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Schamanenstube schreibt über Schamanismus-Therapie

Therapeutischer Fluss im Schamanismus: wie Therapie und Schamanismus in Ebenen verlaufen, in der Kunst des Zuhörens und auf schamanischen Reisen

Mai
2016

06


Fluss Stein

Die Bewegung während Schamanismus Therapien


Therapien finden ihren eigenen Entwicklungsweg. Nach der probatorischen Sitzung können sich verschiedene Mögllichkeiten auftun, denen man als Therapeut folgen möchte. Der Kunde, die Kundin wir dabei in die Vorgehensweisen miteinbezogen. Und dann geht es los: man bewegt sich in den vereinbarten Richtungen. Ein Schamanismus Therapeut ist sich wie jeder andere Therapeut stets über die Zielvereinbarungen, die eingeschlagenen Wege und die aktuellen Geschichten bewusst. Neben vielen Hilfsmitteln stehen dem Therapeuten Kompetenzen zur Seite, mit denen er oder sie arbeitet: Objektivitäten, Meta-Ebenen, Selbstreflexion usw.


Die Kunst des Zuhörens

Neben Techniken der Gesprächsführung, die man sich aneignen kann, gibt es Grundhaltungen des Therapeuten, der Therapeutin, die dem Fluss der therapeutischen Gesprächs mehr Ausdruck verleihen können. Kunden erzählen z.B. von Erlebnissen, die sich in ihrem Leben abspielen. Dieses Erzählen findet seltenst rein sachlich statt, sondern unter den Worten findet sich gerne ein Bedürfnis. Dieses zeigt sich in der Intonation, in der Gestik und in der Art, wie Dinge erzählt werden. Das Erzählen soll also eine gewisse Wirkung haben, teilweise sogar auf manipulative Art. Im Laufe einer Therapie wird vielleicht immer wieder ein Thema angesprochen, dem besondere Aufmerksamkeit zustehen soll. Als Zuhörer nimmt man das wahr, als Therapeut notiert man es sich selbstverständlich.
Bedürfnisse und Absichten unter dem Erzählen von Geschehnissen möchten bestätigt werden. So ist man zuweilen geneigt dazu, mal zu nicken, sich mal erstaunt zu zeigen, zu lächeln oder auf sonstige Weise Zustimmung zu zollen. Das tut man in normalen Gesprächen automatisch. Was aber, wenn von Schamanismus Therapeuten verlangt wird, dass sie sich bewusst sind über das Bedürfnis? - Wird dann das zustimmende Nicken zu einem reinen Schauspiel?
Hier kommen die inneren Fragen untenstehender Ausgaben der Schamanismus Zeitung zum Zuge: "was macht das mit mir? (als Therapeut)" und "was soll das mit mir (als Therapeut) machen?"


Schamanismus ZeitungSchamanismus Zeitung
zum Thema Egoismus als Wahrnehmung
Schamanismus ZeitungTeil zwei des Themas:
Egoismus als Wahrnehmung

Therapie-Flüsse

Es gibt mehr als einen Fluss in der therapeutischen Arbeit. Zum einen ist da die Bewegung hin zum Erreichen der Zielvereinbarung, zum anderen der Erzählfluss, dem man folg. Darunter findet sich die Wahrnehmung der Bedürfnisse mit der Frage: was möchte der Kunde, dass ich denken soll? Die Kunst besteht in den Augen der Schamanenstube darin, sich stets in allen Flüssen bewegen zu können. Ob das in fliessenden Wechseln oder gleichzeitig passiert, spielt keine Rolle. Die Wechsel dürfen vielleicht recht häufig passieren, um auf den Fluss-Ebenen zu denken und empfinden.

Therapie-FlüsseEbenen bei Kunden-Erzählungen


Der Sinn dieser Ebenen darf die Fähigkeit sein, Erzähltes aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten zu können. Das Ebenen-Denken und -Empfinden hier in der Theorie zu beschreiben ist einfach. Das Umsetzen in die Praxis ist sehr schwierig beizubringen. Zumal je nach Erzählung natürlich noch andere Ebenen hinzu kommen: inhaltliche, systemische, prozessorientierte, ursachenorientierte, Konsequenzen usw. Am Ende hat man ein Sammelsurium von möglichen Objektivitäten, die in ihrer Anzahl Verwirrung schaffen können. Die Verwirrung kann so gross werden, dass man alle Ebenen fallen lässt und nur noch zuhört. Das führt in therapeutischen Sitzungen gerne dazu, dass man nach dem Erzählen der Kundschaft keinen Schimmer hat, wie es weiter gehen soll. Aber genau deshalb ist der Kunde da: alles, was innerhalb der "normalen" Ebenen rauszufinden ist, hat der Kunde selbst schon längst analysiert.


Den Verlust der Ebenen vermeiden

Es gibt mehrere Möglichkeiten, im Ebenen-Denken oder in sogenannten Objektivitäten zu bleiben. Wie bei jedem "Problem", ist auch das Verlieren der Ebenen von Vorankündigungen begleitet. Man merkt, wenn man das geistige Rumrennen zwischen den Flüssen verliert. Diesen Punkt der Gewahrwerdung kann man sich bewusster machen (Trigger setzen). Merkt man es, kann man einen Ebenensprung machen, der vielleicht gerade sinnlos ist, aber er hält einem in seiner therapeutischen Zuhörer-Position.
Es ist möglich, einige der Ebenen als emotionale Grundhaltung zu leben. Nehmen wir zum Beispiel die Ebene des Therapie-Ziels. Man sitzt mit einem Kunden da und taucht gerade in seine Problemschilderung ab. Man sitzt aber immer noch da, was die Ebene des Therapie-Ziels halten kann. Die Selbstwahrnehmung kann wie ein Grundgefühl aufzeigen, was man da gerade macht: man therapiert. Das kann man das Ebenen-Gefühl nennen.
Weiter kann einem das Notieren der aktuell vorhandnen Ebenen helfen. Vielleicht nicht in ihrer Gänze, weil einem das erschlagen kann. Aber die im Moment als wichtig empfunden Flüsse dürfen aufgemalt oder beschrieben werden.

Zusammengefasst:
  • Ebenen-Sprung beim Merken, dass man nur noch zuhört
  • Ebenen-Gefühl
  • Notieren der aktuellen Flüsse


Fluss Schamanenreise

Flüsse in schamanischen Reisen

Es gibt auch auf schamanischen Reisen verschiedene Ebenen der Wahrnehmung. Als Anfänger ist man geneigt, in der Geistwelt als störend empfundene Dinge gleich mal zu entfernen. Dieser Reflex ist nachvollziehbar. Sehr viele uns bekannte "Schamanen" arbeiten sogar erfolgreich nach dem Prinzip: da stört etwas, also weg damit. Diese Form eines einfachen Schamanismus wirkt sehr natürlich und intuitiv. Hier braucht es kein Ebenen-Denken, das hat aber auch nichts mit einer Schamanismus Therapie zu tun.
Die Wahrnehmungen auf schamanischen Reisen sind von eigenen Befindlichkeiten und eigenen momentan vorherrschenden Gefühlen und Ordnungen stark beeinflusst. Das lässt sich vielleicht an einem Beispiel verdeutlichen: man kommt nach den Ferien nach Hause und vieles, das einem vor den Ferien noch genervt hat, ist zwar noch da, aber der Einfluss ist nicht mehr nervend. Wir Menschen werten sehr oft auf der Basis unserer Befindlichkeiten. Die Schamanenstube ist der Meinung, wenn wir auf Auftrag in fremden Geistwelten unterwegs sind, haben unsere Befindlichkeiten nichts dabei zu suchen. Man müsste sich also sehr sehr gut unter "Kontrolle" haben, wenn man für Kunden oder sogar für sich selbst schamanisch reist. Das tönt nach einem guten Credo, ist aber menschlich nicht umsetzbar. Auch hier gibt es Hilfen, die man beüben kann.


Miteinbezug des Zweifels

Einer der Hilfen ist der Zweifel. Dieser ist auf ersten schamanischen Reisen oft hoch und verhindert teilweise schamanische Wahrnehmungen. Die Schule für Schamanismus Therapie geht hier den Weg, den Zweifel erst einmal beiseite zu lassen, indem wir Zeit für den Zweifel schaffen. Schamanisches Reisen ist in erster Hinsicht ein Erleben. Danach oder in Pausen gönnt man sich Zweifel-Zeit. Spannend ist noch zu erwähnen: trotz hohen Zweifels wird besonders zu Beginn einfach auf schamanischen Reisen gehandelt, sprich man verändert Dinge, die zweifelsfrei so wohl nicht sein sollten oder da nicht hin gehören.
Hat man die "Fähigkeit" erreicht, schamanische Reisen zu erleben, kann man beginnen, Dinge auf einen wirken zu lassen. Hier kommt wieder die Frage auf: "Was macht das mit mir?". Selbst die Folgefrage, was es mit einem machen soll, darf Einzug halten in den Reise-Alltag. Damit ist man wieder als vernunftbegabtes Wesen unterwegs. Die Aufmerksamkeit auf sich selbst ist gegeben. Erst jetzt ist ein Zweifeln wieder sinnvoll: als eine Form der Selbst-Reflexion.


Techniken auf schamanischen Reisen

Viele Techniken seit Castaneda bis heute sind hilfreich, sich Dinge nicht nur frontal anzuschauen, sondern sie von verschiedenen Ebenen her im Fluss des Geschehens auf sich wirken zu lassen. Was bei Castaneda die Emanationen des Adlers sind, setzt die Schamanismus Therapie der Schamanenstube in sogenannten Weltenwechseln um. Ferner dürfen z.B. im abgehaltenen Rat der Geister die Konsequenzen möglicher Handlungen besprochen werden.
Solche und weitere Techniken auf schamanischen Reisen dürfen zu einem Ich-Gefühl führen, die Wahrnehmungen nicht nur relativiert, sondern in Betrachtung aller Einflüsse auf ein Geschehen zu klareren Entschlüssen führt. Damit ist nicht ein Egoismus gemeint, der sich über andere stellt, sondern es geht um die Achtsamkeit des Therapeuten selbst. Das kann selbst in einer bescheidenen Haltung passieren, ohne sich aufzuplustern.



Ausbildung als Schamanismus Therapeut
Unsere Schule für Schamanismus Therapie widmet sich diesen Grundhaltungen im Umgang mit Kunden und auf den schamanischen Reisen. Das lässt sich in unseren Augen nicht in ein, zwei Wochenend-Seminaren erlernen, sondern stellt sich als Prozess-Weg hin zum Schamanismus Therapeuten oder Experten für sich selbst dar. Wenn sich jemand auf seine ganz persönliche Weise mit sich selbst befassen kann, erhebt sich in uns ein Gefühl des Vertrauens auf therapeutischer Ebene. Ob es richtig ist, dass wir eine Gewichtung unseres Gefühls zu einer schamanischen Arbeit als Massstab für Befähigungen setzen, beschäftigt uns seit Jahren. Es gibt klare Kriterien, aber die reichen nicht gemäss unserer Erfahrung. Vielleicht sollten wir noch mehr verfeinern?





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