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  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Mythos Bauchgefühl - Gefühlslehre: wie die Angst vor Veränderung Pech anziehen kann. Mit Selbstreflexion gegen den Instinkt.

    Jul
    2017

    17


    Bauchgefühl
    Ist das Bauchgefühl wirklich über jeden Zweifel erhaben? Die Schamanenstube möchte den Gedanken einwerfen, dass das Bauchgefühl unter Umständen ein Ausdruck von Ängsten sein kann. Um überhaupt zu Ängsten zu kommen, braucht es die verlorene Sicherheit. Diese begegnet uns Menschen z.B. in einem Moment, da wir Neues beginnen. Alte Sicherheiten fallen ab, neue Wege müssen gefunden werden. Dabei kracht es teilweise an allen Ecken. Warum ist dem so? - Ist gar das Bauchgefühl für Negatives verantwortlich?



    Was ist das Bauchgefühl?

    Das Bauchgefühl ist nichts, das wir als Gefühlsspeise zu uns genommen haben und die jetzt in unserem Bauch wohnt. Gefühle gibt es sehr viele, das wäre also ein riesen Mix an Gefühlssuppe in unseren Bäuchen. Das Bauchgefühl wird mit Intuition und Instinkt in andere Sprachen übersetzt. Es bezeichnet ein Wissen, nach welchem man irrational handelt. Irrational deswegen, weil man mit dem Verstand keine Erklärung für dieses Wissen hat. Das tönt mystisch.
    Die Gefühlslehre der Schamanismus Therapie verfolgt die Prämisse, dass wir Menschen wie jedes andere Lebewesen, stets den einfachsten Weg zu einem Ziel suchen. Mit anderen Worten, eine gewisse Faulheit ist von Natur aus sinnvoll. Wenn wir ständig unsere Grosshirnrinde anwerfen müssen, um über Dinge nachzudenken, bräuchten wir ein kleines Kraftwerk für den benötigten Strom. Wir haben einen anderen Mechanismus: wir legen in unser Unterbewusstsein Ordnungen, wie unsere Kraft fliessen soll. Das nennen wir dann Erfahrung. Darin enthalten sind auch Ordnungen, die uns vor Schäden bewahren sollen: die Vermeidungen. Erfahrung und Vermeidung sind unterbewusste Wege, die man auf schamanischen Reisen bereisen kann. Bei den einen zeigen sie sich als ganze Täler oder einfach nur als Trampelpfade. Unsere Lebenskraft fliesst da durch und bekommt eine Richtung. Somit können wir weitgehend unserem Unterbewusstsein vertrauen, denn gelernt ist gelernt. Es kommt nur darauf an, welche Kraft uns gerade bewegt. Ängste zum Beispiel lassen sich eher von Vermeidungen und Bedrohungen beeinflussen. Wo sitzt bei Ihnen die Angst? - Im Bauch?



    Beispiel Veränderung: neuer Job

    Sagen wir, sie beginnen einen neuen Job. Obschon sie viele Erfahrungen haben, ist eine neue Arbeitsstelle mit viel Neuem angehäuft. Sie werden gezwungen, sich zurechtzufinden, Wege mehrfach zu beschreiten, die Ihnen wieder Sicherheiten bringen. Für das Unterbewusstsein ist das eine stressige Zeit: es muss Täler umformen, Berge versetzen und alte Wege zuschütten. Das kann sogar traumatische Symptome zeigen. Wir müssen viel mehr als sonst unser Gehirn anwerfen, um im Unterbewusstsein Erfahrungen zu erschaffen.
    Irgendwann kommt der Punkt, da sich unser Unterbewusstes vielleicht wehrt: früher war im Fall alles besser. Die Wächter der bereits angesägten Brückenwege der alten Ordnung finden ihren Untergang gar nicht lustig. Es kann sogar dazu kommen, dass sich die Geistwelt wehrt. Geheilt geglaubte alte Symptome zeigen sich in aller Heftigkeit, das Auto rumpelt nur noch, man erlebt in manchen Bereichen nur noch Pech.
    Sicherlich ist das nicht bei jedem neuen Job der Fall. Einige kennen diese Phänomene vielleicht. Das ist uns auch schon beim Wechsel vom Singledasein zu einem neuen Partner passiert: das fühlt sich dann an, als ob die Welt sich gegen diese Verbindung wehren würde. Was wenn dafür das Bauchgefühl verantwortlich ist und nicht die Welt?




    Alte Gefährten

    Das Bauchgefühl und die Pechmarie

    "Die Welt hat sich gegen einen verschworen" - Solche Gedanken können einem schon kommen in Situationen, da grosse Veränderungen vollzogen werden müssen. Man verliert den Boden, verliert die Kontrolle über Ereignisse, wenn man sich viele neue Wege der Sicherheit bauen muss. Ein beliebter Schuldiger für das Pech ist auch ein gewisser Murphy mit seinem Gesetz.
    Wir möchten folgenden Gedanken in diesen Aberglauben hinein bringen: wenn man alte Sicherheiten verliert, ist das erste Gefühl, das sich dagegen wehrt die Angst. Die vielen Veränderungen, die vielleicht gerade im Leben stattfinden, berauben uns der Faulheit und fordern, dass wir uns selbst neue Sicherheiten bauen. Währenddessen befinden wir uns auf unsicherem Terrain (Boden verlieren). Klassische Symptome sind das Anecken an dem kleinen Beistelltisch, der früher nie im Weg stand, oder Kopfschmerzen, die man in dieser Form das letzte Mal vor 10 Jahren erlebte. Doch wir müssen zurück ins Land des Aberglaubens, wenn auf einmal das Auto ohne Grund kaputt geht, sprich wenn äusserliche Dinge passieren. Der Ansatz der Gefühlslehre ist es, dass die innere Ordnung uns zwar durchs Leben bringt, aber die dadurch fliessende Gefühlskraft auch eine Wirkung im Aussen zeigt. Die Parapsychologie würde vielleicht von Psychokinese sprechen. Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Im Schamanismus sehen wir das so: warum sollte sich Kraft nicht auch über einen selbst hinaus auswirken sollen? - Wer will eine solche Grenze vorgeben?



    Gesundes Bauchgefühl durch Selbstreflexion

    oder die Anti-Murphy-Strategie....
    Es mag sinnvoll sein, nicht jedem Bauchgefühl blindlings zu vertrauen, sondern es sich genauer anzuschauen. Sobald etwas Angst darin ist, darf man sich fragen, wovor man denn Angst hat. Meistens hat das nicht direkt mit der Sache zu tun, die ein negatives Bauchgefühl auslöst, sondern sitzt viel tiefer in den eigenen Ängsten. Dem Mythos der Möglichkeit eines angstfreien Lebens entgegengesetzt, kann es hilfreich sein, seine Ängste gut zu kennen. Das erlaubt es, Bedrohungen aufrecht zu begegnen, statt sie instinktiv gleich zu vermeiden. Während grösserer Veränderungen im Leben geht das Gefühl von Sicherheit verloren. Jetzt wehrt sich alles dagegen. Dieses Wehren kämpft aber oft auf verlorenem Posten. Das kann man sich anschauen und beginnen, die Vergangenheit als das zu ehren, was sie war. Und ja, sie darf sich sogar wehren, dieses Recht darf man ihr getrost einräumen. Wie besänftigen Sie sich, wenn Sie sich gegen etwas wehren? - Die einen trinken Tee, andere relativieren die Bedrohung, wieder andere beissen durch.
    Wir halten es für hilfreich, sich ausserhalb von Veränderungszeiten gut mit sich selbst zu befassen, sich als stetig wandelndes Wesen zu beobachten und zu reflektieren. Warum habe ich so und so reagiert, welche Gefühle standen dahinter?
    Ist man in der Situation, da es rund um einen herum kracht, kann auch helfen: "na dann wird das Neue richtig sein".





  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Visionquest Reatreat Deluxe: Visionssuche als Therapiebegleitung in Graubünden Sertig Davos und die Selbstdefinition des Walserhuus als Betrüger.

    Jul
    2017

    10


    Visionquest
    Die diesjährigen Visionssuchen in Graubünden laufen etwas anders als die vorherigen Jahre. Letztes Jahr lag zum Beispiel Schnee, dieses Jahr ist Sonnenbrand angesagt. Auch die Woche am Berg verläuft als therapeutische Begleitung. Das entwickelt sich durch stete Gespräche und Rituale zu sehr erfolgreichen Erlebnissen bei den TeilnehmerInnen. Wir freuen uns über diese gehaltvolle Zeit. Wir fühlen uns bestätigt durch das Vorwärtskommen. Das tut gut.


    Berg-Retreats

    Am Ankunftstag im Sertig erleben wir noch recht düsteres Wetter. Ein erster Versuch, noch im Regen hoch in die Berge zu gehen, scheitert nach der ersten Nacht. Kein Problem, wir verpflegen mit feinen Mitbringsel. Da wir wissen, die Sonne wird bald kommen, gehen wir die Visionssuchen ruhig an. In aller Gemütlichkeit werden Tabakfallen gefertigt und erste schöne schamanische Reisen und Rituale zeichnen sich ab. Die Berge arbeiten mit: das schamanische Reisen fällt allen sehr leicht. Die Berggeister holen einen nach dem anderen ab.


    Berge Sertig

    Reinigungsrituale

    Die Bündner Berge erlauben es, schamanische Reinigungen exzessiv zu betreiben. Neben normalen schamanischen Reinigungen finden Rituale statt, sich von Altem und Festhaltendem zu lösen: sei dies aus Jobs, Beziehungen oder Kindheitsordnungen. Es wird rege gearbeitet, integriert und gelöst. Die Reinigungsrituale dauern bis über die Mitte der Woche an. Die komplette Auflösung und Neuzusammensetzung durch die Geister wird intensiv erlebt. Danach fühlen sich alle sehr frei, etwas losgelöst, noch nicht in der Kraft und ein wenig orientierungslos.


    In die Kraft kommen und Selbstdefinition

    Die ursprüngliche Menschenkraft wird gesucht und in den eigenen Muskeln gefunden. Die Wilderness-Rituale wecken das Tierische und bringen diese Kräfte ans Tageslicht. Aus der Erde heraus kann - vorbereitet durch die Reinigungen - essentielle Kraft gespürt werden. Kraft alleine nützt aber nichts ohne Richtung. Dazu gehört das Definieren von einem Selbst. Die Frage wird gestellt: wer bin ich?
    Wieder helfen die Berge tatkräftig mit: in beeindruckenden Reisen wird erlebt, wie sich Räume um jeden herum formen, in welchen er und sie sich definieren. Das waren farbenprächtige und zukunftsweisende Erlebnisse der persönlichen Selbstdefinition.


    Selbstdefinition
    Wir freuen uns sehr über die gelungene Woche. Ja, sie war anders als die normalen Visionssuchen. Wir haben täglich mehrere Gespräche geführt, Erkenntnisse begleitet und die Teilnehmer haben immer wieder den Ort gewechselt: von der Bergwiese zurück zum Hüttli. Es wurde gegessen und getrunken. Das war in Ordnung. Ehrlich gesagt, diese Art des Seins in der Abgeschiedenheit war erfolgreicher als jede Visionssuche, da die Menschen nur draussen waren und nur einen einmaligen Besuch am Tag bekamen.



    Walserhuus Sertig Davos

    Visionssuchen in Graubünden

    Das war nach unserem Wunsch die letzte Visionssuche in Graubünden. Uns selbst hat das Walserhuus Sertig (Davos) extrem enttäuscht: die hauseigene Baustelle vergraulte uns frühzeitig. Bezahlen mussten wir trotzdem fünf von drei Tagen. Die Geschäftsmoral der Inhaberin des Walserhuus hat uns enttäuscht. Nachdem wir das teure Zimmer mit Erholungsbaustellenlärm verliessen, hat sie es weiter vermietet. Doppelt kassieren und dann noch frech sagen, man müsse halt nicht buchen, wenn sie eine Baustelle hätten, bringt uns zu einer Frage: machen wir selbst mit der Schamanenstube etwas falsch? - Sicher sind wir zu günstig und würden nie jemanden um Geld betrügen. Ist das falsch? Wir sind in geschäftlichen Bereich vielleicht einfach zu lieb als Schweizer.
    Wir sind daran, die Stube neu zu strukturieren. Da kommt die Idee, die Visionssuchen ins Piemont zu verlegen. Dort ist das Wetter beständiger und die Gastwirte freundlich. Die Schweiz erscheint uns gerade als teure Dienstleistungswüste. Ob wir Visionssuchen in der oben beschriebenen Form weiter so durchführen, wird sich zeigen. Dann sind es keine Visionssuchen mehr, sondern therapeutisch begleitete Retreats. Wir werden sehen.




  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Schamanische Abgrenzung: hilft ein Schutzei oder ein Schutzkreis vor den Problemen? - wie die Gefühlslehre den Sumpf des Mitleids verlässt

    Jun
    2017

    16


    Harvester of sorrows
    Ob Therapie oder Beratung: wir werden oft gefragt, wie wir uns abgrenzen. Die intensive Zeit mit Beratungen, schamanischen Counselings und Telefon-Coachings der letzten Zeit führt in der Reflexion immer wieder dazu, wie die Schule diese Arbeiten besser beibringen kann. Dabei ist uns etwas begegnet, das vielleicht hilfreich sein kann.



    Harvester of Sorrows - Metallica

    Ordnungen bei hingebungsvollen Arbeiten ermöglichen gerne, dass auch von aussen her Dinge um einen herum stimmen. So sitzen wir etwas gedankenverloren zwischen zwei Telefonsitzungen auf einem Hügel und hören Musik. Das Radio spielt "Harvester of Sorrows" von Metallica. Es dauert eine Weile, bis die Übersetzung auch emotional bei uns ankommt: "Sorgen abernten". Solche Momente, in welchem einem etwas aufgeht, haben Sie bestimmt auch.
    Die meisten Kunden kommen mit Sorgen und Problemen zu einem. So lautet ja auch das Angebot einer schamanischen Praxis. Ihnen diese Sorgen zu nehmen, sie quasi entschwinden zu lassen, passt sehr schön auf das Bild der Sense und des feurigen Sorgenherdes. Es geht dabei nicht um das Abernten im Sinne von: die Sorgen dann selbst zu haben. Sondern als Bild sie zu kappen. Das geschieht mit Relativierungen, anderen Sichtweisen auf Problemsituationen usw.


    Abgrenzung im Schamanismus

    Der helferische Gedanke kann in unseren Augen auf zwei Arten umgesetzt werden: mit Mitleid und mit Professionalität. Das Mitleid ist verständlich. Darin verhaftet zu bleiben, verhindert aber die Möglichkeit zu Sichtweisen, die dem Kunden überhaupt helfen können. Man bleibt im selben Sumpf, aus welchem sich der Kunde schon etwas länger versucht, frei zu kämpfen. Empathie ist immer noch ein Zauberwort, obschon sich dahinter die Gefahr des zu tiefen Eintauchens in das Problemsystem verbirgt. Dort drin bewegt sich der Kunde und hat keinen Ausweg gefunden. Stellen Sie sich vor: jemand sitzt in einer tiefen Grube und Sie springen zu ihm hinunter, weil Sie ihm helfen möchten. Unten realisieren Sie, dass die Grube auch für beide zu tief ist. Jetzt können auch Sie nicht mehr über den Grubenrand schauen.


    Verhindern von Mitleid

    Mitleid ist nicht per se schlecht für eine beraterische und therapeutische Arbeit. Es gibt Momente, da es in einer Praxis auftaucht. Dabei geschieht etwas: man fühlt sich dem Kunden sehr nahe. Diese empfundene Nähe ist eine Gefahr für das Kunden-Therapeuten Verhältnis. Das Mitleid oder die Empathie kann zu einem besseren Verständnis der Probleme führen, es darf aber klar nicht zu einer Motivation des Helfens werden. Manchmal ertappt man sich vielleicht dabei, dem Mitleid verfallen zu sein. Das realisiert man besonders dann, wenn man am gleichen Punkt angelangt ist wie der Kunde. Man sieht keinen Ausweg mehr, genauso wie der Kunde. Die therapeutischen Tools entschwinden, man wird ideenlos und dreht sich selbst mit im Sumpf. Man muss sich irgendwann eingestehen: ich kann hier nicht helfen.
    Was hilft in dieser Situation Therapeuten, Beraterinnen und Beratern und auch Coaches?


    Abgrenzung durch Schutzei und Schutzkreis

    Man kann sich einen Steinkreis aus Bergkristallen bauen, um sich damit emotional abgrenzen zu wollen, man kann sich energetisch ein Schutzei um sich herum aufbauen und vieles mehr. Die Intention dahinter ist der Schutz: Schutz vor Problemen, Sorgen und Krankheiten. Stellen Sie sich vor, sie bauen eine Mauer mit Steinen, um sich dahinter in Sicherheit zu wiegen. Das ist eine feste Mauer, die alles Böse draussen lässt. Sollte etwas auf Sie zukommen, klatscht es an die Wand und kann nicht rein. Jetzt hören Sie die Geschichte eines Kunden, der mit seinen Problemen auf der bösen Seite der Mauer sitzt. Sie sitzen da und merken: Mitleid ist immer noch genauso stark möglich, wie ohne Mauer. Einzig ihre Wahrnehmung von sich selbst kann hinter der Mauer stärker sein, als ohne. Aber eigentlich ist die Mauer sinnlos. Das Gefühl kommt ja trotzdem durch.


    Schamanisch-therapeutische Abgrenzung

    Wir nehmen es vorweg: eine sich wehrende Abgrenzung ist nicht sinnvoll. Ein Wehren, ein Aufbau von Schutz legt eine Ordnung im einem selbst: es wird durch Schutz ein Fokus auf das Schlechte gelegt. Je stärker man sich schützt, je mehr befasst man sich eigentlich mit dem Negativen und verliert den Blick für andere Objektivitäten. In schamanischer Arbeit geht es selten um Schutz, es geht darum, in der eigenen Kraft zu sein.
    Ist man erst einmal aus Verständnisgründen abgetaucht in den Sumpf oder in die Grube, ist es jedem möglich, rein verstandesmässig den Sumpf zu verlassen. Das kognitive Draussenstehen erscheint als Lösung, von anderen Seiten her eine Situation angehen zu können. Lustiger Weise reicht es nicht: man findet keine Richtungen und hat keine Ideen. In langen Schweigeminuten erkennt man, dass man immer wieder im Sumpf sitzt. Man rechtfertigt das damit, dass man vielleicht noch zu wenig angeschaut hat, wie der Sumpf sich gestaltet. Dabei ist eines klar: ein Kunde kommt nicht, wenn er von selbst aus dem Sumpf heraus kommen kann. Er hat den Sumpf schon nach Möglichkeiten durchsucht.
    Es gibt in unseren Augen einen Weg, wieder in andere Objektivitäten zu kommen. Das ist eher nicht das kognitive Verlassen des Sumpfes, sondern das emotionale Verlassen desselben. Das Persönliche des Wegsuchenden spielt hier eine grosse Rolle. Um die Fähigkeit zu haben, emotional Systeme zu verlassen, hilft die Selbstreflexion. Wir meinen nicht, dass man erst dann mit einer Selbstreflexion beginnt, wenn man im Sumpf sitzt, sondern diese regelmässig betreibt. Schamanisches Abgrenzen kann heissen: ich kenne mich so gut, dass ich detailliert sagen kann, was etwas mit mir macht. Kennt man ein paar Wege der Gefühlslehre, findet sich für einen selbst sicher ein Weg, sich emotional heraus zu winden.



    • Wacholderbeerli schreibt am 22.06.2017

      Eine schöne Darstellung zur Abgrenzung im therapeutischen Kontext.
      Das Mitleid könnte doch auch durch das Mitgefühl ersetzt werden.
      Durch das schamanisch-therapeutische Abgrenzen schützt man sich und den Klienten.
      Mit Mitgefühl erhöht man aber die intrinische Motivation für die therapheutische Arbeit.
      So bleibt die Menschlichkeit wirksam und erhöht die Wirksamkeit der therapeutischen Arbeit.
    • Schamanenstube schreibt am 22.06.2017

      Hoi Wacholderbeerli
      Danke für Deinen Beitrag. Es stellt sich für uns die Frage, welches Mitgefühl einen nicht zu tief in die Subjektivität des Kunden zieht. Mit-Gefühl verstehen wir nicht als ein Gefühl, sondern eher als eine Tätigkeit. Die Gefühle, die man mitfühlt zu definieren, könnte das Ganze noch etwas komplexer machen. Die Wirkung des Mitfühlens kann motivierend sein, das stimmt absolut. Die Grenze zwischen Verstehen und durch Mitfühlen zu nahe zu kommen, empfinden wir als Grauzone.
      Den Beitrag schreiben wir, weil wir immer wieder erleben, dass Gespräche gut anfangen und man auf viele Dinge stösst. Dann gibt es den Moment, da man eine erste Herangehensmethode finden soll, wie dem Kunden zu helfen ist. Da wird es zu oft etwas zu ruhig. Man kann zwar kognitiv das System verlassen und von aussen schauen, aber das scheint nicht zu reichen. Deshalb der Versuch, das Kundensystem emotional besser verlassen zu können.
      Nochmals lieben Dank für Deinen Beitrag!
      Herzliche Grüsse aus der Stube


  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Die Wahrheit über Schamanismus: können Schamanen und Schamaninnen mit ihrer Wirkung Krankheiten heilen und Probleme lösen?

    Jun
    2017

    05


    Krankheit
    Eine therapeutische Praxis hat zum Ziel, die Lebensqualität ihrer Kundschaft zu erhöhen. Dabei widmet sie sich Problemen und Krankheiten. Die Verbesserung dieser beiden Bereiche erhöht die Lebensqualität.
    Diese Aussagen sind richtig. Sie können aber eine verklärende Wirkung haben. Eine schamanische Praxis ist nicht von schönen Dingen durchzogen, sondern eben von Krankheiten und von Problemen. Während der Ausbildung der Schamanenstube wird das klar. Es kommen Menschen mit schweren Krankheiten, denen man begegnet. Da merkt man eines: es geht um harte Arbeit.



    Die Wahrheit über das Heilen von Krankheiten

    Sie dürfen als Schamanismus Therapeutin und Therapeut nicht heilen. Das dürfen Ärzte. Deren Alltag ist auch von Krankheit durchzogen, sie verdienen nur besser. Die Therapie darf die ärztliche Versorgung begleiten, aber nicht ersetzen.
    Was immer in einer Schamanismus Praxis getan wird: es bleibt stolzlos. Vielleicht haben Sie in der Kundschaft Sinneswandel ausgelöst und die Kunden eigene Wege finden lassen, wie sie ihr Leben gestalten können. Das kann dazu führen, dass selbst schwere Krankheiten verschwinden. Es besteht aber immer die Aussage, dass die medizinische Arbeit alleinig für die Heilung verantwortlich ist. Das muss so sein. Offiziell gibt es keinen schamanischen Akt, der heilt. Dafür muss man sorgen. Warum tut man das denn? - Es gibt nur einen plausiblen Grund: weil man es kann und dafür keinen Stolz fordert.


    Schamaninnen und Schamanen

    In Gegenden, da die medizinische Versorgung nicht gegeben ist, bleiben den Kranken nur die Schamanen und Geistheiler. Dort macht diese Arbeit Sinn und muss noch nicht mal auf therapeutischer Ebene ausgeführt werden. Der Schamane ist dort eine Institution, eine Einrichtung mit sozialem Wert. Das Amt des Heilers bekleidet jemand, der auf alte und herkömmliche Weise Krankheiten angeht. Dieses "Wunder"-Wissen ist lernbar. Die verklärende Aussage, dass das nur spezielle Menschen können, ist Quatsch. Denn oftmals sind es Menschen mit Einschränkungen, die im sozialen Gefüge keinen ausreichenden Beitrag leisten können. So kommt es zur Bezeichnung der typischen "Schamanenkrankheit". Das ist oft die Epilepsie. Sobald es in einer Gemeinschaft einen Arzt gibt, kann der Schamane wieder normal krank sein und sein Handwerk niederlegen.


    Wer heilt, hat Recht

    Die Esoterik der letzten zwanzig Jahre bringt solche und ähnliche Sprüche hervor. Das ist kompletter Blödsinn. Sagen wir, es gibt die Möglichkeit, dass eine schamanische Therapie in den Augen eines Kunden zur Heilung geführt hat. Dann ist also das, was dieser Therapeut sagt, die ultimative Wahrheit? So wird die Wahl des richtigen Golfschlägers also eine Art Religion? Man vermutet, dass ein tiefes Wissen über die Beschaffenheit der Welt einem Heiler zu entlocken wäre. Einen Mediziner fragt man das nicht, wohl aber versucht man hinter die Geheimnisse des Schamanismus zu kommen. Wir können hier die Wahrheit öffentlich nennen: es ist der grosse Knoblauch, der über alles wacht. Bete zu seiner Ausdünstung, dann wird dir Gutes widerfahren. Schamanismus ist keine Religion und bietet keine Erklärungen für die Beschaffenheit der Welt. Dafür gibt es die Wissenschaft.


    Was bringt Schamanismus?

    Um die Frage nach dem Sinn von Schamanismus anzugehen, bräuchte es eine Definition von Schamanismus. Diese gibt es leider nicht. Es gibt aber zwei Grundzüge, die im Schamanismus enthalten sind: die schamanische Reise und das schamanische Wirken:

    • Schamanisches Reisen

      Die schamanische Reise ist eine tiefe Beschäftigung mit sich selbst und dem Gefüge, in welchem man sich bewegt. Bei Problemen im Leben bietet sie unzählige Möglichkeiten, diese anzugehen. Je stärker ein Problem im Leben aber Einfluss auf den Alltag hat, je sinnvoller ist es, dies zusammen mit therapeutisch geschultem Menschen anzugehen.
      Bei Krankheiten gibt es Unterstützendes in den Fragen: was tue ich, dass sich eine Krankheit bei mir wohl fühlt und was tue ich dafür, krank zu sein. Die Klärung dieser Fragen kann sehr weite Kreise ziehen und bei der ärztlichen Heilung helfen.

    • Schamanisches Wirken

      Beim schamanischen Wirken geht es um Kraft. Diese findet sich im Innern. Ihre Freisetzung findet meistens in Ritualen statt. Hinzu kommt die Arbeit in Systemen, sprich in Ordnungen, die zur Erhöhung der Lebensqualität führen kann. Was Krankheiten anbelangt, sind die schamanische Extraktion und Seelenteilrückholung zu nennen. Diese beiden Techniken gehören wieder in den Bereich der zusätzlichen Unterstützung zur medizinischen Versorgung.


    Diese beiden Grundtechniken des Schamanismus bieten in der Tat Vorteile. Das Geheimnisumwitterte ist dabei nicht mehr im Vordergrund. Man kann das lernen, weil es sich einfach nur um Techniken handelt. Wir haben früher schon von der sogenannten Entmystifizierung gesprochen: wenn das jeder lernen kann, ist es nichts Mystisches mehr. Die Esoterik hat im Schamanismus nichts zu suchen.










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