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  • schreibt über Diverses

    Wahrnehmung der Landschaft und der Menschen von Spaniens Süden. Über Madrid geht es nach Almeria: vom Lebensgefühl und den Gesprächen in Spanien

    Okt
    2019

    03


    Spanien

    Kurze Wahrnehmung von Spaniens Süden

    Die Schamanenstube ist für zehn Tage nach Spanien gereist, in die Gegend von Almeria. Die Flüge von Zürich her fliegen über Madrid. Das Reisen benötigte volle zwölf Stunden, was ziemlich anstrengend war. Deshalb liessen wir erst die Reisestrapazen sich etwas setzen.

    Eindruck der Landschaft

    Man glaubt es kaum, aber der Süden Spaniens ist als Wüste oder zumindest Steppe zu bezeichnen. Es ist karg, extrem dünn besiedelt und riesengross. Vor der Küste finden sich Hügel und Berge, die ein ründliches Bild von sich geben. Sie sind nicht hoch und schon so weit erodiert, dass sie eine Weichheit an den Tag bringen, die wir nicht erwartet haben. Ihre Farbe reicht von dunkelbraun bis in ein helles Gelb hinein. Die Gesichter der Felsen (Pareidolie) sind alle sehr alt. Sie wirken etwas erschöpft. Sie liegen alle sehr friedvoll einfach da. Es macht einen etwas traurig zu sehen, was das Alter mit einem machen kann.

    Gesprächskultur

    Wir kommen täglich mit mehreren Menschen in Kontakt und haben schöne Gespräche. Es scheint ein wichtiger Bestandteil der spanischen Kultur zu sein, miteinander zu sprechen. Spanierinnen und Spanier lieben Gesellschaft und sind sehr kontaktfreudig. Oberflächliche Gespräche gibt es vom ersten Wort her nicht. Man ist sofort in privaten Gesprächen. Man erfährt von den aktuellen Situationen, in der sich jemand befindet und taucht ab in Gespräche über Gefühle und tiefgreifende Dinge. Bei uns verwandelt sich das aufgrund unserer Art oft in eine Art Therapiegespräch. Die Freude der Menschen hier ist gross, wenn sich jemand Mühe gibt, hilfreich zu sein. Hier versucht jeder dem anderen irgendwie zu helfen. Das ist ganz anders als in der Schweiz und ganz anders als z.B. auf Kreta (siehe unser Bericht über Kreta ). Wir erleben ganze Nachmittage bis weit in die Nächte hinein mit tiefgehenden Gesprächen. Einfach toll!

    Lebensgefühl

    Die Menschen hier erscheinen uns aussergewöhnlich friedlich, ja  sogar friedliebend. Man plant nicht so viel, sondern schaut einfach, was kommt. Damit verlieren viele Gedanken und Sorgen an Wichtigkeit. Man muss nur miteinander reden, dann ist alles ganz einfach. Nach kurzer Zeit relativieren wir selbst schon viele unserer Gedanken und Pläne. Wir merken, wir vertiefen uns manchmal zu stark in Details, deren Gewichtung wir falsch ansetzen. Damit verwehrt man sich eine positive Sicht auf die Dinge. Es ist schade um die vergebene Lebensqualität. Das haben uns die Spanier indirekt lernen lassen. Danke schön!
    Hier in der Schweiz hat man in unserem Alter seltener mit Jüngeren zu tun. Das ist ganz anders in Spanien. Die Offenheit, Freundlichkeit und die Freude an Menschen spüren wir von Menschen jeden Alters. Sie ist nicht gespielt, sie ist echt. Die Themen der Jüngeren sind dieselben wie bei den Älteren: es geht um Beziehungen jeder Art und die Arbeit. Einzig hören wir heraus: da ist eine gewisse Angst vor Technik, respektive vor IT. Jeder hat zwar ein Smartphone (teilweise uralte Dinger), aber die werden nicht als Computer wahrgenommen, sondern als Kommunikationsmittel. Von der Putzfrau während der Arbeit hin zu den Menschen auf der Strasse: alle reden ständig – wenn nicht im direkten Kontakt, dann am Handy.
    Aufgefallen ist uns die hier herrschende Angst vor der Polizei. In der Schweiz ist das Bild des „Freund und Helfers“ noch irgendwie da. In Spanien scheint die Polizei menschenfeindlich zu sein. Das müssen wir noch anschauen.
    Zum Glauben: es gibt ein sehr präsentes Christentum und gleichzeitig die sogenannten Alternativen. Beide verstehen sich. So finden unser Orakelsee und das Kartenlegen höchsten Anklang: viel mehr als im Rest Europas.

    Ein körperlicher Eindruck

    Unser körperliches Befinden ist schlecht. Die Knochen schmerzen, wir sind oft sehr müde. Im Gegensatz dazu steht Kreta: drei Tage Kreta und man fühlt sich gesund. Dennoch gehen wir nochmals nach Spanien. – Und berichten…





  • schreibt über Schamanismus

    Ritual zur Demut beim Sonnenaufgang - die Macht über den Tag und das liebende Gefühl des Besitzes gegenüber dem Ort.

    Okt
    2019

    03


    Sonnenaufgang

    Bevor die Sonne aufgeht

    Vielleicht bist du gerade wach noch bevor die Sonne aufgeht. Du bist in den Ferien und hast die Nacht in einem Hotel verbracht. Du betrittst auf leisen Sohlen den Balkon, rückst den Plastikstuhl geräuschlos gen Osten und setzt dich hin. Eine Decke hält die Wärme des Schlafes um dich.
    Du siehst den Ort. Du siehst die Häuser. Du siehst die Kulisse für das Leben der Menschen an diesem Ort. Bald geht die Sonne auf. Sie wird über diesen im Dunklen liegenden Häusern, Strassen und Plätzen aufgehen. Sie wird die Menschen aus ihren Häusern kitzeln, sie herauslocken, sie in ihr Tagesleben ziehen.
    Du denkst: „Was für Menschen werden hier rauskommen?“
    Die Sonne geht über allen Dächern der Welt auf und überall erweckt sie den Tag, erweckt sie das Leben: dieses Leben, das da wuselt, Absichten verfolgt, Gesinnungen in sich trägt und der Gerechtigkeit des Ortes folgt. Was für Menschen werden hier sein?
    Und für den einen Moment, bevor die Sonne das Leben langsam entfacht, denkst du: „Jetzt ist alles schön, jetzt ist alles gut.“


    Demut

    Die Sonne geht unweigerlich auf. Es mag bis weit über eine Stunde dauern, bis erste Menschen Bewegungen zwischen die Häuser bringen. Alles ist noch ruhig, auch wenn schon einige unterwegs sind. Es sieht aus wie eine Ameisenstrasse, die sich zielgerichtet in verschiedene Richtungen bewegt. Bis dann, ja bis einer ein Geräusch macht, das die Stille durchbringt. Ab da wird es hektischer, ab da wird es lauter, ab da wird es Menschentag.
    Wer die Demut schamanisch bereist, kommt womöglich zu einer ähnlichen Essenz über die Demut wie wir: „Es ist, was ist“. Darüber hinaus passiert beim Betrachten der über einen Menschentag aufgehenden Sonne etwas Sonderbares: der Tag wird anders verlaufen, als unterschwellig negativ vermutet. Er wird gut verlaufen, die Menschen werden freundlich sein, Begegnungen interessant und man wird Teil dieser Menschen.


    Beeinflussung durch Demut

    Ein kleines Ritual für Frühaufsteher kann den Tag formen: „es ist, was ist“. Die Sonne erweckt den Ort. Dieser kann einem gut gesonnen oder nervig sein. Das Wissen über die Ruhe, über die Reinheit am Morgen vor dem Licht verändert, was man an diesem Tag erlebt. Natürlich verändert es in erster Hinsicht die eigene Wahrnehmung. Das ist sehr wichtig. Aus der Kraft der Demut in schamanischem Sinne entsteht eine Macht. Du hast die Sonne gesehen, warst ihr nahe. Noch bevor der Ort erwachte, hast ihn mit all seinen Nischen gesehen. Damit weisst du, wie er ist. Damit weisst du, wie seine Grundmauern sind. Damit kennst du seine Ordnung. Und das verändert dich selbst und damit die Menschen um dich herum.
    Altklug könnte man sagen: Wissen ist Macht. In diesem Fall stimmt das. Wer einen Ort kennt, kann eine Macht über die Geschehnisse an sich nehmen. Diese Macht ist aber nicht negativ zu verstehen. Es gibt positive Macht. Es handelt sich bei der Demut um eine Macht, die daraus entsteht, dass man Dinge auf besondere Weise wahrnimmt. Eine Hilfe dazu: man kann nur lieben, wovon man das Gefühl hat, es gehöre einem. Auch das ist nicht so schnöde als Besitz gemeint, wie es tönt. Der liebevolle Blick auf einen Ort am frühen Morgen kann einem diesem Ort nahe bringen. So nahe, dass man das Gefühl bekommt, ihn gerne zu haben. Damit „gehört“ er einem ein Stück weit. Aus diesem „Besitz“ entsteht die Möglichkeit, die Geschehnisse des Tages in diesem Ort mit zu formen. Zumindest für einen selbst.
    Abgeschwächt formuliert: wer mit einem Lächeln durch die Strassen geht, begegnet freundlichen Menschen. Das Lächeln darf aber echt sein. Die Liebe zum Ort erlaubt eine Echtheit in sich selbst und wirkt auf die Menschen und Geschehnisse.

    Es ist einem freigestellt, etwas Angst in diesen „Besitz“ hinein zu drängen und damit gewappnet für Negatives zu sein. Jede Form von Schutz hat im Schamanismus die Wirkung von Aggressivität.

    Sich selbst mit in den empfundenen Besitz zu stellen, Teil zu sein und mit dem eigenen Bewegen die Strömungen der Geschehnisse liebevoll zu beeinflussen, kann wunderschöne Tage für alle erschaffen.


    Dieser Bericht findet sich auch im Schamanismus Magazin.





  • schreibt über Schamanenstube

    Evaluationsreise nach der Ferien Insel Kreta - Auswandern und Leben? Wir berichten von Plakias, Chania, Ierapetra, Chersonissos und Paleochora.

    Jun
    2019

    13


    Auswandern nach KretaDas Thema der Altersplanung kann für jeden interessant sein, weshalb wir in unserem Magazin darüber berichten. Die Schamanenstube befindet sich in einer Evaluationsphase. Die Frage lautet: wo wollen wir leben und weiter Menschen begleiten? Die Schamanenstube soll an neuer Destination ihr Gesicht in etwas wandeln, was wir eh schon lange tun, obschon wir es nicht hauptsächlich anbieten: die Langzeit- und Auszeitbegleitung. Das beinhaltet Ferien- und Therapieaufenthalte, sowie die Skype-Begleitung über längere Phasen.


    Kreta

    Die griechische Insel Kreta liegt weit im Süden Europas. Das macht sie für Sonnenhungrige wie uns sehr attraktiv. Dieses erste Ziel haben wir genau angeschaut: von den Lebenskosten, über Ämter hin zu den Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten als Selbstständige. Die Ferien im Jahr zuvor haben uns viele sehr schöne und spirituelle Erlebnisse erleben lassen. Diesen widmeten wir einen Blogbeitrag: 2018/05.

    Die Frage einer Niederlassung kann in unseren Augen nur mit einer Art Evaluationsreise geklärt werden. Das sind keine Ferien, sondern ein möglichst reales Leben auf der Insel. Wir konnten uns nur einen Monat gönnen, der hat aber Erstaunliches zu Tage gebracht. Im Prinzip sind alle Informationen, die wir im Netz gesammelt haben, irrelevant und teils nicht zutreffend. Doch davon nach und nach mehr.
    Auf Videos quer durch alle Länder ist uns eines aufgefallen: die Menschen im Hintergrund der Dokus. In welchem Land sehen wir Menschen, die lächeln, die eine gute Stimmung haben? – Da ist die Insel Kreta weit voran. Man nimmt Freundlichkeit, Gastfreundlichkeit und Fröhlichkeit bei den Menschen im Hintergrund wahr. Es wird gelacht, getrunken und Musik gemacht.
    Der Tourismus nährt das Land. In den Wintermonaten wird es ruhig um Kreta. Man kann sich im April einen Sonnenbrand holen und auch im Mai mal frieren. Danach wandelt die Insel ihr Gesicht zur Sonneninsel.

    Ferienland Kreta

    In den letzten Jahren boomt der Tourismus auf Kreta. Daran mögen der Rückgang der Ferienmöglichkeiten in der Türkei schuld sein, die Wirtschaftskrise Griechenlands oder womöglich viele andere Begebenheiten. Kreta ist für Touristen richtig gut vorbereitet. Viele schöne Strände werden im Frühjahr geputzt oder mit Baumaschinen neu erschaffen. Die Strassen sind alle sauber, es gibt keinen sichtbar herumliegenden Abfall. Pittoreske Innenstädte wie Chania locken ebenso, wie perfektes Wetter. Die Kreter wirken wirklich sehr freundlich und verhalten sich einladend.
    Für Ferien ist Kreta definitiv zu empfehlen. Das können traumhafte Urlaube werden.


    Die Ziele unserer Tour durch Kreta

    Die Schamanenstube kennt ein paar liebe Menschen auf Kreta, die uns tatkräftig unterstützen. Folgende Fragen führen wir in unserem Gepäck mit:

    • Wie ist unser Gefühl zu der jeweiligen Gegend
    • Was kostet das normale Leben, Supermarkt, Benzin etc.
    • Wie gut sind die Internetverbindungen?
    • Wie gestaltet sich die Akzeptanz gegenüber Ausländern?
    • Wie verhalten sich die Kreter untereinander?
    • Erfüllt die Kulinarik unsere Bedürfnisse?

    Akribisch bereiten wir alles vor. Wir haben Listen mit Lebensmittelpreisen in der Schweiz erstellt. Vom Brot bis zum Wäschepulver, vom Kaffee bis zum Toilettenpapier. Per Handyvideo wollen wir alles aufzeichnen, wenn wir durch die Läden gehen und eintragen. Das wird für einige Überraschungen sorgen. Leider finden wir einen solchen Vergleich nirgends im Internet. Also machen wir das selbst. Am Ende muss man eine Zeit lang dort hin, um sich selbst und die Preise wahrzunehmen.
    Wir mieten Häuser, um ganz normal auf Kreta zu leben: einkaufen, kochen, Auto fahren, Gespräche führen, die Seele baumeln lassen, arbeiten…
    Die Insel ist in ihrer Länge etwa so lang wie die Schweiz und halb so breit. Sie ist also für Schweizer Massstäbe doch recht gross. Denkt man an eine Insel, hält man sie schnell für überschaubar. Das ist Kreta nicht. Es finden sich vier Präfekturen: Lassithi, Iraklion, Rhethymno und Chania. Das sind vier Gegenden, die sich auch in Nord und Süd und voneinander stark unterscheiden.


    Chersonissos – Nordost Kreta

    Wir kennen Chersonissos von unserer letzten Kreta-Reise. Dort treffen wir alte Bekannte, die uns den Start einfacher machen. Schon die ersten Gespräche ernüchtern.
    Denn Chersonissos ist eigentlich eine Geisterstadt und -gegend. Im Winter wohnt hier fast niemand. Hier lebt man nur für die Touristen im Sommer. In den kalten Tagen kommen viele Kreter aus den Bergen herunter in die Hotelanlagen und Häuser. Praktisch jede Tür, die im Mai noch nicht geflickt wurde, weist deutliche Einbruchspuren auf. Unsere Bekannten öffnen so ab März jeweils die Türen und schauen nach, was noch alles von ihrem Hab und Gut da ist. Vor April wird dann eine Einkaufstour gestartet.
    Alles, was nicht einbetoniert ist, wird gerne gestohlen. Möbel sind auf der Insel Mangelware und teuer. So können ganze Hotels vor der Saison bettlos da stehen.
    Einen unserer kretischen Freunde dort nehmen wir nachts sehr besorgt wahr über jemanden, der weiterer oben am Hügel hinter unserer Unterkunft eine Villa gebaut hat. Immer wieder schweift sein Blick hoch. „Das ist zu weit von den Häusern weg dort oben…“ – Ab und an geht das Licht in der Villa an. Das sind Bewegungsmelder, die das Haus schützen sollen. Die Besorgnis ist dem Mann ins Gesicht geschrieben. Wir fragen nach und finden heraus, es geht nicht mal nur um das Haus, es geht darum, dass so ein Einzelhaus Einbrecher regelrecht anzieht. Die alleinstehende Villa wird als Bedrohung angesehen.


    Hohe Einbruchsrate

    Die Angst vor Einbrüchen ist auf ganz Kreta zu spüren. Die Kreter verstehen nicht, warum Häuser ausserhalb der Dörfer gebaut werden. Das macht selbst mit Alarmanlagen keinen Sinn. Besonders jüngere Griechen scheinen vor den Überfällen grosse Angst zu haben. Man lebt dicht gedrängt beisammen.
    Sucht man in den Medien nach der Kriminalitätsrate, so erscheint Kreta als einer der friedlichsten Teile Europas. Doch das stimmt so nicht. Ist man hier, wird einem schnell klar, dass jeder Kreter mindestens eine Schusswaffe zur Verteidigung besitzt.
    Da wir hier leben möchten, fragen wir nach, wie man zu Waffen kommen würde. Ob wir nur eine 9mm, ein Maschinengewehr oder eine Bazooka kaufen wollen: das wäre in einer halben Stunde erledigt gewesen. Natürlich haben wir nichts davon gekauft. Aber das war zu einfach. Das Positive: selten sollen Menschen physisch zu Schaden kommen. Es geht nur um das Stehlen von Besitztümern. Und ja, wir wären nicht die Schamanenstube, hätten wir nicht getestet, wie das so ist. Ein aggressives Auftreten gegenüber einem provozierenden Kreter lässt ihn die Beine in die Hand nehmen. Die Bewaffnung ist nicht dazu gedacht, wirklich zum Einsatz zu kommen. Kaum wird eine hohe Bereitschaft zur aktiven Gegenwehr gespürt, rennt man weg. Wir lassen uns das erklären: es liegt an den hohen Arztkosten. Ernsthafte Verletzungen kann sich niemand leisten.


    Gastfreundschaft

    Als Tourist erlebt man eine unglaublich hohe Gastfreundschaft. Zuweilen aber hört man im Hintergrund ein echt gemeintes Malaka über die Touristen. In Gesprächen klärt sich, dass man besonders deutsche Touristen nicht mag. Uns war nicht bewusst, dass der zweite Weltkrieg hier noch so klare und tiefgreifende Einflüsse hat.
    Die ganze Gastfreundlichkeit nehmen wir nach einer Weile nur als gespielt wahr. Darunter verbirgt sich ein bewaffnetes, angstvolles Bergvolk. Die Bewaffnung führt aber wie in der Schweiz dazu, dass sehr wenig passiert.
    Die Feindlichkeit macht uns Angst. Man rät uns: sagt immer, dass ihr Schweizer seid, sonst hört man nur das Deutsche raus.


    Agios Nikolaos

    Die Stadt Agios Nikolaos ist selbst zu den Anfängen des Mais schon komplett mit Touristen gefüllt. Die Stadt wirkt sauber und mit vielen Geschäften bestückt sehr einladend. Man fühlt sich hier schnell wohl. Von hier aus starten wir eine Tour mit einem Immobilien-Makler.


    Kretische Immobilien-Makler

    Wir finden sein Büro und nach ein paar Worten fahren wir seinem Kleinwagen mit rasantem Tempo nach.
    Erst fährt er wieder hoch nach Chersonissos. Das erste Haus kennen wir schon. Wir klären die verspiegelte Sonnenbrille auf, wie das so in Chersonissos ist. Es scheint ihm nicht gefallen zu haben, dass wir schon einiges wissen. Leicht verärgert prescht er weiter, hat seinen Wagen dabei aber nicht wirklich im Griff. Als er einem Pickup ausweichen muss, landet er mit einem Rad im Graben.
    Im Auto hinter ihm lehnen wir uns zurück und betrachten das Schauspiel, wie der Makler und der Pickup-Fahrer sich einen heftigen Streit widmen. Es wird sehr laut, aber nicht handgreiflich. Wie es der Zufall will, kommt mitten in den Streit hinein ein Polizeiwagen aus Richtung des Pickups. Der Makler fuchtelt wild vor den Polizisten herum und versucht, den eigens als Malaka beschimpften Gegner zu denunzieren. Die ebenso verspiegelt sonnenbebrillten Polizisten weisen die beiden Streithähne an, die Strasse freizugeben. Kurz halten sie am Schluss noch auf unserer Höhe. Wir grinsen sie belustigt an und fahren wieder weiter.

    Nach zwei weiteren Stationen rund um Agios Nikolaos sind wir dann endlich fertig mit der Schnellführung durch die Häuser.
    Alles, was wir jeweils hörten: „Kitchen, Livingroom, Sleep“.
    Mit jeweils ca. 40 Minuten fahren empfinden wir die maximal 10 Minuten Führungen als etwas zu kurz.


    Ierapetra

    Ierapetra gefällt uns schlichtweg nicht. Es ist dreckiger, die Menschen unnahbarer und die Bilder beim Fahren durch die Strassen erinnern an Kriegsgegenden. Ausserhalb von Ierapetra in Richtung Osten wird es aber wieder schön. Hier sind sehr wenige Menschen, kilometerlange Strände liegen menschenlos einfach da. In Analipsis gefällt es uns dann sehr und wir verbringen einige Tage in dieser Gegend.


    Immobilien Südost-Kreta

    Die letzten Makler-Erlebnisse lassen uns eigene Nachforschungen betreiben. Das geht auch nicht lange. Man muss ja sagen, man sei Schweizer. So auch in einer Apotheke in Analipsis. Man kommt ins Gespräch und wir plaudern aus, dass wir einen Ort suchen, uns nieder zu lassen. Innert Sekunden wird die Apotheke geschlossen und wir rennen hinter der Apothekerin einen Hügel hinauf. Sie zeigt uns zwei Villen, die sie zufällig zu verkaufen hat. Das passiert uns auch in Restaurants öfters. Jeder hat oder kennt zumindest jemanden, der Häuser zu verkaufen hat.
    Geschätzt waren die Apothekerinnen-Villen so um die 100‘000 Euro wert. Sie wollte für die kleinere 320‘000, für die grössere 500‘000 Euro.
    Der Faktor 4 oder auch 5 begegnet uns eigentlich permanent, ob bei Autopreisen, Immobilien und teilweise in den MiniMarkets, besonders in den Bergregionen. Aus Ausrede wird die Wirtschaftskrise vorgeschoben. Vor diesen Preisen wurden wir von unseren kretischen Freunden gewarnt. Geglaubt haben wir es erst, als wir es x Mal selbst erleben. Schade, so wird das nichts.
    Die Führungen gehen übrigens auch von Privaten nicht lange. Etwas länger als von Maklern, wenn man viele Fragen stellt. Dabei finden wir heraus, dass sich auch bei den Hausbegebenheiten teilweise nur widersprochen wird. „Jaja, Solarheizung“ wird uns vor der Oelheizung weiss gemacht.


    Plakias

    Wir nehmen es vorweg: Plakias hat alles, was uns gefällt. Das ist für uns der Traumort auf Kreta. Das liegt auch an der Promenade. Für Binnenländler wie uns: das ist eine Anordnung von Meer, Strand, Strasse und Gebäuden.
    Eine Promenade entschärft alle Unruhe. Wenn die Strasse direkt dem Meer entlang geht, kommt es nicht zu wildem Parken, Staus oder hektischem Autoverkehr mit Fussgängerbedrohung.
    Plakias bietet so eine Promenade. Sie verändert die ganze Stimmung in der Stadt: alles ist sofort friedlich, ruhig, entspannt und freundlich. Hier geht es mehr um den Genuss des Lebens, als um ein Vorwärtskommen. Die Menschen sind hier ganz anders als in den meisten anderen Gebieten Kretas. Ja und hier erst gefällt es uns. Wir haben westlich von Plakias eine kleine Villa gemietet. Es sind acht Minuten mit dem Auto runter in den Ort. Die Villa bietet 180 Grad Meerblick, hat einen offenen Aussenbereich mit kleinem Pool und ist zweistöckig. Die Woche hier verfliegt in ein paar Minuten.
    Nach dem Erleben des morgendlichen Sonnenaufgangs begeben wir uns in den Ort, laufen alleine den ganzen Strand entlang, frühstücken und fahren wieder hoch zum Sonnenbaden und Arbeiten. Alles mit Stil, alles mit Ruhe, alles mit Freude.
    Hier könnten wir leben.


    Meerblick

    Wir kennen das Meer nicht. Aber ein Meerblick in diesen Ausmassen, beflügelt einen auf ganz besondere Weise. Gedanken werden ruhig und klarer. Das Gefühl, an so einem Ort sitzen zu können und einfach zu sein, ist unbeschreiblich. Eines ist uns klar: die Schamanenstube braucht für sich und für ihre Kundinnen und Kunden einen solchen Ort. Die Stimmung mit Blick über das weite Meer erlaubt einfache Gedanken. Das sind die guten Gedanken: sie sind nicht emotionsgetrieben verändert, lügen nichts vor, sondern folgen den geraden und lebendigen Linien des Meeres.


    Paleochora

    Um in den nächsten Ort im Südwesten zu kommen, muss man in den Norden fahren und wieder runter. Es gibt keine direkten Verbindungen. Paleochora wurde uns empfohlen. Es entspricht uns leider wieder nicht. Es ist dreckiger, nervöser und wirkt ungemütlich. Die erlebte Hygiene in den besuchten Restaurants stört uns. Ebenso ist das Gefühl da, nicht wirklich willkommen zu sein. Gut, wir waren nur einen Tag da. Da lernt man noch nicht viele Menschen kennen. Aber was nicht gefällt, muss nicht weiter erkundet werden.


    Villa im Olivenhain

    Wir verlassen schweren Herzens Plakias und machen uns in Richtung Chania auf. Dort haben wir ein Haus in einem Olivenbaumwald gemietet. Die teuerste Villa unserer Reise bietet im unteren Bereich einen umhauenden Wassergeruch. Nicht nach Meer leider, sondern nach altem, abgestandenen Wasser, das sich in Wandpilzen langsam hochrankt. Das Obergeschoss ist erträglich. Also richten wir uns dort ein. Es geht keine fünf Minuten, da ist eine Katze miauend vor der Tür. Sie sieht sehr wild und zerzaust aus. Wir haben noch etwas Brot mit Kaffeerahm und füttern sie. Das bringt vier weitere Katzen auf dem Platz. Die Woche ist von diesem Rudel geprägt. Sie verhalten sich ganz anders als die Katzen in der Schweiz. Es gibt klare Rangordnungen und recht hohe Gewalt untereinander. Teilweise haben wir echt Mühe, allen einzelnen gerecht zu werden.
    Im Mini-Market finden wir erst Büchsen mit Katzenfutter. Das liess die Katzen sich in ihrer Euphorie überschlagen. Aus Preisgründen finden wir im Lidl dann einen grossen Sack Trockenfutter. Zu unserem Erstaunen werden wir von den zehn Katzenaugen aber nur vorwurfsvoll angestarrt.


    Chania

    Bei der Anfahrt entschliessen wir uns, direkt durch die Stadt zu navigieren. Das machen wir oft: mitten hinein ins Getümmel. Wir kennen uns ja schon etwas aus mit dem Fahren auf Kreta und entdecken so die Strassen der Stadt. Nach unserem Erleben in Plakias sind wir geschockt. Wir haben das Gefühl, in einem Kriegsgebiet mit einschussfreien Hauswänden links und rechts zu fahren. Wir benennen Chania’s Strassen: wüst, dreckig, nervös, gehetzt und schlimm. So beschreiben wir auch Iraklion. Das bringt uns dazu, in den ersten Tagen erst einmal die Umgebung zu erkunden.
    Es gibt hier zwar keine Promenaden, aber dafür extrem viel für den Tourismus. Hotel reiht sich an Taverne, Taverne an Souvenierladen, Taverne an Taverne, Taverne an Strasse.

    Chania Innenstadt

    Wir wagen erneut die Fahrt in die Stadt. Google führt uns in ein nahe am Zentrum gelegenes Parkhaus. Selbst mit geübten Fahrfähigkeiten ist es ohne mehrfachem Manövrieren nicht möglich, sich um die unterirdischen Säulen in einen Parkplatz zu zwängen.
    Als wir dem Trubel der Stadt entfliehen, tut sich ein anderes Chania auf. Mit Blumen verzierte Gässlein, pittoreske Läden und eine friedlich ruhige Stimmung umhüllen uns. Die Preise sind wieder mit der Schweiz am Konkurrieren, dafür ist alles sehr schön. Wir flanieren durch Chania und geniessen.


    Kulinarik

    Wer liebt den griechischen Salat nicht, kann sich nicht an Souvlaki und Rippchen erfreuen? Es gibt einige Gerichte, die wirklich Freude machen. Das erste und auch das zweite Mal noch.
    Es wird immer alles lauwarm gegessen. Die vielen verwendeten Kräuter sieht man, jedoch nimmt man sie beim Essen nicht wahr. Sie sind geschmackslos. Das mag an der Jahreszeit im Mai liegen. Unsere Vorliebe für Schärfe können wir nur in ausländischen Restaurants befriedigen. Das normale kretische Essen hat nach zwei Wochen komplett ausgedient. Es ist immer dasselbe und eigentlich schmeckt alles gleich: nach nichts.
    Ein Highlight ist Ziegenfleisch. Wir mussten es vorbestellen, da 2019 der Winter sehr hart war und es nur noch wenige Ziegen gibt.
    Wir finden eine weitere Eigenschaft, die für uns unabdingbar ist: wir brauchen Menschen, die Lebensmittel lieben und ihnen eine hohe Wertigkeit zuschreiben. Das ist auf Kreta definitiv nicht der Fall. Hier sind die Italiener für uns weit aussen vor.

    Die Erkundungsreise bringt uns sehr viel: wir können in vielen Bereichen klar definieren, was wir brauchen. Es entstand unsere „Brauchliste“. Indem man erlebt, was nicht zu einem passt, wird einem bewusst, was man wirklich will.


    Mieten, kaufen, suchen

    Die Tatsache, dass es viele Immobilienmakler auf Kreta gibt, ist erst sehr erfreulich. Wir organisieren alles über ein Maklerbüro in England. Die Griechen scheinen mit der Internettechnik noch nicht so klar zu kommen. Unser Terminkalender des Monats Kreta ist gerammelt voll.
    Wir kennen von früheren Inselaufenthalten Leute. Jeder von unseren Bekannten kennt mindestens zwei andere Griechen, die Häuser zu verkaufen haben. So wird der eh schon volle Terminkalender zu einer Hetzjagd. Das Besichtigen auf privater Basis ist aber bedeutend angenehmer als mit Maklern. Da sich jeder kennt, gibt es überall Raki. Das belustigt das Fahren erheblich. Anfangs schreiben wir noch brav mit, was jedes der Häuser auszeichnete. Ein kleines Büchlein wird unser ständiger Begleiter. Der dritte gekaufte Kugelschreiber schreibt auch tatsächlich länger als fünf Minuten.


    Wirtschaftskrise und Immobilienpreise

    Mieten auf Kreta geht nur über die Wintermonate, sofern man noch einen Zentimeter Meer sehen möchte. Alles andere sind Renditeobjekte, die teils zu horrenden Preisen vermietet werden. Die Wirtschaftskrise wird an allen Orten als Entschuldigung für vervielfachte Immobilienpreise genommen. Selbst wenn wir uns das leisten könnten, würden wir uns – wie vielleicht jeder andere – nicht wohl fühlen in einem Haus, das weit überzahlt wurde. So gegen Mitte unseres Monats canceln wir die noch bevorstehenden Maklertermine. Das bringt nichts, es erhöht nur das Unfallrisiko.

    Lebenskosten

    Im Lidl ist alles billig. Das können wir absolut bestätigen. Wir sind durch viele Läden mit laufender Handykamera gegangen und haben die Preise vor Ort ermittelt. Die dadurch entstandene Liste eröffnet Unglaubliches: die Gesamtpreise sind leicht höher als in der Schweiz.
    Es ist so: wenn man einen Lidl in der Nähe hat, ist alles gut. Man macht sich damit komplett von einem Laden abhängig. Dass wir keinen McDonalds finden, macht uns diesbezüglich recht stutzig. Das Risiko ist uns zu hoch. Lidls gibt es nämlich nur sehr wenige auf der Insel. In den Bergdörfern gibt es Mini- und normale Markets. Die Preise sind dort durchs Band hoch. Für eine Dose Bier zahlt man z.B. das Dreifache, für ein Kilo Kartoffeln wieder nur einen Bruchteil. Rechnet man alle Preise gegeneinander auf, so ist das Leben auf Kreta tatsächlich teurer als in der Schweiz. Das ist sehr ernüchternd.


    Scheinheilige Insel

    So schön die Insel ist: fragt man einen Kreter, ob er je einem Kreter vertrauen würde, so heisst die Antwort: innerhalb der Familie bedingt, ausserhalb niemals. Die Wirtschaftskrise spüren wir an keinem einzigen Ort. Effektiv ist es so, dass alles boomt. Im Mai ist der Tourismus noch nicht so hoch, dennoch ist schon Hochkonjunktur: in allen Bereichen. Man übt sich schon vermehrt im Lächeln und in der Gastfreundlichkeit.
    Folgendes beschreibt die aufgesetzte Freundlichkeit: lässt man in einer Taverne das Essen zurückgehen, so schlurft der Grieche gespielt tief betrübt mit dem Teller von Dannen. Weder die Freundlichkeit, noch der Stolz der Griechen sind hier echt. Wem macht ihr hier etwas vor? – Wir sind da gewesen, um die Leute zu beobachten, nicht als Touris.

    Schönes Kreta

    Es gibt zauberhafte Orte, die einem für den Rest des Lebens Heimat sein könnten. Als wir erzählen, wie laut und wie lange wir dem Kirchengeläute in der Schweiz ausgesetzt sind, glaubt man uns das gar nicht. Denn die Kirchenglocken hört man nur sonntags für wenige Minuten.
    Es ist die perfekte Ferieninsel. Das Meer sieht aus wie in der Karibik. Wir werden hier wieder Ferien machen, ganz klar.
    Und ja: es wird Plakias werden…


    Bericht im Schamanismus Magazin zum Download



    • KouKou schreibt am 26.08.2019

      Guten Abend ihr Lieben

      Sonnige Grüsse sende ich Euch in die Schamanenstube.

      Ich habe Eure Zeilen sehr interessiert gelesen.

      Noch ein sehr wichtiger Punkt , den ihr vielleicht noch nicht beleuchtet habt, ist die medizinische Versorgung. Um ein "Rendez-vous" bei einem Arzt zu bekommen, dauert meistens sehr lange. Gibt es ein Krankenhaus in der Nähe, in dem man nach stundenlanger Wartezeit untersucht (oder notversorgt) wird?

      Die medizinische Versorgung in Griechenland ist sehr bedenklich, finde ich.

      Alles Liebe
    • Schamanenstube schreibt am 26.08.2019

      Liebe KouKou,
      wie schön von Dir zu lesen. Gehts Dir gut?
      Die Notversorgung ist gemäss unseren Recherchen gut abgesichert auf Kreta, solange man eine Krankenversicherung hat. Will man allerdings wirklich schnell dran kommen, muss man schon mit Geld rumwedeln. Dann läuft alles wie von selbst.
      Wir hätten uns irgendwo 1000 EUR parat gehalten, um zur Not die medizinische Versorgung zu sichern.
      Die Qualität der Ärzte, besonders der Arztpraxen ist recht hoch. Viele Deutsche Ärzte sind längst auf die Insel ausgewandert und können dort ohne ständige Einschränkungen und Auflagen arbeiten. Das ist ein grosses Plus.
      Herzliche Grüsse aus der Stube!


  • schreibt über Schamanenstube

    Naturhochzeit im Tessin: ein märchenhafter Wald und kraftvolle Natur verzaubert den Bund der Liebenden in einer ungeahnten Harmonie

    Jul
    2018

    14


    Märchenhochzeit im Wald
    Die Schamanenstube hat wieder ein halbes Jahr ein liebes Brautpaar begleitet. Wir dürfen die Naturhochzeit für die beiden Liebenden im sonnigen Tessin abhalten. Die vier Himmelsrichtungen haben ihre Texte ersonnen und dem Brautpaar im Namen der vier Elemente ihren Segen als Naturkraft gegeben. Es war eine traumhafte Hochzeit mit circa hundert Gästen.

    Am Vorabend der Hochzeit treffen wir im Bedretto ein und erkunden den Ort. Wir beginnen uns langsam den Geistern des Waldes, des umfliessenden Wassers und der Bergregion zu nähern. Behutsam begrüssen wir die Natur, da wir ja erst einmal Fremde sind auf dieser Seite der Alpen. In tiefer Nacht laden wir mit Gaben die Natur und erzählen vom Brautpaar:
    "Morgen kommen hier her zwei liebevolle, junge Menschen, die selbst die Natur lieben und viel zu geben haben. Es sind gute Menschen, die ihren Bund fürs Leben hier bei Euch eingehen möchten. Wir laden Euch ein, an dieser Verbindung der Herzen teilzunehmen und am Formen des Bundes mitzuwirken."



    Ahnengeschenke Naturhochzeit
    Neben den wichtigen Haustieren laden wir auch die Ahnen in dieses zauberhafte Stückchen Wald. Rotwein und die Lieblingszigaretten stehen bereit für sie. Es geht nicht lange, da tummeln sich viele Waldwesen, Wasserwesen, Berggeister, Tiere und die Ahnen der beiden Brautleute um den Kreis der Kraft. Wir sitzen mit ihnen dort und stimmen uns mit allen zusammen ein.
    Das Medizinrad bauen wir mit Steinen, die wir in der Umgebung finden. Aus dem Osten laden wir den Wind. Er bringt Freude, Antrieb und Bewegung in den Ehebund, der Süden entzündet das Feuer der Hingabe und der Harmonie, im Westen bringt uns das Element Wasser das Vertrauen und mischt sich mit der Sicherheit des Nordens auf festem Boden.
    Der Ort leuchtet in der Nacht. Vorfreude, Spannung und eine überragende Bereitschaft spüren wir für den Tag der hohen Zeit für das Brautpaar. Selten erleben wir, wie die Geister sich so zahlreich und freudig einfinden, um das ihrige für das Handfasting zu tun. Das war wundervoll.



    Naturhochzeit Textrollen
    Am Morgen des Aufbaus und des Schmücken des Waldes ist unsere Arbeit von Ruhe geprägt. Alles steht bereit und wird mit den vielen Helfern aufgebaut. Wir müssen nicht mehr viel tun: das Medizinrad darf nochmals nachgezogen werden, die Geister nochmals über den Ablauf informiert werden. Der Ort verwandelt sich in eine Märchenlandschaft, die auf das Brautpaar und die Gäste wartet.

    Die Zeremonie verläuft wie am Schnürchen. Wir informieren alle Anwesenden über den Ablauf und der Bräutigam wartet auf seine Liebste. Als der Moment da ist, steht die Zeit auf einmal still. Die Braut erscheint in einem wunderschönem Kleid und strahlt über den ganzen Wald.
    Der recht grosse Kreis bietet viel Raum, alle Kräfte der vier Himmelsrichtungen aufzunehmen und in der Mitte in die beiden Seelen zu vereinen. Begleitet von einer Violine fliesst alles ineinander. Es war traumhaft. Die vielen, vielen Menschen um den Kreis bestärken die Verbindung zur Ehe in sehr kraftvoller Weise. Wir freuen uns sehr für das Brautpaar: so harmonisch verbinden sich sehr selten die Kräfte der Natur in etwas Neuem - dieser glücklichen neuen Ehe.

    Ein Hoch auf dieses zauberhafte Brautpaar!










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