in die Zeiten der alten Griechen. Wir nehmen urchige, alte Weltwesen wahr, die es schon seit Anbeginn der Erde zu geben scheint. Und auf einmal stehen wir vor Zeus. Paraidolisch erkennen wir erst ein gigantisch grosses Gesicht, das uns tief in die Augen schaut. Der Weltenwechsel in die Anderswelt zeigt ihn sogar noch grösser in diesem Dunkel der Höhle. Dort hallen die Tropfen in eine viel grössere Höhlenformation, die uns aber verborgen bleibt. Im schamanischen Dialog mit Zeus dürfen wir für uns persönlich interessante Dinge erfahren. Alles fügt sich hier z.B. ineinander, v.a. die Geschehnisse. Bei der Parkuhr auf dem Parkplatz unten am Berg kommen die beiden Münzen, die wir einwerfen wollten, wieder heraus. Es waren keine Euros, sondern englische Pfund. Gerne machen wir Zeus dieses Geschenk und bemerken durch diese Verkettung der Ereignisse, wie sich alles ineinander fügt, selbst die Münzen.

    Kaum haben wir unseren nachhallenden Dialog beendet, erscheinen auch schon die ersten Touristen in der Höhle und alles ändert sich. Kinder rennen die Treppe herab und die Geister ziehen sich zurück. Wir sind froh, so früh hier unten gewesen zu sein und durften diese friedliche Zeit mit den Geistern erleben. Wenn etwas fertig ist, ist es fertig. Also wieder die Treppe hoch.




    Esel

    Unten am Berg ist der Tag erwacht. Die Esel stehen bereit, die Besucher der Höhle nach oben zu tragen. Sie wirken noch etwas müde, wir freuen uns aber über ihren Anblick. Es gibt neben Schafen und Ziegen viele Esel auf Kreta. Das Land, auf dem sich die Tiere tummeln, ist recht karg. Die rot gefärbte Erde müssen wir erst einmal anfassen, um diesen für uns Schweizer fremden Gegend richtig zu begegnen.


    Wir sinnieren über die Begegnung mit den Göttern nach. Wir durften eine sehr alte Welt erleben, die in ihrer Einfachheit und Klarheit sich viel weniger Sorgen über Geschehnisse macht. Es gibt einfache Verbindungen, die die Ordnung der Systeme definiert. Vielleicht ist in dieser Einfachheit die Forderung nach einem Vertrauen verborgen, die einige das sogenannte Urvertrauen nennen. An einem Ort wie der Höhle des Zeus ist die Welt so einfach, dass sich dieses Vertrauen von selbst bildet. Das war schön, zu erleben.




    Windmühlen Kreta

    Windmühlen auf Kreta - Alltag auf mystischem Boden

    Noch immer im Nachspüren des Urvertrauens in die Geschehnisse um uns herum kommen wir an Windmühlen vorbei. Man findet sie auf Kreta überall. Meist sind sie verfallen. Im Bild sieht man zwei intakte. Wir stehen neben ihnen und spüren die Diskrepanz zwischen dem Erleben in der Höhle und dem Wind, der vom Meer her ständig über die Insel streicht. Er wirkt wie der Alltag, das stete Treiben. So ergibt sich für uns die Möglichkeit, das Gefühl der Zeushöhle mit dem geschäftigen Treiben des Alltags zu verbinden. Oft erlebt man ja tiefgehende Erkenntnisreisen und belässt sie in der gesonderten Erlebniszeit oder an einen Ort geknüpft. Die Windmühlen erlauben uns, den Wind nicht nur wie sonst zu spüren, sondern auch die umgesetzte Bewegung in den Umdrehungen der Windmühlen zu sehen. Sie drehen schneller, als man meinen würde. Die Gewalt des Alltags läuft über dem Untergrund der Erde: wir verbinden das Urvertrauen aus der Höhle mit dem Wind Kretas.





  • schreibt über Orakelsee

    Wie funktioniert Hellsehen? Was ist Hellsichtigkeit? - Artikel über das Wahrnehmen von Ordnungen in schamanischer Trance und den Einsatz vom Kartenlegen

    Mar
    2018

    30


    Orakelsee
    Seit einiger Zeit hat die Schamanenstube den Orakelsee wieder öffentlich zugänglich gemacht. Die erste Zeit bestand aus Entwicklungen, Bugfixing und Erweiterungen. Nun kehrt Ruhe ein am online Kartenlegen. Wir wissen, wir sind die einzigen im Netz, die zusammen mit Tarot3d echtes Kartenlegen am Bildschirm ermöglichen. Es war uns wichtig, keine fremden Karten zu verwenden und damit Künstlerrechte zu veletzen, sondern eigene Karten zu malen. Die digitale Malerei hat untrüblich zur Stimmung am Orakelsee beigetragen: Ruhe, friedliche Fernsicht und das Gefühl, für Menschen da sein zu können.

    Eher selten nehmen wir die Trommeln mit an den See. Wir setzen uns ins grüne Gras auf den Hügeln um den See oder an den flachen Stellen, an welchen der Übergang zwischen Boden und Fliessen ineinander übergeht. Dort unten ist es einfach, den Blick in die andere Wahrnehmungsebenen zu wechseln. Den Kopf nahe am Wasser lässt die Augen über das meist glatte Wasser gleiten. Man spürt die tiefe des Sees und die Bewegung der Oberfläche bis hinaus in die tieferen Wasser. Die leichten Bewegungung erlauben das Atmen mit dem See. Wie von selbst steigt die blaue Kugel aus dem Wasser auf und wird umhüllt von einem Glitzern. So seltsam das anmuten mag, so vertraut wirkt das Bild und fügt sich gänzlich in die Landschaft mit ein. Es ist, als ob sie schon vorher da gewesen wäre.


    Die Orakelkugel

    Die Orakelkugel dreht sich langsam. Sie zieht aus den Tiefen des Sees Wasser an ihrer Seite hoch, das in feinen Tropfen an ihr herunter perlt. Es sieht aus wie feine Nebelschwaden, die sich über die Kugel ziehen und in glitzernden Tropfen an ihr runtergleiten. Die Mitte der Kugel steht fast still. Einige dunklere Regionen erkennt man. Sie drehen sich langsamer. Das liegt daran, dass die Kugel recht gross ist. Das Beschreiben wird schwierig, wenn man bewerten muss, ob sie durchsichtig oder nicht ist. - Es ist anders. Man kann durch sie hindurch sehen, aber nicht in den Hintergrund des Sees. Man sieht nicht das Ufer auf der anderen Seite, nicht die Bäume auf den Hügeln dahinter. Man sieht in die Ordnungen der Menschen hinein, die sich dem See widmen. Ohne konkrete Fragestellung ist das ein nicht greifbares Durcheinander, das aber schön anzusehen ist. Manchmal erblickt man Fetzen von etwas, das sicher Sinn machen würde, wüsste man die Frage dazu.

    Die Kunst des Lesens der Ordnungen besteht darin, eine Frage dem richtigen Bild zuzuordnen. Wobei die Bilder in der Kugel nicht still stehen, sondern sich Bewegungen abzeichnen. Sie zeigen, was unter den Vorkommnissen und Bestrebungen liegt. Alles, was man tun muss, um hinter die Dinge zu schauen, ist sich einer Frage an das Orakel intensiv zu widmen und zu warten, bis man versteht, was sich da bewegt. Oft denkt man nicht an Unvermutetes.


    Was ist Hellsehen?

    Oft wird Hellsichtigkeit als eine Gabe bezeichnet. Da denken wir etwas anders. Es ist eine Technik, die viel mit einem persönlich zu tun hat. Passend würden wir es als eine gewisse Faulheit des Sehens bezeichnen. Wenn wir im Alltag etwas sehen, versuchen wir dem Gesehenen sofort einen Sinn zuzuweisen. Vielleicht können wir als Beispiel den Flug eines Pfeils über den See nehmen. Wenn man ihn sieht, weiss man instinktiv wo er etwa landen wird und von wo er abgeschossen wurde. Macht man ein Foto mit kurzer Verschlusszeit von dem Pfeil, der gerade über den See fliegt, so scheint er im Bild über dem See zu schweben. Es ist nicht klar, wie schnell er unterwegs ist. Auch ist unklar, in welche Richtung er fliegt. Er könnte genauso gut rückwärts fliegen. Womöglich wurde er auch nur an einer Schnur befestigt und baumelt über den See. Dennoch versuchen wir, im Bild nach Sinn zu suchen. Die nahelegenste Vermutung ist: er fliegt in Pfeilrichtung. Dieses Suchen nach Sinn, nach einem Einordnen der Wahrnehmung ist eine anstrengende Geschichte. Sie läuft automatisch. Denn im Alltag benötigen wir diesen Automatismus.

    Wer zwei oder dreimal versucht hat, die Realität anders zu betrachen und damit die Möglichkeit offen zu lassen, dass alles auch anders sein könnte, findet vielleicht Gefallen daran. Es heisst nicht, dass man die Alltagstauglichkeit verliert.

    Den Dingen nicht gleich Sinn zu verleihen, ist eine Freiheit. Man kann sie durch Faulheit erreichen. Dabei sprechen wir von einer Faulheit der Wahrnehmung. Aus schamanischer Sicht befindet sich bei der Wahrnehmung direkt der Gerechtigkeitssinn. Dieser wertet und orndet ein, was das Zeug hält. Seine Ressourcen sind Gewissen, Ethik und das Wissen über Gesetzmässigkeiten. So nehmen wir aus schamanischer Betrachtung die Welt wahr. Es gibt so hochtrabende Wörter wie wertfreies Denken. Das ist im Alltag nicht möglich. Wir würden beim Gehen direkt an die nächste Wand klatschen. Die Faulheit besteht darin, dass man es sich gönnt, die Wertemaschinerie mal aussen vor zu lassen.

    Der Zustand beim sog. Hellsehen ist also als ziemlich doof zu bezeichnen, betrachtet man ihn aus dem Alltagsbewusstsein. Hellsehen verhält sich ähnlich dem schamanischen Trancezustand. In der Geschindigkeit dieser Trance wird es möglich, etwas doofer die Welt zu betrachen. Das liegt daran, dass unser Gehirn im Alltagsbewusstsein nur drei Dinge miteinander vergleichen kann. Stellt man sich einen Würfel vor, auf dessen oberseite vier Punkte sind und geht etwas näher ran, so kann man gleichzeitig immer nur drei Punkte sehen. Man weiss, der vierte ist da und man kann den Blick auch auf den fehlenden schweifen lassen, nur geht dabei einer der anderen verloren. Unser Gehirn ist im speziellen Zustand der schamanischen Trance fähig, alle vier Punkte gleichzeitig wahrzunehmen.

    Das tönt erst einmal nach einer Bereicherung der Fähigkeiten. Das ist es aber nicht, weil wir es uns nicht gewohnt sind, einen Sinn im Vergleich der vier Dinge zu finden. Den Blick kann man dabei als "weich" bezeichnen. Das Erkennen von Zusammenhängen ist bei Hellsichtigkeit nicht mehr an Logik gebunden, sondern an ein emotionales Schweifen über Zustände. Meist dauert es eine ganze Weile, bis man aus dieser speziellen Wahrnehmung etwas kognitiv fassen kann. Er danach ist etwas in Worten fassbar. Diese Worte entsprechen nicht unbedingt der Wahrnehmung, sondern sind oft nur eine Annäherung. Das Wahrnehmen von vier Einflüssen auf eine Situation ist nicht logisch. Ein kleiner Teil geht dabei gerne verloren. Vielleicht erklärt das die Ungenauigkeit einiger Aussagen.


    Bewegte Realität

    Aus dem Geschriebenen oben kann der Eindruck entstehen, dass in einem hellsichtigen Zustand alles still steht und man aus einem ruhenden Bild abliest. Das ist nie der Fall: die vier oder manchmal mehr Dinge bewegen sich alle. Aus der Gefühlslehre der Schamanismus Therapie ist bekannt, dass Kraft immer in einer oder mehreren Ordnungen fliesst. Das kann man sich vorstellen, wie Wasser, das in einer Regenrinne fliesst. Ohne Regenrinne entsteht vielleicht ein still stehender Tümpel. In der Rinne bewegt sich das Wasser bei etwas Neigung. So verhält es sich auch mit den Begebenheiten unseres Alltags. Er steht nicht still, er bewegt sich. Was man also beim Hellsehen erkennt, sind die Bewegungen. Daraus kann man die Ordnungen, also die verschiedenen Regenrinnen ableiten. Das Kartenlegen kann einem dabei entscheidend helfen: die Karten bilden die Ordnungen ab. Darin bewegen sich die Kräfte. Auf diese Weise kann man Aussagen darüber machen, was passieren wird. Quasi: die Richtung des Pfeils ist wieder sichtbar, weil sich alles bewegt.





  • schreibt über Orakelsee

    Kartenlegen am Orakelsee geht den Weg, Felder zu eröffnen. Die mystische Wahrnehmung weicht dem Orakel Markt aus: Schamanismus Therapie am Orakelsee

    Feb
    2018

    25






    Passt das Wahrsagen in schamanische Gefilde? – Das allgemeine Bild vom Schamanismus formt sich aus Trommeln, Rasseln und wilden Tänzen, alles eingehüllt in mystischen Rauch. Was immer da gemacht wird, hat die Wahrsagerei da einen Platz? - Das äussere Bild des Schamanismus lässt für ernsthaft Praktizierende nicht vermuten, was wirklich gemacht wird. Man kann Schamanismus mit zwei Grundzügen umschreiben: schamanische Wahrnehmung in Trance und schamanisches Wirken. Das sind die Grundbausteine der Schamanismus Therapie. In dieser Basis finden sich noch keine Glaubensvorstellungen. Sie ist frei von religiösen Zügen. Es geht in erster Linie um die ungefilterte Wahrnehmung. Und genau hier findet die Zukunftsschau ihren Platz: in der Wahrnehmung.



    Wie geht diese mystische Wahrnehmung?

    „In Glaskugeln steigen mystische Nebel auf, die Bilder auf die Zukunft freisetzen, die Karten auf dem Tisch sprechen mit ihren Bildern über das, was passieren wird, fremde Stimmen sprechen durch den Körper der Kartenleger.“
    Das einzig Übernatürliche oder Ungewohnte in der Kombination von Schamanismus und der Wahrsagerei ist der schamanische Trancezustand. Dieser unterscheidet sich von Zuständen wie der Hypnose und tiefen Meditationen. Die Schamanenstube proklamiert seit jeher, dass die schamanische Trance ein Zustand wacher als wach ist. Sieht man sich schamanische Völker an, so wird ziemlich kraftvoll getanzt und in sehr schneller Rhythmen Krach gemacht. In dieser Geschwindigkeit liegt der Schlüssel: bei 240 Schlägen wie zum Beispiel von einer Trommel geht das sogenannte Corpus Callosum schlafen. Das ist ein Organ im Gehirn, das einfach gesagt die linke und die rechte Gehirnhälfte voneinander trennt. Machen wir ein Experiment? - Stellen Sie sich bitte eine Sekunde lang bitte keinen rosaroten Elefanten vor:


    Rosaroter Elefant
    Nun gut, wir haben den Elefanten in glänzender Farbe dahin gemalt. Aber selbst wenn nicht: die linke Gehirnhälfte versteht Sprache: „eine Sekunde lange nicht einen rosaroten Elefanten vorstellen“. Mister Links kann sich unter einem rosaroten Elefanten nichts vorstellen und muss Mister Rechts befragen, die rechte Gehirnhälfte. Mister Rechts kann in Bildern denken, versteht aber das „nicht“ nicht. Also malt Mister Rechts den Elefanten hin, färbt ihn schön rosa und Schwupps: man hat den Elefanten gesehen. Die Kommunikation zwischen den beiden Hirnhälften läuft über ein Organ, diesem sogenannten Corpus Callosum.
    Stellen Sie sich vor, was geschieht, wenn dieses Kommunikationsrelais schlafen geht. Die rationale Denkweise verbunden mit dem Denken in Bildern, Gerüchen und weiteren Wahrnehmungen verschmilzt zu einem Brei. Man kann getrost sagen: in schamanischer Trance wird man strunzdumm. Wir hoffen, etwas unterscheidet sich dennoch von kompletter Dummheit: je länger man in diesem Trancezustand verweilt, je besser kommt man damit klar. Er bietet einen „übernatürlichen“ Vorteil: im Alltagszustand kann unser Gehirn drei Dinge miteinander gleichzeitig vergleichen. In schamanischer Trance sind es mindestens vier. Wir denken, hier liegt die magische Vier Castanedas Emanationen des Adlers verborgen. Es ist aber nicht so, dass man auf einmal besser denken kann. Es ist um ein Vielfaches schwieriger, mit den eigenen Wahrnehmungen umzugehen. Vielleicht können wir das mit LSD-Trips vergleichen. Irgendwelche Muster, Farben oder was auch immer treten unkontrolliert auf. Ob man einen LSD-Zustand nutzen kann, können wir nicht beantworten. Die schamanische Trance erlaubt es eher, sich in so seltsamen Wahrnehmungsgebieten zurecht zu finden. Die Gefahr der Annahme, dass die Welt so sei, wie man sie unter Trommeleinfluss wahrnimmt, ist sehr stark gegeben. So entstehen aus diesen Wahrnehmungen gerne Glaubensvorstellungen, die im rationalen Alltag nicht mehr funktional sind. Mit anderen Worten: man kann durchknallen.


    Kraft und Ordnung

    Jede Krafteinwirkung bewegt Dinge. Wenn man einen Ball kickt, bewegt er sich. Er bewegt sich aber mehrheitlich in die Richtung, in welche man ihn kickt. Diese Richtung ist die Ordnung, in welcher sich die Kraft freisetzt. Beim Kartenlegen wird die Ordnung, in welcher sich eine Situation befindet, in den Karten abgebildet. Das tönt mystisch, ist aber nur der Ausdruck dessen, was die Situation ausmacht. Das ist vergleichbar mit dem Auftrag: „Bitte malen Sie die aktuelle Situation mit Fingerfarben“. Das Bild wird vielleicht nicht schön, aber es kann klare Linien und Formen beinhalten. Das ist die Ordnung. Der Rest ist einfach: man liest die Ordnung und schaut, wohin die Kraft fliesen wird.
    Das ist Kartenlegen.
    Natürlich gibt es viele Theorien darüber, wie das Kartenlegen oder das Wahrsagen funktioniert. Die Schamanenstube arbeitet mit der Vorstellung, dass sich Kraft in Bahnen bewegt. Am Ende gibt uns das die Sicherheit, Orakelfragen richtig beantworten zu können.




    Kartenleger Häuschen

    Der Kartenleger-Markt 2018

    Die Karten zu legen ist keine Angelegenheit mehr, da jemand während einer schamanischen Arbeit Sicherheiten sucht oder nach Richtungen im Leben sucht. Es ist ein Job, der sich in einem extrem gewachsenen Markt behaupten muss. Wer gut ist, wird seine Kunden haben. Aber heute dauert das. Dies erlebt auch die Schamanenstube, die am Orakelsee wieder Karten legt.
    Ca. 2010 mussten wir die Arbeit am damaligen Orakelsee einstellen, weil sie zu viel Zeit in Anspruch nahm. Die Schule für Schamanismus Therapie wollte gelebt werden. Heute kehren wir zurück zur Arbeit an der Front. Wir merken: es kämpfen Tausende um Kunden. Selbst in der relativ kleinen Schweiz haben es einige verstanden, mit nur fünf Antwortstrategien Kunden zu binden.
    Wir machen es wie immer anders, komplett anders: ruhig, in die Tiefe blickend und kundengerecht. Wir sagen niemanden, was er oder sie zu tun hat, sondern eröffnen Felder.


    Therapeutische Ansätze - Felder eröffnen

    Beim Glauben und der mystischen Attestierung zur Weissagung ist es schwierig, therapeutische Rahmenarbeit zu leisten. Es melden sich Menschen, die zum Beispiel verzweifelt ihre Ex-Partner zurück wollen. In fast panikartigen Zuständen entzieht sich ihnen manchmal die Fähigkeit, Rückfragen zu lesen. Wir empfinden es wie beim Schamanismus: man will konsumieren und nicht sich auf etwas einlassen. Konsumieren heisst beim Wahrsagen: man will gesagt bekommen, was man tun soll. - Das erfüllt der Orakelsee nicht.
    Ein therapeutischer Einstieg ist beim Kartenlegen möglich, indem man die Verantwortungsabgabe zur Verantwortungsübernahme macht. Ein Element dabei ist das Ziehen der Karten: in einer Stimmung, die sich intensiv mit der Fragestellung befasst, lassen sich die Karten ziehen, die auch etwas Wichtiges aussagen können. Findet das Kartenlegen vor Ort in der Stube statt, ist es viel einfacher, die Rahmenarbeit aufzubauen, als im Online Orakelsee. Sich auf ein Online-Gespräch einzulassen, bedingt das Schreiben. Das ist nicht jedem gegeben. Deshalb setzen wir Skype und Whatsapp-Calls ein, um den Kunden die Nähe zu geben, sich tief auf seine Fragen einzulassen.


    Was interpretiert ein Kartenleger am Orakelsee?

    Die Antwort würde lauten: die Karten natürlich. Das ist schon richtig. Es stellt sich aber die Frage, ob eine Hoffnung abgebildet wurde oder die tatsächliche Entwicklung einer Situation. Viel zu oft steht in den Karten genau das, was schon in der Frage als Wunsch mitschwingt. Ein Beispiel: „Kommt mein Ex zu mir zurück“. Im Kartenbild steht die Hauptperson ganz nah beim Partner. Die Schwierigkeit besteht nun im Herausfinden, ob die Hoffnung abgebildet wurde, dass er zurück kommt oder ob er wirklich zurückkommt. Das lässt sich nicht auf den ersten Blick sagen. Zuweilen liefert das Nachfragen etwas Greifbares. Die Schamanenstube denkt, einen Weg gefunden zu haben, diese Gedanken transparent zu machen: mit sogenannten Lifestreaming. Das sind Videos, die den Bildschirm des Kartenlegers zeigen und man dabei hören kann, wie er sich im Kartenbild bewegt. Damit erzielen wir eine recht gute Kundennähe. Youtube hat uns schnell rausgeworfen: zu viel stetig gleicher Inhalt. Können wir nachvollziehen: man sieht immer nur den Bildschirm mit den Karten. Facebook ist da weniger heikel und lässt diese Streams zu. Neue Technik erlaubt Altes. Das ist schön.
    Die Technik erlaubt es, über die beratende Funktion der Wahrsagung heraus zu gelangen: die Macht darf beim Kunden bleiben. Das geschieht durch das Eröffnen von Felder. Wir beweisen am Orakelsee in unseren Kartenlegungen, dass dies möglich ist:

    Schauen Sie mal vorbei....





  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Die Sicherheit ist ein Gefühl, das wir uns gerne durch äussere Sicherheit erschaffen. Gibt es Sicherheit ohne immateriellen Boden?

    Dez
    2017

    11


    Tür
    Mit den Räumen unseres Zuhauses schaffen wir uns Sicherheiten. Dazu mag auch ein Bankkonto gehören, eine Versicherung, ein Vorrat. Materielle Sicherheit schafft emotionale Sicherheit. So ist das Materielle ein Mittel zum Zweck der Erschaffung emotionaler Sicherheit. Diese scheinen wir seit Anbeginn der Menschheit zu brauchen. Wozu?

    Der Sinn des Gefühls der Sicherheit

    Im therapeutischen Schamanismus ist die Sicherheit ein sehr grosses Gefühl. So gross, dass sie ein Gebiet kennzeichnet, das einem ganzen Kontinent gleich kommt. Auf diesem Land, dieser starken Erde, siedeln sich viele Gefühle an, die ohne Sicherheit nicht existieren. Die Ruhe zum Beispiel kann nur empfunden werden, wenn ein Boden aus Sicherheit sie stützt. Es gibt Menschen, die empfinden in stressigen Zeiten eine Ruhe, weil sie die Sicherheit spüren, welche Richtung sie gehen müssen. Die Dankbarkeit benötigt Sicherheit, um auf gefestigtem Boden Liebe zu empfinden. Die Liebe selbst tränkt die Erde der Sicherheit, um Geborgenheit zu erschaffen. Es gibt viele Keimlinge der Sicherheit. All diese Keime der Sicherheit empfinden wir in der Regel als positiv.


    Immaterielle Sicherheit

    Was wäre, wenn aller Besitz, den wir anstreben, nur dazu dient, uns das Gefühl der Sicherheit zu erschaffen? Dann bräuchten wir eigentlich nur sehr wenige materielle Dinge. Aber wir bräuchten auch die Fähigkeit, Sicherheit ohne Rahmen zu erleben.
    Geht das?
    Die Folgen für die Wirtschaft wären fatal. Sicher ist, dass wir uns schon immer materiell geprägt die Sicherheit verschafft haben: wer nicht jagt oder sammelt, der verhungert.

    Es ist in unseren Augen nicht falsch, sich materielle Sicherheiten zu schaffen. Es ist ganz im Gegenteil genau im Sinne unserer Natur, überleben zu wollen und uns zu entwickeln. Was Materialismus mit Entwicklung zu tun hat? – Nur auf der Sicherheit können wir uns entwickeln, denn hier sind die Gefühle beheimatet, die wir brauchen, um über uns hinaus zu wachsen. Ideenfunken zünden auf diesem Boden, nicht im Kampf, der erst die Sicherheit zu erreichen versucht. Und ja: in grösster Angst können wir Ideen haben, um Auswege zu finden. Der Gedanke an eine gelungene Flucht zum Beispiel kann uns bereits das Gefühl der Sicherheit in der Unsicherheit vermitteln.


    Sicherheit ohne Boden

    Die Frage lautet, ob man das Gefühl Sicherheit erschaffen kann, ohne Sicherheit zu besitzen. Die Antwort ist ein klares Ja. Hier helfen viele Dinge:

    • der Glaube an eine bessere Zukunft
    • die Notwendigkeit des Überlebens
    • die Trauer über Verlorenes
    • Vertrauen in andere
    • aufbauende Selbstdefinition
    • Beziehungen

    Es gibt noch viele Dinge mehr, die einem neben dem Besitz zu Sicherheit verhelfen. Vielleicht wissen Sie noch einige?


    Was hindert an der Sicherheit?
    • die stillstehende Traurigkeit
    • Rechtfertigungen, warum etwas nicht klappen soll
    • Opferhaltungen und Jammern
    • übertriebener Aufbau von Bedrohungen
    • Abgabe der Verantwortung über das eigene Leben
    • u.v.m.









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