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Schamanismus Artikel

Schamanische Rituale und Themen zum Schamanismus


Die Gerechtigkeit der Natur - Schamanismus und Magie


Tipi Natur

Dieser Text widmet sich einem Thema, das den Schamanismus verlässt und doch nicht. In der Regel sprechen wir nicht darüber. Denn es formt bei vielen ein Bild, das ein Entfremder der funktionalen Realität bewirken kann. Es geht um das Thema der Gerechtigkeit der Natur. Hier liegt für uns kognitiv das Geheimnis, wie die Welt beeinflussbar ist. Wir veröffentlichen das Thema, weil wir vor kurzem begonnen haben, unsere Curandero Beutel auch öffentlich zu verkaufen. Bislang gaben wir sie zu bestimmten Einwirkungen dazu und machten kein grosses Aufsehen um sie. Wir konnten aber einige Preise unserer Produkte senken, indem wir die Beutel separieren. Das heisst auch: die Beutel werden öffentlich. Und damit wird eine Form schamanischer Magie öffentlich.


Der Zugang zur Magie

Schon als Kind haben wir vieles ausprobiert. Da gab es Rituale, düstere Geschichten und fast schon Witziges. Manchmal hat etwas funktioniert, manchmal nicht. Es lag aber nicht an den Ritualen selbst, sondern ganz persönlich an uns. Es braucht eine gewisse Form eines Grundgefühls, das wir zu beschreiben versuchen.

Es gibt eine Art Verbindung zwischen der Natur im grösseren Sinn und dem eigenen Gerechtigkeitsempfinden. Sehr schön zeigt sich dieser Einfluss im Zuni-Ritual. Man verändert Dinge auf magische Weise oder übt einen Einfluss aus, indem man sich auf die Gerechtigkeit der Natur einlässt. Das tönt einfach. Das ist es aber gänzlich nicht.
Trägt man zur Absicht eine Wut, eigenes Ungerechtigkeitsempfinden oder Zorn in sich, ist es emotional unmöglich, sich mit dem Gefühl der Gerechtigkeit der Natur zu verbinden. Der Eigendünkel nützt einem hier gar nichts. Insofern ist prinzipiell alle sogenannte Schadmagie oder "schwarze" Magie ausgeschlossen. Zumindest in direktem Einfluss. Beauftragt man jemanden, sieht das wieder anders aus. Ein Fremder ist selten vom selben Zorn erfüllt, sondern macht seine Arbeit eher im Gutglauben.
Das Zuni Ritual
Etwas der Natur in die Hände legen

Die Gerechtigkeit der Natur

Wir zitieren Theodor Fontane aus Effi Briest: "Das ist ein weites Feld". Wir versuchen es trotzdem. Es gibt ein Gefühl, das die sogenannte Verbundenheit mit der Natur übersteigt. Wir meinen nicht eine Unterwürfigkeit, nichts Frommes, kein Ungleichgewicht einer Macht. Wir meinen wir ein Einssein unter Wahrung der Selbstwahrnehmung in gegenseitiger Beziehung zum Aussen. - Gut, das ist nicht verständlich. Vielleicht erklärt es ein Beispiel besser:


Ritual der Gerechtigkeit

Gerne teilen wir ein kleines Ritual für Fortgeschrittene, um sich der Gerechtigkeit der Natur anzunähern. Es ist mehr eine meditative Anleitung, kann dir aber sicher den Weg bereiten.
Dazu nutzen wir z.B. das Bild hier mit den Bergen und der grünen Fläche auf dem Berg mit dem Häuschen drauf.
Du stehst auf einem Hügel und blickst auf das Felsmassiv vor dir. Du bist allein, niemand ist in Sichtweite. Nachdem du dich geerdet hast, atmest du bewusst, wie in vielen unserer Anleitungen beschrieben. Du nutzt die Eigenschaft des Elements Luft, Dinge miteinander zu verbinden. Dein Blick ruht auf der von der Sonne beleuchteten Grünfläche auf dem Hügel vor dir. Du atmest mit der Luft zwischen dir und der Fläche. Wie beim Krafttiertanz gleichst du deinen Atmenhythmus dem Hügel an. Dabei vergisst du die umliegenden Gegenden nicht. Du verbindest dich mit dem Hügel und der restlichen Landschaft. Wenn du einatmest, atmet der Hügel ein, wenn du ausatmest, atmet er aus. Es darf ein warmes Gefühl der Verbundenheit in dir aufsteigen. Du kannst dieses Gefühl auskosten und geniessen. Bis - ja bis du die Gerechtigkeit hinein bringst. Gerechtigkeit ist in erster Linie Wahrnehmung und dann das sofortige Beurteilen. Durch das Gefühl der Verbundenheit wird die Gerechtigkeit ihrem Wertungsdrang beraubt. Du wertest nicht, weder bewusst noch unbewusst. Der Mechanismus von Wahrnehmung und Einordnen verschwindet. Das führt zu einem Zustand, da einfach ist, was ist. Nicht mehr und nicht weniger.

Man mag dieses Gefühl als die "Wertfreiheit" bezeichnen. Das widerstrebt uns, weil eine andere Art der Wertung, oder vielmehr Richtungsgebung einsetzt: die Gerechtigkeit der Natur kommt zum Vorschein. Spätestens hier wird jedwelche Romantik zerstört und du bist mit einer gänzlich anderen Natur verbunden, als die man normalerweise wahrnimmt. Sie fliesst in ihren Ordnungen. Du selbst bist dabei mehrheitlich unbedeutend. Ausser du beginnst zu erzählen. Was du erzählst, interessiert die Natur oder es interessiert sie nicht. Das hängt ein bisschen vom Ort ab. Worte sind Ordnungen. Die Ordnungen der Natur können sich den Worten anpassen.



Ganz ähnlich verhält es sich mit der Technik des Lochreisens. Sie nutzt dieselbe Verbindung zu den Geschehnissen an einem entfernten Ort. Wenn du im obigen Beispiel das Bild von oben verwendet hast, war das auch schon eine kurze Lochreise, eben einfach durch das Bild durch.
Die geschaffene Verbindung durch das Lochreisen hat dieselbe Gefühlsqualität. Man kann sie nutzen, um an entfernten Dingen teil zu haben, oder eben einzugreifen. Auch hier ist ein Eigendünkel nicht anbringbar. Sobald du etwas willst, fällst du aus dem Gefühl heraus und du wertest wieder in deiner Gerechtigkeit.

Höhere Wesen?

Um sich der Gerechtigkeit der Natur zu nähern, ist vielleicht ein Verständnis hilfreich. Gerechtigkeit beinhaltet das Fällen eines Urteils. In schamanischer Betrachtung der Wahrnehmung verläuft der Wahrnehmungsfluss direkt ab den Sinnen in den See des Gewissens. Im Gewissen (altdeutsch AllGemeinesWissen) findet sich ein Regelwerk. Dieses läuft automatisch ab, um nicht jedes Mal über etwas nachdenken zu müssen, was man schon einmal wahrgenommen hat. Die Verbindung zwischen Wahrnehmung und der Urteilsmaschine Gewissen läuft sehr schnell. Ihr Hauptmerkmal ist aber die Unbewusstheit. Wir fällen im Alltag über alles, was wir wahrnehmen, sofort ein Urteil oder zumindest eine Einschätzung. Die häufigste Einschätzung ist das Filtern, ob etwas wichtig ist oder nicht.
Wenn wir von der Gerechtigkeit der Natur sprechen, müsste man theoretisch der Natur kognitive Fähigkeiten zubilligen und sie damit zu einem Wesen machen. Im Schamanismus ist das der einfachste Weg: die Natur als ein Wesen zu betrachten. Da man mit der oben beschriebenen Art und Weise Dinge und Geschehnisse verändern kann, liegt die Vermutung nahe, die Natur sei ein höheres Wesen. Sie ist für uns aber einfach räumlich grösser und unterliegt Ordnungen, die sich über weite Gebiete erstrecken. Das macht diese Ordnungen manchmal auf den ersten Blick nicht sichtbar, weil wir selten so weit schauen. Das ist vergleichbar mit einem Bächlein gegenüber dem Rhein zum Beispiel.


Anwendung der Naturmagie

Der "Trick" ist also das Gefühl zur Gerechtigkeit, das das Gewissen ausblendet, respektive es nicht sofort Urteile fällen lässt. Es kann Jahre dauern, bis man diesen Gefühlszustand über längere Zeit halten und ihn auf Wunsch hervorholen kann. In diesem Gefühl lassen sich die Ordnungen der Natur z.B. in Gegenstände einbringen. Das tun wir seit Jahren mit den Wunschkerzen, den Schamanenspiegeln und den Schutzbeuteln. Sie fliessen auch in unsere Traumfänger mit ein. Damit wird auch eher klar, warum unsere Gegenstände immer nur persönliche Gegenstände sind: wir stellen die Verbindung zwischen den Ordnungen einer Person und der Gerechtigkeit der Natur her.



Lana schreibt am 11.06.2020


Danke!!!
Ich beginne ein Gefühl dafür zu bekommn. Melde mich



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Ritual zur Demut beim Sonnenaufgang


Sonnenaufgang

Bevor die Sonne aufgeht

Vielleicht bist du gerade wach noch bevor die Sonne aufgeht. Du bist in den Ferien und hast die Nacht in einem Hotel verbracht. Du betrittst auf leisen Sohlen den Balkon, rückst den Plastikstuhl geräuschlos gen Osten und setzt dich hin. Eine Decke hält die Wärme des Schlafes um dich.
Du siehst den Ort. Du siehst die Häuser. Du siehst die Kulisse für das Leben der Menschen an diesem Ort. Bald geht die Sonne auf. Sie wird über diesen im Dunklen liegenden Häusern, Strassen und Plätzen aufgehen. Sie wird die Menschen aus ihren Häusern kitzeln, sie herauslocken, sie in ihr Tagesleben ziehen.
Du denkst: „Was für Menschen werden hier rauskommen?“
Die Sonne geht über allen Dächern der Welt auf und überall erweckt sie den Tag, erweckt sie das Leben: dieses Leben, das da wuselt, Absichten verfolgt, Gesinnungen in sich trägt und der Gerechtigkeit des Ortes folgt. Was für Menschen werden hier sein?
Und für den einen Moment, bevor die Sonne das Leben langsam entfacht, denkst du: „Jetzt ist alles schön, jetzt ist alles gut.“


Demut

Die Sonne geht unweigerlich auf. Es mag bis weit über eine Stunde dauern, bis erste Menschen Bewegungen zwischen die Häuser bringen. Alles ist noch ruhig, auch wenn schon einige unterwegs sind. Es sieht aus wie eine Ameisenstrasse, die sich zielgerichtet in verschiedene Richtungen bewegt. Bis dann, ja bis einer ein Geräusch macht, das die Stille durchbringt. Ab da wird es hektischer, ab da wird es lauter, ab da wird es Menschentag.
Wer die Demut schamanisch bereist, kommt womöglich zu einer ähnlichen Essenz über die Demut wie wir: „Es ist, was ist“. Darüber hinaus passiert beim Betrachten der über einen Menschentag aufgehenden Sonne etwas Sonderbares: der Tag wird anders verlaufen, als unterschwellig negativ vermutet. Er wird gut verlaufen, die Menschen werden freundlich sein, Begegnungen interessant und man wird Teil dieser Menschen.


Beeinflussung durch Demut

Ein kleines Ritual für Frühaufsteher kann den Tag formen: „es ist, was ist“. Die Sonne erweckt den Ort. Dieser kann einem gut gesonnen oder nervig sein. Das Wissen über die Ruhe, über die Reinheit am Morgen vor dem Licht verändert, was man an diesem Tag erlebt. Natürlich verändert es in erster Hinsicht die eigene Wahrnehmung. Das ist sehr wichtig. Aus der Kraft der Demut in schamanischem Sinne entsteht eine Macht. Du hast die Sonne gesehen, warst ihr nahe. Noch bevor der Ort erwachte, hast ihn mit all seinen Nischen gesehen. Damit weisst du, wie er ist. Damit weisst du, wie seine Grundmauern sind. Damit kennst du seine Ordnung. Und das verändert dich selbst und damit die Menschen um dich herum.
Altklug könnte man sagen: Wissen ist Macht. In diesem Fall stimmt das. Wer einen Ort kennt, kann eine Macht über die Geschehnisse an sich nehmen. Diese Macht ist aber nicht negativ zu verstehen. Es gibt positive Macht. Es handelt sich bei der Demut um eine Macht, die daraus entsteht, dass man Dinge auf besondere Weise wahrnimmt. Eine Hilfe dazu: man kann nur lieben, wovon man das Gefühl hat, es gehöre einem. Auch das ist nicht so schnöde als Besitz gemeint, wie es tönt. Der liebevolle Blick auf einen Ort am frühen Morgen kann einem diesem Ort nahe bringen. So nahe, dass man das Gefühl bekommt, ihn gerne zu haben. Damit „gehört“ er einem ein Stück weit. Aus diesem „Besitz“ entsteht die Möglichkeit, die Geschehnisse des Tages in diesem Ort mit zu formen. Zumindest für einen selbst.
Abgeschwächt formuliert: wer mit einem Lächeln durch die Strassen geht, begegnet freundlichen Menschen. Das Lächeln darf aber echt sein. Die Liebe zum Ort erlaubt eine Echtheit in sich selbst und wirkt auf die Menschen und Geschehnisse.

Es ist einem freigestellt, etwas Angst in diesen „Besitz“ hinein zu drängen und damit gewappnet für Negatives zu sein. Jede Form von Schutz hat im Schamanismus die Wirkung von Aggressivität.

Sich selbst mit in den empfundenen Besitz zu stellen, Teil zu sein und mit dem eigenen Bewegen die Strömungen der Geschehnisse liebevoll zu beeinflussen, kann wunderschöne Tage für alle erschaffen.


Dieser Bericht findet sich auch im Schamanismus Magazin.

Kretas Geister - das Urvertrauen der griechischen Götter


Geburtshöhle ZeusMan sieht im Bild oben einen sehr kleinen Teil der Geburtshöhle des Zeus, die sich auf Kreta befindet. Wir möchten keine genaueren Fotos dieser Höhle hier zeigen: das Erleben in ihr ist dermassen eindrücklich, dass wir das Gefühl haben, man kann sie nur selbst erleben. Gerne berichten wir aber davon.



Der Geburtsort von Zeus - dem griechischen Göttervater

Nach strengen Tagen am Orakelsee benötigt die Schamanenstube eine Auszeit. Ein Blick auf unsere Kalender eröffnet spontan zehn Tage, an denen wir mit dem Handy alleine unsere Arbeit machen können. Wo ist es warm im April? - Es kamen Teneriffa und Kreta in Frage. Beides sind schöne Destinationen. Als Raucher entscheiden wir uns für den Dreistunden-Flug nach Kreta.
Nachdem wir vollständig angekommen sind, machen wir uns auf den Weg zum Geburtsort des Zeus. Zeus ist der sogenannte Göttervater der griechischen Mythologie. Es hätte einfach eine Touristen-Attraktion ohne Hintergrund sein können, aber wir waren ja in den Ferien. Also los! - Die Anfahrt über die kretischen Berge ist spannend. Die Strassen sind mit Schafherden und vereinzelten Ziegen gesäumt. Tanti Google führt uns über Feldwege durch eine Hochebene, auf welcher wir gerade mal im Schrittempo voran kommen. Wir geniessen das Gondeln im kleinen offenen Jimny. Als Frühaufsteher sind wir dennoch alleine auf dem angrenzenden Parkplatz. Darauf folgt der Aufstieg den Berg hoch. Normalerweise gibt es dafür Esel, aber die schliefen noch. So geniessen wir den schönen Steinpfad in gemütlichen Schritten. Die Sonne wird dabei immer stärker und lässt uns ins Schwitzen kommen. Oben angelangt sammeln wir uns erst ein wenig und laben uns an frisch gepresstem Orangensaft, den es hier überall zu kaufen gibt. Das war super!
Es folgt der Abstieg in die Höhle hinab. Einzig eine künstliche Treppe mit Geländer wurde in die naturbelassene Höhle gebaut. Es geht fast senkrecht hinunter. Im ersten Teil des Abstiegs gibt es viele Vögel, die in den tausenden Nieschen ihre Jungen versorgen. Sie sausen durch die Höhle in ungeheuerlichem Tempo. Schon etwas weiter unten verstummen die Vögel. Ein Blick nach oben zeigt noch das Restlicht des Tages, das schon nicht mehr bis hierher reicht. Es gibt auf dem Weg immer wieder Lampen, die für die Sicherheit sorgen. Wir steigen hinab auf den Grund der Höhle.



Bizzarre Göttergesichter

Die Höhle des Zeus besteht komplett aus Tropfsteinformationen. Wir gehen direkt an den Steinen vorbei und müssen uns teilweise an ihnen abstützen. Alles ist glitschig und nass. Das erste, das einem auffällt, ist die veränderte Akkustik. Es tropft überall. Jedes Tropfgeräusch hallt fein durch die Höhle. Man hört ihre Tiefe und ihre Ausmasse. So ganz allein an so einem Ort ist das Erleben natürlich sehr eindrücklich. Und wir lassen auf uns wirken.
Mit jedem bewussten Schritt steht man vor Gesichtern, die teilweise meterhoch einen direkt anblicken. Tausende von Augen betrachten einem. Es ist ein schönes Gefühl, auf diese Weise in die Geisterwelt hinab zu steigen. Das Interesse ist beiderseits sehr hoch. Schnell ist klar, dass die Wesen der Höhle weit älter sind, als nur zurück bis in die Zeiten der alten Griechen. Wir nehmen urchige, alte Weltwesen wahr, die es schon seit Anbeginn der Erde zu geben scheint. Und auf einmal stehen wir vor Zeus. Paraidolisch erkennen wir erst ein gigantisch grosses Gesicht, das uns tief in die Augen schaut. Der Weltenwechsel in die Anderswelt zeigt ihn sogar noch grösser in diesem Dunkel der Höhle. Dort hallen die Tropfen in eine viel grössere Höhlenformation, die uns aber verborgen bleibt. Im schamanischen Dialog mit Zeus dürfen wir für uns persönlich interessante Dinge erfahren. Alles fügt sich hier z.B. ineinander, v.a. die Geschehnisse. Bei der Parkuhr auf dem Parkplatz unten am Berg kommen die beiden Münzen, die wir einwerfen wollten, wieder heraus. Es waren keine Euros, sondern englische Pfund. Gerne machen wir Zeus dieses Geschenk und bemerken durch diese Verkettung der Ereignisse, wie sich alles ineinander fügt, selbst die Münzen.

Kaum haben wir unseren nachhallenden Dialog beendet, erscheinen auch schon die ersten Touristen in der Höhle und alles ändert sich. Kinder rennen die Treppe herab und die Geister ziehen sich zurück. Wir sind froh, so früh hier unten gewesen zu sein und durften diese friedliche Zeit mit den Geistern erleben. Wenn etwas fertig ist, ist es fertig. Also wieder die Treppe hoch.




Esel

Unten am Berg ist der Tag erwacht. Die Esel stehen bereit, die Besucher der Höhle nach oben zu tragen. Sie wirken noch etwas müde, wir freuen uns aber über ihren Anblick. Es gibt neben Schafen und Ziegen viele Esel auf Kreta. Das Land, auf dem sich die Tiere tummeln, ist recht karg. Die rot gefärbte Erde müssen wir erst einmal anfassen, um diesen für uns Schweizer fremden Gegend richtig zu begegnen.


Wir sinnieren über die Begegnung mit den Göttern nach. Wir durften eine sehr alte Welt erleben, die in ihrer Einfachheit und Klarheit sich viel weniger Sorgen über Geschehnisse macht. Es gibt einfache Verbindungen, die die Ordnung der Systeme definiert. Vielleicht ist in dieser Einfachheit die Forderung nach einem Vertrauen verborgen, die einige das sogenannte Urvertrauen nennen. An einem Ort wie der Höhle des Zeus ist die Welt so einfach, dass sich dieses Vertrauen von selbst bildet. Das war schön, zu erleben.




Windmühlen Kreta

Windmühlen auf Kreta - Alltag auf mystischem Boden

Noch immer im Nachspüren des Urvertrauens in die Geschehnisse um uns herum kommen wir an Windmühlen vorbei. Man findet sie auf Kreta überall. Meist sind sie verfallen. Im Bild sieht man zwei intakte. Wir stehen neben ihnen und spüren die Diskrepanz zwischen dem Erleben in der Höhle und dem Wind, der vom Meer her ständig über die Insel streicht. Er wirkt wie der Alltag, das stete Treiben. So ergibt sich für uns die Möglichkeit, das Gefühl der Zeushöhle mit dem geschäftigen Treiben des Alltags zu verbinden. Oft erlebt man ja tiefgehende Erkenntnisreisen und belässt sie in der gesonderten Erlebniszeit oder an einen Ort geknüpft. Die Windmühlen erlauben uns, den Wind nicht nur wie sonst zu spüren, sondern auch die umgesetzte Bewegung in den Umdrehungen der Windmühlen zu sehen. Sie drehen schneller, als man meinen würde. Die Gewalt des Alltags läuft über dem Untergrund der Erde: wir verbinden das Urvertrauen aus der Höhle mit dem Wind Kretas.

Waldhochzeiten - starke Verbindungen zur Ehe


Waldhochzeit
Schamanische Naturhochzeiten erlauben es, die Stimmung des Waldes, von Wiesen, Felsen und Gewässern harmonisch und ganz speziell zu vereinen. Die ganze Kraft fliesst in den Bund der beiden Eheleute. Sonnenstrahlen erhellen die Mitte des Kreises und vereinigen das Paar zu etwas Neuem. Das sind traumhafte Momente, voller Zauber und emotionaler Bewegung. Die Wirkung der schamanischen Arbeit erfüllt die ganze Hochzeitsgesellschaft und macht das unvergessliche Erlebnis zu einem tief empfundenen Gefühl der Liebe. Das hält weit über Generationen hinaus.


Entwicklung des Naturhochzeiten-Trends

2001 verband die Schamanenstube erstmals verschiedene glaubensfreie Rituale auf verschiedenen Kraftflüssen zu einem Hochzeitsritual. Die umfassende Komposition erlaubte es uns sogar, eine Kindergarantie abzugeben, wenn dies gewünscht wurde. Da wir die einzigen im deutschsprachigen Raum waren, ging es nicht lange, bis andere Anbieter folgten. Heute gibt es unzählige Anbieter für Natur- und Waldhochzeiten. Wir freuen uns darüber: es ist uns nicht möglich, viele Hochzeiten im Jahr auszurichten. Auf diese Weise kommen viele liebe Paare zu Ihrer gewünschten Hochzeit.
Wie der Trend weiter geht, zeigt sich schon heute: am ursprünglichen Gedanken, tiefgreifende Hochzeiten ohne religiösen Touch durchführen zu können, fehlt es immer mehr. Das ist schade. Es getraut sich von den neuen Anbietern niemand, die Kindergarantie wahrzunehmen. Vielleicht ist das auch ein Angebot, das es gar nicht braucht?


Kosten einer Naturhochzeit

Das Budget für eine kleinere Hochzeit liegt in der Schweiz inklusive Ringe, Kleider, Zeremonie, Apéros, Essen, Band und Unterhaltungen bei ca. SFr. 25'000.-. Der Anteil der Schamanenstube lag in der Vergangenheit bei SFr. 2'800.-. Daraus resultierte im Schnitt ein Stundenlohn von unter SFr. 7.-. Das können wir uns in Zukunft nicht mehr leisten. Wir werden unser Angebot entweder drastisch ändern und grosse Teile daraus weglassen müssen oder die Veranstaltungen von Hochzeiten einstellen. Diese Entscheidung fällen wir diesen Sommer.
Selbst wenn es zur Entscheidung des Einstellens kommen sollte, sind wir glücklich über all die Paare, die wir in den Bund der Ehe begleiten durften. Mit vielen haben wir Kontakt und freuen uns über die wunderbaren Ehen.


Der heilige Bund der Ehe

Was macht einen Bund "heilig"? - Meistens meint man, das gehe nur mit grossen Mächten aus religiösen Kontexten. Dem ist nicht so. Das Wort "heilig" ist zum einen eine Wertung über etwas mit Würde, zum anderen ist "heilig" ein Gefühl. Dieses Gefühl findet in einem selbst statt und wird durch die Wahrnehmung einer Umgebung bewirkt, die einen ehrt und in den Grundfesten bestätigt. Dazu muss alles passen. Ein ähnliches Gefühl stellt sich auf Visionssuchen ein, da der Körper nach ca. drei Tagen aufhört, Stresshormone zu produzieren. Damit kommt man in einem Dasein an, das mit innerem Frieden bezeichnet werden kann. Ein Gefühl, welches man in der unbeschwerten Freiheit als Kind verspüren konnte.
Um sich in diesem Gefühl das Ja-Wort zu geben, braucht es für die gesamte Hochzeitsgesellschaft dieses heilige Gefühl. Dazu muss man den Ort der Trauung richtig vorbereiten. Das Laden der Geister der Natur und der Ahnenlinien dürfen einen Teil des Rahmens ausmachen. Schamanisch gesehen geht es dabei um das Recht des Verbundes. Wie in jeder "magischen" Handlung, geht es um die Gerechtigkeit der Natur, die bei einer Hochzeit um das Recht der Ahnen erweitert wird. Um dahin zu kommen, sind im Vorfeld etliche Stunden an Gesprächen nötig. Die Versammlung der Ahnen und deren abgeschlossener Einigungsprozess darf das Gefühl des Rechts entstehen lassen. Das Brautpaar wird zu etwas Neuem: zu einem Ehepaar.
Die Ordnungen der bewegten Zuversicht formen die Wege für ein glückliches Eheleben. Das Paar kann sich in diese Ordnungen begeben und unbeschwert auf den Zukunftswegen gehen. Dieser Weg wird immer der richtige sein. Braut und Bräutigam wird immer wieder das tiefe eigene Sein begegnen, das sich mit dem Partner verbunden hat. Aus Zwei wird Eins.
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