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  • schreibt über Schamanismus

    Eine schamanische Reise durch den Wunschbrunnen ins Wunderland. Die Kraft Beltanes führt uns auf die mystische Reise zu unseren Wünschen.

    Mai
    2017

    01


    WunschbrunnenEine schamanische Reise durch den Wunschbrunnen der Schamanenstube


    Beltane Kraft zum Wünschen

    Die Schamanenstube verbringt Beltane dieses Jahr an einem grossen Fest. Morgens um vier kehren wir heim. Eine kleine schamanische Reise lässt uns das Thema von Durchgängen der Anderswelt nochmals erleben. Abermals tauchen wir ab in den Wunschbrunnen. Gerne erzählen wir davon. Es wird Birkenrinde und Wachholder geräuchert. Die Birke gibt eine Leichtigkeit in den Reiseraum, der Wachholder kann einen wegtragen. Der Wunschbrunnen der Schamanenstube ist ein öffentlicher Ort, der zugleich sehr privates Sein ermöglicht. Die Verbindung gegen aussen geht über das Licht, das im Wasser des Brunnens glitzert.


    Schamanische Reise in den Wunschbrunnen

    Das Räucherwerk ist entfacht, der Ort zum Reisen hergerichtet. Das Krafttier empfängt wie gewohnt am Kraftplatz. Wir sind allein. Ich erzähle ihm, durch den Wunschbrunnen reisen zu wollen. "Weisst Du, wohin Deine Wünsche Dich tragen?", fragt es mich. Ich schüttle den Kopf und antworte, das dem Brunnen zu überlassen. Ich gebe meinem Krafttier vom Brunnenwasser, das in einem Flacon am Kraftplatz bereit liegt. Es wird durch die paar Tropfen zu Wasser und entschwindet in einem kleinen Nebel. Ich trinke auch ein paar Tropfen und folge als Wassertröpfchen in der Luft. Wir sind Teil eines kleinen Baches, der sehr ruhig durch einen Frühlingswald schlängelt. Das ruhige Fliessen ist schön. Wir geniessen es und betrachten die Bachufer. Bald werden die Abstände der Ufer etwas grösser und wir spüren, wie das Wasser schneller wird. Noch nicht ganz gewahr, was jetzt kommt, spritzen wir schon in einem recht grossen Wasserfall hinunter ins Becken. Da ist ein kleiner See, der von einer Höhle zur linken Seite gesäumt wird. Der Berggeist steht dort und geniesst die Sonnenstrahlen, die durch die Bäume hindurch auf ihn treffen. Ich hebe meine Hand zum Gruss und er grüsst lächelnd zurück. Die Reise geht weiter durch das Waldbächlein, das uns schliesslich fein gurgelnd über moosbewachsene Steine führt. Die Sonne ist hier recht stark, denke ich noch und schon sitzen wir auf grossen Steinen, zu welchen wir gerade noch als Wasser geflossen sind. Mein Krafttier schüttelt sich. Ich tue es ihm gleich. Eine ganze Weile sitzen wir da auf den Steinen und trocknen in der Frühjahrssonne.


    Der Weg zum mystischen Wunschbrunnen

    Es ist ein ganz normaler Waldweg, der Richtung Westen führt. Es geht leicht auf und ab. Das Schlendern durch den Wald wird vom Vogelgesang rund um uns herum begleitet. Es ist ruhig, warm und friedvoll. Ich gehe vorsichtig, um den Wald nicht zu stören. Einige Waldwesen entdecken uns, schauen uns schnell an und sind wieder mit sich beschäftigt. Niemand macht Krach, alles ist ruhig. Nach einer Biegung entdecken wir den Eingang zur Wunschlichtung. Dort ist es hell, die Sonne strahlt auf das hohe Gras. Mücklein tanzen im Licht und strahlen als ob sie kleine Lichter wären. Hinter etwas Gebüsch taucht der Wunschbrunnen auf. Wir sehen die Wünsche, die da hinunter gleiten und das verbindende Licht.
    Am Brunnen angekommen, stehen wir erst einmal da und lassen die Lichtung auf uns wirken. Mein Krafttier lächelt und freut sich, hier zu sein. Wir sind allein, es ist gerade niemand hier, für die Wünsche zu meditieren. Ich lege meine Hände auf den Brunnenrad. Er ist leicht von Moos überwachsen, das von der Sonne gewärmt sich wohlig und weich anfühlt. Das Wasser steht hoch, nur eine Handbreit unter der Kante. Da bemerke ich von rechts, wie doch jemand da ist. Es ist ein Baumwesen, das nach dem Rechten schaut. Es erkennt uns und nickt freundlich. "Wir werden durch den Brunnen reisen", sage ich zu ihm. Es reagiert nicht weiter und räumt ein paar Ästlein weg, die auf dem Platz um den Brunnen lagen. "Viel Freude wünsch ich euch", sagt es beim Gehen.
    Mein Krafttier ist neben mir auf dem Brunnenrand. Wir schauen uns an. Beide holen wir Luft und gleiten fast lautlos kopfvoran ins Wasser.


    Down the rabbit hole - hinab ins Wunderland

    Die Steine des Wunschbrunnens wirken klar unter Wasser. Das Wunschwasser selbst ist komplett durchsichtig und bleibt hell, selbst als wir tiefer hinab sinken. Es ist atembares Wasser. Mein Krafttier und ich wirbeln langsam im Kreis hinab. Der Brunnenschacht wird breiter. Das gibt uns Bewegungsfreiheit. Weiter unten nähert sich schon ein Licht, aber es ist nichts zu erkennen. Mein Krafttier hebt die Flügel an, ich tue es ihm mit meinen Armen gleich.
    Das Gleiten durchs Wasser wird beim Austritt aus dem Schacht zu einem Gleiten durch die Luft. Die Geschwindigkeit hat sich nicht verändert, nur ist das atembare Wasser zu atembarer Luft geworden. Die Kreisbewegung hat ein Ende und wie im Traum gleiten wir hinab. Wir drehen uns und landen mit den Füssen auf dem Boden des Wunderlands.



    Brücke ins Wunderland
    Warmes Sonnenlicht leitet uns auf einen Weg. Der Boden ist warm und in sanftes Licht getaucht. Ich kenne die Brücke und weiss, was dahinter ist. Hierhin führen mich meine Wünsche, respektive meine Bedürfnisse? - So geniesse ich den Rest der Reise an einem Ort, der für mich persönlich Frieden, Freundlichkeit und Erholung bedeutet. Nach einer Stunde kehre ich mit meinem Krafttier zurück. Ich bin erfüllt, geerdet und bestärkt.




  • schreibt über Schamanismus

    Durchgänge der Anderswelt: der Wunschbrunnen führt in die Tiefen der Persönlichkeit

    Apr
    2017

    20


    Wunschbrunnen
    Viele schamanisch Reisende wissen, dass das Auftauchen eines Brunnens in der Anderswelt oft einen Durchgang in sich birgt. Dieses "Wissen" zeigt sich in manchen Abwandlungen: sei es der Eingang des Hasenbaus bei Alice im Wunderland oder der Brunnen bei Frau Holle mit Goldmarie und Pechmarie. Die Schamanenstube betreibt seit 2008 den Wunschbrunnen. Was steckt hinter diesen magischen Durchgängen und wo führen sie hin?


    Magische Durchgänge und das Tor von Frau Holle

    Es braucht eine gewisse Portion Mut, durch so einen Durchgang hindurch zu gehen. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in Ihrer Geistwelt und begegnen vielleicht einem Brunnen. Wie im alltäglichen Leben zieht es Sie hin und Sie möchten hinein schauen. Dieser Drang ist faszinierend und wirkt auf die meisten Menschen. Man hat das Gefühl, etwas zu entdecken. Es geht eine magische Anziehungskraft von Brunnen aus. Das merkt man auch bei anderen Portalen und Durchgängen. Wir erwarten darin immer etwas Gutes und Schönes.
    Das Hineinspringen in einen Brunnen ist dann aber ein anderes Kaliber. Selbst wenn man weiss, dass sich in der Anderswelt eine neue Gegend auftun kann, braucht es eine Überwindung, hinein zu springen. Diese Überwindung erinnert an Selbstmord. Goldmarie fiel zwar in den Brunnen zu Frau Holle, aber Pechmarie sprang willentlich hinein. Die Gier nach dem Goldtor war in Pechmarie stärker als die Gefahr. Kann diese Gier so stark werden, dass man sein Leben aufs Spiel setzt? Im Märchen konnte sie das. Eine gewisse Portion Fatalismus ist da ziemlich sicher dabei. Pechmarie wusste, sie kommt zu Frau Holle und durch das Tor, aus dem es Gold regnet, wieder zurück. Dieses Wissen reichte ihr für die Sicherheit. Würde Ihnen das auch reichen? - Nun zum Glück müssen wir nie in Brunnen springen. Wir machen das subtiler: wir opfern uns für Arbeitsstellen auf, für Menschen und vieles mehr. Den gezielten Sprung umgehen wir, indem wir uns gerne verausgaben, uns über unsere Kräfte belasten. Welches Tor zurück zur eigenen Realität finden wir eigentlich dabei, ist es aus Gold oder aus Pech? Das lassen wir hier gerne offen.


    Der Wunsch im Wunschbrunnen

    Vielleicht hegen Sie einen Wunsch. Unser Wunschbrunnen verleitet dazu, diesen Wunsch in Worte zu fassen. Es gibt da ja eine Eingabemaske für Text. Diese erste Hürde empfinden wir als den wichtigsten Schritt. Das Erkennen eines inneren Bedürfnisses kann noch weit davon entfernt sein, es auch formulieren zu können. Die meisten Wünsche im Brunnen sind einfach gehalten. Das macht Sinn, denn unser Unterbewusstsein versteht keine komplexen Dinge.


    Anleitung zum Wünschen » Die Anleitung zur Wunschformulierung aus dem Wunschbrunnen

    Es gibt beim Formulieren ein Problem: wir Menschen sind lösungsorientiert. Der Wunsch nach einer verbindenden Liebe kann schnell als Lösung formuliert werden. Diese Lösungen sind zuweilen weit weg vom eigentlichen Bedürfnis. Ein Wunsch kann dann z.B. heissen: "Ich wünsche, dass A. mich liebt".
    Neben der Tatsache, dass dieser Wunsch eine Verwünschung darstellen würde und nicht zugelassen werden würde, ist seine Erfüllung vielleicht gar nicht das Gelbe vom Ei. Das Bedürfnis nach Liebe würde zwar durch A.'s Liebe erfüllt. Es fehlt dabei aber das Bedürfnis selbst. Es ist nur noch die Lösung da. Damit entfernt man sich ein Stück von der Authentizität, die einen Herzenswunsch ausmacht. Wie müsste man das denn sonst zum Ausdruck bringen? Wie steht es mit: "Ich wünsche mir, geliebt zu werden"? Dieser Wunsch ist etwas näher beim inneren Bedürfnis. Er ist aber ungenau, das liesse sich auch mit einem Haustier bewerkstelligen. Das ist mit ein Grund, weshalb der Wunschbrunnen nur Wünsche zulässt, die mit einem selbst zu tun haben: es geht um den Fluss der Kraft. In den obigen Beispielen sind wir in der Richtung unterwegs, dass im Aussen etwas passieren soll. So kommt es auch zum Gedanken an magische Brunnen, die etwas für einen geschehen lassen. Dass es sich um einen Durchgang handelt, vergisst man dabei. Wie formuliert man es, wenn man sich auf sich konzentriert und seinem inneren Wunsch Ausdruck verleiht? - "Ich wünsche mir, meine Liebe in mir aufleben zu lassen und im Aussen damit zu wirken". Das könnte ein Wunsch sein, der starke Wirkung zeigt. Ob A. damit eingelullt wird, bleibt dem Erhaltenden der Kraft frei gestellt. Es geht um das innere Bedürfnis, dem Kraft verliehen werden soll.


    Mut zum Wunschbrunnen

    Braucht es Mut, einen Wunsch in den Wunschbrunnen gleiten zu lassen? Man hat ihn formuliert, spürt das eigene Bedürfnis darin und kann diesen Wunsch mit den geschriebenen Worten selbst aussprechen. Er entspricht einem und man sieht sich selbst in diesem Wunsch. Damit wird er sehr persönlich und privat. Soll man nun so etwas in einen Wunschbrunnen geben, damit andere ihn mit Kraft erfüllen? - Das braucht schon einiges an Mut. Vielleicht ist darin auch eine gewisse Portion Fatalismus zu finden. Indem der Wunsch nun wirklich aus dem Innersten kommt, ist es so, als ob man sein Innerstes in einen Brunnen wirft. Da ist die Version mit dem magischen Brunnen schon unverfänglicher.
    Wenn der Wunschbrunnen der Schamanenstube zum Formulieren eines Herzenswunsches führt, dieser aber nie in den Brunnen geworfen wird, ist der Sinn des Brunnens eigentlich erfüllt. Von einigen der Meditierenden für die Wünsche wissen wir, dass sie erst begannen, selbst Wünsche in den Brunnen zu legen, nachdem sie sich einige Zeit vor der Kugel im Brunnen aufgehalten haben. Das Vertrauen, was da unten mit den Wünschen passiert, muss erst wachsen. Ein Verständnis setzt mit der Zeit ein. Solange man Bedenken oder Zweifel hat, kann man ruhig weiter um den Brunnen kursieren. Diese Zeit kann viel bringen: man findet die Musse, einen Wunsch in die richtigen und passenden Worte zu kleiden.
    Dieses Wunschkleid nennen wir im Schamanismus eine Ordnung. Diese verhält sich ähnlich einem Weg. Ein Weg führt zu etwas hin und zeigt einem, wie man auf Kurs bleibt, indem man dem eigen gelegten Weg folgt. Die Lösung besteht also nicht im Ziel, sondern in der Richtung auf das Ziel. Mit dem Gedanken, dass es sich um Durchgänge handelt, kann man diese Ordnung auf den eigenen Lebensweg legen. Aus dem Innersten heraus in den Alltag hinein. Schön kann auch der Gedanke sein, der Wunsch wird in die Zukunft gelegt, damit man ihm begegnen kann. Damit ist der Wunschbrunnen eine Verbindung, ein Portal zwischen Innenwelt und Alltagswelt. Er stellt eine Verbindung zwischen Herz und eigenem Schicksal dar, das mit dem Wunschzettel geformt wird.
    Ein persönlicher Wunsch ist eine persönliche Ordnung, in welcher sich die eigene Kraft bewegen soll. Ordnungen werden stärker, wenn Kraft durch sie hindurch fliesst. Das Fliessen der Kraft der Meditierenden hat den Zweck, dass die Ordnung stärker wird. Der Weg zum persönlichen Glück wird gebaut und gefestigt. Je persönlicher ein Wunsch ist, desto stärker können die Meditierenden diesen Wunsch auch nachvollziehen: wir Menschen sind uns in unseren tiefen, inneren Gefühlen sehr gleich. Vielleicht ist es sinnvoll zu sagen: je mehr Sie selbst von Ihrem Wunsch berührt werden, je stärker kann er sich durch den Wunschbrunnen erfüllen. Die gespendete Kraft kommt ohne Eigendünkel an: sie bewegt sich in der gelegten Ordnung der Worte des Wunsches. Damit wird diese stärker.




  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Dämonen Austreibungen und Besessenheit: die schamanische Arbeit mit bösen Geistern. Was steckt dahinter und was sind die rechtlichen Aspekte?

    Apr
    2017

    17


    DämonEs ist eigentlich nicht verwunderlich, dass auf eine Schamanismus Therapie Praxis immer wieder Anfragen eingehen, Dämonen und böse Geister auszutreiben. Das bringen die Wörter Schamanen und Schamanismus mit sich. Erstaunt sind wir eher über die Häufung dieser Anfragen seit ca. einem Jahr. Früher gab es ab und an solche Arbeiten zu tun. Im Laufe des letzten Jahres nahm die Arbeit mit Dämonen, Dschinns, Psychogonen und vielen weiteren Untieren zu.
    Warum bieten wir so etwas überhaupt an? - Wir sagen uns, es ist besser, wenn man eine solche Geschichte auf therapeutischer Ebene und Ethik angeht, als sich dadurch eine Machtposition zu sichern. Menschen mit Dämonenbesetzungen und Menschen, die sich besessen nennen, sollte nicht machtvoll begegnet werden. Wir denken, man würde dabei das eine Übel mit dem nächsten tauschen. Sich in diesem Gebiet der Erzschamanen, Erzdruiden, Grosshexen, Runenmeister und was da sonst noch alles rumfleucht zu wagen, war kein einfacher Gedanke. Der glaubensfreie Schamanismus der Schamanenstube passt nicht in diese Szene. Die Verantwortung über den korrekten Umgang mit dem Klientel nehmen wir wahr und verpflichten uns dazu. Das fordert von uns, Fälle von Austreibungen etc. anzunehmen.


    Rechtliche Aspekte

    Wie bei vielen Fällen, liegt in der Regel bei Besetzungen und Dämonen schon eine ärztliche Behandlung vor. Das verpflichtet eine Praxis zur ärztlichen Zusammenarbeit. Ein Alleingang könnte schädlich sein. Zudem wäre es illegal, in eine medizinische Behandlung einzugreifen. Das verstehen die Kundinnen und Kunden nur selten. Dass man sich nicht strafbar für sie machen will, wird oft mit Beschimpfungen quittiert. Dann ist auch klar, wie sich die gemeinsame Arbeit gestaltet hätte. Es gibt zwei Arten von Fällen: man arbeitet mit einem Arzt zusammen oder die Besetzung ist religiöser Natur ohne ärztliche Notwendigkeit. Medizinische Ursachen gilt es aber so oder so vorher abklären zu lassen.


    Wie kommt es zu Dämonen Besetzungen?

    Ein Grundsatz der Schamanismus Therapie ist es, sich stets die Frage zu stellen, was jemand von einer Krankheit oder einer Besetzung für einen Vorteil hat. In der Probatorik werden diese und ähnliche Fragen angegangen. Sogenannte Psychogone sind z.B. klar als eigen kreierte Vorstellungen definiert, die für den Akteur real werden. Es besteht die Möglichkeit, dass darunter ein Bedürfnis liegt. Findet es sich, erklärt sich gerne auch die Form des Dämons und dessen Auswirkungen. Eine therapeutische Herangehensweise muss dies dann berücksichtigen und in der Therapie sich dem Bedürfnis widmen, bevor schamanisch gearbeitet wird.
    Es gibt viele Möglichkeiten, die ursächlich für den Dämon sein können. Es kann zum Beispiel einfacher sein, eine Dämonenbesetzung zu haben, als sich einer Schuld zu stellen. Auswirkungen eines Dämons können auch dazu führen, dass man gewisse Arbeiten nicht erledigen muss. In einigen Kulturen erfährt man sogar eine gewisse Ehre, wenn man besetzt ist: man erntet Mitleid und wird umsorgt. Sind diese Möglichkeiten geklärt, findet sich in der Probatorik vielleicht eine Therapievereinbarung, mit der die Arbeit beginnen kann.


    Schamanische Arbeit bei Austreibungen

    Es kursiert der Mythos, dass nur Schamanen etwas gegen Dämonen tun könnten. Es gibt aber das christliche Rituale Romanum, den Exorzismus und wahrscheinlich gibt es in vielen Kulturen und Religionen ein Gegenmittel oder jemand, der sich Dämonen und Besetzungen annehmen kann. Die schamanische Praxis zur eigentlichen Austreibung ist keine grosse Sache. Die reine schamanische Technik ist wie immer sehr einfach. Es gab früher in der Schweiz auch Techniken des sogenannten Bannzaubers. Dabei werden böse Geister in Astlöchern von Hausbälken mit Korken eingesperrt. Bei Haussanierungen findet man diese Stellen zuweilen.
    Der Vorgang verläuft je nach Bedürfnis und Dämonform über ein Einfangen hin zum Einsperren und Entsorgen. Die wichtigere Arbeit dabei ist es, den Kunden langfristig Wege finden zu lassen, ohne Besetzung klar zu kommen. Der Akt des "Wegzauberns" ist dabei der kleinste Teil. Die gewählte schamanische Methode darf zum Ziel der Erhöhung der Lebensqualität passen.




  • schreibt über Gesundheit

    Gesundheitstechnik aus der Eigenzeit: Techniken, sich in der Ruhe an einem Plätzchen an der Sonne zurückzuziehen und emotional daran zu wachsen.

    Apr
    2017

    07


    GeisterwagenDas kleine Schamanenwägelchen der Schule ist wieder unterwegs. Es ist dieses Jahr ein neues Wägelchen. Das Alte hat eine Kräutertour leider nicht überstanden. Ein lieber Kursteilnehmer vermacht uns ein Neues. Ist das nicht grossartig? - Von Herzen hier ein öffentliches Danke, wir freuen uns sehr!


    Ruhige Plätzchen in der Sonne

    In der Schweiz ruhige Plätzchen zu finden, da man mit einer ganzen Schule hin kann, ist nicht immer einfach. Es gibt wunderschöne Orte, aber der Weg dahin ist mit dem ganzen Schulmaterial manchmal zu weit. So ein Wägelchen macht das einfacher. Wir denken, es macht nicht viel Sinn, ausgepowert von einem mühsamen Weg am Unterricht teilzunehmen. Ein Mittelmass zwischen Wandern und Schule in der freien Natur ist ideal. Natürlich ist das nicht nur für die Schule schön, sondern auch für einen einzelnen Menschen, der in der Natur Ruhe und Frieden sucht. Was macht man denn da an so einem Ort ganz allein?


    Emotionale Gesundheit in Eigenzeit

    Die eigene Lebensqualität zu erhöhen, heisst sehr oft: mit den Dingen klarkommen. Jedem von uns passieren Dinge im alltäglichen Leben, die wir zu überhören versuchen oder darauf nur mechanisch reagieren. Es gibt vieles, das einen berühren kann. Das ist in der Tat oft mehr, als man denkt. Wir halten es für sehr wichtig, sich diesen Dingen zu stellen. Dazu eignet sich Eigenzeit an einem ruhigen Ort.
    Man sagt sich gerne, die Zeit wird Wunden schon heilen. Das ist richtig. Das eigene emotionale Wachstum, das Weiterkommen als Mensch hängt in unseren Augen aber davon ab, sich Dingen zu stellen. Bewährte Hilfsmittel sind die Selbstreflexion, Gespräche mit Freunden, ein Therapeut oder die Natur, die einem zuhört. Zu viele Wunden der Zeit zu überlassen, kann eine Verschwendung von Möglichkeiten darstellen. Man kann diese Dinge sammeln, um sie dann anzugehen. Wer schon erfolgreich an einem Rückzugsort seine Gefühlsqualität erhöht hat, kann im Sammeln eine weitere Chance sehen: auf Angriffe, Lügereien und anderem Wüstem, das auf einen trifft, kann man sehr gelassen reagieren. Die Erstreaktion wie z.B. die Wut ist selten sinnvoll. Die Sammelmöglichkeit schafft eine Ebene, besser mit Dingen klar zu kommen.



    Geister hören

    Techniken im Rückzug

    Wenn man sich noch nie der emotionalen Stärke der Eigenzeit gewidmet hat, kann einem der Versuch dazu vielleicht seltsam vorkommen. Man hat ein ruhiges Plätzchen, sitzt dort und weiss, was man dort verarbeiten möchte. Tja, und nun sitzt man da. Was tut man jetzt?
    Wir machen das so: wir sitzen erst einmal da. Wir schauen, dass es uns körperlich gut geht, sprich wir gemütlich sitzen können, nicht aufs WC müssten, vielleicht etwas im Rucksack dabei haben, das einem etwaige Gelüste stillen könnte: ein Brot, einen Apfel und etwas zu Trinken. Das packen wir aber nicht sofort aus, es ist da, weil es eine Bedürfnissicherheit gibt.
    Wir lassen den Ort auf uns wirken. Die Gedanken an das zu Verarbeitende sind noch nicht im Vordergrund. Wir schauen uns den Ort an. Wenige Menschen sitzen im Wald und sprechen. Das wäre zwar die perfekte Methode, aber das machen wir auch nicht. Es ist aber wichtig, die Gedanken in Sprechgeschwindigkeit zu halten. Wir sind sonst viel zu schnell mit dem Denken und schweifen ab. Die Gedanken klar im Kopf zu formulieren, muss man vielleicht etwas üben. Wir beginnen: "Ich sehe Bäume mit Köpfen, die mich anschauen. Es ist neblig. Es ist recht kühl. Ich bin gut angezogen dafür. Ich atme. Ich spüre meinen Körper, wie er sich beim Atmen bewegt. In der Ferne sehe ich eine Strasse. Ich höre sie nicht. Ich schaue mir die Bäume an. Ich bin da." - So oder ähnlich kann das im Kopf klingen. Nochmals: es ist wichtig, in Sprechgeschwindigkeit zu denken. "Ich atme mit dem Boden. Leicht auf und ab geht es. Ich bin da. Ich verbinde mich mit der Natur um mich herum. Nimmt sie mich wahr? Ich bin einfach da. Ich bin jetzt da. Ich bin jetzt ein Teil dieser Natur hier. Ich sehe die Bäume atmen. Ich verschwinde als Teil dieser Natur. Ich bin hier. Ich gehöre für den Moment dazu."
    Mit etwas Übung passiert es sehr schnell, dass die Natur in der Tat einen vereinnahmt. Es kann sein, dass ein Vogel auf den Ästen vor einem landet und anschaut, ein Windstoss einen berührt, die Bäume knacken oder sonst etwas einem zeigt, dass man sich verbindet.
    Das folgende Erzählen ist ein Erzählen gleich dem schamanischen Rat: es gibt keine Fremd-Wertungen, es geht nur um die ehrliche und authentische Wirkung dessen, was passiert ist. Da gibt es erst einmal Fakten. Die sind zwar nicht so wichtig, aber es hilft einem und der Natur um einen herum zu verstehen. Das und das ist passiert. Die Wirkung dessen, was passiert ist, wird ausschliesslich in Ich-Sätzen erzählt.
    "Ich fühle, es hätte mich treffen sollen. Angestaute Wut begegnete mir von aussen und ich habe sie an mir vorbei ziehen lassen. Aus dieser Wut heraus kamen Wertungen auf mich. Das hätte mich treffen sollen. Ich fühle, dass ich den Fehler gemacht habe, die gewollte Reaktion nicht gezeigt zu haben. Es hätte so vielleicht anders gewirkt. Die Wirkung war zum einen, dass Standpunkte nun klar wurden. Es hätte mich treffen sollen. Das tat es nicht. In mir drinnen kam nur ein Gedanke hoch: Undank ist der Welten Lohn. Aber Dank habe ich nicht erwartet, habe ich nicht gewollt." - Wenn man in ein Thema eintaucht, sind Fakten wichtig. Was ist geschehen, was hatte es für eine Wirkung. Eine der Wirkungen in uns Menschen ist es oft, dass wir uns fragen, ob wir Fehler gemacht haben. Diese Gedanken klar zu formulieren, ist nicht einfach. Es fordert Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.
    Schamanisch Praktizierende wissen, dass dieses Vorgehen dem Zuni-Ritual sehr ähnelt. Man übergibt dabei aber nicht ein weiteres Geschehen den Armen der Natur, sondern es geht nur um den schamanischen Rat. Das klare Erzählen geht bis tief hinein in die Details. Es können sich Dinge auch wiederholen. Aber Achtung: nicht jammern! Die Natur verzeiht das Jammern nicht wirklich. Sie wird sich eher zurückziehen. Das lehrt schon die Gefühlslehre: Jammern führt zum Abwenden. Erzählen, erklären, Stimmungen klar nennen: das ist weiterführende Technik.
    Es darf zu Pausen kommen. Man sitzt einfach da. Sensationslüsterne erwarten jetzt, dass die Bäume zu sprechen beginnen. Wir sind aber nicht auf einer schamanischen Reise. Das Sprechen der Bäume darf in einem drinnen passieren. Das stille Dasitzen kann Bilder und Gedanken hervor bringen, die völlig andere Sichtweisen aufzeigen. Sehr oft kommt es vor, dass diese Bilder und Gedanken die eigenen Bedürfnisse aufzeigen. "Es war mir wichtig, dass es jemand anderem gut geht".
    Das tönt in diesem Beispiel nach nicht viel, aber es zeigt eine Richtung an, die man vorher zwar unbewusst verfolgt hatte, aber nur um sie herumgeschlängelt ist. Nun weiss man, wohin man will. Die Richtung ist formulierbar, sie ist klar, sie beinhaltet neuen Sinn.
    Ist das nicht schön?



    Buntspechte
    Wir lassen meist etwas an diesem Ort zurück. Kein Opfer oder so etwas, sondern wir haben immer etwas für die Natur dabei: etwas Brot für die Vögel, eine Kupfermünze für die Geister oder einen Apfel, den sich die Natur als Nahrung nehmen kann. Hat man mal nichts dabei, können Geschenke auch mit emotionaler Kraft gegeben werden: Ehre, Verständnis, Freude an der Freude, usw.










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