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Schamanenstube schreibt über Schamanenstube

Genuss und Qualität im Piemont zeigen uns einen rentablen Weg der Schamanismus Kurse auf: die Zukunft der Schule in der Stille der Villa

Aug
2017

26


Villa Fiorita
Wir haben uns eine grosszügige Auszeit von der Schule für Schamanismus und der Praxis genommen. Nach unseren sehr negativen Erfahrungen im Bündnerland im Walserhuus Sertig folgte bald eine Reise ins Piemont, Italien. Wir vertrauen dabei auf die grossen Internet-Portale wie Hotels.com und Tripadviser. Für ca. SFr. 600.- buchen wir erst eine Woche für uns allein. Dürfen wir protzen? - Für dieses wenige Geld bekommen wir einen ganzen Flügel einer alleinstehenden Villa. Die Villa Fiorita ist unter der Woche mehrheitlich leer, da sie vorwiegend für Hochzeiten an den Wochenenden gebucht wird. Wir haben Glück und verbringen sehr ruhige Tage allein in der Villa.



Stilles Kämmerlein
Beim Flanieren durch die verschiedenen Parkanlagen und dem Geniessen auf unserem kühlen Balkon widmen wir uns der Bilanz der Schamanenstube. Wir konnten in der Vergangenheit sehr viele Menschen begleiten, ob in der Schule oder der Praxis. Unser Augenmerk auf die Schule zeigt, dass wir zwar vieles erreicht haben, aber eines dabei vergessen: uns. Die Erlöse der heutigen Schule werden nicht reichen, die Querfinanzierung durch Jobs weiter aufrechterhalten zu können, wenn wir nicht drastisch etwas ändern. Die ca. 50 Stunden Schule jeden Monat werfen wegen der zu niedrigen Preise zu wenig ab. Das reicht nicht, auch nicht im Hinblick auf eine Altervorsorge. Wir fällen in der Einsamkeit der Villa den Entscheid: die Langzeitschule in der bisherigen Form können wir uns nicht mehr leisten. Was machen wir dann?


Der Ertrag der Qualität

Die Schamanenstube hatte von Beginn an sehr hohe, wenn nicht extreme Qualitätsansprüche. Wir sind der Meinung, wer schamanisch arbeitet, sollte dies fundiert, gewissenhaft, rechtstreu und zielgerichtet machen. Die Arbeit mit Menschen verlangt in unseren Augen ein enorm hohes Mass an Professionalität und Können. Dieses Mass haben wir in den meisten Bereichen höher angesetzt, als z.B. Psychotherapeuten dies tun müssen. Das garantierte schamanische Praxen, für welche wir unsere Hände ins Feuer legen. Neben der Tatsache, dass wir auch heute noch hinter diesen Maximen stehen, sehen wir ein: man kann unsere Anforderungen auch als zu hoch bezeichnen. Wir wollen aber keine Therapeuten diplomieren, ohne dass sie die Qualitätsmerkmale der Schamanismus Therapie erfüllen.
Mit diesen Gedanken wandeln wir durch die Umgebung von Asti im Piemont. Und natürlich gönnen wir uns Gourmet-Restaurants, die es im Piemont zu Hauf sehr günstig gibt. Die Ablenkung tut uns gut. Spannenderweise erhalten wir in dieser etwas niedergeschlagenen Zeit zwei Dankesschreiben via unserer Website, die uns wieder Aufwind geben. Wir tun es schon richtig. Aber wir müssen davon leben können.



Schlemmen im Piemont
Wir erleben in Italien, dass Gastfreundschaft selbst in Strassenbeizen sehr hoch geschrieben wird. Jeder Vergleich mit der Schweiz ist sinnlos. Das Beispiel Walserhuus im Sertig zeigte: Schweizer zocken Schweizer ab. Bei Ausländern getraut man sich das nicht. Im Piemont erleben wir, dass nicht nur detailliert auf die Wünsche eines Gastes eingegangen wird, sondern die Qualität jeden Essens und jeden Weins alles übertrifft, was die Schweiz überhaupt zu bieten hat. Es wird erkannt, was ein Kunde möchte, was er geniesst und was er schätzt. Daraus ergeben sich für uns Symphonien von Genüssen mit unerwarteten Höhenflügen kulinarischer Spezialitäten. Wir trinken auch sehr guten Wein. Aber wir erleben nie einen Kater. In der Schweiz wären wir für Tage brach gelegen. Liegt das an der Qualität des Weines? - Wir können uns das kaum anders erklären.

Diese Verlustierungen bringen uns wieder zurück zum Thema der Schule. Eines wird uns klar: Qualität ist möglich und rentabel. Die Italiener im Piemont zeigen es vor. In gewisser Hinsicht haben wir die Schule auf ähnliche Weise geführt. Qualität liefern und diejenigen noch speziell fördern, die als sich selbst unterwegs sind. Wir erleben aber auch, was Ablehnung von Kunden mit den Küchenchefs dort unten macht. Ruppige Menschen, die forsch bestellen und es an der dem Gast gebührenden Höflichkeit fehlen lassen, werden zwar immer noch auf hohem Standard bedient, aber man ist froh, wenn sie weg sind. Diesem Schauspiel durften wir des Öfteren beiwohnen. Holländer und Deutsche, wohl auch Schweizer natürlich, haben zuweilen nur das Bedürfnis, sich damit brüsten zu können, piemontesische Spezialitäten gegessen zu haben. Vom Genuss aber fehlt jede Spur.
Diese Haltung münzen wir in der Schule auf die "Esos" um. Wir versuchen es, aber der Konsumgedanke ist in aller Regel einfach zu hoch. Verantwortung will abgegeben werden, statt dass sie aufgebaut wird. In den Flaniermeilen des Piemonts finden wir unsere eigene Haltung aus unserer Schule wieder. Man tut, auch wenn man weiss, es bringt nichts.



Weinfass
Die Italiener können Qualität ehren und sich davon ernähren. Da sind sie der Schamanenstube einen grossen Schritt voraus. Das Alleinstellungsmerkmal Qualität reicht nicht. Wir kehren wieder ein in die Stille unserer Villa und setzen einen Samen für die Zukunft. Das formulierte Ziel, nachweisbare Kompetenzen von Kursteilnehmern und Kursteilnehmerinnen zu fördern und Schritt für Schritt hochstehende Therapeuten auszubilden, ist zu hoch gegriffen. Die aktuellen Teilnehmer werden die letzten diplomierten Schamanismus Therapeuten sein. Diese Ausbildung dauert viel zu lange und nicht jeder eignet sich dafür. Das liegt nicht an schamanischen Fähigkeiten, sondern an den Personen selbst. Die mindestens dreijährige Ausbildung durchzuhalten, ist obendrein eine fast unmögliche Herausforderung.
Wenn wir dieses Ziel der Schule weglassen, können wir uns wieder einzelnen Kompetenzen widmen. Das macht gleich alles freier. In diesem Feld finden sich gezielte Themen, die nicht mehr auf das Fernziel TherapeutIn hinarbeiten, sondern kleine Perlen liefern, die die Lebensqualität verbessern. Wir denken an Kurse, die ein bis drei Tage dauern. Und ja, die Preise werden auch für uns gerecht werden.



Regenbogenbrücke

Die Zukunft der Qualität

Unser kleines Schamanobil im Innenhof der Villa Fiorita wird mit einer Regenbogenbrücke verziert. In diesem Bild verharrend, nehmen wir unsere hohen Qualitätsansprüche mit und leben sie in etwas kleinerer Form weiter. Die Devise lautet: Kurse statt Komplettausbildungen. Derzeit haben wir den Kurskalender entleert und gerade mal einen Kurs drin: am 2. September findet der versprochene Kartenleger-Kurs statt. Wir freuen uns darauf, nach fast zwei Monaten Schulferien wieder einen Kurs abzuhalten, dessen Thema bereits in sich geschlossen ist.
Das Leeren des Kalenders hatte umgehend den Effekt, dass sich Kunden gemeldet haben, die Wochenend-Therapien wünschen. Das ist spannend: es fühlt sich an, als ob die Praxis darauf gewartet hätte, dass wir die Wochenenden frei halten. Neben der Praxis, die im gleichen Stil weitergeführt wird, sind Gedanken da:
Trommelabende im Winter, Kraftkurs-Tage, Traumfänger-Workshops, Hochzeiten im Western-Stil, Wiederaufnahme des Orakelsees, und viele Gedanken mehr...

Weitere Entscheide:
Wir beenden das E-Learning. Der Aufwand dort war seit jeher viel zu hoch für uns. Es meldeten sich neben den zu hochstehenden Therapeuten gewordenen Menschen viel zu viele Menschen, die nicht einmal gelesen haben, wie unser E-Learning funktioniert. Wir stellen es offiziell ein. Wird es Menschen geben, die wirklich die für ein Fernstudium nötige Eigenverantwortung aufweisen, werden wir das inoffiziell handhaben.
Die Schamanismus Zeitung werden wir wohl nicht mehr wöchentlich herausgeben, sondern sie etwas unregelmässiger gestalten. Wir danken fürs Weiterlesen.

  • Sylvia schreibt am 08.02.2019

    Liebes Team der Schamanenstube,
    Ich finde ja schon seit Jahren Eure Schamanenstubenzeitung voll der Hit. Ja jetzt wo ich diese Zeilen lese ist mir klar, es geht nicht nur Euch so mein liebes Team der Schamanenstube. Ich höre es von vielen Seiten, dass 3-4 jährige Ausbildungen und Lernzeiten auf Jahre hinaus, nicht mehr gewünscht werden. Ich kenne mittlererweile mehrere leitende Erwachsenenbildner/Innen, die sagen Sie könnten keine Schulklassen mehr mit Menschen zusammenkriegen. Das ist effektiv ein Phänomen der heutigen Zeit. Menschen benötigen heute mehr oder weniger Zeit, um Etwas in Sich sinken zu lassen. Sie benötigen, das sich jederzeit Zurückziehen zu können, und Etwas akutes Sinken lassen zu können, was Sie gelernt haben. Entweder geht das sich Verinnerlichen heute schneller oder es scheint bei einer gewissen Tiefe des Erlebens aufzuhören, da kommt die Frage der Qualität oder Quantität, die Ihr im Artikel ansprecht genau zur Geltung. Einige meiner früheren Leiterinnen von Seminarien und Schulungen haben dieselbe Erfahrung auch gemacht, die Ihr nun durchgemacht habt und richtigerweise erkannt habt.
    Da ich Selbst nicht in solch leitender Stellung bin, doch leitende Personen meine Freunde sind habe ich Einblick in Ihre Problematik erhalten. Alle bieten deswegen sogenannte `Module`an mit speziellen Themas.
    Auf jeden Fall bin ich erleichtert, dass die Schamanenstubenzeitung noch existiert.
    Ganz herzlichen Dank für die wunderschöne Trommel-MP3 ich geniesse es, für mich Selbst, weil ich für mich Selbst trommeln und zugleich Reisen gar nicht so einfach zu realisieren kann.
    Lieben Gruss
    Sylvia Stöcklin
  • Schamanenstube schreibt am 09.02.2019

    Liebe Sylvia, herzlichen Dank für Deine lieben Worte zu unserer online Arbeit. Tut richtig gut, das zu lesen. :-)

    Es befinden jetzt fast zwei Jahre nach dem Entscheid, die Gruppenausbildungen nicht mehr zu machen. Da kommt durch Deinen Post die Frage hoch: bereuen wir es?
    Zum einen müssen wir ein klares Ja aussprechen: wir vermissen das gemütliche Beisammensein teilweise bis tief in die Nacht mit Menschen, die vorwärts kommen im Leben. Vorwärts meint damit nicht unbedingt total erfolgreich, sondern Gefühle wie den Genuss entdecken und zelebrieren möchten, verfahrene Situationen erfassen wollen und daraus Bewegungen finden. Wir möchten uns nichts vormachen: die Gruppen waren der Hammer!

    Seit zwei Jahren machen wir nur noch Einzelkurse und viel mehr Therapie. Hinzu kommt die Arbeit mit dem Kartenlegen am Orakelsee. Das "zieht" mehr bei der Kundschaft und am Ende sind wir dieselben, die einfach über eine andere Kommunikation dasselbe tun.

    Wir haben in den letzten zwei Jahren das erste Mal Ferien gemacht. Wir waren zwei Mal im Piemont und einmal auf Kreta. Mit 50 Jahren ist das Ferienmachen sehr spät und das bereuen wir am meisten. Wir haben Gefühlsbewegungen im Ausland kennen gelernt, die so schön, so klar und so echt sind, dass das Leben in der Schweiz auf emotionaler Seite uns heute zu wenig bietet. Man muss nicht so leben, wie wir Schweizer es tun. Das bringt uns zum nächsten grossen Projekt: wir werden auswandern. Das müssen wir so oder so: mit all der Arbeit konnten wir es nicht schaffen, uns eine Rente zu sichern. Wir würden hier klar verarmen.

    Die Langzeitausbildung haben wir noch, halt mit Einzelpersonen und meist via Skype. Es ist schön, Menschen direkt zu begleiten und teil an ihrem Leben haben zu dürfen. Das ändert auch nicht im Ausland. Du sagst es schon richtig: die Welt ist etwas oberflächlicher geworden. Man möchte gar nicht so tief abtauchen, wie wir es anbieten. Schnellbleichen gibt es aber v.a. im Schamanismus Bereich sehr viele. Da müssen und wollen wir nicht mitmachen. Es ändert aber etwas Grundlegendes: wir waren immer von der Motivation angetrieben, dass wir all das, was wir vielleicht wissen und können, beibringen möchten. Diese Grundmotivation funktioniert heute nicht mehr so wie früher. Sprich: es reicht, ein paar Dinge zu erklären. Damit sind die meisten happy. Die Gefahr dabei einen Guru-Status zu bekommen, steigt: man merkt schon, dass noch viel mehr zu "holen" wäre. Das Problem haben wir gelöst, indem wir halt ganz spezifische Themen angehen und nicht das "Ganze".

    Die Zeitung oder das Magazin (heisst so, weil wir keine Wochenzeitung mehr schreiben, sondern uns mehr Zeit lassen und dafür mehr schreiben) wird sogar wieder anwachsen. Wir werden mehr Berichte schreiben vom Ausland aus. Dort wird es auch Seminare oder Therapiewochen für einzelne geben. Cool wäre ein Haus mit Einliegerwohnung, die wir unseren Gästen vermieten können, um sich z.B. eine Woche lang Problemen zu widmen, zu ritualisieren und wie bei den Visionssuchen neue Lebensrichtungen anzugehen.

    Noch etwas wird ändern: wir haben uns die Schamanenstube immer mit anderen Jobs querfinanziert. Dadurch konnten wir die Preise auch so niedrig halten. Wir werden unsere Karrieren in der Schweiz aufgeben, nicht mehr in Firmen arbeiten. Das führt dazu, dass wir uns hier zeigen können werden (es gibt keine Bilder von uns). Obwohl wir selbst nicht wirklich wichtig sind, wird es heute vielmehr verlangt, dass man sich zeigt. Das werden wir jetzt tun können, ohne unsere Jobs zu verlieren. Das könnten Videos sein, im Hintergrund z.B. das Meer. Der "Schnurri" der Stube ist zwar nicht fotogen und er nuschelt manchmal, aber dann muss man halt den Hintergrund ansehen und gut zuhören. :-)

    Du siehst, durch den Entscheid, den Löwenanteil unserer Arbeit einzustellen, haben sich ganz neue Felder aufgetan. Wir freuen uns sehr darauf und auch darauf, online wieder viel mehr aktiv zu sein.

    Herzliche Grüsse aus der Stube




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