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Schamanenstube schreibt über Diverses

Gedanken und Erinnerungen zum Klassentreffen Gymnasium Rychenberg: ein Kursleiter der Schamanenstube besucht die Kantonsschule Rychenberg.

Sept
2010

27


Kantronsschule Rychenberg

Schamanische Gedanken zum Klassentreffen

Die Vergangenheit ist wichtig. Sehr sogar. Ein Kursleiter der Schamanenstube erlebte letztes Wochenende das 20jährige Klassentreffen nach der Matur. So ein Treffen ist ein wichtiges Ereignis. Er berichtet von seinen Gedanken in diesem Artikel über Klassentreffen.

Ein Klassentreffen - die Schulzeit

Unerwartet nach wohl 19 Jahren erreicht mich ein Email eines ehemaligen Schulkameradens. Ein Klassentreffen. Ich erinnere mich an meine ersten Gedanken: wow, schön! - Meine Erinnerungen an die Schulzeit gehen zurück ins Jahr 1983. Damals betrat ich als Erstklässler des Gymnasiums das Rychenberg. Man kann sich das vorstellen wie Harry Potter's Einzug in Hogwards. Gemeimnisvoll, erwartungsvoll, ja ehrfürchtig vor dem Wissen, das einem erwartet. - Das Schöne am Gymnasium Rychenberg der 90er war: dieser Zauber blieb erhalten, über Jahre.
Ich selbst musste ein Jahr repetieren, da ich in der Geographie stets nicht verstand, weshalb es wichtig sein sollte, was wo ist. Mein Unverständnis findet sich heute bestätigt in den Navis, die man günstig kaufen kann und einem immer sagen, wo man ist und wohin es zum gewünschten Ziel geht. *g*
Ich kam in die Klasse, deren Klassentreffen nach 20 Jahren Maturität war. Das war eine ganz andere Situation. Die Klasse war sehr offen, nicht so eingeschüchtert und hatte einen guten Zusammenhalt. Es wurde schön....

Erinnerungen

Die Abschlussklasse 1990 bescherte mir einst einen Morgen, den ich nie vergessen werde: meinen zwanzigsten Geburtstag. Ich schlenderte nichts ahnend in das Chemie-Zimmer der ersten Stunde und fand meinen Platz zugemüllt mit Körben voller Lebensmittel vor. Erst dachte ich: wer lädt denn hier seinen Müll auf meinem Platz ab. - Es dauerte nur Sekunden, bis ich realisierte, dass die Klasse für mich gesammelt hatte und mir in meiner damaligen misslichen Situation vor der Matur aushalf mit Lebensmitteln, die mich fast ein halbes Jahr am Leben erhielten. Ich denke, sie wussten nicht, dass sie damit wohl in der Tat mehr getan hatten, als sie mit ihrer Geste dachten zu tun. Ohne diese Einlage an Lebensmitteln hätte ich kaum die Maturität geschafft.
So gehe ich zum Klassentreffen mit dem Gedanken, all denen zu danken, die mir damals das Leben ermöglichten. Ironisch dabei ist: mit einem eigenen Geschäft kämpfe ich heute wieder ums Überleben, wie wohl jeder, der in der Schweiz selbst und ständig ist.

Kantonsschule Rychenberg

Die Kantonsschule Rychenberg hat sich sehr gewandelt. Nicht etwa der alte Teil, die Altstadt so quasi. Denn rund herum wurde gebaut. Sehr gebaut. Nicht einfach angebaut, sondern ganze Komplexe sind dem Boden entstanden, auf welchem ich damals noch in Barracken gekocht habe fürs Mittagessen. Da stehen heute eine eindrückliche Mensa, Reih an Reih Chemie- und Physik-Räumlichkeiten, die keine Wünsche offen zu scheinen lassen. Der Rektor, Hr. Wettstein, gewährt uns an seinem freien Samstag eine sehr interessante Führung. Schon erstaunlich, nur schon die freundliche und wohlwollende Art, wie er uns während gut anderthalb Stunden durch die Gebäude führt und uns zum kröneneden Abschluss in unserem alten Schulzimmer verweilen lässt. Ich fühle mich geehrt durch diese Geste des Ortes, der mich über siebeneinhalb Jahre in seinen Bänken hielt und meinen Geist Dinge erleben liess, von welchen ich heute noch zehre.

Das Klassentreffen

Ich war ontime. Meinen SVEB-Kurs verliess ich vorzeitig, um die Führung ja nicht zu verpassen. So irre ich wie eh und je über das Gelände und gönne mir einige für mich geschichtsträchtige Fotoaufnahmen der Gänge, Flure und Bereiche des Gymnasiums. Zu meinem Erstaunen treffe ich dabei sogar auf einen schon damals und längst vergessenen Kräutergarten. Ca. 1.5 Meter hohes Alant reckt sich mir entgegen. Mir schiesst Herman Hesse's "Unterm Rad" durch den Kopf.

Gymnasium Rychenberg
Ich finde die neue Mensa, auf welche die Einladung verwies, nach mehrfachem Umrunden der Aula. Erinnerungen an mein handwerkliches Geschick bei einer Klassenaufführung aus dem alten Rom werden wach: ich hab die Kulissen gebaut dazu. Dort wo ich heute stehe, vor der Aula. Die Gedanken auf das Stück fixiert und an Altaren schleifend mit einer Zigarette im Mund.

So komm ich rein in die neue Mensa, die mir der Rektor freundlichweise öffnet und mich begrüsst...


Chemikalien

Sehen und Freuden

Sie sind irgendwie alle da. Kenn ich alle noch mit Namen? - Da sind ein paar, die ich mit Namen kenne. "Nähere". Spannend und schön. Schön zu sehen, schön zu hören. Menschen. Ein damals guter Freund erzählt von seiner Freude, wenn er seine Kinder sehen kann. Zurück aus fernen Ländern, heim zu seiner Familie und das unsagbare Gefühl, das er empfindet, wenn er die Seinen in den Arm nimmt. Ja. Leben! Ich treffe auf Leben und freue mich mit. Sehr.
Mich freut nicht, was wer erreicht hat, doch mich freut, wie es einigen wichtig ist, von ihrer Lebensfreude zu berichten. Und es ist eine Ehre, das zu hören, zu spüren und durch das Erzählen ein Teil dessen zu sein, was wirklich wichtig ist: das Leben selbst.
Ich glaube, alle haben studiert. Bis auf mich. Einige sind Ärzte, Ingenieure FA, Psychologen und vieles mehr.

Führung durch den "neuen" Teil des Rychenbergs

Der Rektor ist stolz und das ehrlich, über die ganzen Ausbauten der Kleinstadt Rychenberg. Wir entdecken ein sehr sauberes, gepflegtes und durchdachtes Schulareal, komplett digital abfragbar nach Stundenplan und mit exotischen Tieren, ja fast einem kleinen Zoo versehenes Studiengeläde. Nicht nur ausgestopfte Eulen und Vogelarten mannigfaltiger Arten, auch lebende Tiere in schönen Terrarien. Schulzimmer mit eigenem WLAN und Notebooks mischen sich mit schwarzen Wandtafeln. Was für eine Symbiose! Ich staune. Selbst Lehrer bin ich überwältigt von dem, was schultechnisch möglich ist.

Konzertflügel
Dagegen wirkt unsere Schulzeit schon fast vorsintflutlich. Ich höre Stimmen unter uns: "So würde ich auch noch mal sehr gerne zur Schule gehen".
Die Mediathek ist ein ganzes Gebäude, mit Relax-Launch und einer Mediathek, die es in sich hat. Ein ganzes Gebäude nur für die bildenden Künste. Unsere Augen fallen fast raus in diesen Minenergie Gebäuden mit guter und stetig frischer Luft.

Wenn ich mit 13 Jahren nochmals neu hier eingeschult würde, weiss ich allerdings nicht, ob mich das Ganze nicht abschrecken würde. Doch bei 160 Lehrern wird wohl heute ganz anders eingeführt und an die Dinge herangeführt. Ich würd auf jeden Fall Kinder hier her schicken.

Das Klassenzimmer

Als krönenden Abschluss führt uns der Rektor in unser altes Zimmer, das er natürlich vor unserem Besuch recherchiert hatte. Nummer 34.

Klassenzimmer
Klein wirkt es und ich versuche, mich an die Unterrichtsstunden hier in diesem Raum zu erinnern. Es gelingt mir kaum, dazu wären Stunden nötig. Es fühlt sich aber richtig an. Hier sassen wir, Tag für Tag und Jahr für Jahr. Unglaublich.

Alle erinnern sich an ihre Plätze und meiner wird mir auch gezeigt. Da, wo ich sass mit all diesen Menschen. Heute älter, doch eigentlich dieselben Wesen, wie damals. Sie haben ihre Wege gemacht und einige leben so stark auf, dass es mich sehr freut. Keine Wehmut, nein gar nicht, sondern Freude über des anderen Freude. So darf es sein!

Menschen

Neben den wirklich schönen Begegnungen entdecke ich, wie sich meine Erinnerungen an Stimmungen gegenüber nicht minder liebsamen, aber weniger bekannten Personen zeigen. Es gibt Menschen, die ich damals schon als ausserhalb meiner Wahrnehmung klassifizierte und dies heute von Neuem tat. Spannend: es gibt keinen Grund, zu klassifizieren, dennoch geschieht es. Womöglich liegt es am Job in der  Schamanenschule: da muss man zuweilen auch sehr schnell Situationen einschätzen. - Alle Unterhaltungen, Begegnungen und gemeinsamen Erlebnisse waren echt, freudvoll und bleiben gerne in tiefer Erinnerung. Alles gehört dazu und verfliesst in einen Teil des Lebens, das mich heute ebenso ausmacht, wie all diese lieben Menschen.

Schulgänge
Der Tag endet mit einem schönen gemeinsamen Essen in Winterthur. Es war genial! Dieses Mal bitte nicht wieder 20 Jahre warten! *smile*





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