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Schamanenstube schreibt über Gesundheit

Der Weltenwechsel zwischen ostschweizer Religion und Zürcher Freiheit. Humor zeigt die Unterschiede in Moral und Ordnung. Ein spannendes Theater.

Okt
2013

19


Weltenwechsel Ostschweiz

konnte sich diese Woche trotz Bergen von Arbeit am etwas gönnen: einen Theaterbesuch. Die Theatergruppe Friltschen spielte ihr neues Stück "Geld elai macht nöd glücklich" in der Welturaufführung. Otto, der Beizer im Stück, bringt uns durch eine amüsante Geschichte in drei Akten. Er ging auf in seiner Rolle und konnte sich in die Identität der Figur komplett reingeben.
Schön war es.
Speziell am Stück war, dass es sich um eine lokale Geschichte handelte: es wurden Begebenheiten der lokalen Umgebung um Märwil, Thurgau einbezogen. So gab es zum Beispiel ein Puff namens "roter Schimpanse", was übersetzt der "blaue Aff" sein könnte, ein dort lokales Etablissement. Auch von Kaffeemaschinen-Lieferanten war die Rede, wo Namen von lokalen Geschäften Einzug hielten. Köstlich, wenn man einige Dinge davon kennt.

Objektivitäten-Wechsel

Es gibt neben dem tollen Erleben - wofür wir der Theatergruppe Friltschen herzlich danken - einen weiteren Aspekt. Wir als Zürcher hatten die Möglichkeit, das Publikum zu beobachten. Märwil ist nicht so weit weg von Gähwil. So konnten wir uns etwas der Objektivität der Menschen in dieser Gegend widmen. Um es vorweg zu nehmen: das sind komplett andere Ordnungen, wie die Menschen hier ihr Leben leben. Eine Begegnung mit der östlichen Art.
Wir versuchten, aus der Zürcher Objektivität auszusteigen und uns in diesen Menschenschlag einzudenken. Wir merken, wie uns dieser Wechsel besonders in humorvollen Situationen schwer fällt. Humor greift tief und holt einen immer wieder auf die eigenen Ordnungen zurück.
Für uns war das total eindrücklich.

Humor und Moral

Angetriggert werden humorvolle Situationen gerne durch ein Überschreiten der Moral. Diese Rolle war natürlich Otto auf den Leib geschrieben. Es lassen sich aber Rückschlüsse, ja stete Weltenwechsel vollziehen, wenn man zwar einen Witz versteht, er nun aber nicht wirklich lustig ist für Zürcher. Für Ostschweizer war es dann aber der Hammer.
Leichtes Übertreten der Moral versetzte die Menschen in Verzücken, gröbere Verletzungen aber liessen sie verstummen und wir Zürcher fanden es lustig.
Es war spannend zu sehen, wie sich die Grenze anfühlt zwischen für die Ostschweiz verkraftbarem Ausbrechen aus der Normalität und dem als Tabu empfundenen, ja pietätlos wirkenden Frevel.
Woher kommen so starke Unterschiede?

Rückschlüsse Humor und Ethik - ein Wechsel der Welten

Während dem Theaterstück beginnen wir als Teil des ostschweizer Publikums zu verstehen. Humor triggert auf teils subtile Art feste Lebensordnungen an. Im Gehirn mag hier eine kleine Gehirnstromspitze messbar sein. Das passiert, wenn etwas nicht geht oder ein Gedanke ausbricht. Ein schöner Moment natürlich. Dieser Ideenanstieg kommt der Bewegung des schamanischen Weltenwechsels sehr nahe: man durchschreitet den Vorhang in eine andere Erlebniswelt. Nur wie weit ist man bereit, zu gehen?
Humor greift aber nur, wenn er die moralische Sicherheit nicht gefährdet. Die Sicherheit im Denken, wie das Leben zu laufen hat. Gibt es so etwas überhaupt? - Natürlich: wenn Ordnungen sehr stark sind, zu Tabus und allgemeiner, ja fast faschistischer Moral übergehen. Sprich in Religionen oder Manien.
So wird klar: ein Theaterstück für die lokale Umgebung kann die Wirkungen der Religion, die Ordnungen wie die Menschen leben, ihr Gewissen, ihre Tabus leicht ankratzen, um lustig zu sein. Da eignet sich natürlich die soziale Moral, wenn es z.B. um den blauen Affen geht.

Ordnungswechsel Religion

Das Leben in Zürcher Gegenden ist weniger religiös geprägt als beispielsweise im Osten der Schweiz. Hier nageln die Christen ihren Jesus überall hin, was für uns religionsfreie Menschen schwer nachvollziehbar ist: Jesus wurde doch am Kreuz getötet, oder nicht? - Warum hängt man ihn dann immer noch überall hin und beginnt den Frevel immer wieder, ihn zu töten? Buddha höckelt meist liebevoll in Gärten rum, ohne Qual. Für uns stellt sich das so dar: das Leid ist im Christentum von zentraler, je fetischierter Bedeutung. Psychologisch heissen wir das alles andere als gut, eher als lebensfeindlich. 
Weltenwechsel im wahrsten Sinne: egal ob die Ordnungen des Ostens aus religiösen Gesetzen entstanden sind, die Lebensart hier ist eine andere als die im "unheiligen" Land Zürich.

Humor als Therapie-Werkzeug kommt hier in Frage, wenn er sich um tabufreie Themen dreht. Das ist für religionsfreien Schamanismus ein Vorteil: wir sind nicht gebunden an eine Moral. Wir kümmern uns um die Herzen.





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