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  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Visionquest Reatreat Deluxe: Visionssuche als Therapiebegleitung in Graubünden Sertig Davos und die Selbstdefinition des Walserhuus als Betrüger.

    Jul
    2017

    10


    Visionquest
    Die diesjährigen Visionssuchen in Graubünden laufen etwas anders als die vorherigen Jahre. Letztes Jahr lag zum Beispiel Schnee, dieses Jahr ist Sonnenbrand angesagt. Auch die Woche am Berg verläuft als therapeutische Begleitung. Das entwickelt sich durch stete Gespräche und Rituale zu sehr erfolgreichen Erlebnissen bei den TeilnehmerInnen. Wir freuen uns über diese gehaltvolle Zeit. Wir fühlen uns bestätigt durch das Vorwärtskommen. Das tut gut.


    Berg-Retreats

    Am Ankunftstag im Sertig erleben wir noch recht düsteres Wetter. Ein erster Versuch, noch im Regen hoch in die Berge zu gehen, scheitert nach der ersten Nacht. Kein Problem, wir verpflegen mit feinen Mitbringsel. Da wir wissen, die Sonne wird bald kommen, gehen wir die Visionssuchen ruhig an. In aller Gemütlichkeit werden Tabakfallen gefertigt und erste schöne schamanische Reisen und Rituale zeichnen sich ab. Die Berge arbeiten mit: das schamanische Reisen fällt allen sehr leicht. Die Berggeister holen einen nach dem anderen ab.


    Berge Sertig

    Reinigungsrituale

    Die Bündner Berge erlauben es, schamanische Reinigungen exzessiv zu betreiben. Neben normalen schamanischen Reinigungen finden Rituale statt, sich von Altem und Festhaltendem zu lösen: sei dies aus Jobs, Beziehungen oder Kindheitsordnungen. Es wird rege gearbeitet, integriert und gelöst. Die Reinigungsrituale dauern bis über die Mitte der Woche an. Die komplette Auflösung und Neuzusammensetzung durch die Geister wird intensiv erlebt. Danach fühlen sich alle sehr frei, etwas losgelöst, noch nicht in der Kraft und ein wenig orientierungslos.


    In die Kraft kommen und Selbstdefinition

    Die ursprüngliche Menschenkraft wird gesucht und in den eigenen Muskeln gefunden. Die Wilderness-Rituale wecken das Tierische und bringen diese Kräfte ans Tageslicht. Aus der Erde heraus kann - vorbereitet durch die Reinigungen - essentielle Kraft gespürt werden. Kraft alleine nützt aber nichts ohne Richtung. Dazu gehört das Definieren von einem Selbst. Die Frage wird gestellt: wer bin ich?
    Wieder helfen die Berge tatkräftig mit: in beeindruckenden Reisen wird erlebt, wie sich Räume um jeden herum formen, in welchen er und sie sich definieren. Das waren farbenprächtige und zukunftsweisende Erlebnisse der persönlichen Selbstdefinition.


    Selbstdefinition
    Wir freuen uns sehr über die gelungene Woche. Ja, sie war anders als die normalen Visionssuchen. Wir haben täglich mehrere Gespräche geführt, Erkenntnisse begleitet und die Teilnehmer haben immer wieder den Ort gewechselt: von der Bergwiese zurück zum Hüttli. Es wurde gegessen und getrunken. Das war in Ordnung. Ehrlich gesagt, diese Art des Seins in der Abgeschiedenheit war erfolgreicher als jede Visionssuche, da die Menschen nur draussen waren und nur einen einmaligen Besuch am Tag bekamen.



    Walserhuus Sertig Davos

    Visionssuchen in Graubünden

    Das war nach unserem Wunsch die letzte Visionssuche in Graubünden. Uns selbst hat das Walserhuus Sertig (Davos) extrem enttäuscht: die hauseigene Baustelle vergraulte uns frühzeitig. Bezahlen mussten wir trotzdem fünf von drei Tagen. Die Geschäftsmoral der Inhaberin des Walserhuus hat uns enttäuscht. Nachdem wir das teure Zimmer mit Erholungsbaustellenlärm verliessen, hat sie es weiter vermietet. Doppelt kassieren und dann noch frech sagen, man müsse halt nicht buchen, wenn sie eine Baustelle hätten, bringt uns zu einer Frage: machen wir selbst mit der Schamanenstube etwas falsch? - Sicher sind wir zu günstig und würden nie jemanden um Geld betrügen. Ist das falsch? Wir sind in geschäftlichen Bereich vielleicht einfach zu lieb als Schweizer.
    Wir sind daran, die Stube neu zu strukturieren. Da kommt die Idee, die Visionssuchen ins Piemont zu verlegen. Dort ist das Wetter beständiger und die Gastwirte freundlich. Die Schweiz erscheint uns gerade als teure Dienstleistungswüste. Ob wir Visionssuchen in der oben beschriebenen Form weiter so durchführen, wird sich zeigen. Dann sind es keine Visionssuchen mehr, sondern therapeutisch begleitete Retreats. Wir werden sehen.




  • schreibt über Schamanenstube

    Eine Hochzeit tief in der Nacht - die Naturhochzeit am Canovasee: das Ritual am Ahnenfeuer macht das Brautpaar zu Eltern.

    Jun
    2017

    25


    Nachthochzeit am Canovasee

    Es ist tief in der Nacht am Canovasee in Graubünden. Wir warten, bis die Braut dem Ruf des alles erfassenden Muschelhorns folgt. Die Hochzeitsgesellschaft ist versammelt um den Kreis der Liebe, dessen Grundlage ein Medizinrad bildet. Auf dem See schwimmen Duzende von Lichtern. Von weit her sieht man in der dunklen Nacht einen erhellten Ort. Die Braut schreitet in den Kreis und wird ihrem Bräutigam übergeben.



    Grosse Hochzeitsrituale

    Die Schamanenstube macht kleine und grosse Hochzeiten. Der Wunsch des Brautpaars in dieser Hochzeit: der Kuss soll morgens um 04:00 Uhr stattfinden. Das heisst natürlich für uns und alle Helfer: eine Nacht durchmachen. Spulen wir dreiviertel Jahre zurück. Die Vorbereitung einer so grossen Hochzeit erfordert einiges an Planung. Die Vereinigung der beiden Liebenden darf Kinder hervorbringen. So sind die Segen der Ahnen und der Familie besonders wichtig: sie vereinen die Ahnenlinien, um Neues entstehen zu lassen.
    Es gibt zwei Teile eines Hochzeitsrituals: die Organisation und die rituelle Wirkung. Beides darf zusammen passen und - wie in diesem Fall - eine unvergessliche Nacht hervorbringen. Die Hundertschaften von LED-Lämpchen, Fackeln und Kerzen sind ein Novum für die Schamanenstube: wie erhellt man zu Neumond um Mittsommer einen See und lässt einen Zeremonienplatz hell erstrahlen? Es brauchte sieben Helfer, um das zu ermöglichen. Die Lichter leuchteten nicht nur dem Brautpaar, sondern auch den Ahnenlinien. Das Ahnenfeuer wurde in die Realität gebracht und liess von allen Seiten her alle herbeiströmen. Eine Nachthochzeit hat den Vorteil, dass es unglaublich ruhig ist und die Segensworte klar und deutlich vernommen werden können.



    Hochzeitssegen
    Die Segen der Ahnen und das Eheversprechen der Brautleute harmonieren miteinander. Alle vier Winde fliessen in die Mitte des Ehekreises und vereinen in der Kraft der Natur, der Ahnen und der versammelten Hochzeitsgesellschaft zwei Menschen in den Bund der Ehe. Bedächtig lauscht die Nacht den Worten, deren Kraft den Ort, den See und die Herzen erfüllt. Der Canovasee spendet die Ringe, die auf einem hell leuchtenden Schiffchen an Land gezogen werden. Mit dem Handfasting-Band werden die Arme von Braut und Bräutigam vereint. Die ganze Kraft fliesst in die beiden Körper, das Blut der Ahnen vereint sich mit den Herzschlägen der frischen Eheleute. Eine neue Ehe wird zelebriert. Der Wandel der Natur zu Mittsommer bringt eine neue Bewegung in die beiden frisch Vermählten: vom gemeinsamen Tun ins gemeinsame Aufziehen und Umsorgen der noch ungeborenen Kinder. Als Brautpaar verlassen sie den Kreis mit dem inneren Wissen, Eltern zu werden. Die Ahnen applaudieren.



    Nachthochzeit und Organisation

    Man würde kaum glauben, wie viele Elemente zu einer Nachthochzeit gehören. Nachmittags beginnen wir zwischen den sich sonnenden Badegästen mit dem Aufbau. Der Torbogen will in sengender Hitze zusammengebaut werden. Wir verlängern ihm um ein Tor, damit viel Platz für den grossen Kuss unter dem Kronleuchter ist. Ein Teil der Helfer schwimmt auf den See hinaus und bringt die Seebeleuchtung an. Es dauert Stunden, bis sie erschöpft zurückschwimmen können. Der Weg vom entfernten Parkplatz wird mit Lichtern gesäumt, der Hochzeitsapéro aufgestellt und ebenso beleuchtet. Das Schmücken des Torbogens mit Efeu und vielen kleinen LEDs wird liebevoll ausgeführt. Wir merken, eine Nacht ist kurz: flugs ziehen wir uns um. In Anzug und Krawatte stehen wir bereit. Zehn Stunden dauert der Aufbau mit sieben Personen. Aber es hat sich gelohnt: der extra engagierte Nachtfotograf zeigt uns Bilder, die die ganze Pracht zeigen.


    Ein Hoch auf das wunderbare Brautpaar!


    Ahnenfeuer
    Unsere Bilder sind nicht so gut, Nachtfotos über wir noch... Aber der Fotograf beglückt die beiden mit unglaublich guten Bildern.




  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Schamanische Abgrenzung: hilft ein Schutzei oder ein Schutzkreis vor den Problemen? - wie die Gefühlslehre den Sumpf des Mitleids verlässt

    Jun
    2017

    16


    Harvester of sorrows
    Ob Therapie oder Beratung: wir werden oft gefragt, wie wir uns abgrenzen. Die intensive Zeit mit Beratungen, schamanischen Counselings und Telefon-Coachings der letzten Zeit führt in der Reflexion immer wieder dazu, wie die Schule diese Arbeiten besser beibringen kann. Dabei ist uns etwas begegnet, das vielleicht hilfreich sein kann.



    Harvester of Sorrows - Metallica

    Ordnungen bei hingebungsvollen Arbeiten ermöglichen gerne, dass auch von aussen her Dinge um einen herum stimmen. So sitzen wir etwas gedankenverloren zwischen zwei Telefonsitzungen auf einem Hügel und hören Musik. Das Radio spielt "Harvester of Sorrows" von Metallica. Es dauert eine Weile, bis die Übersetzung auch emotional bei uns ankommt: "Sorgen abernten". Solche Momente, in welchem einem etwas aufgeht, haben Sie bestimmt auch.
    Die meisten Kunden kommen mit Sorgen und Problemen zu einem. So lautet ja auch das Angebot einer schamanischen Praxis. Ihnen diese Sorgen zu nehmen, sie quasi entschwinden zu lassen, passt sehr schön auf das Bild der Sense und des feurigen Sorgenherdes. Es geht dabei nicht um das Abernten im Sinne von: die Sorgen dann selbst zu haben. Sondern als Bild sie zu kappen. Das geschieht mit Relativierungen, anderen Sichtweisen auf Problemsituationen usw.


    Abgrenzung im Schamanismus

    Der helferische Gedanke kann in unseren Augen auf zwei Arten umgesetzt werden: mit Mitleid und mit Professionalität. Das Mitleid ist verständlich. Darin verhaftet zu bleiben, verhindert aber die Möglichkeit zu Sichtweisen, die dem Kunden überhaupt helfen können. Man bleibt im selben Sumpf, aus welchem sich der Kunde schon etwas länger versucht, frei zu kämpfen. Empathie ist immer noch ein Zauberwort, obschon sich dahinter die Gefahr des zu tiefen Eintauchens in das Problemsystem verbirgt. Dort drin bewegt sich der Kunde und hat keinen Ausweg gefunden. Stellen Sie sich vor: jemand sitzt in einer tiefen Grube und Sie springen zu ihm hinunter, weil Sie ihm helfen möchten. Unten realisieren Sie, dass die Grube auch für beide zu tief ist. Jetzt können auch Sie nicht mehr über den Grubenrand schauen.


    Verhindern von Mitleid

    Mitleid ist nicht per se schlecht für eine beraterische und therapeutische Arbeit. Es gibt Momente, da es in einer Praxis auftaucht. Dabei geschieht etwas: man fühlt sich dem Kunden sehr nahe. Diese empfundene Nähe ist eine Gefahr für das Kunden-Therapeuten Verhältnis. Das Mitleid oder die Empathie kann zu einem besseren Verständnis der Probleme führen, es darf aber klar nicht zu einer Motivation des Helfens werden. Manchmal ertappt man sich vielleicht dabei, dem Mitleid verfallen zu sein. Das realisiert man besonders dann, wenn man am gleichen Punkt angelangt ist wie der Kunde. Man sieht keinen Ausweg mehr, genauso wie der Kunde. Die therapeutischen Tools entschwinden, man wird ideenlos und dreht sich selbst mit im Sumpf. Man muss sich irgendwann eingestehen: ich kann hier nicht helfen.
    Was hilft in dieser Situation Therapeuten, Beraterinnen und Beratern und auch Coaches?


    Abgrenzung durch Schutzei und Schutzkreis

    Man kann sich einen Steinkreis aus Bergkristallen bauen, um sich damit emotional abgrenzen zu wollen, man kann sich energetisch ein Schutzei um sich herum aufbauen und vieles mehr. Die Intention dahinter ist der Schutz: Schutz vor Problemen, Sorgen und Krankheiten. Stellen Sie sich vor, sie bauen eine Mauer mit Steinen, um sich dahinter in Sicherheit zu wiegen. Das ist eine feste Mauer, die alles Böse draussen lässt. Sollte etwas auf Sie zukommen, klatscht es an die Wand und kann nicht rein. Jetzt hören Sie die Geschichte eines Kunden, der mit seinen Problemen auf der bösen Seite der Mauer sitzt. Sie sitzen da und merken: Mitleid ist immer noch genauso stark möglich, wie ohne Mauer. Einzig ihre Wahrnehmung von sich selbst kann hinter der Mauer stärker sein, als ohne. Aber eigentlich ist die Mauer sinnlos. Das Gefühl kommt ja trotzdem durch.


    Schamanisch-therapeutische Abgrenzung

    Wir nehmen es vorweg: eine sich wehrende Abgrenzung ist nicht sinnvoll. Ein Wehren, ein Aufbau von Schutz legt eine Ordnung im einem selbst: es wird durch Schutz ein Fokus auf das Schlechte gelegt. Je stärker man sich schützt, je mehr befasst man sich eigentlich mit dem Negativen und verliert den Blick für andere Objektivitäten. In schamanischer Arbeit geht es selten um Schutz, es geht darum, in der eigenen Kraft zu sein.
    Ist man erst einmal aus Verständnisgründen abgetaucht in den Sumpf oder in die Grube, ist es jedem möglich, rein verstandesmässig den Sumpf zu verlassen. Das kognitive Draussenstehen erscheint als Lösung, von anderen Seiten her eine Situation angehen zu können. Lustiger Weise reicht es nicht: man findet keine Richtungen und hat keine Ideen. In langen Schweigeminuten erkennt man, dass man immer wieder im Sumpf sitzt. Man rechtfertigt das damit, dass man vielleicht noch zu wenig angeschaut hat, wie der Sumpf sich gestaltet. Dabei ist eines klar: ein Kunde kommt nicht, wenn er von selbst aus dem Sumpf heraus kommen kann. Er hat den Sumpf schon nach Möglichkeiten durchsucht.
    Es gibt in unseren Augen einen Weg, wieder in andere Objektivitäten zu kommen. Das ist eher nicht das kognitive Verlassen des Sumpfes, sondern das emotionale Verlassen desselben. Das Persönliche des Wegsuchenden spielt hier eine grosse Rolle. Um die Fähigkeit zu haben, emotional Systeme zu verlassen, hilft die Selbstreflexion. Wir meinen nicht, dass man erst dann mit einer Selbstreflexion beginnt, wenn man im Sumpf sitzt, sondern diese regelmässig betreibt. Schamanisches Abgrenzen kann heissen: ich kenne mich so gut, dass ich detailliert sagen kann, was etwas mit mir macht. Kennt man ein paar Wege der Gefühlslehre, findet sich für einen selbst sicher ein Weg, sich emotional heraus zu winden.



    • Wacholderbeerli schreibt am 22.06.2017

      Eine schöne Darstellung zur Abgrenzung im therapeutischen Kontext.
      Das Mitleid könnte doch auch durch das Mitgefühl ersetzt werden.
      Durch das schamanisch-therapeutische Abgrenzen schützt man sich und den Klienten.
      Mit Mitgefühl erhöht man aber die intrinische Motivation für die therapheutische Arbeit.
      So bleibt die Menschlichkeit wirksam und erhöht die Wirksamkeit der therapeutischen Arbeit.
    • Schamanenstube schreibt am 22.06.2017

      Hoi Wacholderbeerli
      Danke für Deinen Beitrag. Es stellt sich für uns die Frage, welches Mitgefühl einen nicht zu tief in die Subjektivität des Kunden zieht. Mit-Gefühl verstehen wir nicht als ein Gefühl, sondern eher als eine Tätigkeit. Die Gefühle, die man mitfühlt zu definieren, könnte das Ganze noch etwas komplexer machen. Die Wirkung des Mitfühlens kann motivierend sein, das stimmt absolut. Die Grenze zwischen Verstehen und durch Mitfühlen zu nahe zu kommen, empfinden wir als Grauzone.
      Den Beitrag schreiben wir, weil wir immer wieder erleben, dass Gespräche gut anfangen und man auf viele Dinge stösst. Dann gibt es den Moment, da man eine erste Herangehensmethode finden soll, wie dem Kunden zu helfen ist. Da wird es zu oft etwas zu ruhig. Man kann zwar kognitiv das System verlassen und von aussen schauen, aber das scheint nicht zu reichen. Deshalb der Versuch, das Kundensystem emotional besser verlassen zu können.
      Nochmals lieben Dank für Deinen Beitrag!
      Herzliche Grüsse aus der Stube


  • schreibt über Schamanismus

    Schamanische Waldhochzeiten und Naturhochzeiten sind religionsfreie Verbindungen im heiligen Bund der Ehe. Was sind die Kosten und die Trends?

    Jun
    2017

    09


    Waldhochzeit
    Schamanische Naturhochzeiten erlauben es, die Stimmung des Waldes, von Wiesen, Felsen und Gewässern harmonisch und ganz speziell zu vereinen. Die ganze Kraft fliesst in den Bund der beiden Eheleute. Sonnenstrahlen erhellen die Mitte des Kreises und vereinigen das Paar zu etwas Neuem. Das sind traumhafte Momente, voller Zauber und emotionaler Bewegung. Die Wirkung der schamanischen Arbeit erfüllt die ganze Hochzeitsgesellschaft und macht das unvergessliche Erlebnis zu einem tief empfundenen Gefühl der Liebe. Das hält weit über Generationen hinaus.


    Entwicklung des Naturhochzeiten-Trends

    2001 verband die Schamanenstube erstmals verschiedene glaubensfreie Rituale auf verschiedenen Kraftflüssen zu einem Hochzeitsritual. Die umfassende Komposition erlaubte es uns sogar, eine Kindergarantie abzugeben, wenn dies gewünscht wurde. Da wir die einzigen im deutschsprachigen Raum waren, ging es nicht lange, bis andere Anbieter folgten. Heute gibt es unzählige Anbieter für Natur- und Waldhochzeiten. Wir freuen uns darüber: es ist uns nicht möglich, viele Hochzeiten im Jahr auszurichten. Auf diese Weise kommen viele liebe Paare zu Ihrer gewünschten Hochzeit.
    Wie der Trend weiter geht, zeigt sich schon heute: am ursprünglichen Gedanken, tiefgreifende Hochzeiten ohne religiösen Touch durchführen zu können, fehlt es immer mehr. Das ist schade. Es getraut sich von den neuen Anbietern niemand, die Kindergarantie wahrzunehmen. Vielleicht ist das auch ein Angebot, das es gar nicht braucht?


    Kosten einer Naturhochzeit

    Das Budget für eine kleinere Hochzeit liegt in der Schweiz inklusive Ringe, Kleider, Zeremonie, Apéros, Essen, Band und Unterhaltungen bei ca. SFr. 25'000.-. Der Anteil der Schamanenstube lag in der Vergangenheit bei SFr. 2'800.-. Daraus resultierte im Schnitt ein Stundenlohn von unter SFr. 7.-. Das können wir uns in Zukunft nicht mehr leisten. Wir werden unser Angebot entweder drastisch ändern und grosse Teile daraus weglassen müssen oder die Veranstaltungen von Hochzeiten einstellen. Diese Entscheidung fällen wir diesen Sommer.
    Selbst wenn es zur Entscheidung des Einstellens kommen sollte, sind wir glücklich über all die Paare, die wir in den Bund der Ehe begleiten durften. Mit vielen haben wir Kontakt und freuen uns über die wunderbaren Ehen.


    Der heilige Bund der Ehe

    Was macht einen Bund "heilig"? - Meistens meint man, das gehe nur mit grossen Mächten aus religiösen Kontexten. Dem ist nicht so. Das Wort "heilig" ist zum einen eine Wertung über etwas mit Würde, zum anderen ist "heilig" ein Gefühl. Dieses Gefühl findet in einem selbst statt und wird durch die Wahrnehmung einer Umgebung bewirkt, die einen ehrt und in den Grundfesten bestätigt. Dazu muss alles passen. Ein ähnliches Gefühl stellt sich auf Visionssuchen ein, da der Körper nach ca. drei Tagen aufhört, Stresshormone zu produzieren. Damit kommt man in einem Dasein an, das mit innerem Frieden bezeichnet werden kann. Ein Gefühl, welches man in der unbeschwerten Freiheit als Kind verspüren konnte.
    Um sich in diesem Gefühl das Ja-Wort zu geben, braucht es für die gesamte Hochzeitsgesellschaft dieses heilige Gefühl. Dazu muss man den Ort der Trauung richtig vorbereiten. Das Laden der Geister der Natur und der Ahnenlinien dürfen einen Teil des Rahmens ausmachen. Schamanisch gesehen geht es dabei um das Recht des Verbundes. Wie in jeder "magischen" Handlung, geht es um die Gerechtigkeit der Natur, die bei einer Hochzeit um das Recht der Ahnen erweitert wird. Um dahin zu kommen, sind im Vorfeld etliche Stunden an Gesprächen nötig. Die Versammlung der Ahnen und deren abgeschlossener Einigungsprozess darf das Gefühl des Rechts entstehen lassen. Das Brautpaar wird zu etwas Neuem: zu einem Ehepaar.
    Die Ordnungen der bewegten Zuversicht formen die Wege für ein glückliches Eheleben. Das Paar kann sich in diese Ordnungen begeben und unbeschwert auf den Zukunftswegen gehen. Dieser Weg wird immer der richtige sein. Braut und Bräutigam wird immer wieder das tiefe eigene Sein begegnen, das sich mit dem Partner verbunden hat. Aus Zwei wird Eins.









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