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  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Depressionen des Frühlings: das Erwachen einer unsicheren Zukunft. Der Wandel von Winter in Frühling kommt für viele unerwartet. Was kann man dagegen machen?

    Mar
    2017

    01


    Enten ErwachenStatistiken zeigen, die Selbstmordrate ist vor und während des Frühlings am höchsten. Warum ist das so? Gibt es Erklärungen für die emotionalen Zustände in dieser Jahreszeit, die Menschen schon seit jeher niedergeschlagen und depressiv machen? Neben hormonellen Geschichten scheint die Abweichung der Statistik nicht schlüssig erklärbar. Die Schamanenstube möchte diesem Phänomen nachgehen und einige Gedanken dazu teilen.


    Mögliche Ursache: Planungen und Vorbereitungen

    Wir Menschen planen fast ständig. Am liebsten haben wir eine Kaffeemaschine, die morgens schon aufgewärmt darauf wartet, dass wir sie nur noch lieb drücken. Die korrekte Kleidung für das Meeting haben wir gestern schon bereit gelegt. Alle Unterlagen liegen so drapiert auf der Anrichte, dass wir nicht umhin kommen, sie mitzunehmen, wenn mir die Autoschlüssel greifen. Vor der Vorbereitung steht die Planung. Wir planen mit unseren Handy-Minicomputern, was wir wann tun müssen, wann wir wen treffen werden. Planen kann heissen, Reue zu vermeiden. Sich vorzubereiten kann heissen, Sicherheiten für die nähere oder fernere Zukunft zu bauen. Das funktioniert recht gut. Wir sind uns das Planen und Vorbereiten gewöhnt.
    Die Quizfrage lautet nun: wie bereitet man sich auf den Frühling vor? Was bringt dieses undefinierte Ding names Frühling für Bedrohungen? Wir haben den natürlichen Prozess des Welkens der Natur im Herbst erlebt, sind tief eingeschneit in den Winter gerutscht und haben das alles für ganz normal betrachtet. Dieser nun folgende Wechsel passt nicht. Es geht nicht weiter runter. Neues wird entstehen. Damit kommen wir nicht klar. Daran sind wir nicht gewöhnt.




    Schnee und Wiese

    Der Frühling bringt Unsicherheit

    Die Isolation und erzeugte Wärme im Winter liefert uns viel emotionale Sicherheit auf überschaubarem Raum. Man besucht vielleicht Menschen über die Weihnachtstage und kommt wieder in sein warmes Heim zurück. Ganz langsam und lieber einfach im Vorbeigehen dreht man gegen Frühling die Heizung etwas zurück. Am Drehknopf kommt das Gefühl auf: werde ich noch warm genug haben? - Schneller als man es erwartet hat, wie ein Faustschlag ins Gesicht, spricht man über extrem kuriose Tage im Februar: mit 19 Grad Celsius haut einem die Natur die Zukunft schon um die Ohren. Man kann sich noch dagegen mit Rechtfertigung und Zweifel wehren. "Unglaublich so ein warmer Tag mitten im Winter, nicht?"
    Wovor fürchten wir uns? - Wir fürchten uns in jeder Hinsicht vor Veränderungen. Der noch mit gefrorenem Schnee überzogene Erdboden zeigt beim Auftauen ein Grün. Sollte nicht all das Gras verwelkt sein? Man erwartet ein Braun, vielleicht ein Gelb, aber sicher kein Grün. Was soll das? Die Natur scheint sich gegen einen zu verschwören. Der Frühling darf doch nicht so schnell kommen. Denn wir sind nicht vorbereitet. Wir haben keinen Plan. Wir sind schlichtweg nicht bereit. Die Welt dreht sich gerade zu schnell. Mitkommen ist emotional gar nicht machbar.
    Wir benötigen eine gewisse Zeit, uns an neue Dinge zu gewöhnen. Besonders bei positiver Veränderung wie der Wärme durch die Sonne, haben wir Probleme. Wenn noch nichts geplant ist oder man die Probleme durch den Winter durchgefüttert hat, ist es zu früh für eine weitere Zukunft. Das kann fatale Auswirkungen haben. Vielleicht dürfen wir ein paar Ideen anbringen:


    Ideen gegen die Frühlings-Depression

    Wir entmystifizieren Sie jetzt: die Frühlingsmüdigkeit ist ein Mythos. Suchen Sie mal nach Übersetzungen der Frühlingsmüdigkeit in andere Sprachen. Wer hat sie erfunden?
    Suchen wir nach anderen Wegen, dem drohenden Leben zu begegnen:

    • Frühjahrsputz
      Der Frühjahrsputz ist der Klassiker. Man kehrt den Winter raus. Man produziert ja auch wirklich Staub im Überfluss während des Winters. Innerlich kann sich beim Putzen (nicht etwa beim Planen des Putzens) eine Stimmung formen: man kehrt den Dreck raus. Auf einmal ist Platz für neue Ideen, einfach indem alles wieder geputzt ist. Das kann sich anfühlen, als ob ein neues Leben beginnt.

    • Vertrauen auf den Antrieb
      Passiv sein können wir gut, wenn Negatives passiert: als Opfer. Bei der Wiederkehr der Sonne vertrauen wir aber nicht auf den kommenden Antrieb. Es wurde jedes Jahr zwar gut, aber dieses Jahr sicher nicht. - Natürlich werden auch wir wieder einen tollen Sommer erleben, selbst wenn es nur einige Tage sein sollten. Es wird reichen. Vielleicht brauchen wir dieses Mal etwas länger die Verwöhnung durch Sonnenstrahlen. Na und? - Geniessen wir unsere Langsamkeit und werden Opfer des Glücks.

    • Zuversicht
      Die Natur macht es vor und wird uns mit dem Frühling mit verändern. Erst ist es kaum merklich doch irgendwann erinnern wir uns nur noch an die düsteren Zeiten des Winterwechsels. Neues wächst, Neues kommt auf einen zu. Blumen, Blüten, Farben und fröhliches Gezwitscher der Vögel werden uns bald begleiten. Das ist unweigerlich. Das kommt alles gut. Besser sogar, wenn man sich dem Prozess der Natur hingibt und sie auf einen einwirken lässt.

    • Betrügen des Frühjahrs
      Wer den Luxus hat, nicht an Schulferien gebunden zu sein, um mit anderen Arm an Arm am Strand zu liegen, kann sich einen kleinen Ausflug gönnen. An einem verlängerten Wochenende in die Sonne fliegen und wieder zurückkommen kann schockieren: man hat den Wechsel in den Frühling komplett vollzogen. Es war alles nur Schall und Rauch.




  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Die Entscheidungskompetenz des Gewissens. Kann das Gewissen lernen mit Sorgen, Problemen und Ängsten in einer anderen Ordnung umzugehen? - Die Gewissenslosigkeit?

    Feb
    2017

    16


    Regenbogen Erosion
    Es ist Mitte Februar. In den Morgenstunden singen schon die Vögel wieder. Die Luft erscheint wieder ein Stück klarer und erfrischt beim Atmen. Erste Sonnenstrahlen kündigen von lebensfrohen Tagen. Manch einer ertappt sich dabei, in Ferienträumen zu schwelgen. Bilder tauchen auf: eine Kräutertour im Piemont, mit dem Klappsessel an einem lauschigen Plätzchen schreiben, ein kühles Glas Weisswein mit Blick über ruhig fliessende Hügel, in Rom auf Fotosafari gehen...


    Was wäre, wenn eigentlich alles in Ordnung wäre?

    Jeder Mensch hat seine Sorgen, Probleme, Lasten und Ängste. Was, wenn das in Ordnung wäre? - Es ist die Natur unseres Gehirns, sich Bedrohungen auszumalen, sich den Stress aufzuladen, ständig etwas tun zu müssen. Das sind wir uns heute gewohnt. Es liegt ebenso in der Natur unseres Gehirns, permanent zu werten: besonders hilfsbereite Menschen hat man gerne, solange sie nicht selbst Hilfe benötigen. Die Schuld, ihnen zu helfen, läge zu hoch oder man kommt nicht mit der Umkehrrichtung der Hilfe klar. Da ginge ja Sicherheit verloren.
    Es kann die Natur von jemandem sein, sich durch seine Stellung als wichtig zu definieren, weil er sonst nicht wüsste, woher er Stolz bekommen soll. Oder jemand kann sich weit unter seiner Würde bewegen, wenn er im Moment keinen anderen Ausweg mehr sieht. Ist das alles in Ordnung?

    Die Frage, ob alles in Ordnung ist, richtet sich an unser Gewissen. Der Mechanismus des Bewertens mit gut und schlecht verläuft aus schamanischer Betrachtung von der Wahrnehmung her direkt über das Gewissen. Der Fluss der Wahrnehmung erhält beim Durchfluss durch den See des Gewissens die Qualität der Gerechtigkeit. Bekannte Werte werden verglichen und die Wertung "gut-schlecht" findet statt. Das Gewissen ist unbewusstes Wissen. Es hat seine gelernten Bahnen und kann deshalb schnell entscheiden. Es wertet. Das tut es so schnell, dass wir mit Nachdenken nie seine Geschwindigkeit erlangen würden. Die erste Reaktion ist unbewusst.
    Ist nun alles in Ordnung? - Die erste Reaktion sagt nein. Aber die erste Reaktion bedient sich des Gewissens. Und dieses Gewissen haben wir selbst geformt und von aussen formen lassen. Beinhaltet es die ultimative Wahrheit? - Ganz sicher nicht. Man kann in der Schweiz an eine Kuhweide stehen und liebevoll den Kühen die Zunge rausstecken und vor ihnen in einem langen Monolog lieb säuselnd über dumme Kühe referieren. In Indien täte man das nicht. Dort ist das Gewissen anders geformt. Das allgemeine Wissen, das wir uns einverleiben (altdeutsch Gewissen) ist wandelbar. Insofern bietet es nicht auf alle Fragen eine zuverlässige Reaktion.



    BierDas Gewissen läuft autonom. Eigentlich könnte man sich zurücklehnen und ein Bier trinken...


    Entscheidungskompetenz des Gewissens

    Wenn wir uns für einmal getrauen, die Entscheidungskompetenz unseres Gewissens in Frage zu stellen, hat das weitreichende Folgen. All die Menschen, die einem fallen lassen, sobald man selbst ein Problem hat, kann man auf einmal nicht mehr abwerten. Man könnte sie sogar dafür schätzen. Denn diejenigen, die sich abgewendet haben, sind ihrem Naturell gefolgt. Man könnte Menschen, die sich in Unschuld baden und sich heraus stellen, nicht mehr abwerten, denn sie tun es ja nur, weil sie damit besser klar kommen.
    Denken wir für einen kurzen Moment ausserhalb des Gewissens, stellt sich eine Wärme auch zu denen ein, die man nicht mag. Mehr noch: man schafft es damit, in eine Art Superposition zu kommen. Man kann alles mit komplett anderen Augen betrachten. Und es gibt aus der Erkenntnis, dass alle ja nur versuchen, klar zu kommen, eine Umgewichtung bei einem selbst: "auch ich sollte schauen, dass es mir gut geht". So wird die Fähigkeit des Geniessens z.B. zu einem wichtigen Bestandteil des Lebens.
    Das erinnert ein wenig an die alten Griechen. Ist jemand gestorben, haben sie nicht gefragt, ob er oder sie ein guter Mensch war. Sie fragten, ob dieser Mensch Leidenschaft gekannt hat.


    Gewissenslosigkeit

    Der Sinn des Gewissens ist es, dass wir unbewusst rasch richtig reagieren können. Ob wir aber alles richtig gelernt haben und im Gewissen so abgelegt haben, dass es auch gut funktioniert, darf bezweifelt werden. Ausschalten kann man das Gewissen nicht. Aber man kann es umformen, relativieren, es Neues lernen lassen. Ein Kursleiter der Schamanenstube erinnert sich, in der Primarschule ein Experiment mit sich selbst angestellt zu haben. Er stellte sich die Frage: "warum muss man emotional so reagieren, wie alle anderen es erwarten?" - So lachte er, als der Primarlehrer eine traurige Geschichte erzählte. Die Folge war eine Einladung der Eltern zur Klärung, was dem mit dem Bub nicht stimme. :-) Damals schon en Zagge ab.
    Die Gewissenslosigkeit funktioniert natürlich nicht. Aber zusätzlich zur normalen Reaktion aus dem Gewissen heraus kann man sich die Freiheit gönnen, die Reaktionen des Gewissens zu beobachten. Man wertet meistens wie alle anderen. Ist einem das bewusst, kann man sich eine zusätzliche Ebene gönnen. Diese Ebene schaut über das Gewissen hinweg und kann gänzlich andere Gedanken haben, als die vorgefertigten Bahnen des Gewissens. Die daraus entstehende Freiheit kann zu Ideen führen, die viele Probleme viel einfacher lösen lassen.
    Können Sie das?


    Wie lernt das Gewissen?

    Das Gewissen ist nicht nur aktiv bei der Wahrnehmung und wertet sofort, es lernt auch. Dieses Lernen findet erst nach einer Aktion statt. Es braucht eine Wertung über die getätigte Aktion, die zu einer neuen Ordnung im Gewissen führt. Sagt man zum Beispiel etwas vor Menschen und die Reaktion der Anwesenden ist negativ, wird man dieses Thema nicht weiter vertiefen. Erhält man Zustimming durch vielleicht ein Nicken, wird die Wertung als positives Verhaltensmuster abgelegt und das Thema unbewusst aufgewertet. Das Gewissen kann also umlernen. Besonders schnell läuft das in der Bewegungswahrnehmung. Kleinste Bewegungen in den anwesenden Gesichtern können das Gewissen für dieses System sofort umschreiben.




  • schreibt über Schamanenschule

    Welche Qualitäten bieten schamanische Krafttier Reisen? - Die Beziehung zum Krafttier ohne Tier-Bedeutungen: die Qualität der inneren Kraft

    Feb
    2017

    09


    Schwan
    Nicht nur die erste schamanische Reise führt zum Krafttier. Das Krafttier wird bei den meisten Reisenden zum ständigen Reise-Begleiter. Viele Menschen verspüren eine emotionale Nähe zu ihrem Krafttier. Vertrauen entsteht meist schon von Anfang an. Das erlaubt es einem, für Gefühle und persönliche Belange einen sehr nahen Ansprechpartner zu haben. Wie gestalten sich die Beziehungen zu Krafttieren auf schamanischen Reisen?


    Die Beziehung zum Krafttier

    Schamanismus schreibt nicht vor, wie die Beziehung zum Krafttier gestaltet werden soll. Den einen ist es einfach ein Begleiter auf Reisen. Es weiss über Örtlichkeiten Bescheid. Den anderen wird es Freund und Anlaufstelle auf emotionaler Ebene. Eine solche Beziehung kann sich sehr tiefgehend entwickeln. Ihre Qualität kann von einer hohen Authentizität erfüllt sein. Das Krafttier ist ein Wesen, zu welchem man in der Regel nur selbst Zugang hat: wie ein innerer Schatz. Das erlaubt selbst das Teilen von Geheimnissen. Ein Gefühl tiefster Vertrautheit kann sich entwickeln. Man muss dem Krafttier nichts vorgespielen. Es erhält die echten Gefühle, die einen plagen oder freuen. Seine Reaktion ist daher auch echter, als jede Reaktion, die von aussen kommen könnte.
    Warum kann man sich dem Krafttier komplett öffnen? - Es liegt auf der Hand: das Krafttier ist keine Person im Aussen, sondern bleibt für immer ein ganz privates Wesen. Man muss keine Position beziehen, die dem Krafttier gefallen würde. Diese Eigenschaft ist vergleichbar mit Beziehungen von Menschen, die zu einem höheren Wesen beten und diesem ihre privaten Belange anvertrauen. Der Unterschied besteht darin, dass das Krafttier nicht allmächtig ist. Es ist ein ganz normales Wesen, das einen mit seinen Unzulänglichkeiten auf Augenhöhe begleitet. Es gibt keinen Druck von aussen, dass man z.B. beichten müsse oder es täglich zu verehren habe. Obendrein ist eine direkte Kommunikation möglich.
    Natürlich gibt es auch Menschen, die sich ein möglichst kraftvolles Krafttier wünschen. Gerade bei Schamanismus Touristen wird der Stolz oft an der Grösse des Krafttiers fest gemacht. Damit entschwindet die private Ebene zum Teil. Sie erhält einen Bezug nach aussen und ist nicht mehr wirklich frei.



    Reh

    Krafttier-Bedeutungen

    Wir gehen nicht auf die Bedeutung einer Tiergattung ein, um wertende Aussagen zu machen, weil wir das für Humbug halten. Die Bedeutung eines Krafttiers ist persönlicher Natur. In der Schweiz z.B. haben viele Menschen ein Krafttier, das mit Fell oder Federn bekleidet ist. Assoziationen von Wärme beim Fell und von freien Gedanken bei Federn liessen sich eher anstellen. Aber auch das ist spekulativ. Fische und Reptilien finden sich hierzulande eher selten. Es bleibt vielleicht die Frage, ob man sich ein Krafttier selbst aussucht oder ob es tatsächlich die wahrgenomme Form hat.
    Ein wesentlicher Fehler beim schamanischen Reisen kann es sein, sich Dinge nicht aus allen Blickwinkeln zu betrachten. Einige schamanisch Reisende verstehen sich auf den sogenannten Weltenwechsel. Ein grosser Büffel kann aus einer anderen Betrachtungsweise auf einmal als eine Maus auftauchen und immer noch dasselbe Wesen sein. Diese Relativierung eignet sich nur für bodenständigen Schamanismus. Die Gefahr des Weltenwechsels besteht darin, dass man sich nicht an bereits festgelegten Ordnungen halten kann. Das Leben bleibt weiterhin facettenreich. Es definiert sich gerne anhand aller Einflüsse, nicht nur eines einzelnen. Gerade auf den ersten Reisen sucht man natürlich Sicherheiten. Hat man ein klares Bild des Krafttieres, hält man daran fest. Der Wunsch nach einem starken Krafttier spielt gerne in die Wahrnehmung mit hinein. Dabei spielt es keine Rolle, welche Gattung ein Krafttier hat. Eine Rolle spielt, wie sich der persönlich Zugang zu dieser Tiergattung gestaltet. Ist eine Beziehung zum Beispiel zu einer Mücke für einen möglich oder nicht? Die Qualität, der Nutzen eines Krafttieres hängt in erster Linie davon ab, wie stark man sich persönlich auf es einlassen kann.


    Emotionale Stärke

    Emotionale Stärke empfinden wir nicht als Emotionslosigkeit, sondern als tiefes Beschäftigen mit den eigenen Gefühlen. Sagen wir, Sie erleben etwas Bedrückendes. Jemand macht zum Beispiel etwas, was gemäss Abmachung nicht in Frage gekommen wäre. Nun sind Sie in der Schuld, das zu äussern. Sie fühlen sich dadurch vielleicht unwohl, weil Sie nun zu reagieren haben. Eine erste Reaktion könnte Wut sein. Reagieren ist meist ein schneller Prozess. Das Krafttier kann als emotionaler Begleiter als ein Gegenüber auftreten, das die Reaktion erst einmal mit Ihnen zusammen überdenkt. "Sollen wir den Kopf einziehen und uns nicht wehren?" - "Ist es klug, jetzt aggressiv zu reagieren?". Unsere Erst-Reaktionen sind meistens unüberlegt und schaden zuweilen uns selbst. Das Gespräch mit dem Krafttier kann die Erst-Reaktion mit weiteren Reaktionsmöglichkeiten bereichern. Was wird geschehen, wenn man wütend reagiert, wie wird der andere darauf reagieren? - Das Krafttier kann sich im Gespräch um die persönliche Lebensqualität kümmern und diese spiegeln: welche Reaktion wird in der Folge zum besten Wohlfühlen führen?
    Sich solchen und ähnlichen Interaktionen mit dem Krafttier zu widmen, kann die Möglichkeiten von Reaktionen schneller zum Vorschein bringen. Vielleicht kann man sagen: je intensiver man diese innere Zwiesprache abhält, je besser kann sich auch die Erst-Reaktion gestalten. Dieser Prozess schreitet besser voran, wenn man dabei auch von aussen begleitet wird. Die Schule für Schamanismus Therapie legt grossen Wert darauf, dass die Kommunikation frei von Dogmen und Einschränkungen bleibt.


    Die Kraft des Krafttiers

    Warum ist dieses persönliche Tier eigentlich ein Kraft-Tier? Im Englischen nennt man es das "Power-animal". Gibt es da eine Steckdose am Krafttier? - Nein, dann müsste es ja Energie-Tier heissen. Vielleicht ist in der Bezeichnung "Kraft" statt "Energie" erkennbar, dass Schamanismus in seiner eigentlichen Form ohne esoterisches Gedankengut auskommt. Das ist die Grundlage der Schamanenstube. Die Frage bleibt aber, was denn das für eine Kraft ist.
    Sagen wir, Sie nehmen Ihr Krafttier als Wolf wahr. Mit der Technik des sogenannten Krafttier-Tanzes nehmen Sie diese Wolfskraft in sich auf und werden selbst zu einem Wolfswesen. Sie streifen durch die Wälder, spüren die tierische Muskelkraft in ihren Beinen. Sie beginnen zu laufen und rennen in hohem Tempo über den Waldboden. Sie atmen mit Wolfslungen, spüren das Wolfsblut durch Ihre Adern vibrieren. Das Erleben eines solchen Krafttiertanzes kann einen an ungeahnter Kraft teilhaben lassen. Damit ist in erster Linie Muskelkraft gemeint, gepaart mit Antrieb, Motivation und Lebenslust.



    Schamanisches Reisen lernen Schamanische Reise-Begleitung Schamanen-Tänze erleben Schamanismus Einzel-Kurse




  • schreibt über Schamanismus

    Ayahuasca und Chacruna ein Muss für Schamanismus? Was der Zustand mit Urwald-Drogen wie der Madre Ayahuasca für schamanische Visionen bringt. Lohnt sich die Einnahme?

    Feb
    2017

    06


    Ayahuasca
    Die Schamanenstube bietet keine Mesas an, wir verkaufen kein Ayahuasca oder Chacruna noch fordern dazu auf, an Mesas teilzunehmen. Ayahuasca ist illegal. Einen therapeutischen Nutzen bietet es nicht. Die Schamanenstube berichtet von Ayahuasca Erfahrungen und Visionen, um einen Eindruck vermitteln zu können, was die Einnahme des Tranks mit einem machen kann. Man kann den Gedanken haben, Ayahuasca, Peyote oder sonst eine sog. Schamanenpflanze müsse zum Schamanismus dazu gehören. Dem ist definitiv nicht so. Man muss sich nicht Risiken aussetzen, um schamanisch aktiv zu sein. Die Trommel reicht vollends aus und liefert dieselben Resultate.



    Schamanisches Reisen unter Drogen


    Schamanisches Reisen ist mit Trommelrhythmen mehr oder weniger einfach machbar. Warum verwenden denn manche Kulturen Drogen, um zu reisen? Der Sinn dieser Substanzen ist in der Regel nicht nur an das schamanische Reisen gekoppelt, sondern taucht oft mit "Heilung" verbunden auf. Heilkräuter kommen in verschiedenen Landstrichen der Erde vor. Einigen werden ganz besondere Heilkräfte zugeschrieben. Das macht in den Augen vieler Menschen diese Pflanzen auf gewisse Art "heilig". So wird beispielsweise Ayahuasca in einem Ritual namens Mesa zelebriert. Visionen und Halluzinationen können die Absicht des "Heilwerdens" unterstützen. Bei den Mesas kommt ein Ayahuascero zum Einsatz, der die Zubereitung und Verabreichung der Pflanze durchführt und die Menschen begleitet. Er fungiert als Zeremonienmeister. Der Ablauf der Zeremonien ist stark an die jeweilige Kultur angelehnt. Das macht sie einzigartig und in unseren Augen und Ohren gerne fremdartig. Sie tönen reizvoll und gewichtig. Es ist der Glauben an das Machtvolle, der die anziehende Mystik solcher Pflanzen ausmacht. Ayahuasca Anbieter werden mit dieser Macht konfrontiert sein und müssen sich ihr stellen. Das dürfte ein grosses Problem sein, wenn jemand nicht als machtvoller Guru agieren möchte. 


    Ayahuasca Boom

    Ayahuasca hat sich auch in der Schweiz stark etabliert. Berichte darüber tauchen in verschiedenen Medien auf. Es gibt viele Schweizer Ayahuasceros, die Mesas im grösseren und kleineren Stil anbieten. Sie sind gemäss Schweizer Gesetz illegal. Das ist dadurch begründet, dass die Einnahme von Ayahuasca oder Chacruna erhebliche körperliche Folgen haben kann. Die Anwesenheit eines Arztes wäre sicher sinnvoll. Auch psychologisch ist eine Mesa nicht unbedenklich. Es kann zu einem sogenannten Horror-Trip kommen. Hier bräuchte es therapeutisch geschultes Personal, um die Menschen professionell auffangen zu können. Diese Gefahren führen wahrscheinlich zu Recht dazu, dass die Substanzen verboten sind.
    Sucht man nach Rezepturen für die Herstellung der Tränke, findet man eine Unzahl unterschiedlichster Angaben. Das verhindert, dass man es auf eigene Faust versucht. Der Boom entstand unserer Wahrnehmung nach ca. 2002, als der Film von Clemens Cuby "Unterwegs in die nächste Dimension" herauskam. Neben anderen wird im Film Don Agustin Rivas Vasquez bei der Verabreichung von Ayahuasca gezeigt. Der Film weckt die Vorstellung, dass Ayahuasca in Verbindung mit Chacruna alles heilen könne. Neben den halluzinogenen Wirkungen ist die Pflanze in ihrer lokalen Anwendung eigentlich als Entwurmungskur gedacht. Das wird gar nicht erwähnt.



    Banisteriopsis Caapii

    Schamanisches Reisen zur Madre Ayahuasca

    Nach langen Vorbereitungen nehmen die schamanisch Reisenden ganz wenig Ayahuasca zu sich. Sie reisen mit dem Trank hinab in ihren Körper. Sie landen in einem Gebiet, das nach Amazonas aussieht. Ihr Ziel ist es, Madre Ayahuasca (dem Pflanzengeist) zu begegnen und mit ihr zu klären, ob sie ihr in ihre Welten folgen sollen und ob der Zeitpunkt stimmig ist.
    Sie scheint vom Alter her ein unbestimmbares Wesen zu sein. Ihr Gesicht ist komplett mit Tätowierungen übersäht. Jemand erzählt: sie trägt eine Kopfbedeckung, an dem ein Holzbrettchen befestigt ist. Sie dreht sich im Kreis, senkt den Kopf und eine Zeichnung auf dem dunklen Holz wird sichtbar. Weiss gemalte Holzstäbe zeigen dem Reisenden eine Symbolik, die Wirkung auf ihn zeigt. Er kann einen Sinn darin entdecken. Den Tanz des Wesens nimmt er erst recht kriegerisch wahr, doch das Symbol stimmt ihn zuversichtlich. Das sich drehende Wesen verändert sich im wirbelnden Tanz. Sie wird zum Schweizer Heidi, das sich im roten Kleid dreht und dreht. Das wird so verstanden, dass die Madre Ayahuasca erkennt, dass ein Schweizer kommt (siehe: Glauben braucht die Idee, von etwas Grösserem wahrgenommen zu werden). Für eine Begrüssung und eine Zusage, ihr folgen zu können, reicht das Heidi dem Reisenden.



    Ayahuasca Vision

    Chacruna

    Die Einnahme von Chacruna (Psychotria viridis) leitet die eigentliche Zeremonie ein. Darauf folgt das Ayahuasca. Man begibt sich auf das vorbereitete Plätzchen und beginnt zu trommeln. Don Agustins Gesang läuft im Hintergrund ab CD schon die ganze Zeit mit und begleitet auch die ersten Erlebnisse.
    Bei einigen kommt der Urwald quasi in den lokalen Raum. Die Wände werden von Urwaldpflanzen durchbrochen und die Tiefe der Gegend tut sich auf. Weit hinten hört man wilde Tiere. Bei anderen befindet man sich rasch irgendwo in einem recht offenen, aber deutlich erkennbaren Amazonas-Gebiet. Im Hintergrund sind im Beispiel drei Berge erkennbar. Der Mittlere ist etwas weiter hinten. Vor einem erscheint erst ein Pfau, der seine vielen Augen auf den Federn in einem Bogen vor einem ausbreitet. Das Gesicht des Pfaus ist in einem Hin und Her sehr schnell bewegt. Dann steht es wieder still. Die Augen scheinen unbeweglich. Auf einmal senken sich Augenlider über diese Augen. Immer noch ein Pfau, ist der Kopf des Wesens jetzt ein Reptil, eine dunkelbraune Echse. Die Echse hebt ihren Kopf mit zuckenden Bewegungen in die Höhe. Dabei senken sich die Pfau-Federn. Aus der gleichen Bewegung nach oben heraus sitzt nun ein Wolf vor einem, der seinen Kopf immer höher in den Himmel streckt. Er beginnt zu jaulen. Direkt hinter seinem Kopf wird im Hintergrund durch das Wolfsjaulen die ganze Gegend erschüttert. Der mittlere, hintere Berg wird zu einem Vulkan, der in derselben Richtung wie der Wolf jault, in die Höhe schiesst. Die Reise beginnt.
    Ab jetzt wird es schwierig, alles chronologisch wieder zu geben. Es bleiben Erinnerungsfetzen. Einmal ist da eine weite Ebene, die von einem breiten, schlängelnden Fluss durchzogen wird. Der Blick von einer Anhöhe hinunter auf die Fluss-Ebene lässt Menschen erkennen, die am Fluss unten irgendetwas tun. Sie sind an den Ufern beschäftigt: womit genau, erschliesst sich nicht.
    Die Besetzung mit dem eigenen Krafttier fühlt sich etwas anders an als der normale Krafttiertanz. Das Kleid des Krafttiers wirkt etwas beschmutzt, als ob es sich vorher im Schlamm gewälzt hätte. Immer wieder erscheint von rechts ein Vogelwesen mit langem Schnabel und rundem Auge, das in die Szene hinein lugt. Wahrscheinlich folgt man diesem Vogel in weitere Reisepunkte. Einer davon ist ein grosser Farn oder eher eine Urwaldpflanze, deren Blätter sich alle einzeln bewegen und Wassertropfen an ihnen glitzern. Die Wahrnehmung wird nach und nach stärker bis sie tatsächlich stärker ist als auf normalen Reisen. 
    Das sind Erzählungen eines Reisenden. Jeder erlebt etwas anderes. Das alles kann wie eine ganz normale schamanische Reise durch das Gehirn interpretiert sein. Der Wahrheitsgehalt bleibt wie immer nicht feststellbar und ist subjektiv.


    Der Ayahuasca-Zustand

    Man kann diesen Zustand vielleicht mit dem Vorschlaf-Zustand vergleichen. Kurz bevor man einschläft, sehen viele Menschen sehr lebendige Bilder und tauchen dann ab in ihr Traumland. Dieser Zustand kurz vor dem Einschlafen wird durch das Ayahuasca in die Länge gezogen und kann über Stunden andauern. Jemand, der nicht sehr gut schamanisch reisen kann, wird eher von Szene zu Szene gereist. Das passiert allerdings auch den Erfahreneren. Wenn so ein Erlebnis kein Horror-Trip wird, kann das sicher sehr schön sein. Diese Gefahr bleibt jedoch.
    Die Wahrnehmung kann sehr detailreich sein, besonders im dreidimensionalen Bereich. Vielleicht ist der Zustand mit einer 3D Brille vergleichbar. Alles ist extrem scharf, nähere Dinge wie entfernte. In der Realität muss sich das Auge auf entferntere Dinge umstellen, hier ist alles gleich scharf. Dadurch entsteht etwas die Idee eines Märchenlandes.
    Einen therapeutischen Nutzen des Ayahuasca-Zustandes sehen wir leider nicht. Was geschieht, ist nichts anderes, als auf ganz normalen schamanischen Reisen. Das Risiko, das Drogen mit sich bringen, ist viel zu gross. Da übt man lieber etwas länger das Reisen zur Schamanentrommel. Das ist gesünder und legal. Wer den körperlichen Kick braucht, kann auch einfach ein Abführmittel nehmen. Wer Mühe mit dem Reisen hat, hat auch unter Drogen keine besseren Erlebnisse.









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