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Schamanenstube schreibt über Diverses

Der Beobachter und die Existenz: windige Hüte und der Kopf

Jan
2009

15


Schamanenhut
Ich vertrete die Ansicht, dass alles am Beobachter liegt, inklusive die Existenz. Im Bild sind zwei Hüte, einmal auf dem Kopf mit einer anderen Bemalung und einmal der Hut als normaler Zauberhut. Beides dasselbe Ding, doch wir nehmen es als völlig unterschiedlich wahr, dichten vielleicht noch aufgewirbelten Sand hinzu. Wir gehen in unserer Realität stets davon aus, dass unsere Wahrnehmung das Mass der Dinge ist. Wir sehen ein Bild und schon ist uns klar, was da ist. Unser Gehirn jedoch kann gar nicht sehen. Die Bildwerkstatt funktioniert auch bei geschlossenen Augen. Sie braucht kein Licht, nur ein wenig Strom. Weiter noch, sie braucht noch nicht mal Bildinformationen. Es kann sein, dass sich ein Bild in unserem Kopf bildet, wenn wir mit geschlossenen Augen einen Gegenstand abtasten. Wenn wir auf irgendeine Art, und sei es durch Schnuppern etwas betrachten, wird es auf unsere innere Leinwand projiziert. Eine Küchenschabe nimmt die Welt nochmals ganz anders wahr. Ihre Rasteraugen sind fähig, bedeutend schneller Lichtimpulse aufzunehmen und diese ihrem Gehirn zu vermitteln. Für sie läuft “Zeit” also viel langsamer ab, da sie mehr Informationen rauskriegt. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, sieht sie unsere Hand auf sich herabklatschen, dass sie noch Zeit hat, ihre Fühler zu putzen, ausgiebig zu gähnen und sich erst dann aus dem Staub zu machen. Wie verhält sich das auf schamanischen Reisen? -  Aus Gerüchen, Berührungen, selbst Emotionen formen wir unsere Bilder. Unser Bildprozessor zieht alle Register und dadurch, dass wir unsere Augen zumeist geschlossen haben auf einer Reise, benutzen wir unsere “inneren Augen” als Informations-Lieferanten. Es kann auch durchaus sein, dass wir Dinge hören, uns aber gegen dieses Hören verwehren, v.a. bei den ersten Gehversuchen. Kann ja wohl nicht sein, dass mein Krafttier spricht und ich hör das. *g* So ein Bild auf unserer inneren Leinwand kann also durchaus auch dadurch entstehen, dass wir Schall wahrnehmen, unser Gehirn daraus aber ein Bild formt. Es sind nur elekrische Impulse im Hirn, die die Reize, die Sinnesorgane bewirken. Insofern ist unsere Interpretation von Wahrgenommenen gar nicht auf klaren Grundmustern beruhend wie Bild = Bild etc. Wie kann man das verbessern? Mein Ansatz ist: mehr Informationszufuhr. Je mehr Wahrnehmung, je deutlicher das Bild. Aus dem heraus sprech ich oft vom Weltentanz, davon, verschiedene Positionen einnehmen und aus diesen Blickwinkeln sich neue Information zu holen. All diese Infos zusammenfügen und eine im menschlichen Massstab objektivere Leinwandprojezierung zu erhalten.





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