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  • schreibt über Gesundheit

    Schweizer Restaurants werben mit regionalen Produkten. Schaut man sich die Produzenten der Region an, fragt man sich: ist das Lug und Betrug?

    Aug
    2017

    29


    Laguiole MesserNein, das sind keine Waffen. Das sind Gourmet-Werkzeuge, so gefährlich sie aussehen mögen. Wenn es etwas gibt, wofür sich die Betreiber der Schamanenstube outen müssten: wir lieben den Genuss, beim Essen, Trinken und was Atmosphären anbelangt. Also keine Sorge, wir sind nicht gefährlich. Wir sehen nicht mal so aus :-)

    Seit langer Zeit möchten wir einen Artikel über ein geflügeltes Wort in der Werbung von Restaurants verfassen: "Regionale Produkte und Erzeugnisse". Es gibt heute sehr, sehr viele Gasthöfe, die sich mit dieser Werbung brüsten. Lange haben wir gezögert, diesen Artikel zu schreiben. Wir dachten, wir könnten falsch liegen. Nach unseren Erfahrungen im Piemont und wieder ersten Erlebnissen in der Schweiz sehen wir uns nun so stark in unserer Meinung bestätigt, dass wir es beim Namen nennen: man müsste sehr oft bei regionalen Produkten hierzulande sagen: nein danke.
    Bauern, die vor lauter Subventionen nur noch Zeit haben, Menschen an Waldrändern argwöhnisch zu beobachten, Milchkühe so zu mästen, dass sie nicht mehr richtig gehen können und eine Unfreundlichkeit an den Tag legen, dass man den Kopf schüttelt, sind zumindest im Toggenburg, aber auch im Zürcher Oberland nach unserer Erfahrung Menschen, von denen wir keine Produkte wollen. Wir wollen nichts aus solchen Händen essen, trinken oder kaufen. Lieber erwerben wir z.B. ein argentinisches Stück Fleisch. Fragt man Spitzenköche, verwenden sie sehr selten lokale Produkte. Das Fleisch von Rindern, die nie einen Stall gesehen haben, hat eine x-fach höhere Qualität. Es gibt in anderen Ländern Tomaten mit Geschmack, Radieschen, die einem einen kleinen Schock versetzen, katerfreien Wein und Menschen, die stolz auf ihre Produkte sind.
    Nicht alles ist hier so schlecht, wie man jetzt denken könnte. Es gibt Ausnahmen in ganzen Produktlinien, die wir Schweizer wirklich im Griff haben. Aber: das reicht einfach nicht. Und es reicht überhaupt nicht, einfach die Preise hoch anzusetzen, um wenigstens das Gefühl von Qualität vorzugaukeln.



    Schweizer Lug und Betrug

    Wir kauften damals in Gähwil, Kirchberg frisches Brot. Nach dem hörbaren Ping des Mikrowellenherds bekamen wir schön warmes Brot. Für das Gefühl frischen Brots reichte das nicht. Wir bestellten bei regionalen Bauern Hartholz fürs Cheminée, natürlich zum Hartholzpreis. Als die Hälfte davon Tannenholz ist, meinte der Bauer: das braucht es zum Anfeuern. In einem teuren Restaurant in Kirchberg waren wir mit einer Kundin. Durchfall und Übelkeit begleiteten uns, unsere Kundin übergab sich noch im Garten der Schamanenstube. Das Steueramt der Gemeinde Kirchberg meinte, wer täglich Teilzeit arbeitet, darf auch nur prozentual den Weg zur Arbeit abziehen. Im Sertig meint die Geschäftsleitung, wir seien selber schuld, ein gutes Zimmer zu buchen, wenn sie nebenan bauen würden. Die Kantonspolizei Graubünden mussten wir erst mal eine Stunde lang davon überzeugen, dass das Betrug war, schon nach der ersten Satz der Definition im Strafgesetzbuch. Schliesslich kenne man sich. Ist das die Schweiz? - Man könnte es meinen.




    GammelfleischLetzte Woche waren wir bei einem Italiener mit Bewertung 4.7 von 5. Wir bitten den Chef an den Tisch, er möge bitte das servierte Fleisch probieren. Seine Antwort: "Sie müssen nicht bezahlen, nicht mal die Getränke". Nun, er war ehrlich. Verlieren auch Italiener in der Schweiz ihre Begeisterung für Genuss und Qualität? Was machen wir in der Schweiz nur falsch?

    Wir denken, jeder kann solche Erlebnisse vorweisen. Sie bleiben einem in Erinnerung. Die guten Erlebnisse haften weniger im Gedächtnis, nur die ganz Guten. Und ja, es gibt die Guten. Zum Beispiel erleben wir gerade in der Markthalle Trivisano Freundlichkeit und kompetente Beratung zu den dortigen Produkten. Wir erhalten hochwertiges Fleisch und gute Weine, sogar zum Sonderpreis. Wer uns kennt, weiss, dass man uns etwas genuss- und qualitätssüchtig bezeichnen könnte. Und wir finden gute Qualitäten in der Schweiz. Vor den diesjährigen Erlebnissen haben wir stets nur die wirklich Guten bewertet. Dahin kehren wir zurück.




    Pizza

    Wie betrügt man nicht?

    Wir denken, wer seine eigenen Produkte selbst mag, die Arbeit schätzt und aktuellen Stolz auf das Geleistete am Produkt empfinden kann, der hat es nicht nötig, respektive kommt gar nicht auf den Gedanken, zu betrügen. Qualität alleine reicht nicht. Sie ist nichtig, wenn das Gefühl zu ihr nicht stimmt. Da sind wir natürlich wieder voll im Schamanismus: die innere Ordnung, mit welcher man Dinge tut, darf sich von Anfang bis zum Schluss durchziehen. Es reicht nicht, wenn ein Bauer seine Kühe liebevoll pflegt, der Metzger seinen Job liebt, man an der Theke aber froh sein muss, wenn die Verkäuferin sich doch noch herablässt, es einem zu verkaufen. Die ganze Kette muss stimmen. Dazu muss auch die Verkäuferin einen guten Lohn erhalten, damit sie ihrem Job unbelastet begegnen kann.
    Verkaufsleiter und Verkaufsleiterinnen in Restaurants, in Shops und in Betrieben könnten die richtigen Personen sein, sich neben Absatzzahlen auch um das emotionale Befinden ihrer MitarbeiterInnen zu kümmern. Wo Kundenkontakt stattfindet, wird die Qualität eines Produktes mitbestimmt. Es muss den Menschen im Verkauf in den Bereichen Firmenbild, Produkte und beruflichem Umfeld gut gehen. Das ist in der Schweiz schwierig, wir sind längst zu einer Dienstleistungsgesellschaft mutiert. Der Wert der Dinge hat oft keinen wirklichen Wert mehr. Das schlägt sich auf die Produktion wie auf den Verkauf nieder.
    Die äusseren Rahmenbedingungen sind unumgänglich, wenn man Menschen den Rahmen bieten möchte, ihre Hingabe, ihre Werte und ihr Können ausleben zu leben. Die Faultiere und - uf Züritüütsch: d'Säuhünd müssen weg. Wer beim Riechen eines Produkts fast Tränen in die Augen bekommt, muss gefördert werden. Der Überlebenskampf heute macht das schwierig. Vielleicht darf ein grosser Teil dieser Chef-Verantwortung auf die Menschen übergehen, die Hingabe leben. Statt ständig etwas Neues zu suchen, wo man seine Hingabe leben könnte, darf die Verantwortung in die Hand genommen werden, sich im aktuellen Leben eine emotionale Grundlage zu schaffen, statt im Aussen Gründe zur Selbstverhinderung zu suchen.


    Wie steht man hinter den Dingen?

    Es liegt nicht an der Herkunft, Liebe, Hingabe und Stolz leben zu können. Viele Italiener in der Schweiz zum Beispiel verwechseln Stolz auf eine Arbeit mit Hochmut. So kommt das Essen in italienischen Restaurants nach unserer Erfahrung nicht an Restaurants in Italien heran. Aber wir sind auf der richtigen Fährte: es geht um Liebe, Hingabe und Stolz, mit dem richtig umgegangen wird.
    Aus der Gefühlslehre wird schnell klar, dass verletzter Stolz zu Trotz führen kann. Auf diesem Weg wird das weggeworfen, was Qualität hat. Merkt man, dass man in einen Trotz verfällt, kann man auch begreifen, dass man sich gerade selbst schadet. Der Weg vom Stolz in den Hochmut führt aber auch zu einer Abwertung. Gibt es einen Mittelweg?
    Findet man ein Produkt, das man verkauft, gut oder macht eine Arbeit, weil man sie gut kann, wird die Beziehung von einem selbst zum Produkt oder zur Arbeit eine ganz persönliche, ja fast private. Der erste Kraftakt einer Überwindung ist es dann, diese Privatheit nach aussen zu tragen. Sprich: zu verkaufen. Es braucht diese Überwindung wegen der Gefahr, sich dafür schämen zu müssen, dahinter zu stehen. Die Folge dieser Scham ist die Abwertung der eigenen Qualität. Wertet man die eigene Arbeit ab, so wird man sie auch nicht mehr gut machen. Das Problem mit der Authentizität beginnt also schon sehr früh: bei der Angst vor der Scham.





  • schreibt über Schamanenstube

    Genuss und Qualität im Piemont zeigen uns einen rentablen Weg der Schamanismus Kurse auf: die Zukunft der Schule in der Stille der Villa

    Aug
    2017

    26


    Villa Fiorita
    Wir haben uns eine grosszügige Auszeit von der Schule für Schamanismus und der Praxis genommen. Nach unseren sehr negativen Erfahrungen im Bündnerland im Walserhuus Sertig folgte bald eine Reise ins Piemont, Italien. Wir vertrauen dabei auf die grossen Internet-Portale wie Hotels.com und Tripadviser. Für ca. SFr. 600.- buchen wir erst eine Woche für uns allein. Dürfen wir protzen? - Für dieses wenige Geld bekommen wir einen ganzen Flügel einer alleinstehenden Villa. Die Villa Fiorita ist unter der Woche mehrheitlich leer, da sie vorwiegend für Hochzeiten an den Wochenenden gebucht wird. Wir haben Glück und verbringen sehr ruhige Tage allein in der Villa.



    Stilles Kämmerlein
    Beim Flanieren durch die verschiedenen Parkanlagen und dem Geniessen auf unserem kühlen Balkon widmen wir uns der Bilanz der Schamanenstube. Wir konnten in der Vergangenheit sehr viele Menschen begleiten, ob in der Schule oder der Praxis. Unser Augenmerk auf die Schule zeigt, dass wir zwar vieles erreicht haben, aber eines dabei vergessen: uns. Die Erlöse der heutigen Schule werden nicht reichen, die Querfinanzierung durch Jobs weiter aufrechterhalten zu können, wenn wir nicht drastisch etwas ändern. Die ca. 50 Stunden Schule jeden Monat werfen wegen der zu niedrigen Preise zu wenig ab. Das reicht nicht, auch nicht im Hinblick auf eine Altervorsorge. Wir fällen in der Einsamkeit der Villa den Entscheid: die Langzeitschule in der bisherigen Form können wir uns nicht mehr leisten. Was machen wir dann?


    Der Ertrag der Qualität

    Die Schamanenstube hatte von Beginn an sehr hohe, wenn nicht extreme Qualitätsansprüche. Wir sind der Meinung, wer schamanisch arbeitet, sollte dies fundiert, gewissenhaft, rechtstreu und zielgerichtet machen. Die Arbeit mit Menschen verlangt in unseren Augen ein enorm hohes Mass an Professionalität und Können. Dieses Mass haben wir in den meisten Bereichen höher angesetzt, als z.B. Psychotherapeuten dies tun müssen. Das garantierte schamanische Praxen, für welche wir unsere Hände ins Feuer legen. Neben der Tatsache, dass wir auch heute noch hinter diesen Maximen stehen, sehen wir ein: man kann unsere Anforderungen auch als zu hoch bezeichnen. Wir wollen aber keine Therapeuten diplomieren, ohne dass sie die Qualitätsmerkmale der Schamanismus Therapie erfüllen.
    Mit diesen Gedanken wandeln wir durch die Umgebung von Asti im Piemont. Und natürlich gönnen wir uns Gourmet-Restaurants, die es im Piemont zu Hauf sehr günstig gibt. Die Ablenkung tut uns gut. Spannenderweise erhalten wir in dieser etwas niedergeschlagenen Zeit zwei Dankesschreiben via unserer Website, die uns wieder Aufwind geben. Wir tun es schon richtig. Aber wir müssen davon leben können.



    Schlemmen im Piemont
    Wir erleben in Italien, dass Gastfreundschaft selbst in Strassenbeizen sehr hoch geschrieben wird. Jeder Vergleich mit der Schweiz ist sinnlos. Das Beispiel Walserhuus im Sertig zeigte: Schweizer zocken Schweizer ab. Bei Ausländern getraut man sich das nicht. Im Piemont erleben wir, dass nicht nur detailliert auf die Wünsche eines Gastes eingegangen wird, sondern die Qualität jeden Essens und jeden Weins alles übertrifft, was die Schweiz überhaupt zu bieten hat. Es wird erkannt, was ein Kunde möchte, was er geniesst und was er schätzt. Daraus ergeben sich für uns Symphonien von Genüssen mit unerwarteten Höhenflügen kulinarischer Spezialitäten. Wir trinken auch sehr guten Wein. Aber wir erleben nie einen Kater. In der Schweiz wären wir für Tage brach gelegen. Liegt das an der Qualität des Weines? - Wir können uns das kaum anders erklären.

    Diese Verlustierungen bringen uns wieder zurück zum Thema der Schule. Eines wird uns klar: Qualität ist möglich und rentabel. Die Italiener im Piemont zeigen es vor. In gewisser Hinsicht haben wir die Schule auf ähnliche Weise geführt. Qualität liefern und diejenigen noch speziell fördern, die als sich selbst unterwegs sind. Wir erleben aber auch, was Ablehnung von Kunden mit den Küchenchefs dort unten macht. Ruppige Menschen, die forsch bestellen und es an der dem Gast gebührenden Höflichkeit fehlen lassen, werden zwar immer noch auf hohem Standard bedient, aber man ist froh, wenn sie weg sind. Diesem Schauspiel durften wir des Öfteren beiwohnen. Holländer und Deutsche, wohl auch Schweizer natürlich, haben zuweilen nur das Bedürfnis, sich damit brüsten zu können, piemontesische Spezialitäten gegessen zu haben. Vom Genuss aber fehlt jede Spur.
    Diese Haltung münzen wir in der Schule auf die "Esos" um. Wir versuchen es, aber der Konsumgedanke ist in aller Regel einfach zu hoch. Verantwortung will abgegeben werden, statt dass sie aufgebaut wird. In den Flaniermeilen des Piemonts finden wir unsere eigene Haltung aus unserer Schule wieder. Man tut, auch wenn man weiss, es bringt nichts.



    Weinfass
    Die Italiener können Qualität ehren und sich davon ernähren. Da sind sie der Schamanenstube einen grossen Schritt voraus. Das Alleinstellungsmerkmal Qualität reicht nicht. Wir kehren wieder ein in die Stille unserer Villa und setzen einen Samen für die Zukunft. Das formulierte Ziel, nachweisbare Kompetenzen von Kursteilnehmern und Kursteilnehmerinnen zu fördern und Schritt für Schritt hochstehende Therapeuten auszubilden, ist zu hoch gegriffen. Die aktuellen Teilnehmer werden die letzten diplomierten Schamanismus Therapeuten sein. Diese Ausbildung dauert viel zu lange und nicht jeder eignet sich dafür. Das liegt nicht an schamanischen Fähigkeiten, sondern an den Personen selbst. Die mindestens dreijährige Ausbildung durchzuhalten, ist obendrein eine fast unmögliche Herausforderung.
    Wenn wir dieses Ziel der Schule weglassen, können wir uns wieder einzelnen Kompetenzen widmen. Das macht gleich alles freier. In diesem Feld finden sich gezielte Themen, die nicht mehr auf das Fernziel TherapeutIn hinarbeiten, sondern kleine Perlen liefern, die die Lebensqualität verbessern. Wir denken an Kurse, die ein bis drei Tage dauern. Und ja, die Preise werden auch für uns gerecht werden.



    Regenbogenbrücke

    Die Zukunft der Qualität

    Unser kleines Schamanobil im Innenhof der Villa Fiorita wird mit einer Regenbogenbrücke verziert. In diesem Bild verharrend, nehmen wir unsere hohen Qualitätsansprüche mit und leben sie in etwas kleinerer Form weiter. Die Devise lautet: Kurse statt Komplettausbildungen. Derzeit haben wir den Kurskalender entleert und gerade mal einen Kurs drin: am 2. September findet der versprochene Kartenleger-Kurs statt. Wir freuen uns darauf, nach fast zwei Monaten Schulferien wieder einen Kurs abzuhalten, dessen Thema bereits in sich geschlossen ist.
    Das Leeren des Kalenders hatte umgehend den Effekt, dass sich Kunden gemeldet haben, die Wochenend-Therapien wünschen. Das ist spannend: es fühlt sich an, als ob die Praxis darauf gewartet hätte, dass wir die Wochenenden frei halten. Neben der Praxis, die im gleichen Stil weitergeführt wird, sind Gedanken da:
    Trommelabende im Winter, Kraftkurs-Tage, Traumfänger-Workshops, Hochzeiten im Western-Stil, Wiederaufnahme des Orakelsees, und viele Gedanken mehr...

    Weitere Entscheide:
    Wir beenden das E-Learning. Der Aufwand dort war seit jeher viel zu hoch für uns. Es meldeten sich neben den zu hochstehenden Therapeuten gewordenen Menschen viel zu viele Menschen, die nicht einmal gelesen haben, wie unser E-Learning funktioniert. Wir stellen es offiziell ein. Wird es Menschen geben, die wirklich die für ein Fernstudium nötige Eigenverantwortung aufweisen, werden wir das inoffiziell handhaben.
    Die Schamanismus Zeitung werden wir wohl nicht mehr wöchentlich herausgeben, sondern sie etwas unregelmässiger gestalten. Wir danken fürs Weiterlesen.




  • schreibt über Schamanenschule

    Die Anderswelt: schamanische Reisen als Zugang zum Unterbewusstsein und die damit verbundenen Gefahren. Die Begleitung mit der Erfahrung der Gefühlslehre.

    Jul
    2017

    24


    Anderswelt Zugang
    Mit dem Bewusstsein ins Unterbewusstsein: schamanisches Reisen bringt einen in die sogenannten Anderswelten. Wo genau ist das, was erlebt man dort und was bringt das? Die Schamanenstube bringt das Reisen in diese Gefilde bei. Macht das Sinn?


    Was ist die Anderswelt?

    Es gibt viele Begriffe rund um die Anderswelt. Zuerst ist die Frage, ob es sich dabei nur um eine oder mehrere "andere Welten" handelt. In den Augen der Schamanenstube sind es mehrere, man müsste also von Anderswelten sprechen. Die FSS (foundation for shamanic studies) spricht von der NAW - der nicht alltäglichen Wirklichkeit. Wir selbst sprechen oft von Geistwelten.
    Reisen in diese Anderswelten finden klassisch via schamanischer Reise statt. Dabei wird das Bewusstsein in eine spezielle Trance versetzt, die schamanische Trance genannt wird. Dieser Zustand unterscheidet sich von Meditationen. Die Schamanenstube hat die Beschreibung: "wacher als wach" geprägt. Im Gegensatz zu einer Meditation wird man nicht ruhiger in dieser Trance, sondern aktiver. Der 240 Schläge pro Minute schnelle Takt hebt einen etwas über das automatische Denken und Handeln heraus. Diese innere Beschleunigung wird gerne auch als inneres Feuer bezeichnet, das wild auflodern kann.
    In diesem Zustand erlebt man Dinge anders. Die Anderswelten können Orte voller Mystik, Erinnerungen, innerer Landschaften oder Orte sein, die es im Alltag gibt. Die FSS nennt mit ihrem Begriff NAW den entscheidenden Faktor: Wirklichkeit. Wenn man fragt, was die Anderswelt ist, kann man auch fragen, was Wirklichkeit ist. Wirklichkeit ist letzten Endes nur das, was man wahrnimmt. Die Verschiebung der Wahrnehmung auf schamanischen Reisen bewirkt, dass man herkömmliche Dinge als "anders" wahrnehmen kann. Dieses Wahrnehmen findet auf Wirkungsebene statt. Sagen wir, Sie reisen schamanisch nach Paris und stehen vor dem Eiffelturm. Er kann Ihnen auf der schamanischen Reise vielleicht überheblich vorkommen und Sie möchten da wieder weg. Das hängt von Ihnen selbst ab. Der Eiffelturm wirkt in seinem Stolz, in seinem Hochragen vielleicht emotional abstossend auf Sie, vielleicht bewundern Sie ihn auch.
    Die Anderswelten sind also Interpretationslandschaften Ihrer inneren Ordnung. Das hat grosse Vorteile: Sie können anhand der Wirkung Ihrer Wahrnehmung an Ihre Gefühle und unbewussten Einstellungen herankommen.


    Reisen mit dem Unterbewusstsein

    Die Frage, ob man auf schamanischen Reisen mit dem Unterbewusstsein reist, lässt sich mit ja beantworten. Durch den erhöhten Takt ist auch das Bewusstsein mit dabei und kann die Reaktionen des Unterbewusstseins genau anschauen. Ob es sich bei schamanischen Reisen nur um Reisen ins Unterbewusstsein handelt, möchten wir mit einem Nein beantworten. Aber das Reisen ins eigene Unterbewusstsein bringt in unseren Augen enorme Vorteile. Tief in unserem Innern haben wir in der Regel längst emotionale Entscheide gefällt und Richtungen eingeschlagen, noch bevor wir diese bewusst formulieren können. Ein Reisen in diese Bereiche der Anderswelten kann einem das eigene, wahre Ich aufzeigen, das verborgen unter Gedanken liegt. Schnell wird bei Reisen ins Unterbewusstsein klar, dass man gerne von vielen Gefühlsströmungen dominiert wird.
    Das Wissen darüber, wie man unterbewusst "tickt", ist aber nicht alles: man kann dieses Ticken ändern. Oft braucht es wenig, um eine solche Ordnungsveränderung herbei zu führen.


    Gefahren der schamanischen Reise

    Man ist mit dem Bewusstsein im Unterbewusstsein und kann eingreifen. Das alleine ist eine Gefahr für unvorsichtige Handlungsmotive. Man kann auch Dingen aus dem Unterbewusstsein begegnen, denen man nicht gewachsen ist. Es hat einen Sinn, dass gewisse Dinge vor uns verborgen sind.
    Deshalb halten wir es für sinnvoll, schamanische Reisen ins Unterbewusstsein nur in einer vertrauten Gruppe durchzuführen. Erste Reisen finden wir nur in Begleitung sinnvoll. Hat es in dieser Gruppe Menschen, die sich mit der Gefühlslehre auskennen und die therapeutisch arbeiten können, ist die Gefahr wohl kleiner. Man ist aber auch dann nicht davor gefeit, im Unterbewusstsein Blödsinn anzustellen. Schnell verliert man Überblick, Absicht und verantwortungsvolle Gedanken an langfristige Auswirkungen.
    Die Schamanenstube unterscheidet sehr stark zwischen Reisen zur Begebenheitsfindung und Handlungsreisen. Es gibt Techniken, die eine saubere Herangehensweise begünstigen und Schäden vermeiden können. Die Dauer der Ausbildung zum Experten für sich selbst ist auch deshalb unter zwei Jahren kaum machbar, da man während dem Bewegen durch die Anderswelt lernt, verantwortungsvoll mit sich umzugehen.
    Eine weitere Gefahr des bewussten Besuchs im Unterbewusstsein ist das Auftauchen von Ereignissen, die man verdrängt hat oder denen man gar nicht begegnen möchte. Das kann traumatisierend wirken. Auch hier gibt es Reisetechniken, die einem davor bewahren und Reaktionsmöglichkeiten geben. Geführte oder schamanisch begleitete Reisen sind hier besonders hilfreich. Es gibt z.B. das Schamanenboot, da verschiedene Reisende gemeinsam für jemanden unterwegs sind und ihre Wahrnehmungen teilen.


    Sicheres schamanisches Reisen

    Man kann das schamanische Reisen aus Büchern und Anleitungen aus dem Internet lernen. Es ist nur eine Technik. Den einen gelingt die Reise auf Anhieb, andere üben teilweise bis zu einem Jahr. Es muss dabei auch nicht zu den unter "Gefahren" beschriebenen Ereignissen kommen. Die Schamanenstube macht ausschliesslich Begleitungen bei den ersten Reisen. Ab September 2017 sind diese Begleitungen auch für persönliche Reisen wieder buchbar.

    » Begleitetes Reisen am Nachmittag oder Abend, Mo - Fr





  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Mythos Bauchgefühl - Gefühlslehre: wie die Angst vor Veränderung Pech anziehen kann. Mit Selbstreflexion gegen den Instinkt.

    Jul
    2017

    17


    Bauchgefühl
    Ist das Bauchgefühl wirklich über jeden Zweifel erhaben? Die Schamanenstube möchte den Gedanken einwerfen, dass das Bauchgefühl unter Umständen ein Ausdruck von Ängsten sein kann. Um überhaupt zu Ängsten zu kommen, braucht es die verlorene Sicherheit. Diese begegnet uns Menschen z.B. in einem Moment, da wir Neues beginnen. Alte Sicherheiten fallen ab, neue Wege müssen gefunden werden. Dabei kracht es teilweise an allen Ecken. Warum ist dem so? - Ist gar das Bauchgefühl für Negatives verantwortlich?



    Was ist das Bauchgefühl?

    Das Bauchgefühl ist nichts, das wir als Gefühlsspeise zu uns genommen haben und die jetzt in unserem Bauch wohnt. Gefühle gibt es sehr viele, das wäre also ein riesen Mix an Gefühlssuppe in unseren Bäuchen. Das Bauchgefühl wird mit Intuition und Instinkt in andere Sprachen übersetzt. Es bezeichnet ein Wissen, nach welchem man irrational handelt. Irrational deswegen, weil man mit dem Verstand keine Erklärung für dieses Wissen hat. Das tönt mystisch.
    Die Gefühlslehre der Schamanismus Therapie verfolgt die Prämisse, dass wir Menschen wie jedes andere Lebewesen, stets den einfachsten Weg zu einem Ziel suchen. Mit anderen Worten, eine gewisse Faulheit ist von Natur aus sinnvoll. Wenn wir ständig unsere Grosshirnrinde anwerfen müssen, um über Dinge nachzudenken, bräuchten wir ein kleines Kraftwerk für den benötigten Strom. Wir haben einen anderen Mechanismus: wir legen in unser Unterbewusstsein Ordnungen, wie unsere Kraft fliessen soll. Das nennen wir dann Erfahrung. Darin enthalten sind auch Ordnungen, die uns vor Schäden bewahren sollen: die Vermeidungen. Erfahrung und Vermeidung sind unterbewusste Wege, die man auf schamanischen Reisen bereisen kann. Bei den einen zeigen sie sich als ganze Täler oder einfach nur als Trampelpfade. Unsere Lebenskraft fliesst da durch und bekommt eine Richtung. Somit können wir weitgehend unserem Unterbewusstsein vertrauen, denn gelernt ist gelernt. Es kommt nur darauf an, welche Kraft uns gerade bewegt. Ängste zum Beispiel lassen sich eher von Vermeidungen und Bedrohungen beeinflussen. Wo sitzt bei Ihnen die Angst? - Im Bauch?



    Beispiel Veränderung: neuer Job

    Sagen wir, sie beginnen einen neuen Job. Obschon sie viele Erfahrungen haben, ist eine neue Arbeitsstelle mit viel Neuem angehäuft. Sie werden gezwungen, sich zurechtzufinden, Wege mehrfach zu beschreiten, die Ihnen wieder Sicherheiten bringen. Für das Unterbewusstsein ist das eine stressige Zeit: es muss Täler umformen, Berge versetzen und alte Wege zuschütten. Das kann sogar traumatische Symptome zeigen. Wir müssen viel mehr als sonst unser Gehirn anwerfen, um im Unterbewusstsein Erfahrungen zu erschaffen.
    Irgendwann kommt der Punkt, da sich unser Unterbewusstes vielleicht wehrt: früher war im Fall alles besser. Die Wächter der bereits angesägten Brückenwege der alten Ordnung finden ihren Untergang gar nicht lustig. Es kann sogar dazu kommen, dass sich die Geistwelt wehrt. Geheilt geglaubte alte Symptome zeigen sich in aller Heftigkeit, das Auto rumpelt nur noch, man erlebt in manchen Bereichen nur noch Pech.
    Sicherlich ist das nicht bei jedem neuen Job der Fall. Einige kennen diese Phänomene vielleicht. Das ist uns auch schon beim Wechsel vom Singledasein zu einem neuen Partner passiert: das fühlt sich dann an, als ob die Welt sich gegen diese Verbindung wehren würde. Was wenn dafür das Bauchgefühl verantwortlich ist und nicht die Welt?




    Alte Gefährten

    Das Bauchgefühl und die Pechmarie

    "Die Welt hat sich gegen einen verschworen" - Solche Gedanken können einem schon kommen in Situationen, da grosse Veränderungen vollzogen werden müssen. Man verliert den Boden, verliert die Kontrolle über Ereignisse, wenn man sich viele neue Wege der Sicherheit bauen muss. Ein beliebter Schuldiger für das Pech ist auch ein gewisser Murphy mit seinem Gesetz.
    Wir möchten folgenden Gedanken in diesen Aberglauben hinein bringen: wenn man alte Sicherheiten verliert, ist das erste Gefühl, das sich dagegen wehrt die Angst. Die vielen Veränderungen, die vielleicht gerade im Leben stattfinden, berauben uns der Faulheit und fordern, dass wir uns selbst neue Sicherheiten bauen. Währenddessen befinden wir uns auf unsicherem Terrain (Boden verlieren). Klassische Symptome sind das Anecken an dem kleinen Beistelltisch, der früher nie im Weg stand, oder Kopfschmerzen, die man in dieser Form das letzte Mal vor 10 Jahren erlebte. Doch wir müssen zurück ins Land des Aberglaubens, wenn auf einmal das Auto ohne Grund kaputt geht, sprich wenn äusserliche Dinge passieren. Der Ansatz der Gefühlslehre ist es, dass die innere Ordnung uns zwar durchs Leben bringt, aber die dadurch fliessende Gefühlskraft auch eine Wirkung im Aussen zeigt. Die Parapsychologie würde vielleicht von Psychokinese sprechen. Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Im Schamanismus sehen wir das so: warum sollte sich Kraft nicht auch über einen selbst hinaus auswirken sollen? - Wer will eine solche Grenze vorgeben?



    Gesundes Bauchgefühl durch Selbstreflexion

    oder die Anti-Murphy-Strategie....
    Es mag sinnvoll sein, nicht jedem Bauchgefühl blindlings zu vertrauen, sondern es sich genauer anzuschauen. Sobald etwas Angst darin ist, darf man sich fragen, wovor man denn Angst hat. Meistens hat das nicht direkt mit der Sache zu tun, die ein negatives Bauchgefühl auslöst, sondern sitzt viel tiefer in den eigenen Ängsten. Dem Mythos der Möglichkeit eines angstfreien Lebens entgegengesetzt, kann es hilfreich sein, seine Ängste gut zu kennen. Das erlaubt es, Bedrohungen aufrecht zu begegnen, statt sie instinktiv gleich zu vermeiden. Während grösserer Veränderungen im Leben geht das Gefühl von Sicherheit verloren. Jetzt wehrt sich alles dagegen. Dieses Wehren kämpft aber oft auf verlorenem Posten. Das kann man sich anschauen und beginnen, die Vergangenheit als das zu ehren, was sie war. Und ja, sie darf sich sogar wehren, dieses Recht darf man ihr getrost einräumen. Wie besänftigen Sie sich, wenn Sie sich gegen etwas wehren? - Die einen trinken Tee, andere relativieren die Bedrohung, wieder andere beissen durch.
    Wir halten es für hilfreich, sich ausserhalb von Veränderungszeiten gut mit sich selbst zu befassen, sich als stetig wandelndes Wesen zu beobachten und zu reflektieren. Warum habe ich so und so reagiert, welche Gefühle standen dahinter?
    Ist man in der Situation, da es rund um einen herum kracht, kann auch helfen: "na dann wird das Neue richtig sein".










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