SuchenX
Menu
Suchen Kontakt Events

Schamanenstube schreibt über Schamanenschule

Die Visionssuche zeigt Waldgeister. Trommeln zum Ritual der Geister Naturhochzeit auf der Visionssuche

Aug
2010

30


Visionssuche Die Schamanismus Schule führt Visionssuchen durch. Hier ein Bericht einer unserer Teilnehmerinnen vom August 2010.

16.08.2010
Mein Mann und ich machen uns auf den Weg zur Schamanenstube, wo wir so gegen 10.30 Uhr eintreffen. Nach kurzer Begrüssung meint Wanderer: "Verschieben wir`s auf nächste Woche?" "Wie bitte?, sicher nicht. Morgen wird`s ja schon wieder besser mit dem Wetter." Nach einem Kaffee und etwas Plaudern machen wir uns auf den Weg zum Ziel (lach, tönt gut, was?)
Wir stellen das Zelt auf. So gegen 12.30 Uhr ist es soweit und wir verabschieden uns.

Nun richte ich mein Zelt ein. Es soll ja, trotz Wetter etwas gemütlich sein.

Nun geht es ans Einrichten meines Platzes. In den vier Himmelsrichtungen stecken bereits meine 4 Pfeile mit ihren Farben. Nun verbinde ich sie mit der mitgenommenen Schnur. An dieser befestige ich auf jeder Seite 4 Tabakfallen. Jedem Bäutelchen erkläre ich laut seine Aufgabe: alles was nicht hierher gehört aufzufangen. Sodann kommt zu jedem Pfeil ein selbstgebasteltes Säcklein mit je 3 von meinen Heilsteinen drin. Tagsüber liegen sie geöffnet am Boden beim Pfeil und nachts schliesse ich die Säcklein und hänge sie an die Pfeile. Auch den Heilsteinen erkläre ich ihre Aufgabe: ich bitte euch um Schutz von Innen und Aussen.
Nun noch auf jeder Seite in der Mitte ein Steinmännchen als Wohnung für die Waldgeister, die eventuell von weiter her kommen.

Mit der Rassel lade ich nun die Geister aus allen 4 Himmelsrichtungen ein, welche mir bei der Aufgabe hier behilflich sein können, ziehe den Schutzkreis hoch und verbinde die Tabakfallen mit den Heilsteinen.

Nun rufe ich mit der Rassel alle Wesen und Geister des Waldes, der Wurzeln, des Bodens, die Tiere des Waldes und die Vögel des Himmels. Laut erkläre ich ihnen, warum ich hier bin, bitte um ihre Gastfreundschaft, ihre Hilfe und ihren Schutz während dieser Zeit. Die Äste der Tannen heissen mich herzlich willkommen und sagen mir, dass sie mich von Oben beschützen. Der Wind bestätigt dies, indem er tüchtig durch die Tannen bläst.
Die Wurzeln der Tannen sehen mich freundlich an.

Da es gerade etwas weniger regnet, setze ich mich draussen in den Stuhl. Als Geschenk und als Dank an alle Wesen, zünde ich 4 Räucherkegel an (für jede Himmelrichtung einen) und trommle für alle Anwesenden.

Visionssuche
Es ist schön und friedlich hier. Von meinem Platz aus, sehe ich meine 2 Pferde und freu mich sehr darüber. Es ist windig und langsam wird mir kalt. Doch ist es soooo herrlich, sich wieder mal richtig "durchluften" zu lassen um einen freien, leeren Kopf zu bekommen, dass ich beschliesse, noch etwas auszuharren. Ich ziehe den warmen Winterrollkragenpullover an, nehme den Kocher und brau mir einen warmen Tee. So kann ich noch etwas draussen bleiben. Als es dann doch zu kalt wird, verziehe ich mich in das Zelt, zünde ein Kerzlein an und beginne einfach so für mich zu trommeln, ohne etwas zu wollen. Nur sein. Meine Trommel freut sich, und beginnt sogar zu singen. Es ist eine tolle Stimmung hier. Draussen Regen und der Wind spielt mit dem Zelt, drinnen trommle ich im Kerzenlicht. Was will ich noch mehr?
Ich freu mich!

17.08.2010
Die Nacht war gar nicht mal so übel *g*. Am morgen lag ich zwar nur noch mit dem Kopf auf dem Kissen und dem Mätteli, aber was soll`s.
Weder der Regen noch der Wind haben gross nachgelassen. Ich geniesse es, im warmen Schlafsack dem Wetter und den Elementen zuzuhören. Es ist schon sehr eindrücklich, dies fühlen und erleben zu dürfen. Ich bin sehr, sehr froh, dass ich mich nicht überreden liess, die Visionssuche auf ein anderes Datum zu verschieben.

Nach einem warmen Tee, beginne ich mit einem Ritual. Mit der Rassel begrüsse ich alle Anwesenden, vor allem meine gestern gewonnene "Freundin", die Wurzelfee.
Dann lade ich die Geister aus den 4 Himmelsrichtungen ein mit dem Medizinrad-Gebet.
Anschliessend öffne ich die Säcklein, atme mit den Steinen, bis wir eins sind.

Ich nehme meine Trommel und beginne ganz leise zu trommeln. Die Wurzelfee lächelt mir zu und stellt mir ihren Freund, den Wurzelmax vor. "Was hast du für eine Aufgabe?" frage ich ihn. "Ich bin der Sohn vom Wurzelkönig dieses Waldes." "Oh, dann danke ich Dir, dass ich hier sein darf." "Ich freue mich, dass du gekommen bist. Meine Freundin und ich heiraten nämlich morgen. Würdest du die Zeremonie mit deiner Trommel begleiten?" "Sehr gerne, ich danke dir für die Einladung." "Dann freuen wir uns."

Nun werde ich mir noch ein Geschenk ausdenken für die Zwei. Es soll etwas ganz spezielles sein. Ja klar, plötzlich kommt mir in den Sinn, dass ich, als wir mit der Schule letztes Mal in der Töss waren, kleine Steine gesammelt habe. Damals wusste ich nicht, was ich damit mache, sie haben mir einfach gefallen.

Nun verlasse ich meinen Schutzkreis mit einem Räucherkegel, etwas Mais und den Steinen und begebe mich zum Pärchen, um ihnen mein Geschenk zu überreichen.
Ich entzünde den Räucherkegel und lege mit den Steinen einen Steinkreis speziell nur für sie. Ich sage ihnen woher die Steine kommen und der Kreis ihnen Glück bringen soll. Dann streue ich noch etwas Mais über den Kreis und erzähle ihnen, dass es bei uns Menschen einen Brauch gibt, Mais oder Reis über das Brautpaar zu werfen und ihnen dabei gute Wünsche mitzugeben.
Sie bedanken sich erfreut und ich kehre zurück in meinen Kreis.

Mit der Trommel mache ich mich auf eine Reise. Höchste Zeit, meinen Spirits den Platz auch vorzustellen und sie mit meinem Wunsch der Visionssuche bekannt zu machen.

Durch den Erdmännchen-Wald gelange ich auf unseren Platz. Meine Krafttiere begleiten mich zum Kraftplatz, wo ich den Rat einberufe und ich zeige ihnen meinen Platz hier im Wald. Er gefällt ihnen sehr gut. "Ich möchte hier meine Visionssuche machen und ich glaube, das ist ein sehr schöner Ort dazu." "Ja, er ist sehr schön und energiereich.
Doch, was suchst du?, eine Vision?. Du hast doch deine Vision schon gefunden. Vertrau und tu! Hier kannst du dir noch die nötige Kraft und Klarheit holen. Wichtig ist, dass du bist. Sei einfach. Mehr brauchst du nicht."
"Ja, das stimmt, ich kenne meine Vision, doch wie ihr sagt, ich wollte noch eine Bestätigung." "Ja, es ist ein Verdrängen, ein Spiel auf Zeit um nicht "Tun" zu müssen. Nutz diese Zeit hier und dann beginne zu Tun." "Ja, danke."
Ich verabschiede mich und wir kehren zum Platz zurück, wo ich mich, nachdem wir noch gekuschelt haben, auch von meinen Krafttieren verabschiede.

Laternen
18.08.2010
Kurz vor dem Einschlafen gestern, knabberte oder schnüffelte etwas an meinem Zelt. Es könnte ein Reh gewesen sein, welches da schauen wollte, welcher Gast sich hier niedergelassen hat. Nachschauen wollte ich nicht, erstens weil es wieder mal regnete, zweitens wollte ich kein Tier in die Flucht schlagen (mit dem Seil rundherum) und drittens war`s im Schlafsack gemütlicher *g*.

Nach dem Ritual am morgen, beginne ich zu trommeln. Da ich ja nun orientiert bin über die Visionssuche möchte ich den heutigen Tag mit meinen Spirits einfach geniessen und Sein und am Nachmittag noch die Hochzeitszeremonie geniessen.
Ich vertiefe mich ganz ins Trommeln und bin. Ein wunderbares Gefühl. Ja, einfach nur Sein! Wow!

HochzeitNatürlich ist die Naturhochzeit von meinen neu gewonnenen Freunden etwas ganz spezielles. Zur Feier erscheinen viele Wesen und Geister, alle schön "herausgeputzt". Einige Zwerge kommen in Frack und Zylinder. Dies ist für mich ein ungewohntes Bild *lach*. Vor dem Ritual übergeben sie dem Paar noch die besten Wünsche und bekräftigen dies noch mit einem "Lied".
Nun ist es soweit und ich beginne ganz leise zu trommeln.
Die zwei stehen vor dem Wurzelmann, der die Zeremonie leitet, und küssen sich.
Dann trägt der Bräutigam die Braut von Osten nach Süden. Da küssen sie sich erneut; nun ist die Braut dran, sie trägt den Bräutigam von Süden nach Westen, wo sie sich wieder küssen; dann trägt der Bräutigam wieder die Braut von Westen nach Norden, Kuss, und nun nochmals die Braut von Norden nach Osten, wo wiederum geküsst wird.
Der Zeremonienmeister sagt nun: "Euer Bund ist in allen 4 Himmelsrichtungen geschlossen, der Kreis steht. Und nun lasst uns feiern."
Ich trommle noch ein wenig und lass sie dann alleine weiterfeiern.

Nun ziehe ich mich in mein Zelt zurück, da es doch empfindlich kalt geworden ist. Ich entzünde meine Kerze und beginne drinnen zu trommeln.
Da der Regen und auch der Wind etwas nachlassen, beschliesse ich, den Abend noch etwas draussen zu verbringen. Es ist leider schon der letzte Abend und ich beschliesse, als Dank für alle, die mir geholfen haben, einen Räucherkegel zu entzünden und etwas zu trommeln.
Plötzlich sehe ich ein Eichhörnchen den Baum hinauf klettern, immer wieder innehaltend und neugierig zu mir sehen, so wie wenn es sagen würde, wer bist du, dein trommeln gefällt mir.
Oben angekommen, hält es auch nicht lange still, und das gleiche Spiel beginnt wieder, diesmal nur abwärts. Ich freu mich, als es unten einige Sprünge näher kommt, um dann rasch zu verschwinden, nachdem es mich nochmals mit seinen Augen gemustert hat. Es ist ein ganz speziell schönes Eichhörnchen mit einem weissen Bauch und einem dunkelbraunen, fast schwarzem Rücken.

Ganz vergessen trommle ich weiter und plötzlich sehe ich aus den Augenwinkel sich etwas rasch bewegen. Ich schau hin und sehe einige kleine, wunderschöne und flinke Vögelchen. Hab ich die nicht schon mal irgendwo gesehen? Jetzt kommt es mir in den Sinn, dass ich die in der Schamanenstube schon mal gesehen hab. Ob es auch Wintergoldhähnchen sind? Ich werde mich noch bei Wanderer vergewissern, doch ich glaub schon.


19.08.2010
Heute ist Heimreisetag! Schade, ich bin nun an dem Punkt angekommen, wo ich das Gefühl hab, WOW, ist das schön, einfach nur zu sein. Ich denke, das ist für mich die Aufgabe gewesen, zu lernen, "zu sein", so wie es mir meine Spirits gesagt haben.

Nach meinem morgendlichen Ritual, beginne ich, den Schutzkreis abzubauen. Ich bedanke mich bei den Tabakfallen und den Schutzsteinen für ihre Arbeit. Bei allen Wesen und Geister bedanke ich mich für die Gastfreundlichkeit und den Schutz, den sie mir gewährten. Zum frisch vermählten Paar gehe ich noch speziell vorbei um mich zu verabschieden und mich nochmals zu bedanken.
Dann beginne ich, meine Siebensachen zusammenzupacken. Da ich noch etwas Zeit habe, mache ich noch einen Spaziergang durch den ganzen Wald, steige hinauf auf die Kuppe und es macht mir viel Freude, auch ganz Oben eine Feuerstelle anzutreffen und riesige Pilze zu sehen. Es ist schön hier Oben. Das ist wirklich und wahrhaftig "mein Wald"!
Indem ich auf Wanderer, Thalia und meinen Mann warte, trommle ich noch etwas zum Abschied.

Mit einem weinenden und einem lachendem Auge verlasse ich die gastliche Stätte, nicht ohne zu versprechen, bald wieder zu kommen.


Liebe Schamanenstube
Ich danke Euch von Herzen, dass Ihr mir dieses wunderbare Erlebnis ermöglicht habt und für das "Aufpassen" während diesen Tagen.
Unglaublich, wie schön es doch ist, so verbunden mit der Natur zu sein, ja selbst diese Natur zu sein! Ich spür jetzt noch diese Kraft und ich weiss, dass ich sie immer wieder zurückholen kann. Schon ein tolles Gefühl!





Schamanenstube

Kategorien:
Alle430
Diverses 55
Gesundheit 37
Orakelsee 30
Schamanenschule 75
Schamanenstube 79
Schamanismus 111
Schamanismus-Therapie 43





Aktuelle Beiträge:

up