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Schamanenstube schreibt über Orakelsee

Wie funktioniert Hellsehen? Was ist Hellsichtigkeit? - Artikel über das Wahrnehmen von Ordnungen in schamanischer Trance und den Einsatz vom Kartenlegen

Mar
2018

30


Orakelsee
Seit einiger Zeit hat die Schamanenstube den Orakelsee wieder öffentlich zugänglich gemacht. Die erste Zeit bestand aus Entwicklungen, Bugfixing und Erweiterungen. Nun kehrt Ruhe ein am online Kartenlegen. Wir wissen, wir sind die einzigen im Netz, die zusammen mit Tarot3d echtes Kartenlegen am Bildschirm ermöglichen. Es war uns wichtig, keine fremden Karten zu verwenden und damit Künstlerrechte zu veletzen, sondern eigene Karten zu malen. Die digitale Malerei hat untrüblich zur Stimmung am Orakelsee beigetragen: Ruhe, friedliche Fernsicht und das Gefühl, für Menschen da sein zu können.

Eher selten nehmen wir die Trommeln mit an den See. Wir setzen uns ins grüne Gras auf den Hügeln um den See oder an den flachen Stellen, an welchen der Übergang zwischen Boden und Fliessen ineinander übergeht. Dort unten ist es einfach, den Blick in die andere Wahrnehmungsebenen zu wechseln. Den Kopf nahe am Wasser lässt die Augen über das meist glatte Wasser gleiten. Man spürt die tiefe des Sees und die Bewegung der Oberfläche bis hinaus in die tieferen Wasser. Die leichten Bewegungung erlauben das Atmen mit dem See. Wie von selbst steigt die blaue Kugel aus dem Wasser auf und wird umhüllt von einem Glitzern. So seltsam das anmuten mag, so vertraut wirkt das Bild und fügt sich gänzlich in die Landschaft mit ein. Es ist, als ob sie schon vorher da gewesen wäre.


Die Orakelkugel

Die Orakelkugel dreht sich langsam. Sie zieht aus den Tiefen des Sees Wasser an ihrer Seite hoch, das in feinen Tropfen an ihr herunter perlt. Es sieht aus wie feine Nebelschwaden, die sich über die Kugel ziehen und in glitzernden Tropfen an ihr runtergleiten. Die Mitte der Kugel steht fast still. Einige dunklere Regionen erkennt man. Sie drehen sich langsamer. Das liegt daran, dass die Kugel recht gross ist. Das Beschreiben wird schwierig, wenn man bewerten muss, ob sie durchsichtig oder nicht ist. - Es ist anders. Man kann durch sie hindurch sehen, aber nicht in den Hintergrund des Sees. Man sieht nicht das Ufer auf der anderen Seite, nicht die Bäume auf den Hügeln dahinter. Man sieht in die Ordnungen der Menschen hinein, die sich dem See widmen. Ohne konkrete Fragestellung ist das ein nicht greifbares Durcheinander, das aber schön anzusehen ist. Manchmal erblickt man Fetzen von etwas, das sicher Sinn machen würde, wüsste man die Frage dazu.

Die Kunst des Lesens der Ordnungen besteht darin, eine Frage dem richtigen Bild zuzuordnen. Wobei die Bilder in der Kugel nicht still stehen, sondern sich Bewegungen abzeichnen. Sie zeigen, was unter den Vorkommnissen und Bestrebungen liegt. Alles, was man tun muss, um hinter die Dinge zu schauen, ist sich einer Frage an das Orakel intensiv zu widmen und zu warten, bis man versteht, was sich da bewegt. Oft denkt man nicht an Unvermutetes.


Was ist Hellsehen?

Oft wird Hellsichtigkeit als eine Gabe bezeichnet. Da denken wir etwas anders. Es ist eine Technik, die viel mit einem persönlich zu tun hat. Passend würden wir es als eine gewisse Faulheit des Sehens bezeichnen. Wenn wir im Alltag etwas sehen, versuchen wir dem Gesehenen sofort einen Sinn zuzuweisen. Vielleicht können wir als Beispiel den Flug eines Pfeils über den See nehmen. Wenn man ihn sieht, weiss man instinktiv wo er etwa landen wird und von wo er abgeschossen wurde. Macht man ein Foto mit kurzer Verschlusszeit von dem Pfeil, der gerade über den See fliegt, so scheint er im Bild über dem See zu schweben. Es ist nicht klar, wie schnell er unterwegs ist. Auch ist unklar, in welche Richtung er fliegt. Er könnte genauso gut rückwärts fliegen. Womöglich wurde er auch nur an einer Schnur befestigt und baumelt über den See. Dennoch versuchen wir, im Bild nach Sinn zu suchen. Die nahelegenste Vermutung ist: er fliegt in Pfeilrichtung. Dieses Suchen nach Sinn, nach einem Einordnen der Wahrnehmung ist eine anstrengende Geschichte. Sie läuft automatisch. Denn im Alltag benötigen wir diesen Automatismus.

Wer zwei oder dreimal versucht hat, die Realität anders zu betrachen und damit die Möglichkeit offen zu lassen, dass alles auch anders sein könnte, findet vielleicht Gefallen daran. Es heisst nicht, dass man die Alltagstauglichkeit verliert.

Den Dingen nicht gleich Sinn zu verleihen, ist eine Freiheit. Man kann sie durch Faulheit erreichen. Dabei sprechen wir von einer Faulheit der Wahrnehmung. Aus schamanischer Sicht befindet sich bei der Wahrnehmung direkt der Gerechtigkeitssinn. Dieser wertet und orndet ein, was das Zeug hält. Seine Ressourcen sind Gewissen, Ethik und das Wissen über Gesetzmässigkeiten. So nehmen wir aus schamanischer Betrachtung die Welt wahr. Es gibt so hochtrabende Wörter wie wertfreies Denken. Das ist im Alltag nicht möglich. Wir würden beim Gehen direkt an die nächste Wand klatschen. Die Faulheit besteht darin, dass man es sich gönnt, die Wertemaschinerie mal aussen vor zu lassen.

Der Zustand beim sog. Hellsehen ist also als ziemlich doof zu bezeichnen, betrachtet man ihn aus dem Alltagsbewusstsein. Hellsehen verhält sich ähnlich dem schamanischen Trancezustand. In der Geschindigkeit dieser Trance wird es möglich, etwas doofer die Welt zu betrachen. Das liegt daran, dass unser Gehirn im Alltagsbewusstsein nur drei Dinge miteinander vergleichen kann. Stellt man sich einen Würfel vor, auf dessen oberseite vier Punkte sind und geht etwas näher ran, so kann man gleichzeitig immer nur drei Punkte sehen. Man weiss, der vierte ist da und man kann den Blick auch auf den fehlenden schweifen lassen, nur geht dabei einer der anderen verloren. Unser Gehirn ist im speziellen Zustand der schamanischen Trance fähig, alle vier Punkte gleichzeitig wahrzunehmen.

Das tönt erst einmal nach einer Bereicherung der Fähigkeiten. Das ist es aber nicht, weil wir es uns nicht gewohnt sind, einen Sinn im Vergleich der vier Dinge zu finden. Den Blick kann man dabei als "weich" bezeichnen. Das Erkennen von Zusammenhängen ist bei Hellsichtigkeit nicht mehr an Logik gebunden, sondern an ein emotionales Schweifen über Zustände. Meist dauert es eine ganze Weile, bis man aus dieser speziellen Wahrnehmung etwas kognitiv fassen kann. Er danach ist etwas in Worten fassbar. Diese Worte entsprechen nicht unbedingt der Wahrnehmung, sondern sind oft nur eine Annäherung. Das Wahrnehmen von vier Einflüssen auf eine Situation ist nicht logisch. Ein kleiner Teil geht dabei gerne verloren. Vielleicht erklärt das die Ungenauigkeit einiger Aussagen.


Bewegte Realität

Aus dem Geschriebenen oben kann der Eindruck entstehen, dass in einem hellsichtigen Zustand alles still steht und man aus einem ruhenden Bild abliest. Das ist nie der Fall: die vier oder manchmal mehr Dinge bewegen sich alle. Aus der Gefühlslehre der Schamanismus Therapie ist bekannt, dass Kraft immer in einer oder mehreren Ordnungen fliesst. Das kann man sich vorstellen, wie Wasser, das in einer Regenrinne fliesst. Ohne Regenrinne entsteht vielleicht ein still stehender Tümpel. In der Rinne bewegt sich das Wasser bei etwas Neigung. So verhält es sich auch mit den Begebenheiten unseres Alltags. Er steht nicht still, er bewegt sich. Was man also beim Hellsehen erkennt, sind die Bewegungen. Daraus kann man die Ordnungen, also die verschiedenen Regenrinnen ableiten. Das Kartenlegen kann einem dabei entscheidend helfen: die Karten bilden die Ordnungen ab. Darin bewegen sich die Kräfte. Auf diese Weise kann man Aussagen darüber machen, was passieren wird. Quasi: die Richtung des Pfeils ist wieder sichtbar, weil sich alles bewegt.






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