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  • schreibt über Schamanenschule

    Die Anderswelt: schamanische Reisen als Zugang zum Unterbewusstsein und die damit verbundenen Gefahren. Die Begleitung mit der Erfahrung der Gefühlslehre.

    Jul
    2017

    24


    Anderswelt Zugang
    Mit dem Bewusstsein ins Unterbewusstsein: schamanisches Reisen bringt einen in die sogenannten Anderswelten. Wo genau ist das, was erlebt man dort und was bringt das? Die Schamanenstube bringt das Reisen in diese Gefilde bei. Macht das Sinn?


    Was ist die Anderswelt?

    Es gibt viele Begriffe rund um die Anderswelt. Zuerst ist die Frage, ob es sich dabei nur um eine oder mehrere "andere Welten" handelt. In den Augen der Schamanenstube sind es mehrere, man müsste also von Anderswelten sprechen. Die FSS (foundation for shamanic studies) spricht von der NAW - der nicht alltäglichen Wirklichkeit. Wir selbst sprechen oft von Geistwelten.
    Reisen in diese Anderswelten finden klassisch via schamanischer Reise statt. Dabei wird das Bewusstsein in eine spezielle Trance versetzt, die schamanische Trance genannt wird. Dieser Zustand unterscheidet sich von Meditationen. Die Schamanenstube hat die Beschreibung: "wacher als wach" geprägt. Im Gegensatz zu einer Meditation wird man nicht ruhiger in dieser Trance, sondern aktiver. Der 240 Schläge pro Minute schnelle Takt hebt einen etwas über das automatische Denken und Handeln heraus. Diese innere Beschleunigung wird gerne auch als inneres Feuer bezeichnet, das wild auflodern kann.
    In diesem Zustand erlebt man Dinge anders. Die Anderswelten können Orte voller Mystik, Erinnerungen, innerer Landschaften oder Orte sein, die es im Alltag gibt. Die FSS nennt mit ihrem Begriff NAW den entscheidenden Faktor: Wirklichkeit. Wenn man fragt, was die Anderswelt ist, kann man auch fragen, was Wirklichkeit ist. Wirklichkeit ist letzten Endes nur das, was man wahrnimmt. Die Verschiebung der Wahrnehmung auf schamanischen Reisen bewirkt, dass man herkömmliche Dinge als "anders" wahrnehmen kann. Dieses Wahrnehmen findet auf Wirkungsebene statt. Sagen wir, Sie reisen schamanisch nach Paris und stehen vor dem Eiffelturm. Er kann Ihnen auf der schamanischen Reise vielleicht überheblich vorkommen und Sie möchten da wieder weg. Das hängt von Ihnen selbst ab. Der Eiffelturm wirkt in seinem Stolz, in seinem Hochragen vielleicht emotional abstossend auf Sie, vielleicht bewundern Sie ihn auch.
    Die Anderswelten sind also Interpretationslandschaften Ihrer inneren Ordnung. Das hat grosse Vorteile: Sie können anhand der Wirkung Ihrer Wahrnehmung an Ihre Gefühle und unbewussten Einstellungen herankommen.


    Reisen mit dem Unterbewusstsein

    Die Frage, ob man auf schamanischen Reisen mit dem Unterbewusstsein reist, lässt sich mit ja beantworten. Durch den erhöhten Takt ist auch das Bewusstsein mit dabei und kann die Reaktionen des Unterbewusstseins genau anschauen. Ob es sich bei schamanischen Reisen nur um Reisen ins Unterbewusstsein handelt, möchten wir mit einem Nein beantworten. Aber das Reisen ins eigene Unterbewusstsein bringt in unseren Augen enorme Vorteile. Tief in unserem Innern haben wir in der Regel längst emotionale Entscheide gefällt und Richtungen eingeschlagen, noch bevor wir diese bewusst formulieren können. Ein Reisen in diese Bereiche der Anderswelten kann einem das eigene, wahre Ich aufzeigen, das verborgen unter Gedanken liegt. Schnell wird bei Reisen ins Unterbewusstsein klar, dass man gerne von vielen Gefühlsströmungen dominiert wird.
    Das Wissen darüber, wie man unterbewusst "tickt", ist aber nicht alles: man kann dieses Ticken ändern. Oft braucht es wenig, um eine solche Ordnungsveränderung herbei zu führen.


    Gefahren der schamanischen Reise

    Man ist mit dem Bewusstsein im Unterbewusstsein und kann eingreifen. Das alleine ist eine Gefahr für unvorsichtige Handlungsmotive. Man kann auch Dingen aus dem Unterbewusstsein begegnen, denen man nicht gewachsen ist. Es hat einen Sinn, dass gewisse Dinge vor uns verborgen sind.
    Deshalb halten wir es für sinnvoll, schamanische Reisen ins Unterbewusstsein nur in einer vertrauten Gruppe durchzuführen. Erste Reisen finden wir nur in Begleitung sinnvoll. Hat es in dieser Gruppe Menschen, die sich mit der Gefühlslehre auskennen und die therapeutisch arbeiten können, ist die Gefahr wohl kleiner. Man ist aber auch dann nicht davor gefeit, im Unterbewusstsein Blödsinn anzustellen. Schnell verliert man Überblick, Absicht und verantwortungsvolle Gedanken an langfristige Auswirkungen.
    Die Schamanenstube unterscheidet sehr stark zwischen Reisen zur Begebenheitsfindung und Handlungsreisen. Es gibt Techniken, die eine saubere Herangehensweise begünstigen und Schäden vermeiden können. Die Dauer der Ausbildung zum Experten für sich selbst ist auch deshalb unter zwei Jahren kaum machbar, da man während dem Bewegen durch die Anderswelt lernt, verantwortungsvoll mit sich umzugehen.
    Eine weitere Gefahr des bewussten Besuchs im Unterbewusstsein ist das Auftauchen von Ereignissen, die man verdrängt hat oder denen man gar nicht begegnen möchte. Das kann traumatisierend wirken. Auch hier gibt es Reisetechniken, die einem davor bewahren und Reaktionsmöglichkeiten geben. Geführte oder schamanisch begleitete Reisen sind hier besonders hilfreich. Es gibt z.B. das Schamanenboot, da verschiedene Reisende gemeinsam für jemanden unterwegs sind und ihre Wahrnehmungen teilen.


    Sicheres schamanisches Reisen

    Man kann das schamanische Reisen aus Büchern und Anleitungen aus dem Internet lernen. Es ist nur eine Technik. Den einen gelingt die Reise auf Anhieb, andere üben teilweise bis zu einem Jahr. Es muss dabei auch nicht zu den unter "Gefahren" beschriebenen Ereignissen kommen. Die Schamanenstube macht ausschliesslich Begleitungen bei den ersten Reisen. Ab September 2017 sind diese Begleitungen auch für persönliche Reisen wieder buchbar.

    » Begleitetes Reisen am Nachmittag oder Abend, Mo - Fr





  • schreibt über Schamanenschule

    Ritual Anleitung: schamanisches Ritual im Wind - bewegendes Element Luft. Zur Ritualzeit im Einklang mit dem Wind. Ritual zur Prozesseinleitung.

    Mai
    2017

    29


    Feld des Windes
    Während der Ausbildungen der Schule für Schamanismus Therapie widmen wir uns in einer Kursserie dem Element Luft. Das machen wir, bevor wir Medizinräder legen oder Naturrituale angehen. Mit den Erfahrungen aus diversen schamanischen Reisen, wächst ein tiefes Verständnis für die bewegende Kraft der Luft und der Winde. Dieses Verständnis erlaubt eine Gefühlsbasis, die das Eintauchen in kraft- und wirkungsvolle Rituale ermöglicht. Vielleicht ist es wieder einmal richtig, eines dieser Element-Rituale hier zu beschreiben. Ob jemand schamanisch reisen kann oder Erfahrungen im Schamanismus hat, ist nicht so entscheidend für die Durchführung. Entscheidend sind die Momente erlebter Privatheit.



    Einklang auf das Element Luft

    Stehen Sie an einem schönen Sonnentag an einer Wiese oder an einem Feld. Wichtig ist, dass Sie eine gewisse Fläche vor sich haben: sie darf gross sein. Stehen Sie so, dass der Wind von links oder rechts über das Feld streicht. Am besten ist es, wenn das Feld Ihnen zusätzlich zur dieser Position einen Ort schenkt, an welchem der Wind Ihren Rücken stärkt. Es ist schön, ein Feld zu finden, das von allen Seiten her begangen werden kann. Mitten auf einer Wiese kann man sich natürlich einfach drehen. Einige schamanisch Praktizierende können womöglich die Windrichtung während dem Ritual drehen. Wie auch immer, es darf eine private Zeit beginnen.


    RitualSie sollten natürlich nicht mitten in einem Feld stehen. Bauern finden das auch dann nicht prickelnd, wenn Sie keinen einzigen Halm umknicken. Für das Ritual reicht es allerdings, am Rand eines Feldes zu stehen.


    Beim Einklang auf ein Ritual setzen wir auf Integration all dessen, was Sie hergeführt hat. Vielleicht sind Sie durch die Sonne gegangen und etwas verschwitzt, atmen etwas stark durch das Gehen auf dem Weg, ärgern sich, dass Sie kein Wasser dabei haben. Solche und weitere Gedanken und Befindlichkeiten dürfen beim ruhigen Stehen aufkommen. Es geht bei schamanischen Ritualen nicht darum, diese Gedanken ähnlich wie bei Meditationen vorbeiziehen zu lassen oder zu vermeiden. Es geht darum, diese Gedanken zu verwenden. Dabei gibt es den Trick, die Gedanken auszusprechen oder zumindest klar in Worte gefasst zu denken, als ob man sie sprechen würde. Die Auseinandersetzung mit den Befindlichkeiten und aktuellen Gedanken darf zur Wahrnehmung führen, wer man im Moment gerade ist. Sie kommen mit dem, was sie ausmacht, an diesen Ort. Also ist das im Jetzt ein Teil von Ihnen. Die Wahrnehmung von einem selbst kann dadurch stärker werden und zu einer Reflexion führen. Am Ende des Ankommens steht ein bewusstes Sein. Die Dauer der Reflexion darf so lange gehen, bis sich Ihre Wahrnehmung verändert. Vielleicht kennen Sie diesen Effeekt von Ferien. Viele erleben ca. am dritten Tag an einem Ferienort, dass sie den Ort zwar noch gleich sehen, sich aber ein Gefühl dafür eingestellt hat. Als ob sie nochmals angekommen wären. Aus schamanischer Sicht entspricht das der Bewegung des Ankommens. Wenn man früher irgendwo auf Besuch ging, hielt man kurz vor dem Ziel an. Man setzte sich hin und ass etwas. Meist kam jemand von den Menschen, die man besuchen wollte, einem entgegen und brachte etwas zur Stärkung mit. Die Idee dahinter war, dass man vollständig ankommen wollte. Besonders wenn man sehr schnell gegangen war, wartete man, bis die eigenen Seeleteile auch ankamen. Sie dürfen sich also gerne Zeit lassen, vollständig am Ort zu sein.



    Ein Element Luft - Ritual

    Die Schamanenschule versucht die Grundhaltung bei Ritualen immer so zu erklären: übernehmen Sie für die Ritualzeit den Besitz über den entsprechenden Raum. Man könnte auch sagen, verbinden Sie sich mit dem Raum, sprich hier mit dem Feld. Das leichte Taumeln der Halme im Wind kann mit dem Körper nachempfunden werden. Taumeln Sie ein wenig mit, vielleicht durch ein Mitschaukeln im Wind. Betrachten Sie einzelne Halme und breiten Sie sich nach und nach weiter aus. Sie können dabei immer wieder auf ein nächstes Lüftchen warten, wenn gerade wenig Bewegung in der Luft ist. Es ist möglich, dass der Wind sich dreht. Wie eingangs erläutert, können Sie jetzt auch an eine andere Berührungsfläche des Feldes gehen, um den Wind im Rücken zu haben. Wenn Sie barfuss da stehen, können Sie sich vielleicht auf die Bewegung der Erde einlassen und spüren, wie die Halme am Boden leicht ziehen, wenn sie in Bewegung geraten. Ziehen Sie mit, um die Erde unter sich stärker spüren zu können, als wären Sie selbst ein Halm.
    Langsam sind einige mitgebrachten Gedanken nicht mehr wichtig, Sie gehen in etwas Neues über: in ein Einssein mit dem Feld, mit der Luft und der Erde.



    Ritual
    Bringen Sie alles, was Sie hindert, wofür Sie sich vielleicht schämen oder alles, was Ihnen an sich selbst nicht gefällt in die Bewegung des Windes. Ausgebreitet über das Feld können Sie sich vorstellen, einen Teppich aus sich selbst darüber schweben zu lassen. Diesen Teppich können Sie vom Wind bewegen lassen, wie ein grosses Tuch im Wind. Es geht aber nicht um ein Loslassen. Das würde nicht funktionieren (siehe unser Blogeintrag zum Loslassen). Vielmehr können Sie in der Bewegung der alles verbindenden Luft Ihre eigenen Ordungen auflockern, relativieren und sich verändern lassen. Geniessen Sie das Flattern im Wind, geniessen Sie das Aufbrechen von Festgefahrenem, geniessen Sie das Spüren langsamer Veränderungen im Körper. Die Vergangenheit wird mit der Gegenwart verbunden und eine neue Zukunft wird möglich.

    All das, was Sie ausmacht, ist dann wieder zurück zu Ihnen zu bringen. Atmen Sie Ihr Tuch, Ihren Teppich und ziehen Sie ihn wieder über die Arme in Sie hinein.
    Sie haben eine Richtung gegeben. Sie haben einen Prozess eingeleitet. Eine Kupfermünze oder ein Apfel als Geschenk für die Geister kann vielleicht am Rand des Feldes gelassen werden. Vielleicht erinnern Sie sich das nächste Mal an diese Bewegung der Luft, wenn Sie sich in Ordnungen bewegen, mit denen Sie nicht weiter kommen oder die Sie stören.

    Das Team der Schamanenstube wünscht Ihnen viel Erfolg!







  • schreibt über Schamanenschule

    Das Interpretieren und Hinterfragen von schamanischen Reisen. Mit Lehrer, Krafttier und Ortsgeist in der schamanischen Mittelwelt unterwegs.

    Mai
    2017

    15


    Trubild SchafBilder des Tages können als Malkasten für schamanische Reisen verwendet werden.


    Sagen wir, Sie planen einen Apéro mit Produktepräsentationen für Ihre Kundinnen und Kunden. Im Vorfeld beschleicht Sie ein ungutes Gefühl, ob der Anlass auch für alle ein schönes Erlebnis wird. Zur Inspiration streifen Sie am Veranstaltungsort umher. Sie finden Ruhe in entspannten Blicken auf Kuhherden, Schafe und Ziegen, die friedlich den Ort umgeben. Noch einige Telefonate und ein zwei Notizen, dann entscheiden Sie sich für eine schamanische Reise. Ihre Reiseabsicht: was kann ich tun, damit es allen wohl ist.


    Schamanische Reise zum Ortsgeist

    Die Reise zum Ortsgeist scheint eine sinnvolle Idee. Sie treffen sich im Rat der Geister und bitten Lehrer und Krafttier, sie zu begleiten. Die Mittelweltreise führt Sie in den kleinen Park, in welchem der Event stattfinden wird. Die Sonne lässt das Grün des gepflegten Rasens hell erstrahlen. Die Tische für den Apéro sind gedeckt. Alles steht bereit. Sie bitten Ihr Krafttier, den Ortsgeist zu finden. Bald steht ein Schaf vor Ihnen und schaut Sie leicht verwundert an. "Kann ich etwas tun, was meine Präsentation für alle angenehm machen wird?" Das Schaf nennt frisch geschnittene Blumen, die noch fehlen würden. Etwas Milchiges wäre auch nicht schlecht. Sie bedanken sich und kehren in den Rat zurück. Ihr Lehrer meint, Blumen seien immer schön. Ihr Krafttier meint, unter Umständen hatte das Schaf einfach Lust auf frische Kaublumen mit Milch.


    Interpretation der schamanischen Reise

    Die Notwendigkeit des Interpretierens einer Reise weist darauf hin, dass nicht alles geklärt werden konnte. Interpretieren heisst Vermutungen anstellen. Schnell gelangt man in den Glauben von tiefgreifenden Erkenntnissen aus der Reise: es könnte zum Beispiel dringend nötig sein, den ganzen Ort mit Blumen zu verzieren. Oder es braucht noch eine grosse Käseplatte, damit Milchprodukte da sind? Joghurt? Ein schöner Krug gefüllt mit Milch? Womöglich hatte Ihr Krafttier Recht und die Reise war nicht erfolgreich. Sie haben ein Schaf getroffen, das Lust auf frische Blumen mit Milch hatte. Schliesslich sah sein Bart ja auch so aus, als ob er in Milch getränkt sei.
    Sie wenden sich an andere schamanisch Reisende und erzählen von der Reise. Die unterschiedlichsten Interpretationen könnten dabei heraus kommen. Es gibt einen Grundsatz: niemand kann eine Reise interpretieren, als man selbst. Die Interpretation soll dazu führen, eine Alltagstauglichkeit zu erreichen. Ein Problem bei den Vermutungen ist, dass man nur lösungsorientiert unterwegs ist. Man sucht eine Lösung und merkt vielleicht nicht, dass man zuvor schon falsch abgebogen ist. Also zurück zur Reise: Sie hinterfragen deren Aussagekraft.


    Hinterfragen einer schamanischen Reise

    Es kommt Ihnen in den Sinn, vor der Reise schon Schafe gesehen zu haben. Hat Sie Ihre Wahrnehmung getäuscht? Wenn das Schaf eine Einbildung war, dann sind Sie vielleicht gar nicht dem Ortsgeist begegnet? Das ist möglich, ja. Aber es gibt eine weitere Möglichkeit: unser Gehirn nimmt bei Dingen, die es nicht gleich zuordnen kann, sofort Bilder hervor, die passen. Der Ortsgeist könnte z.B. ein kleiner Zwerg in weissem Kleid gewesen sein. Sie sind ihm begegnet, als er gerade eine Kupfermünze im Rasen fand. Ist der Rat des weissen Zwerges deshalb falsch? Oder wären kleine Glücksbringer in Form von Kupfermünzen eine nette zusätzliche Überraschung?
    Wenn unser Gehirn das Nächstliegenste für Unbekanntes nimmt, werden die Gefühle dieser Auswahl denen entsprechen, die Sie sich erhofften. Ein Schaf hat für Sie vielleicht etwas "Mildes". Manchmal drückt man mit einem Schaf aber auch Ratlosigkeit aus. Es ist also wichtig zu hinterfragen, was ein Schaf mit Ihnen in dieser Situation der Unsicherheit über den Apéro macht. Es zeigt einen selbst in dieser Situation. Vielleicht haben Sie die Reise nur unternommen, weil Sie sich nicht mehr weiter helfen konnten. Es fühlte sich für Sie wie eine Notsituation an. Alles soll perfekt sein für die Gäste. Diese Verantwortung nehmen Sie höher war, als dass Sie Vertrauen zum Personal des Caterings haben, obschon das geschulte Personen sind. Am Ende müssen Sie vielleicht sagen: es spielt keine Rolle, ob es zusätzlich Blumen da hat. Das wird nicht entscheidend sein. Entscheidend wird Ihre Stimmung sein. Was stimmt denn nicht mit dem Produkt, das Sie präsentieren möchten, dass Sie Ängste beflügeln? - Und wenn alles mit dem Produkt in Ordnung ist, wovor haben Sie Angst? - Vor den Menschen selbst?
    Hier kann das Auftauchen des ruhigen Schafes Ihnen auch eine Wirkung vermitteln, statt eine Interpretation: es ist alles in Ordnung, widmen Sie sich Ihren Bedürfnissen. Diese können sein, den Menschen das Produkt voller Überzeugung zu präsentieren, so wie Sie es entwickelt haben. Sie haben es wahrscheinlich in Hingabe entwickelt. Diese Hingabe will gespürt werden. Sprich: Sie dürfen sich selbst sein. Wie das Schaf vielleicht mit Blumen und Milch sich selbst schauen möchte, können Sie auch für sich schauen. Sie haben Lust auf einen prickelnden Weisswein. Nur zu!



    Milch




  • schreibt über Schamanenschule

    Welche Qualitäten bieten schamanische Krafttier Reisen? - Die Beziehung zum Krafttier ohne Tier-Bedeutungen: die Qualität der inneren Kraft

    Feb
    2017

    09


    Schwan
    Nicht nur die erste schamanische Reise führt zum Krafttier. Das Krafttier wird bei den meisten Reisenden zum ständigen Reise-Begleiter. Viele Menschen verspüren eine emotionale Nähe zu ihrem Krafttier. Vertrauen entsteht meist schon von Anfang an. Das erlaubt es einem, für Gefühle und persönliche Belange einen sehr nahen Ansprechpartner zu haben. Wie gestalten sich die Beziehungen zu Krafttieren auf schamanischen Reisen?


    Die Beziehung zum Krafttier

    Schamanismus schreibt nicht vor, wie die Beziehung zum Krafttier gestaltet werden soll. Den einen ist es einfach ein Begleiter auf Reisen. Es weiss über Örtlichkeiten Bescheid. Den anderen wird es Freund und Anlaufstelle auf emotionaler Ebene. Eine solche Beziehung kann sich sehr tiefgehend entwickeln. Ihre Qualität kann von einer hohen Authentizität erfüllt sein. Das Krafttier ist ein Wesen, zu welchem man in der Regel nur selbst Zugang hat: wie ein innerer Schatz. Das erlaubt selbst das Teilen von Geheimnissen. Ein Gefühl tiefster Vertrautheit kann sich entwickeln. Man muss dem Krafttier nichts vorgespielen. Es erhält die echten Gefühle, die einen plagen oder freuen. Seine Reaktion ist daher auch echter, als jede Reaktion, die von aussen kommen könnte.
    Warum kann man sich dem Krafttier komplett öffnen? - Es liegt auf der Hand: das Krafttier ist keine Person im Aussen, sondern bleibt für immer ein ganz privates Wesen. Man muss keine Position beziehen, die dem Krafttier gefallen würde. Diese Eigenschaft ist vergleichbar mit Beziehungen von Menschen, die zu einem höheren Wesen beten und diesem ihre privaten Belange anvertrauen. Der Unterschied besteht darin, dass das Krafttier nicht allmächtig ist. Es ist ein ganz normales Wesen, das einen mit seinen Unzulänglichkeiten auf Augenhöhe begleitet. Es gibt keinen Druck von aussen, dass man z.B. beichten müsse oder es täglich zu verehren habe. Obendrein ist eine direkte Kommunikation möglich.
    Natürlich gibt es auch Menschen, die sich ein möglichst kraftvolles Krafttier wünschen. Gerade bei Schamanismus Touristen wird der Stolz oft an der Grösse des Krafttiers fest gemacht. Damit entschwindet die private Ebene zum Teil. Sie erhält einen Bezug nach aussen und ist nicht mehr wirklich frei.



    Reh

    Krafttier-Bedeutungen

    Wir gehen nicht auf die Bedeutung einer Tiergattung ein, um wertende Aussagen zu machen, weil wir das für Humbug halten. Die Bedeutung eines Krafttiers ist persönlicher Natur. In der Schweiz z.B. haben viele Menschen ein Krafttier, das mit Fell oder Federn bekleidet ist. Assoziationen von Wärme beim Fell und von freien Gedanken bei Federn liessen sich eher anstellen. Aber auch das ist spekulativ. Fische und Reptilien finden sich hierzulande eher selten. Es bleibt vielleicht die Frage, ob man sich ein Krafttier selbst aussucht oder ob es tatsächlich die wahrgenomme Form hat.
    Ein wesentlicher Fehler beim schamanischen Reisen kann es sein, sich Dinge nicht aus allen Blickwinkeln zu betrachten. Einige schamanisch Reisende verstehen sich auf den sogenannten Weltenwechsel. Ein grosser Büffel kann aus einer anderen Betrachtungsweise auf einmal als eine Maus auftauchen und immer noch dasselbe Wesen sein. Diese Relativierung eignet sich nur für bodenständigen Schamanismus. Die Gefahr des Weltenwechsels besteht darin, dass man sich nicht an bereits festgelegten Ordnungen halten kann. Das Leben bleibt weiterhin facettenreich. Es definiert sich gerne anhand aller Einflüsse, nicht nur eines einzelnen. Gerade auf den ersten Reisen sucht man natürlich Sicherheiten. Hat man ein klares Bild des Krafttieres, hält man daran fest. Der Wunsch nach einem starken Krafttier spielt gerne in die Wahrnehmung mit hinein. Dabei spielt es keine Rolle, welche Gattung ein Krafttier hat. Eine Rolle spielt, wie sich der persönlich Zugang zu dieser Tiergattung gestaltet. Ist eine Beziehung zum Beispiel zu einer Mücke für einen möglich oder nicht? Die Qualität, der Nutzen eines Krafttieres hängt in erster Linie davon ab, wie stark man sich persönlich auf es einlassen kann.


    Emotionale Stärke

    Emotionale Stärke empfinden wir nicht als Emotionslosigkeit, sondern als tiefes Beschäftigen mit den eigenen Gefühlen. Sagen wir, Sie erleben etwas Bedrückendes. Jemand macht zum Beispiel etwas, was gemäss Abmachung nicht in Frage gekommen wäre. Nun sind Sie in der Schuld, das zu äussern. Sie fühlen sich dadurch vielleicht unwohl, weil Sie nun zu reagieren haben. Eine erste Reaktion könnte Wut sein. Reagieren ist meist ein schneller Prozess. Das Krafttier kann als emotionaler Begleiter als ein Gegenüber auftreten, das die Reaktion erst einmal mit Ihnen zusammen überdenkt. "Sollen wir den Kopf einziehen und uns nicht wehren?" - "Ist es klug, jetzt aggressiv zu reagieren?". Unsere Erst-Reaktionen sind meistens unüberlegt und schaden zuweilen uns selbst. Das Gespräch mit dem Krafttier kann die Erst-Reaktion mit weiteren Reaktionsmöglichkeiten bereichern. Was wird geschehen, wenn man wütend reagiert, wie wird der andere darauf reagieren? - Das Krafttier kann sich im Gespräch um die persönliche Lebensqualität kümmern und diese spiegeln: welche Reaktion wird in der Folge zum besten Wohlfühlen führen?
    Sich solchen und ähnlichen Interaktionen mit dem Krafttier zu widmen, kann die Möglichkeiten von Reaktionen schneller zum Vorschein bringen. Vielleicht kann man sagen: je intensiver man diese innere Zwiesprache abhält, je besser kann sich auch die Erst-Reaktion gestalten. Dieser Prozess schreitet besser voran, wenn man dabei auch von aussen begleitet wird. Die Schule für Schamanismus Therapie legt grossen Wert darauf, dass die Kommunikation frei von Dogmen und Einschränkungen bleibt.


    Die Kraft des Krafttiers

    Warum ist dieses persönliche Tier eigentlich ein Kraft-Tier? Im Englischen nennt man es das "Power-animal". Gibt es da eine Steckdose am Krafttier? - Nein, dann müsste es ja Energie-Tier heissen. Vielleicht ist in der Bezeichnung "Kraft" statt "Energie" erkennbar, dass Schamanismus in seiner eigentlichen Form ohne esoterisches Gedankengut auskommt. Das ist die Grundlage der Schamanenstube. Die Frage bleibt aber, was denn das für eine Kraft ist.
    Sagen wir, Sie nehmen Ihr Krafttier als Wolf wahr. Mit der Technik des sogenannten Krafttier-Tanzes nehmen Sie diese Wolfskraft in sich auf und werden selbst zu einem Wolfswesen. Sie streifen durch die Wälder, spüren die tierische Muskelkraft in ihren Beinen. Sie beginnen zu laufen und rennen in hohem Tempo über den Waldboden. Sie atmen mit Wolfslungen, spüren das Wolfsblut durch Ihre Adern vibrieren. Das Erleben eines solchen Krafttiertanzes kann einen an ungeahnter Kraft teilhaben lassen. Damit ist in erster Linie Muskelkraft gemeint, gepaart mit Antrieb, Motivation und Lebenslust.



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