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  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Wie traurig bist Du? - Die latente Traurigkeit als Sicherheit mit Tiefgang. Die Ordnungen der Trauer und die Auswege im Schamanismus

    Jul
    2014

    03


    Begleitet Dich Traurigkeit?


    Wir haben den Vorstoss gewagt, die Menschen um uns herum in ehrvollen Momenten zu fragen, wie hoch sie ihre Traurigkeit prozentual bewerten, wenn sie auf ihr Leben blicken. Das Ergebnis ist sicher nicht repräsentativ. Zum einen umgeben die Schamanenstube ausschliesslich ernsthaft am Leben teilnehmende Menschen, zum anderen befinden sich die meisten aktuell in tiefgehenden Prozessen, bei welchen sie sich mit ihrem Innersten sehr stark befassen. Diese Menschen formen die Welt um die Schamanenstube. So hat die Auswertung der Frage für uns eine Relevanz.

    Die ehrlich beantwortete Frage: "Wie oft würdest Du sagen, dass Dich im Leben eine Traurigkeit unterschwellig begleitet" führt zur Prozentzahl von 90%. Dabei fallen gerade mal 10% in einen Bereich, da die Traurigkeit nicht gespürt wird.
    Diese hohe Zahl bedarf ganz sicher einer intensiven Betrachtung der Traurigkeit aus verschiedenen Blickwinkeln.
    Erst bedarf es wohl einer Definition von Traurigkeit und ihres Bezugs zur Trauer.

    Trauer und Traurigkeit

    Die Schamanenstube macht einen grossen Unterschied zwischen den Begriffen der Trauer und der Traurigkeit. Trauer ist ein Prozess und zugleich ein Gefühl höchstens Rückzugs. Sie weiss in der Regel, worum getrauert wird.
    Die Traurigkeit bezeichnen wir als Zustand, der obschon er stillzustehen scheint, einem dennoch eine Wärme vermitteln kann.

    Die vielfältigen Wege der Trauerprozesse machen einen grossen Teil der Seelenlandschaft aus. Sie scheinen aus unserer Natur heraus wichtig zu sein, nur schon aufgrund ihrer Grösse. Doch was ist mit dieser latenten Traurigkeit? Was hat sie in uns zu suchen?
    Gehen wir wie immer einen ketzerischen Weg: hat die latente Traurigkeit Vorteile, macht sie Sinn?
    Wenn sie sich in Ordnungen bewegt, die sich unweit den Vermeidungen weit ausstrecken können, verbindet sie Landstriche, die in die Richtung der Sicherheit weisen. Ähnlich der Wehmut, die jedoch einen anderen Sinn erfüllt. Wir können uns in der latenten Traurigkeit eine Sicherheit aufbauen, die nicht mal so verkehrt zu sein scheint. Im Laufe des Lebensgeschehens kann viel Trauriges passieren. Das formt uns. Je nach Resilienz ist das Verhaften, das Stehenbleiben in den Ordnungen der Traurigkeit ähnlich dem Stillstand in der Hoffnung.

    Sicherheit in der Traurigkeit

    Wir können uns in der Traurigkeit wohl fühlen. Und sind stets bereit, sie zu verlassen und Glück zu empfinden. Es ist ein kleiner Schritt, so einen Ausflug zu wagen. Danach ist uns das Zurückkrebsen in die Sicherheit der Latenz willkommen.
    Der Sinn der Trauer ist die Entwicklung. Der Sinn der Traurigkeit vielleicht das stillstehende Warten auf glückliche Bewegungen.
    So steht die Traurigkeit nicht unbedingt als Gegenpol zur Fröhlichkeit, sondern als heimlifeisses Warten aufs Glück.
    Mehr noch: der Weg in den Prozess der Entwicklung ist auch nicht verbaut, sondern aufgrund der Nähe zur Trauer immer noch möglich. Auf die Verarbeitung und Entwicklung warten also.
    Das kommt uns vor wie das Verhalten eines Hundes: immer an dem Platz, wo die Küche greifbar ist, man sieht, wer kommt und wer da ist.
    Tönt clever.

    Violine

    Tiefgang

    Eingangs beschreiben wir unser Nachfragen als Resultat von Menschen mit Tiefgang. Vielleicht ist die Wertung Tiefgang mit der latenten Traurigkeit verbunden?
    Geht man denn nicht in Themen hinein, wenn kein Tiefgang gespürt wird? Das stimmt so auch nicht. Denn es gibt ein weiteres Phänomen: wir können uns an unsere Traurigkeit erinnern und sie einfach aus dem Nichts heraus leben. Stetes Traurigsein ist vielleicht bequem?

    Entstehung von Traurigkeit
    Womöglich liegt unsere Sympathie dort, wo Menschen die Verantwortung für ihr Leben nicht mehr abgeben wollen. Sei das in einer Loslösung in Richtung persönlicher Selbstständigkeit, Erwachsen-Werdung oder Dogmenbefreiung. Wer Verantwortung nicht abgeben will, braucht eigene Sicherheiten. Und eines ist klar zu sagen: man kann nicht ständig mit allem, was einem im Leben begegnet, im Reinen sein. Es wird immer Ungelöstes geben. Damit zu leben und damit Erfahrung zu formen, sein Leben stets neu zu gestalten, führt vielleicht zur Fähigkeit, die Dinge tiefgehend anzuschauen und sie dann auch als Kompetenz ruhen zu lassen.

    Auswege

    Nach unserer die Traurigkeit als positives Gefühl betrachtenden Vorgehensweise stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, diese Traurigkeit abzubauen. Doch genau das haben wir im Land der Traurigkeit als eigentlichen Sinn gefunden: die Bereitschaft, schöne Dinge zu erleben, Genusskompetenz zu erlangen und dem Leben vielleicht sogar in einer Art Demut begegnen zu können.
    Was, wenn diese Traurigkeit zu stark ist? Die Unausgewogenheit über längere Phasen hinweg ist stets etwas Negatives. Gibt es Auswege?
    Zum einen sehen wir ein angrenzendes Gebiet, ohne welches die Traurigkeit nicht auskommt: die Aufmerksamkeit. Die wartende Position der Traurigkeit verlangt nach dem Blick ins Leben hinein. Sich diesem Zustand zu widmen und in ihm erfüllende Momente immer wieder zu erleben, kann die Wege in die Sicherheit stärker formen. Stetes Abgehen eines Trampelpfades. Und es gibt noch andere Wege. Ganz normal menschliche und spirituelle Wege...
    Uns sind Menschen in ihrer Traurigkeit willkommen.
    Weil es kann hier weitergehen.




  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Belastung und Freiheit - wir befassen uns mit der Planung im Kopf, die oft nur vermeiden soll. Die Lebensqualität nach dem Litha Ritual steigt durch die Pflege.

    Jun
    2014

    28


    Wurzelmännchen

    Belastung und Freiheiten


    Zuweilen sind wir Menschen schon lustig: wir schieben zu erledigende Arbeiten vor uns hin, Tage, Wochen, Monate lang. Als ob wir es bräuchten, uns durch den Gedanken an zu Erledigendes absichtlich Belastungen aufzuerlegen. Zum einen geht das Leben kontinuierlich weiter, wenn Dinge vor einem sind. Zum anderen fällt uns das Organisieren der eigenen Zeit immer schwerer. Arbeiten werden in einer Hast erledigt, um sich nicht noch zusätzlich zu belasten. Warum tun wir das?


    Gestresste Kopf-Planung

    Wenn Dinge auf uns zukommen, bei denen wir aktiv werden müssen, verfallen wir gerne ins Planen, wie sie zu erledigen wären, wann sie zeitlich passen und ob sie aufschiebbar sind. Gefühle wie Rechtfertigung, Zweifel und sogar Selbstbetrug steigen auf. Die KursteilnehmerInnen der Schamanenstube wissen, was diese drei wollen: verdrängen.
    Es kommt uns also ungelegen, zusätzliche Arbeiten erledigen zu müssen. Wir suchen uns Freiheiten, Freiräume und wollen am liebsten von den Arbeiten nichts wissen. Sicherheit erlangen wir in der Planung, wann und wie das zu erledigen sei. Was da nicht rein passt, darf vermieden werden. Planung bringt uns Freiheit, faul sein zu können.

    Sicherheit durch Planung

    Planen ist ein Akt hoher Wertung: was passt wo rein, was ist wichtiger als etwas anderes, wie kommen wir drum herum?
    Das Planen selbst ist in der Geistwelt fast schon ein kriegerischer Akt. Man stellt Heere auf, definiert Abfolgen und bringt eine zukünftige Arbeit schon weit vorher in eine Ordnung, die es mit möglichst geringem Aufwand erlaubt, sie einfach erledigen zu können. - Wenn es denn soweit sein wird. Das tönt sogar sinnvoll. Und das ist es in einer Ausgewogenheit auch. Was aber, wenn die Pläne nicht aufgehen? Wir vermeiden, schaffen Dinge aus dem Weg und wägen uns in einer kopfgeschaffenen Freiheit des Nichts-Tuns.

    Litha Feuerzeremonie
    Litha Feuerzeremonie
    Der Übergang vom Wachsen und Planen
    in die Ruhe des Tuns.


    Beispiel
    Die Schamanenstube selbst hat die neue Kommentar-Funktion für unsere Website-Inhalte, unseren Blog, den Wunschbrunnen und alle Artikel, die kommentierbar sein sollen, ewig aufgeschoben. Es handelt sich um eine einzige Funktion, die für alles einsetzbar ist. Eine Faulheits-Funktion, die gleich alles erledigen soll. Monatelang begleitet diese Kommentar-Funktion die Nachdenk-Zeit, die wir ins Autofahren einbetten. Es wurde bis ins Detail sonnenklar, wie sie sein soll.
    Und damit war sie quasi erledigt. Denn das eigentliche Tun ist ja nur mühsam. Sie konnte auf die laaaange Bank (fast ein Jahr).
    Zu Litha war sie geschrieben. Aus einer Notwendigkeit heraus, nicht weil wir uns endlich einfach daran setzten. Die Funktion ist nämlich Teil eines grösseren Projektes, das nun mehr und mehr drängt.

    Freiheit nach Litha

    Litha zeigte uns, was zu pflegen ist und welche Pläne sich selbst überlassen werden können.
    Pflege ist das Schlüsselwort. Pflege erlaubt etwas Spezielles: man kann sich in Ruhe um etwas kümmern, sich in Hingabe einer Sache widmen. Sobald sich diese Gefühlsbasis einstellt, ist auch eine Kommentar-Funktion in ein paar Stunden geschrieben und fertig.
    Die Natur hat es uns vorgemacht. Wir mussten uns nur in die Beständigkeit der Natur begeben. Und alles läuft wie von selbst.




  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Das Licht des Frühlings scheint durch die Winterfenster. Die Wintergefühle benötigen noch Zeit in der Sicherheit des Winters, um zu reifen.

    Feb
    2014

    22


    Frühlingslicht

    Licht in die Wohnung

    Die Sonne erhellt in dieser Jahreszeit Stuben, Wände, Böden und ganze Ecken von Wohnungen und Häusern. Die Sonne wirft ihre Strahlen in unsere Räume. Die Natur scheint bereit zu werden für das Sonnenjahr.
    Da sitzt man nun, eingelullt in seine Winterdecke und beobachtet das Schauspiel. Was macht dieses Licht an meinem Rückzugsort? - Bin ich schon bereit, mein Winterplätzchen zu verlassen?
    Fast schon wehmütig zieht man sich zurück. Zum Glück eine Wolke, die kurz wieder für Normallicht sorgt. Doch kaum ist sie vorbei, scheint die Sonne hinein. Nein, man ist noch nicht bereit, ihr zu folgen. Sich ins Jahr zu stürzen würde bedeuten, die Sicherheit des Winterquartiers zu verlassen.
    Es ist allgemein bekannt, dass Depressionen nicht im Winter schlimmer werden, sondern im Frühling. Der Winter bietet Rückzugsmöglichkeiten, Stille... Vor allem aber kann er auf einem gemütlichen Plätzchen Sicherheiten verschaffen.

    Winter Gefühle

    Man kann gar dem Licht das Recht zu Scheinen absprechen, da es die nicht gelösten Probleme des Winters zu stören scheint. Da sind Freunde, denen es nicht gut geht und denen man beistehen will. Doch die Zeit dazu hat mehr als öfters gefehlt. Der Rückzug im Winter bietet uns die Möglichkeit, die Hoffnung auf mehr Zeit zu leben und sich damit entgegen einer Zeitfülle zu bewegen. Die Schamanenstube sagt immer: das kostbarste Gut ist es, sich Zeit zu nehmen. Nicht etwa Zeit zu haben, denn darin verbirgt sich die Passivität, die zur Rechtfertigung führt, dass die erwünschte Zeit ja nicht kam. Man hatte ja so viel zu tun.
    Können wir uns vorstellen, nächsten Donnerstag Zeit für sich selbst zu haben? - Ja. Doch stattfinden wird das nicht. Die Hoffnung auf Zeit ist immer passiv.
    Verführerisch wirkt bei solchen Gedanken die gemütliche Winterecke, in welche man sich gleich wieder einlullen kann.
    Hier ist sichere Zeit...


    Winterfenster
    Wir begleiten derzeit einige sehr schwierige Situationen von Menschen. Menschen, von denen wir innerlich unsere eigenen Worte hören: es sind gute Menschen. Einige sind auf dem Weg, andere erleben Dinge, die sie eigentlich nicht verdient hätten. Es ist nicht ausgestanden, was an Prozessen abläuft. Zuweilen fällt es uns schwer, auch durch düstere Zeiten begleiten zu müssen. Hier fragen wir uns, ob wir den Therapeuten-Fehler des Mitleids begehen.
    Bei jemandem zum Beispiel bricht das ganze Leben auseinander. Jemand, der sein Leben lang hart gearbeitet hat, für andere alles übernommen hat, sich verausgabt hat, damit es anderen gut geht und die noch nicht mal wissen, dass alles wie am Schnürchen läuft, weil im Hintergrund einer alles macht.
    Natürlich empfinden wir es falsch, mit dem gut gemeinten Sorgen für andere eben diesen in letzter Konsequenz die Selbstständigkeit zu nehmen. Doch den Trieb, dies zu tun, stellt man nicht einfach so ab.
    Daraus lässt sich den Gesunden eigentlich nur immer wieder sagen: es gibt keinen Weltenlohn. Man lebt jetzt, das ständige Vorausplanen, sich bessere Zeiten ausmalen, wird wie jede an eine Hoffnung geknüpfte Erwartung kläglich enttäuscht werden. Es wird die Zeit nicht geben, da man Zeit hat. Man muss sie sich nehmen. Notfalls mit Härte.
    Im aktuellen Fall bräuchten wir jemanden, der einem gutherzigen Geschäftsführer helfen kann. Sei es, das Geschäft zu stabilisieren oder es in einer noblen Gesinnung den Mitarbeitern gegenüber zu beenden. Nicht irgendwen, sondern jemand, der das kann.
    Hier ist wieder zu sagen: es fehlt an Zeit, sinnvoll eingreifen zu können.

    Die Strahlen der Sonne durch die Fenster kommen zu früh. Es ist nicht gereift, was sich entfalten soll. Trost findet sich im Gedanken: der eigene Körper kann mit dem Licht umgehen. Und sich vorbereiten...


    • Iris schreibt am 22.02.2014

      Hallo Schamanenstube, herzlichen Dank für Deine tiefgründigen Worte, die mich sehr berühren. Viel geschieht in diesem anbrechenden neuen Jahr. Famile und Freunde stehen in schwierigen Situationen. In Leid und Trauer ist Aushalten gefordert. Daneben schauen uns andere Menschen strahlend und glücklich an, weil sich ihre Schwierigkeiten zu lösen beginnen. Sie haben viel dafür gearbeitet im letzten Jahr. Wir empfinden das Neue, das so unterschiedlich wächst und gedeiht oft als schwierig und manchmal sogar als ungerecht. Da sind auch wir gefordert. Als Familienmitglied, Freund und Therapeut stehen wir dem Leben, Freud und Leid gegenüber, mit dem Wissen, da zu sein für die anderen. Und kuscheln doch eigentlich noch im Rückzug, wir möchten noch etwas da sein für uns. Eine schwierige Zeit. Die helle Sonne beleuchtet die Gegensätze und macht sie in ihrer Klarheit sichtbar. Damit dürfen wir lernen umzugehen. Eine Zeit, die Erfolge erlebbar machen kann. Eine Zeit, in der ich Gelerntes nach aussen tragen darf. Schwierig und schön zugleich.Wenn wir die Kraft des heller werdenden Sonnenlichts in uns wirken lassen, können wir bedächtig hinein in das Leben gehen. Herzlich Iris
    • Schamanenstube schreibt am 23.02.2014

      Liebe Iris, heute sind wir raus mit dem neuen Schamanobil und über sonnige Hügel gedüst. Sie tut schon gut, die neue Sonne des neuen Jahres. Und sie macht müde... *smile* Es darf für uns langsam weiter gehen, es ist keine Not für Hektik. Ein schönes Gefühl. Herzliche Grüsse, Schamanenstube


  • schreibt über Schamanismus-Therapie

    Die Geister der Rauhnächte: unsere Gedanken planen. Das führt zum Zweifel, was den Geistern Einlass verschafft. Wellness für die Seele ist angesagt.

    Jan
    2014

    04


    Das Feuer der Planung

    Planen und Zweifeln während der Rauhnächte


    Wie jedes Jahr zu Neujahr und den Tagen danach drängt es einem gerne, Pläne zu schmieden.
    Das beginnt mit den sogenannten guten Vorsätzen. Der Drang zu Planen wurde zusätzlich unterstützt durch die Vorfreude und Vorbereitung auf die ruhige Weihnachtszeit. Diese ist nun vorbei, doch der innere Drang, die bedrohliche Leere nach den Festivitäten weiter zu füllen, ist geblieben. Man kennt auch den Begriff des Januarlochs, der gerne umgemünzt wird als leere Zeit und somit bedrohliche Zeit.
    Es findet sich Ruhe und Musse, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Noch etwas vollgefressen kann man sich kaum vorstellen, dass der Alltag wieder einkehren soll. So schweifen unsere Gedanken gerne in Gefilden umher, die von Ideen, besseren Grundlagen, besseren Sicherheiten angefüllt sind. Das tönt erst einmal gut. Mit dem Planen lebt man zwar nicht im Jetzt, aber man legt Ordnungen für die kommende Zeit.
    Verführerisch das Ganze.


    Die Wirkung der Rauhnächte

    Erinnern wir uns für einen Moment an die Rituale vor Yul. Die Kraft der Natur hat sich in sich hinein gezogen. Alles ist da und so stark zusammen gehalten, dass die Kraft fast schon regungslos erstarrt. Eingepappt in unsere Ordnungen. Setzen wir diesen Zustand in ein Bild um, so stehen wir mit den Armen um uns herum gewickelt da, in dicken Wintermänteln, zugeschnürt und den Kopf bedeckt.
    Schützen wir uns vor etwas? - Aber natürlich, wir schützen uns vor der Kälte. Emotional fühlen wir uns recht wohl: wir spüren die Wärme, die wir uns selbst und mit unseren Feuern verschaffen. Gegen die Kälte draussen sind wir verschlossen. Ein natürlicher Reflex.
    Wir schützen uns.
    Wir schützen uns vor dem kalten Wind da draussen. Emotional vor kalten Gedanken, die sich als Bedrohungen herausstellen können, denen wir wohl begegnen werden, wenn wir die Arme wieder frei lassen müssen und uns dem Alltag zu stellen haben.



    Die Geister des Zweifelns

    Wir wiegen uns in einer warmen und behaglichen Sicherheit. Diese Sicherheit füllen wir bewusst mit etwas Angst über die kommende Leere, was unweigerlich zur Vorsicht führt. Diese Vorsicht regt den Zweifel an und wir schalten um ins Planen. Es muss vermieden werden, was schlecht werden könnte.
    In der Natur hat sich fast alles Leben in sich hinein gezogen. Was jetzt noch draussen ist, sucht Nahrung. Es ist die schamanische Wahrnehmung, dass dieses Etwas, diese Rauhnachts-Geister sich an den Zweifeln nähren können. Das geschieht unmerklich, ja hinterrücks. Unser Denkapparat sucht sich Gefahren, Bedrohungen und will unweigerlich Vermeidungsstrategien entwickeln. Hier sehen wir den psychologischen Einfluss der Rauhnächte. Im Zweifel und im Planen.
    Das Zweifeln agiert hier, als ob man Türen öffnet. Türen für die Kraft der Rauhnächte. Kalte Winde, eiserne Lüftchen wollen sich in unsere Köpfe drängen, um auf unserem Gefühlssee die Vorsicht zu wecken, damit wir zweifeln können.

    Wellness statt Zweifel und Sorgen

    Die Schamanenstube kehrt den Spiess um: wir deklarieren die Zeit der Rauhnächte als freie Zeit. Als Zeit, da Planungen sinnlos sind. Als Zeit, da ein Vorausdenken, ein Ausmalen der Zukunft keinen Sinn macht.
    Wir hören Geschichten des letzten Jahres. Wir hören den Ahnen und ihren Weisheiten zu. Wir geniessen die Liebe in den wehmütigen Blicken zurück auf die guten Zeiten. Aber: wir planen nicht.
    Wozu auch?
    Um den Zweifeln Einlass zu verschaffen?
    Nein. Es ist Wellness-Zeit. Gemütliche Zeit, selbst wenn die Arbeit wieder aufgenommen wird. Alles läuft seinen Gang, auch ohne neue Pläne.

    Ab dem 7. Januar klingt diese Zeit ab. Es kann zuweilen auch danach noch Zweifels-Geister haben. Also beginnen wir langsam.

    Die im Dezember eingeleitete Entschleunigung darf nachwirken. Unsere Kraft muss nicht rausploppen, sondern kann sich im natürlichen Fluss gemächlich, dafür umso stärker in uns bewegen.










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