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Lebensqualität

Man kann seine Lebensqualität in allen Lebensumständen erhöhen


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Burnout - schamanische Reise


Burnout

Das Burnout-Syndrom gibt es nun schon viele Jahre. Erst wurde es nicht als Diagnose akzeptiert, dann doch, wurde von den Krankenkassen angenommen, dann hatte jeder eines, dann fiel die Krankenkasse weg. Ein Burnout zu definieren erscheint kompliziert. Nachdem sich jede involvierte Fachrichtung ausgetobt hat, hängen wir bedeutungsloser Weise eine schamanische Sicht an.


Schamanisches Vorgehen

Sich einem Thema zu nähern, das sehr komplex erscheint, ist im pragmatischen Schamanismus meist eine klare Aufgabe: wir gehen da rein. Ein Wesenszug des Schamanismus ist es, sich tief in etwas hinein zu begeben. Wir sagen uns: wir können zwar therapeutisch Burnouts angehen wie jeder andere Therapeut, aber vielleicht gibt es schamanische Zusätze. Wir hatten in der Vergangenheit um die zehn Fälle von Burnout in unserer Praxis. Das war meist langwierig und mit normaler Therapie erreicht man Menschen im Burnout nur bedingt. Wir wollen verstehen, wie sich ein Burnout wirklich anfühlt. Nur so denken wir einen anderen Zugang zu finden.


Schamanische Burnout Reise

"Ich lande mit meinen Geistern auf einer grossen Ebene. Der Boden ist bräunlich-grau und weist Risse aufgrund von Trockenheit auf. Die Ebene erstreckt sich in alle Richtungen bis zum Horizont. Das ist ein gutes Feld für eine Erfahrung. Die Luft ist dick und zähflüssig. Ich nehme meine Hand und streiche schräg vor mir in der Höhe durch die Luft. Die Farben des Himmels und des Horizonts lassen sich wie Ölfarbe rumschmieren. Nehme ich mein Hand zurück, fliesst der Horizont wieder in seine angestammte Form zurück. Dieses Formen kenne ich. Der Trick auf einer Reise, da man das erlebt, ist für mich immer, meine Hand einfach langsam zu bewegen, bis sich etwas formt, das Bestand hat.
Es dauert nicht lange, da formt sich links ein Haus. Es kommt auf dem Erdreich zu stehen. Aus diesem Haus greifen Arme heraus, die nach rechts greifen. So lege ich meine Hand weiter nach rechts in den flüssigen Himmel und ein weiteres Haus erscheint. Die Arme aus dem ersten Haus strecken sich und berühren das zweite Haus. Kleine weisse Bälle rollen von den Oberarmen hinunter bis zu den Händen, die das zweite Haus berühren. Die Bälle verschwinden im Haus. Dort bleiben sie aber nicht, sie kullern zur Haustür hinaus und verschwinden im trockenen Boden. Da fehlt etwas. Instinktiv spüre ich, wie man die Bälle jeweils nehmen muss und Symbole auf diese malen muss. Das tue ich. Ich stehe im zweiten Haus und male mit einem schwarzen Filzstift wahllose Symbole darauf. Auf das Fensterbrett gelegt rollen sie sofort über den Arm zurück zum anderen Haus. Diese Bewegung erinnert mich an Computer-Kommunikationen. Jemand fragt, der andere antwortet. Damit das System läuft, muss jeder ständig kommunizieren und auf die Ereignisse des Erhalts eines Balls reagieren.
Die Gegenseite - das erste Haus, bekommt die Bälle mit den Symbolen zurück. Das Licht geht dort an. Doch es flackert nur kurz, dann ist es aus. So muss ich ins erste Haus und die Bälle jeweils entgegen nehmen. Da liegen ein dickes Buch auf dem Stubentisch und eine Feder mit Tusche daneben. Ich notiere die erhaltenen Symbole. Mit jedem eingetragenen Symbol erscheint ein weiterer Ball auf dem Tisch. Diesen lasse ich durch das Fenster über den Arm zum anderen Haus rollen.
Es kommen keine weiteren Bälle vom Haus 2 zurück. So muss ich da rüber und Symbole malen. Kaum geschehen, muss ich wieder ins Haus 1 und die Symbole notieren. Wenn ich einhalte, fällt das System zusammen und die Häuser beginnen zu verblassen. Um das Bild zu halten, muss ich ständig an alles denken und ständig alles bewirtschaften.
Das ist so mühsam, dass ich wieder zu meinem Ausgangspunkt zurückkehre und zuschaue, wie die Häuser wieder zu Boden und Horizont werden. Etwas bleibt: das Gefühl, nicht genug getan zu haben und versagt zu haben."


Wie produziert man ein Burnout?

Das menschliche Gehirn kann drei Dinge gleichzeitig miteinander vergleichen und hat die Fähigkeit, "Zustände" zu halten. Damit können wir sehr komplexe Gedankengänge anstellen. Wenn wir aber in einer permanenten Zustandshaltung sind, wie zum Beispiel das Aufrechterhalten dieser Kommunikation zwischen den Häusern, steht ein Teil unser Kapazität nicht mehr zur Verfügung. Das passiert bei Arbeiten, die hohe Konzentrationen erfordern und in die man mit Hingabe hinein geht. Wenn da noch mehr Häuser gewesen wären, wäre das eine nicht zu bewerkstelligende Rumrennerei.
Wie man einen Burnout produziert, wird langsam klar: da müssen Aufgaben sein, die sehr wichtig sind und von denen man das Gefühl hat, sie unbedingt erfüllen zu müssen. Diese Aufgaben müssen die gesamte Kapazität fordern und darüber hinaus. Da kommt einem Sisyphos in den Sinn. Es wird mit aller Kraft eine Aufgabe erfüllt, obschon sie keinen Sinn macht. Von innen betrachtet empfindet Sisyphos einen Antrieb. Dieser Antrieb wird in der griechischen Mythologie eine Verdammnis genannt. Im Prinzip ist es ein Fluch. Im Falle des Burnouts eine Selbstverfluchung?


Entfluchung des Burnouts

Mit Flüchen kennen wir uns aus, kein Thema. Die Frage ist, ob eine Ursache für Burnouts eine Selbstverfluchung ist. Ein Fluch ist stark an einen Glauben gebunden. Sisyphos muss glauben, dass er seinen Stein rollen muss. Zu dieser Überzeugung muss er nicht nur gekommen sein, sondern er muss sie jederzeit logisch und gefühlsmässig wieder bauen können. Es darf keinen Zweifel daran geben, dass sein Tun falsch wäre. Mit diesen Gedanken läge die Ursache für Burnouts in einem "Tick". Es müsste etwas geschehen sein, das das langsame Formen einer Realität ermöglichte, die nicht real ist. Zudem kommt die Eigenschaft hinzu, dass eine fast als fanatisch zu bezeichnende Motivation damit ausgelöst wird.

Das gibt uns neue "Richtungen", mit unseren Burnout Kunden zu arbeiten. Die ursachenorientierte Vorgehensweise macht womöglich aber nur bei Menschen Sinn, die noch nicht allzu lange in einen Burnout leben. Je länger etwas geht, je mehr vermischen sich die Ordnungen und der Zugang zum Erkennen des Unsinns wird verbaut. Dass ein Burnout selbst konstruiert ist, dachten wir schon immer. Denn obschon die ersten Bälle aus dem linken Haus einfach von Geisterhand zu rollen schienen, brauchte es einen selbst, um wieder neue Bälle zum anderen Haus zu schicken.



Verfluchungen
Flüche brechen
Besetzungen
frei von Fremdem
Stress
logisch angehen

Regionale Produkte Schweiz


Laguiole MesserNein, das sind keine Waffen. Das sind Gourmet-Werkzeuge, so gefährlich sie aussehen mögen. Wenn es etwas gibt, wofür sich die Betreiber der Schamanenstube outen müssten: wir lieben den Genuss, beim Essen, Trinken und was Atmosphären anbelangt. Also keine Sorge, wir sind nicht gefährlich. Wir sehen nicht mal so aus :-)

Seit langer Zeit möchten wir einen Artikel über ein geflügeltes Wort in der Werbung von Restaurants verfassen: "Regionale Produkte und Erzeugnisse". Es gibt heute sehr, sehr viele Gasthöfe, die sich mit dieser Werbung brüsten. Lange haben wir gezögert, diesen Artikel zu schreiben. Wir dachten, wir könnten falsch liegen. Nach unseren Erfahrungen im Piemont und wieder ersten Erlebnissen in der Schweiz sehen wir uns nun so stark in unserer Meinung bestätigt, dass wir es beim Namen nennen: man müsste sehr oft bei regionalen Produkten hierzulande sagen: nein danke.
Bauern, die vor lauter Subventionen nur noch Zeit haben, Menschen an Waldrändern argwöhnisch zu beobachten, Milchkühe so zu mästen, dass sie nicht mehr richtig gehen können und eine Unfreundlichkeit an den Tag legen, dass man den Kopf schüttelt, sind zumindest im Toggenburg, aber auch im Zürcher Oberland nach unserer Erfahrung Menschen, von denen wir keine Produkte wollen. Wir wollen nichts aus solchen Händen essen, trinken oder kaufen. Lieber erwerben wir z.B. ein argentinisches Stück Fleisch. Fragt man Spitzenköche, verwenden sie sehr selten lokale Produkte. Das Fleisch von Rindern, die nie einen Stall gesehen haben, hat eine x-fach höhere Qualität. Es gibt in anderen Ländern Tomaten mit Geschmack, Radieschen, die einem einen kleinen Schock versetzen, katerfreien Wein und Menschen, die stolz auf ihre Produkte sind.
Nicht alles ist hier so schlecht, wie man jetzt denken könnte. Es gibt Ausnahmen in ganzen Produktlinien, die wir Schweizer wirklich im Griff haben. Aber: das reicht einfach nicht. Und es reicht überhaupt nicht, einfach die Preise hoch anzusetzen, um wenigstens das Gefühl von Qualität vorzugaukeln.



Schweizer Lug und Betrug

Wir kauften damals in Gähwil, Kirchberg frisches Brot. Nach dem hörbaren Ping des Mikrowellenherds bekamen wir schön warmes Brot. Für das Gefühl frischen Brots reichte das nicht. Wir bestellten bei regionalen Bauern Hartholz fürs Cheminée, natürlich zum Hartholzpreis. Als die Hälfte davon Tannenholz ist, meinte der Bauer: das braucht es zum Anfeuern. In einem teuren Restaurant in Kirchberg waren wir mit einer Kundin. Durchfall und Übelkeit begleiteten uns, unsere Kundin übergab sich noch im Garten der Schamanenstube. Das Steueramt der Gemeinde Kirchberg meinte, wer täglich Teilzeit arbeitet, darf auch nur prozentual den Weg zur Arbeit abziehen. Im Sertig meint die Geschäftsleitung, wir seien selber schuld, ein gutes Zimmer zu buchen, wenn sie nebenan bauen würden. Die Kantonspolizei Graubünden mussten wir erst mal eine Stunde lang davon überzeugen, dass das Betrug war, schon nach der ersten Satz der Definition im Strafgesetzbuch. Schliesslich kenne man sich. Ist das die Schweiz? - Man könnte es meinen.




Gammelfleisch

Letzte Woche waren wir bei einem Italiener mit Bewertung 4.7 von 5. Wir bitten den Chef an den Tisch, er möge bitte das servierte Fleisch probieren. Seine Antwort: "Sie müssen nicht bezahlen, nicht mal die Getränke". Nun, er war ehrlich. Verlieren auch Italiener in der Schweiz ihre Begeisterung für Genuss und Qualität? Was machen wir in der Schweiz nur falsch?

Wir denken, jeder kann solche Erlebnisse vorweisen. Sie bleiben einem in Erinnerung. Die guten Erlebnisse haften weniger im Gedächtnis, nur die ganz Guten. Und ja, es gibt die Guten. Zum Beispiel erleben wir gerade in der Markthalle Trivisano Freundlichkeit und kompetente Beratung zu den dortigen Produkten. Wir erhalten hochwertiges Fleisch und gute Weine, sogar zum Sonderpreis. Wer uns kennt, weiss, dass man uns etwas genuss- und qualitätssüchtig bezeichnen könnte. Und wir finden gute Qualitäten in der Schweiz. Vor den diesjährigen Erlebnissen haben wir stets nur die wirklich Guten bewertet. Dahin kehren wir zurück.




Pizza

Wie betrügt man nicht?

Wir denken, wer seine eigenen Produkte selbst mag, die Arbeit schätzt und aktuellen Stolz auf das Geleistete am Produkt empfinden kann, der hat es nicht nötig, respektive kommt gar nicht auf den Gedanken, zu betrügen. Qualität alleine reicht nicht. Sie ist nichtig, wenn das Gefühl zu ihr nicht stimmt. Da sind wir natürlich wieder voll im Schamanismus: die innere Ordnung, mit welcher man Dinge tut, darf sich von Anfang bis zum Schluss durchziehen. Es reicht nicht, wenn ein Bauer seine Kühe liebevoll pflegt, der Metzger seinen Job liebt, man an der Theke aber froh sein muss, wenn die Verkäuferin sich doch noch herablässt, es einem zu verkaufen. Die ganze Kette muss stimmen. Dazu muss auch die Verkäuferin einen guten Lohn erhalten, damit sie ihrem Job unbelastet begegnen kann.
Verkaufsleiter und Verkaufsleiterinnen in Restaurants, in Shops und in Betrieben könnten die richtigen Personen sein, sich neben Absatzzahlen auch um das emotionale Befinden ihrer MitarbeiterInnen zu kümmern. Wo Kundenkontakt stattfindet, wird die Qualität eines Produktes mitbestimmt. Es muss den Menschen im Verkauf in den Bereichen Firmenbild, Produkte und beruflichem Umfeld gut gehen. Das ist in der Schweiz schwierig, wir sind längst zu einer Dienstleistungsgesellschaft mutiert. Der Wert der Dinge hat oft keinen wirklichen Wert mehr. Das schlägt sich auf die Produktion wie auf den Verkauf nieder.
Die äusseren Rahmenbedingungen sind unumgänglich, wenn man Menschen den Rahmen bieten möchte, ihre Hingabe, ihre Werte und ihr Können ausleben zu leben. Die Faultiere und - uf Züritüütsch: d'Säuhünd müssen weg. Wer beim Riechen eines Produkts fast Tränen in die Augen bekommt, muss gefördert werden. Der Überlebenskampf heute macht das schwierig. Vielleicht darf ein grosser Teil dieser Chef-Verantwortung auf die Menschen übergehen, die Hingabe leben. Statt ständig etwas Neues zu suchen, wo man seine Hingabe leben könnte, darf die Verantwortung in die Hand genommen werden, sich im aktuellen Leben eine emotionale Grundlage zu schaffen, statt im Aussen Gründe zur Selbstverhinderung zu suchen.


Wie steht man hinter den Dingen?

Es liegt nicht an der Herkunft, Liebe, Hingabe und Stolz leben zu können. Viele Italiener in der Schweiz zum Beispiel verwechseln Stolz auf eine Arbeit mit Hochmut. So kommt das Essen in italienischen Restaurants nach unserer Erfahrung nicht an Restaurants in Italien heran. Aber wir sind auf der richtigen Fährte: es geht um Liebe, Hingabe und Stolz, mit dem richtig umgegangen wird.
Aus der Gefühlslehre wird schnell klar, dass verletzter Stolz zu Trotz führen kann. Auf diesem Weg wird das weggeworfen, was Qualität hat. Merkt man, dass man in einen Trotz verfällt, kann man auch begreifen, dass man sich gerade selbst schadet. Der Weg vom Stolz in den Hochmut führt aber auch zu einer Abwertung. Gibt es einen Mittelweg?
Findet man ein Produkt, das man verkauft, gut oder macht eine Arbeit, weil man sie gut kann, wird die Beziehung von einem selbst zum Produkt oder zur Arbeit eine ganz persönliche, ja fast private. Der erste Kraftakt einer Überwindung ist es dann, diese Privatheit nach aussen zu tragen. Sprich: zu verkaufen. Es braucht diese Überwindung wegen der Gefahr, sich dafür schämen zu müssen, dahinter zu stehen. Die Folge dieser Scham ist die Abwertung der eigenen Qualität. Wertet man die eigene Arbeit ab, so wird man sie auch nicht mehr gut machen. Das Problem mit der Authentizität beginnt also schon sehr früh: bei der Angst vor der Scham.

Emotionale Gesundheitstechnik in der Ruhe der Eigenzeit


GeisterwagenDas kleine Schamanenwägelchen der Schule ist wieder unterwegs. Es ist dieses Jahr ein neues Wägelchen. Das Alte hat eine Kräutertour leider nicht überstanden. Ein lieber Kursteilnehmer vermacht uns ein Neues. Ist das nicht grossartig? - Von Herzen hier ein öffentliches Danke, wir freuen uns sehr!


Ruhige Plätzchen in der Sonne

In der Schweiz ruhige Plätzchen zu finden, da man mit einer ganzen Schule hin kann, ist nicht immer einfach. Es gibt wunderschöne Orte, aber der Weg dahin ist mit dem ganzen Schulmaterial manchmal zu weit. So ein Wägelchen macht das einfacher. Wir denken, es macht nicht viel Sinn, ausgepowert von einem mühsamen Weg am Unterricht teilzunehmen. Ein Mittelmass zwischen Wandern und Schule in der freien Natur ist ideal. Natürlich ist das nicht nur für die Schule schön, sondern auch für einen einzelnen Menschen, der in der Natur Ruhe und Frieden sucht. Was macht man denn da an so einem Ort ganz allein?


Emotionale Gesundheit in Eigenzeit

Die eigene Lebensqualität zu erhöhen, heisst sehr oft: mit den Dingen klarkommen. Jedem von uns passieren Dinge im alltäglichen Leben, die wir zu überhören versuchen oder darauf nur mechanisch reagieren. Es gibt vieles, das einen berühren kann. Das ist in der Tat oft mehr, als man denkt. Wir halten es für sehr wichtig, sich diesen Dingen zu stellen. Dazu eignet sich Eigenzeit an einem ruhigen Ort.
Man sagt sich gerne, die Zeit wird Wunden schon heilen. Das ist richtig. Das eigene emotionale Wachstum, das Weiterkommen als Mensch hängt in unseren Augen aber davon ab, sich Dingen zu stellen. Bewährte Hilfsmittel sind die Selbstreflexion, Gespräche mit Freunden, ein Therapeut oder die Natur, die einem zuhört. Zu viele Wunden der Zeit zu überlassen, kann eine Verschwendung von Möglichkeiten darstellen. Man kann diese Dinge sammeln, um sie dann anzugehen. Wer schon erfolgreich an einem Rückzugsort seine Gefühlsqualität erhöht hat, kann im Sammeln eine weitere Chance sehen: auf Angriffe, Lügereien und anderem Wüstem, das auf einen trifft, kann man sehr gelassen reagieren. Die Erstreaktion wie z.B. die Wut ist selten sinnvoll. Die Sammelmöglichkeit schafft eine Ebene, besser mit Dingen klar zu kommen.



Geister hören

Techniken im Rückzug

Wenn man sich noch nie der emotionalen Stärke der Eigenzeit gewidmet hat, kann einem der Versuch dazu vielleicht seltsam vorkommen. Man hat ein ruhiges Plätzchen, sitzt dort und weiss, was man dort verarbeiten möchte. Tja, und nun sitzt man da. Was tut man jetzt?
Wir machen das so: wir sitzen erst einmal da. Wir schauen, dass es uns körperlich gut geht, sprich wir gemütlich sitzen können, nicht aufs WC müssten, vielleicht etwas im Rucksack dabei haben, das einem etwaige Gelüste stillen könnte: ein Brot, einen Apfel und etwas zu Trinken. Das packen wir aber nicht sofort aus, es ist da, weil es eine Bedürfnissicherheit gibt.
Wir lassen den Ort auf uns wirken. Die Gedanken an das zu Verarbeitende sind noch nicht im Vordergrund. Wir schauen uns den Ort an. Wenige Menschen sitzen im Wald und sprechen. Das wäre zwar die perfekte Methode, aber das machen wir auch nicht. Es ist aber wichtig, die Gedanken in Sprechgeschwindigkeit zu halten. Wir sind sonst viel zu schnell mit dem Denken und schweifen ab. Die Gedanken klar im Kopf zu formulieren, muss man vielleicht etwas üben. Wir beginnen: "Ich sehe Bäume mit Köpfen, die mich anschauen. Es ist neblig. Es ist recht kühl. Ich bin gut angezogen dafür. Ich atme. Ich spüre meinen Körper, wie er sich beim Atmen bewegt. In der Ferne sehe ich eine Strasse. Ich höre sie nicht. Ich schaue mir die Bäume an. Ich bin da." - So oder ähnlich kann das im Kopf klingen. Nochmals: es ist wichtig, in Sprechgeschwindigkeit zu denken. "Ich atme mit dem Boden. Leicht auf und ab geht es. Ich bin da. Ich verbinde mich mit der Natur um mich herum. Nimmt sie mich wahr? Ich bin einfach da. Ich bin jetzt da. Ich bin jetzt ein Teil dieser Natur hier. Ich sehe die Bäume atmen. Ich verschwinde als Teil dieser Natur. Ich bin hier. Ich gehöre für den Moment dazu."
Mit etwas Übung passiert es sehr schnell, dass die Natur in der Tat einen vereinnahmt. Es kann sein, dass ein Vogel auf den Ästen vor einem landet und anschaut, ein Windstoss einen berührt, die Bäume knacken oder sonst etwas einem zeigt, dass man sich verbindet.
Das folgende Erzählen ist ein Erzählen gleich dem schamanischen Rat: es gibt keine Fremd-Wertungen, es geht nur um die ehrliche und authentische Wirkung dessen, was passiert ist. Da gibt es erst einmal Fakten. Die sind zwar nicht so wichtig, aber es hilft einem und der Natur um einen herum zu verstehen. Das und das ist passiert. Die Wirkung dessen, was passiert ist, wird ausschliesslich in Ich-Sätzen erzählt.
"Ich fühle, es hätte mich treffen sollen. Angestaute Wut begegnete mir von aussen und ich habe sie an mir vorbei ziehen lassen. Aus dieser Wut heraus kamen Wertungen auf mich. Das hätte mich treffen sollen. Ich fühle, dass ich den Fehler gemacht habe, die gewollte Reaktion nicht gezeigt zu haben. Es hätte so vielleicht anders gewirkt. Die Wirkung war zum einen, dass Standpunkte nun klar wurden. Es hätte mich treffen sollen. Das tat es nicht. In mir drinnen kam nur ein Gedanke hoch: Undank ist der Welten Lohn. Aber Dank habe ich nicht erwartet, habe ich nicht gewollt." - Wenn man in ein Thema eintaucht, sind Fakten wichtig. Was ist geschehen, was hatte es für eine Wirkung. Eine der Wirkungen in uns Menschen ist es oft, dass wir uns fragen, ob wir Fehler gemacht haben. Diese Gedanken klar zu formulieren, ist nicht einfach. Es fordert Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.
Schamanisch Praktizierende wissen, dass dieses Vorgehen dem Zuni-Ritual sehr ähnelt. Man übergibt dabei aber nicht ein weiteres Geschehen den Armen der Natur, sondern es geht nur um den schamanischen Rat. Das klare Erzählen geht bis tief hinein in die Details. Es können sich Dinge auch wiederholen. Aber Achtung: nicht jammern! Die Natur verzeiht das Jammern nicht wirklich. Sie wird sich eher zurückziehen. Das lehrt schon die Gefühlslehre: Jammern führt zum Abwenden. Erzählen, erklären, Stimmungen klar nennen: das ist weiterführende Technik.
Es darf zu Pausen kommen. Man sitzt einfach da. Sensationslüsterne erwarten jetzt, dass die Bäume zu sprechen beginnen. Wir sind aber nicht auf einer schamanischen Reise. Das Sprechen der Bäume darf in einem drinnen passieren. Das stille Dasitzen kann Bilder und Gedanken hervor bringen, die völlig andere Sichtweisen aufzeigen. Sehr oft kommt es vor, dass diese Bilder und Gedanken die eigenen Bedürfnisse aufzeigen. "Es war mir wichtig, dass es jemand anderem gut geht".
Das tönt in diesem Beispiel nach nicht viel, aber es zeigt eine Richtung an, die man vorher zwar unbewusst verfolgt hatte, aber nur um sie herumgeschlängelt ist. Nun weiss man, wohin man will. Die Richtung ist formulierbar, sie ist klar, sie beinhaltet neuen Sinn.
Ist das nicht schön?



Buntspechte
Wir lassen meist etwas an diesem Ort zurück. Kein Opfer oder so etwas, sondern wir haben immer etwas für die Natur dabei: etwas Brot für die Vögel, eine Kupfermünze für die Geister oder einen Apfel, den sich die Natur als Nahrung nehmen kann. Hat man mal nichts dabei, können Geschenke auch mit emotionaler Kraft gegeben werden: Ehre, Verständnis, Freude an der Freude, usw.

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