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  • schreibt über Schamanismus

    Das schamanische Ritual des Feuerrads: an der Frühjahrssonnenwende zu Ostara wird das Feuerrad über die Lebensfelder gerollt. Schamanismus und Therapie.

    Mar
    2017

    27


    Feuerräder
    Feuerräder werden seit Jahrhunderten Berge hinunter gerollt. Dieser recht alte Brauch ist v.a. dadurch gut dokumentiert, da es immer wieder zu grösseren Bränden kam, von Scheunen, über Kirchen bis halben Dörfern. Die Schamanenstube macht sie etwas kleiner als mannshoch. Es gibt diese runden Strohringe für die Ostern zu kaufen, aus denen man Osternäschtli machen kann. Naja, man kann auch Feuerräder daraus machen. :-)





    Frühjahrssonnenwende

    Die Tag- und Nachtgleiche, das Frühlingsäquinox findet astronomisch vom 20.3. auf den 21.03. statt. An diesem Datum ist der Tag gleich lang wie die Nacht. Danach werden die Tage länger: es geht in Richtung Sommer. Im Keltenkalender findet sich um diesen Zeitpunkt das sogenannte Ostara. Aber auch ohne mythologischen Hintergrund kann mit Sonnenrädern viel gemacht werden. Die Schule für Schamanismus Therapie setzt die Naturfeste gerne auf therapeutische Weise um. Statt dass man mit den Feuerrädern Felder verbrennt, drehen wir die Räder über unsere Lebensbereiche. Mit den Ringen zu Ostern lässt sich das gut z.B. an einem Fluss zelebrieren. Der Fluss kann als Richtung für den Fluss in die kommende Zukunft genommen werden. So fliessen Wünsche, Träume und Ziele in die eigene, persönliche Zukunft und können einem begegnen.



    Feuerrad Ritual



    Das Ritual des Feuerrads aus der Schamanismus Therapie

    Dieses Jahr leitet ein Kursteilnehmer den ganzen Tag um das Ritual. Wir finden uns an einem kleinen Fluss ein. Das Wetter ist erst nicht wirklich prickelnd, doch pünktlich zum Auftakt klart es auf und die Sonne lacht. Im Frühjahr wird viel an Bäumen rumgeschnitten. Das vereinfacht die Suche nach Weiden, die meist irgendwo schon abgeschnitten zu finden sind. In die Osterringe stossen wir die Weiden und formen in der Mitte eine Öffnung für die Achse. Wenn das Rad brennt, kann man es nicht mehr von Hand bewegen. Ein Stecken in der Mitte ermöglicht das Drehen des brennenden Rades.
    Passend zur gemütlichen Arbeit in der Natur werden fein geschnittene Früchte mit Wein und Sprudelwasser genossen. Wir spüren den Frühling und gleichzeitig den sich zwischendurch mit kühlen Luftzügen meldenden Winter. Das lenkt die Aufmerksamkeit auf die letzte Vergangenheit und schenkt mit den warmen Sonnenstrahlen die Verbindung in die kommende Zeit. Damit die Strohringe gut brennen, werden Anzünderlis in sie eingearbeitet und aussen befestigt. Es braucht viel Feuerzunder, denn die kaufbaren Osterringe sind sehr hart gepresst. Einige verzieren ihre Räder mit Efeu und was sich sonst noch alles findet.
    Die Gedanken bei der Arbeit an den Feuerrädern drehen sich um den vergangenen Winter. Was war da alles im eigenen Leben und was davon darf jetzt abgeklopft werden. Mit diesen Gedanken formt sich die Gruppe jeder einzeln seine momentanen Lebensfelder. Was ist in meinem Leben, welche Bereiche machen mich aus. Mit Maismehl lassen sich solche Felder sehr schön auf dem Boden zeichnen. Das schadet auch der Natur nicht. Man kann es getrost nach dem Ritual zurück lassen.



    Feuerrad Ritual - Feuer
    Das Feuer der Sonne beginnt um die Räder zu lodern. Langsames Drehen der Räder über die eigenen Lebensbereiche schafft als Altem Neues. Alles verbrennt und bietet mit seinen Brandrückständen Nahrung für neue Ordnungen im Leben. Die Samen der Zukunft spriessen auf dem durch das Feuer gereinigten Boden und lassen Wünsche, Träume, Ideen und Ziele mit neuer Kraft erfüllen.
    Die Führung durch den Kursteilnehmer war sehr schön. Jeder erhielt seine Freiräume und konnte eigene Elemente einbauen. Für jeden wurde separat getrommelt, so lange man in seinen Feldern verweilen wollte. Wir fühlen uns wohl und danken herzlich die unterstützende Begleitung.




  • schreibt über Schamanismus

    Ayahuasca und Chacruna ein Muss für Schamanismus? Was der Zustand mit Urwald-Drogen wie der Madre Ayahuasca für schamanische Visionen bringt. Lohnt sich die Einnahme?

    Feb
    2017

    06


    Ayahuasca
    Die Schamanenstube bietet keine Mesas an, wir verkaufen kein Ayahuasca oder Chacruna noch fordern dazu auf, an Mesas teilzunehmen. Ayahuasca ist illegal. Einen therapeutischen Nutzen bietet es nicht. Die Schamanenstube berichtet von Ayahuasca Erfahrungen und Visionen, um einen Eindruck vermitteln zu können, was die Einnahme des Tranks mit einem machen kann. Man kann den Gedanken haben, Ayahuasca, Peyote oder sonst eine sog. Schamanenpflanze müsse zum Schamanismus dazu gehören. Dem ist definitiv nicht so. Man muss sich nicht Risiken aussetzen, um schamanisch aktiv zu sein. Die Trommel reicht vollends aus und liefert dieselben Resultate.



    Schamanisches Reisen unter Drogen


    Schamanisches Reisen ist mit Trommelrhythmen mehr oder weniger einfach machbar. Warum verwenden denn manche Kulturen Drogen, um zu reisen? Der Sinn dieser Substanzen ist in der Regel nicht nur an das schamanische Reisen gekoppelt, sondern taucht oft mit "Heilung" verbunden auf. Heilkräuter kommen in verschiedenen Landstrichen der Erde vor. Einigen werden ganz besondere Heilkräfte zugeschrieben. Das macht in den Augen vieler Menschen diese Pflanzen auf gewisse Art "heilig". So wird beispielsweise Ayahuasca in einem Ritual namens Mesa zelebriert. Visionen und Halluzinationen können die Absicht des "Heilwerdens" unterstützen. Bei den Mesas kommt ein Ayahuascero zum Einsatz, der die Zubereitung und Verabreichung der Pflanze durchführt und die Menschen begleitet. Er fungiert als Zeremonienmeister. Der Ablauf der Zeremonien ist stark an die jeweilige Kultur angelehnt. Das macht sie einzigartig und in unseren Augen und Ohren gerne fremdartig. Sie tönen reizvoll und gewichtig. Es ist der Glauben an das Machtvolle, der die anziehende Mystik solcher Pflanzen ausmacht. Ayahuasca Anbieter werden mit dieser Macht konfrontiert sein und müssen sich ihr stellen. Das dürfte ein grosses Problem sein, wenn jemand nicht als machtvoller Guru agieren möchte. 


    Ayahuasca Boom

    Ayahuasca hat sich auch in der Schweiz stark etabliert. Berichte darüber tauchen in verschiedenen Medien auf. Es gibt viele Schweizer Ayahuasceros, die Mesas im grösseren und kleineren Stil anbieten. Sie sind gemäss Schweizer Gesetz illegal. Das ist dadurch begründet, dass die Einnahme von Ayahuasca oder Chacruna erhebliche körperliche Folgen haben kann. Die Anwesenheit eines Arztes wäre sicher sinnvoll. Auch psychologisch ist eine Mesa nicht unbedenklich. Es kann zu einem sogenannten Horror-Trip kommen. Hier bräuchte es therapeutisch geschultes Personal, um die Menschen professionell auffangen zu können. Diese Gefahren führen wahrscheinlich zu Recht dazu, dass die Substanzen verboten sind.
    Sucht man nach Rezepturen für die Herstellung der Tränke, findet man eine Unzahl unterschiedlichster Angaben. Das verhindert, dass man es auf eigene Faust versucht. Der Boom entstand unserer Wahrnehmung nach ca. 2002, als der Film von Clemens Cuby "Unterwegs in die nächste Dimension" herauskam. Neben anderen wird im Film Don Agustin Rivas Vasquez bei der Verabreichung von Ayahuasca gezeigt. Der Film weckt die Vorstellung, dass Ayahuasca in Verbindung mit Chacruna alles heilen könne. Neben den halluzinogenen Wirkungen ist die Pflanze in ihrer lokalen Anwendung eigentlich als Entwurmungskur gedacht. Das wird gar nicht erwähnt.



    Banisteriopsis Caapii

    Schamanisches Reisen zur Madre Ayahuasca

    Nach langen Vorbereitungen nehmen die schamanisch Reisenden ganz wenig Ayahuasca zu sich. Sie reisen mit dem Trank hinab in ihren Körper. Sie landen in einem Gebiet, das nach Amazonas aussieht. Ihr Ziel ist es, Madre Ayahuasca (dem Pflanzengeist) zu begegnen und mit ihr zu klären, ob sie ihr in ihre Welten folgen sollen und ob der Zeitpunkt stimmig ist.
    Sie scheint vom Alter her ein unbestimmbares Wesen zu sein. Ihr Gesicht ist komplett mit Tätowierungen übersäht. Jemand erzählt: sie trägt eine Kopfbedeckung, an dem ein Holzbrettchen befestigt ist. Sie dreht sich im Kreis, senkt den Kopf und eine Zeichnung auf dem dunklen Holz wird sichtbar. Weiss gemalte Holzstäbe zeigen dem Reisenden eine Symbolik, die Wirkung auf ihn zeigt. Er kann einen Sinn darin entdecken. Den Tanz des Wesens nimmt er erst recht kriegerisch wahr, doch das Symbol stimmt ihn zuversichtlich. Das sich drehende Wesen verändert sich im wirbelnden Tanz. Sie wird zum Schweizer Heidi, das sich im roten Kleid dreht und dreht. Das wird so verstanden, dass die Madre Ayahuasca erkennt, dass ein Schweizer kommt (siehe: Glauben braucht die Idee, von etwas Grösserem wahrgenommen zu werden). Für eine Begrüssung und eine Zusage, ihr folgen zu können, reicht das Heidi dem Reisenden.



    Ayahuasca Vision

    Chacruna

    Die Einnahme von Chacruna (Psychotria viridis) leitet die eigentliche Zeremonie ein. Darauf folgt das Ayahuasca. Man begibt sich auf das vorbereitete Plätzchen und beginnt zu trommeln. Don Agustins Gesang läuft im Hintergrund ab CD schon die ganze Zeit mit und begleitet auch die ersten Erlebnisse.
    Bei einigen kommt der Urwald quasi in den lokalen Raum. Die Wände werden von Urwaldpflanzen durchbrochen und die Tiefe der Gegend tut sich auf. Weit hinten hört man wilde Tiere. Bei anderen befindet man sich rasch irgendwo in einem recht offenen, aber deutlich erkennbaren Amazonas-Gebiet. Im Hintergrund sind im Beispiel drei Berge erkennbar. Der Mittlere ist etwas weiter hinten. Vor einem erscheint erst ein Pfau, der seine vielen Augen auf den Federn in einem Bogen vor einem ausbreitet. Das Gesicht des Pfaus ist in einem Hin und Her sehr schnell bewegt. Dann steht es wieder still. Die Augen scheinen unbeweglich. Auf einmal senken sich Augenlider über diese Augen. Immer noch ein Pfau, ist der Kopf des Wesens jetzt ein Reptil, eine dunkelbraune Echse. Die Echse hebt ihren Kopf mit zuckenden Bewegungen in die Höhe. Dabei senken sich die Pfau-Federn. Aus der gleichen Bewegung nach oben heraus sitzt nun ein Wolf vor einem, der seinen Kopf immer höher in den Himmel streckt. Er beginnt zu jaulen. Direkt hinter seinem Kopf wird im Hintergrund durch das Wolfsjaulen die ganze Gegend erschüttert. Der mittlere, hintere Berg wird zu einem Vulkan, der in derselben Richtung wie der Wolf jault, in die Höhe schiesst. Die Reise beginnt.
    Ab jetzt wird es schwierig, alles chronologisch wieder zu geben. Es bleiben Erinnerungsfetzen. Einmal ist da eine weite Ebene, die von einem breiten, schlängelnden Fluss durchzogen wird. Der Blick von einer Anhöhe hinunter auf die Fluss-Ebene lässt Menschen erkennen, die am Fluss unten irgendetwas tun. Sie sind an den Ufern beschäftigt: womit genau, erschliesst sich nicht.
    Die Besetzung mit dem eigenen Krafttier fühlt sich etwas anders an als der normale Krafttiertanz. Das Kleid des Krafttiers wirkt etwas beschmutzt, als ob es sich vorher im Schlamm gewälzt hätte. Immer wieder erscheint von rechts ein Vogelwesen mit langem Schnabel und rundem Auge, das in die Szene hinein lugt. Wahrscheinlich folgt man diesem Vogel in weitere Reisepunkte. Einer davon ist ein grosser Farn oder eher eine Urwaldpflanze, deren Blätter sich alle einzeln bewegen und Wassertropfen an ihnen glitzern. Die Wahrnehmung wird nach und nach stärker bis sie tatsächlich stärker ist als auf normalen Reisen. 
    Das sind Erzählungen eines Reisenden. Jeder erlebt etwas anderes. Das alles kann wie eine ganz normale schamanische Reise durch das Gehirn interpretiert sein. Der Wahrheitsgehalt bleibt wie immer nicht feststellbar und ist subjektiv.


    Der Ayahuasca-Zustand

    Man kann diesen Zustand vielleicht mit dem Vorschlaf-Zustand vergleichen. Kurz bevor man einschläft, sehen viele Menschen sehr lebendige Bilder und tauchen dann ab in ihr Traumland. Dieser Zustand kurz vor dem Einschlafen wird durch das Ayahuasca in die Länge gezogen und kann über Stunden andauern. Jemand, der nicht sehr gut schamanisch reisen kann, wird eher von Szene zu Szene gereist. Das passiert allerdings auch den Erfahreneren. Wenn so ein Erlebnis kein Horror-Trip wird, kann das sicher sehr schön sein. Diese Gefahr bleibt jedoch.
    Die Wahrnehmung kann sehr detailreich sein, besonders im dreidimensionalen Bereich. Vielleicht ist der Zustand mit einer 3D Brille vergleichbar. Alles ist extrem scharf, nähere Dinge wie entfernte. In der Realität muss sich das Auge auf entferntere Dinge umstellen, hier ist alles gleich scharf. Dadurch entsteht etwas die Idee eines Märchenlandes.
    Einen therapeutischen Nutzen des Ayahuasca-Zustandes sehen wir leider nicht. Was geschieht, ist nichts anderes, als auf ganz normalen schamanischen Reisen. Das Risiko, das Drogen mit sich bringen, ist viel zu gross. Da übt man lieber etwas länger das Reisen zur Schamanentrommel. Das ist gesünder und legal. Wer den körperlichen Kick braucht, kann auch einfach ein Abführmittel nehmen. Wer Mühe mit dem Reisen hat, hat auch unter Drogen keine besseren Erlebnisse.




  • schreibt über Schamanismus

    Weltfrieden: die Schamanenstube wird seit den Anschlägen in Paris nach dem Weltfrieden gefragt - ein Blick auf den Glauben und die Religionen

    Dez
    2015

    08


    Weltfrieden

    Weltfrieden


    Die Schamanenstube wird seit den Anschlägen in Paris von so vielen Seiten nach Möglichkeiten für den Weltfrieden gefragt, dass wir unsere unfertigen Gedanken dazu teilen. Sogar in Bestellungen für Traumfänger, wie natürlich auch im Wunschbrunnen tritt das Sehnen nach Weltfrieden auf. Da sitzen wir nun und meditieren darüber, wie man sich mit einem friedlichen Zustand für die ganze Erde intelligent beschäftigen könnte. Sicherlich sind wir nicht die einzigen, die darüber nachsinnieren. Und sicherlich haben wir keine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Weltfrieden.

    Der Wunsch nach Weltfrieden

    Beim Wort "Weltfrieden" kommt ein Gedanke an einen Film mit Sandra Bullock hoch, in welchem sie bei einer Miss-Wahl am Schluss "Weltfrieden" sagen musste, um als Miss eine politisch glaubwürdige Identität zu erhalten. Weltfrieden ist so ein grosses Wort, weil es ja schliesslich die ganze Welt betrifft. Wie sollen wir damit umgehen?
    Der Wunsch nach Weltfrieden wird seit den Anschlägen in Paris und zuvor bei 9/11 immer stärker. Er drückt ein Sehnen aus. Dieses Sehnen zu verstehen, scheint auf den ersten Blick schwierig, denn die meisten Menschen haben die Terror-Anschläge ja nicht selbst miterlebt und sind nicht direkt davon betroffen. An schreckliche Bilder in den Nachrichten sind die meisten eher gewöhnt. Das Sehnen entsteht wahrscheinlich aus der Nähe zu Paris zum deutschsprachigen Raum. Damit wird es verständlicher: es wird eine Bedrohung wahrgenommen, die zu einem Sehnen nach Frieden führt, um die Bedrohung aus dem Weg zu schaffen. Die Häufigkeit der Nachfrage nach Weltfrieden weist auch auf eine Angst hin. Bei Terror weiss man theoretisch nie, ob man in einer grösseren Menschenmenge einer Gefahr ausgesetzt ist. Ist der Wunsch nach Weltfrieden von Individuen ausgesehen der Wunsch nach Unversehrtheit und Sicherheit? - Damit könnten wir aus schamanischer Sicht etwas anfangen.
    Der Gedanke steigt gerade auf, ob die Bart-Mode bei Männern, die seit einiger Zeit wieder modern ist, jetzt wieder abflachen wird? Die menschliche Wahrnehmung ist wie bei jedem Tier darauf ausgerichtet, Bedrohungen zu erkennen. So könnte ein dunkler Bart schon bald ein Erkennungszeichen für Terrorismus sein?
    Ehrlich? - Diese Gedanken bringen uns allesamt nicht wirklich näher zum Thema Weltfrieden. Aber sie lösen die Fixierung. Werfen wir also einen Blick nach innen.


    Schamanischer Frieden

    Die Gefühlslehre der Schamanismus Therapie nennt als Frieden einen Ort, der auf sicherem Boden von Ruhe und Liebe umgeben ist. Genuss und Zuversicht verlustieren sich darum und verleihen ihm seinen Zauber. Damit ist das Aufleben des Gefühls "Frieden" möglich, denn die empfundene Sicherheit findet sich wissentlich auch in der Zukunft. Man kann frei atmen. Nichts Schlimmes wird passieren.
    Innerer Frieden ist ein Zustand, der insbesondere von Ruhe durchzogen wird. Es gibt an diesem Ort keine Bedrohungen. Ängste haben aber am Ort des Friedens Zutritt und führen dazu, dass die Vorsicht auftaucht. Die Vorsicht sucht nach Bedrohungen und damit verlässt man den Ort des Friedens wieder.
    Innerer Frieden ist vielleicht nicht der Weg zu einem grösseren, äusseren Frieden. Innerlich ist das ein wundervolles Gefühl. Sobald es nach aussen kommt, kann es Ängsten ausgesetzt werden und ist vorbei. Könnte man dieses Gefühl auf die ganze Welt wirken, bestünde die Möglichkeit einer kurzzeitigen Symptombekämpfung.

    Krieg und Frieden
    Das Gegenteil des Friedens-Gefühls ist die Aggression. Dieser unwirtliche Ort wird genährt vom Unrecht und lässt die Kräfte von Wut, Hass und Rache frei fliessen. Seine Absicht ist das Finden neuer, eigener Sicherheit. Das Gegenteil des weltlichen Friedens ist der Krieg. Und sprechen wir vom Weltfrieden, ist der Weltkrieg zu nennen.
    Das Gegenteil von Terror ist: Sicherheit schaffen. Darunter ist fast schon ein Paradoxon versteckt: das Gegenteil hat das, was sein Gegenteil sucht.
    Wenngleich die innerlichen Gefühle den äusseren Zuständen ähnlich sind, folgen sie anderen Ordnungen. Die Ursache bleibt sich zumindest gleich: das Gefühl des Unrechts. Die Motivation ist das Durchsetzen des Eigenrechts.


    Was ist Krieg?

    Die Schamanenstube ist weder welt-, noch kaffpolitisch interessiert. Das schafft uns die Entschuldigung, naive Gedanken zu haben. Es mag zwei Grundmotivationen für Krieg geben: durch Unrecht entstandener Hass und finanzielle Interessen. Beide sind mischbar. Man stelle sich ein Land mit vielen Bodenschätzen vor. Man kann die dort lebenden Menschen durch gemeinsame Feindbilder zur Verachtung gegen potentielle Neider antreiben, sie mit einigen "Vorfällen" zu einem Wehren nötigen und sie dann von aussen als die Bösen hinstellen. So wechselt das Unrecht auf einmal die Seite und man kann in dieses Land einfallen und es besetzen. Das nennt sich einen Krieg anzetteln. Die Bodenschätze kann man ja nicht verkümmern lassen, also hilft man tatkräftig beim Wiederaufbau mit.
    Wir möchten erwähnen, dass wir keine Ahnung haben, wie es zum aktuellen Terror kommt. Auch sind wir Gegner jedwelcher Verschwörungstheorien. Aus der Gefühlsbewegung heraus betrachtet, sind diese weltpolitischen Gedanken zum Glück gar nicht relevant.
    Man spricht heute von der Idee eines islamischen Staats. In diesem Staat soll als Rechts-Instanz ausschliesslich Gott verantwortlich sein. Für die westliche Welt klingt das nach tiefem Mittelalter. Die Gefahr dabei ist, dass man als Gläubiger nun das göttliche Recht bekommt, Unrecht zu tun, solange es göttlich abgesegnet ist. Dadurch wird aus sonst vielleicht friedfertigen Religionen gemeinsamer Faschismus in Form von Kampftruppen, heute Zellen genannt. Diesen wiederum reichen die Feindbilder alleine aus.
    Ist als die emotionale Waffe "göttliches Recht" zu nennen, die man entwaffnen sollte? - Die Form der inneren wie äusseren emotionalen Rechtfertigung von Krieg ist allerdings nicht neu. Die Christen haben mit ihren Kreuzzügen in fremden Ländern oder mit Hexenverbrennungen auf eigenen Dorfplätzen identisch terroristisch agiert. Das Christentum gibt es noch heute, obschon man das alles weiss. Spricht man da eigentlich von extremistischen Einzelfällen? Die Lehre dieses Glaubens ist ja noch dieselbe. Vielleicht hat ja die Schamanenstube die Bibel 2.0 verpasst?

    Emotionale Entwaffnung
    Vielleicht ist weiter unten an der Wurzel des Übels, sprich am Punkt des empfundenen Unrechts ein Ansatz zur Entwaffnung auffindbar für einen Weltfrieden? - Man müsste wissen, wie man emotional mit Unrecht umgehen kann und gemeinschaftlich erschaffenes Recht stets neu hinterfragbar machen kann. Damit sind nicht nur staatliche Rechtsformen gemeint, sondern auch menschliches Verhalten wie Mobbing, Rufmord und gnadenloser Wettbewerb. Die emotionale Bewegung ist ziemlich sicher dieselbe wie im Krieg.
    Man müsste dazu therapeutische Camps einrichten, um die Verarbeitung von erlebtem oder gehörtem Unrecht anzugehen. Zusätzlich müssten Diskussionsrunden vorhandenes Recht stets relativieren. Das tönt nicht machbar.


    Religion und Glauben

    Religionen bieten gemeinschaftliche Zuversicht, Trost und emotionale Führung besonders in den wichtigen Lebensmomenten wie Geburt, Hochzeit und Tod. Man kann sich in Religionen behütet zurücklehnen (re-ligio) und muss nicht die ganze Verantwortung des Lebens selbst tragen. Es gibt immer etwas Höheres, das dafür zu sorgen scheint, dass alles richtig läuft. Das tönt verführerisch.
    Könnte es dem Menschen möglich sein, die Verantwortungen gänzlich selbst wahrzunehmen, bräuchte er keine Götter. Die westliche Zivilisation scheint sich besonders beim jüngeren Nachwuchs von den Göttern zu entfernen. Vielleicht sind die Enttäuschungen über schlechte Berufsaussichten etc. zu gross und empirische Beweise für Götter gibt es nicht für die aufgeklärte Generation.

    Die Mehrheit der Menschheit hat einen Glauben.
    Die Verantwortungsabgabe im Glauben setzt zwangsläufig eine Machtposition voraus. Eine Machtposition, die keinem gehört, weil sie ja nicht greifbar ist. Mit etwas Geschick lassen sich kleine Paradoxa erschaffen, wie "mit Gottes Recht ziehen wir in den Krieg", "für Gott und Vaterland" und "Gott ist gross".
    Könnte es ein Weg zum Weltfrieden sein, den Religionen und spirituellen Führern die Macht abzusprechen? Das hiesse für jeden, aufzuhören, an irgendetwas zu glauben und selbstverantwortlich zu werden.

    Spannend und als Einwand zu erwähnen ist, dass auch der innerlich empfundene Frieden von Zuversicht genährt wird. Zuversicht ist eine Form der Führung, die auf einem Glauben beruht, dass auch die Zukunft sicher ist.


    Ist Weltfrieden möglich?

    Die Kriege, von denen wir sprechen, sind rein menschliche Kriege. Die einen hauen den anderen auf den Kopf. Sie sind durch irgendwelche Glaubensvorstellungen und Feindbildern genährt. Emotional finden wir folgendes:
    • Menschen wollen an etwas glauben
    • Menschen wollen Recht haben
    • Menschen wollen Verantwortung abgeben
    • Menschen brauchen Sicherheiten
    Damit ist ein Weltfrieden in unseren Augen nur schwer möglich. Der Mensch ist wissenschaftlich gesehen tierischen Ursprungs. Eine Evolution dauert sehr lange. Selbst Charles Darwin muss man miteinbeziehen: was wäre, wenn es eine natürliche Ordnung in jeder Gattung gäbe, sich selbst in ihrer Zahl zu regulieren, damit die Art erhalten bleiben kann? - Dann würden Götter wieder Sinn machen, zumindest langfristig gesehen.
    Es bleiben unglaublich viele Fragen offen. Wir hätten auch schreiben können: wir haben keine Ahnung.





  • schreibt über Schamanismus

    Das Erstarren der Kraft im Winter. Wie die Kälte alles zum Stillstand bringen kann und das Winter-Ritual der Wünsche

    Dez
    2015

    02


    Fensterladen-Figur

    Einstimmung auf den Winter


    Es gehen vor Anfang Dezember schon einige Wochen ins Land, die Kälte bringen und die Jahreszeit Winter einläuten. Die Bewegung der Natur kommt wohl bald zum Stillstand, alles wird erstarren und seine Kraft in sich verschlossen haben. Kann man in diese Bewegung mitgehen, seine Kraft ebenso erstarren lassen und das Leben auf ein Minimum reduzieren? - Schamanismus versucht die Bewegung der Natur auch emotional nachzuvollziehen. Wie sieht das beim Erstarren aus?


    Winter Starre

    Was uns die Natur im Dezember vormacht, erscheint auf den ersten Blick schwierig nachzuvollziehen. Uns kommt das Abnehmprinzip von Peach Weber in den Sinn: man isst, solange der Mond zunimmt und macht mit. Sobald der Mond abnimmt, meint Peach: "soll er doch"...
    Sollten wir uns der Naturbewegung verwehren und beim Gang hinein in das winterliche Erstarren besser nicht mitmachen? Schliesslich müssen wir Menschen weiter arbeiten und brauchen unsere Kräfte. Würden wir dem Beispiel der Natur folgen, hiesse das, wir ziehen unsere Kraft in uns hinein, verschanzen uns und erstarren in lebloser Ruhe? Um uns herum fetzen eisige Winde vorbei und wir warten einfach?
    Das wird nicht gehen.
    Es muss wohl anders laufen.
    Die Vorbereitung auf den Winter, die wir uns normalerweise zu Gute führen, besteht gerne aus dem Wechseln der Autoreifen, dem Zusammenrechen der gefallenen Blätter im Garten für den Igel und dem alljährlichen Anwerfen des Cheminée-Feuers oder der Heizung. Es stellen sich Gedanken ein, dass das Autofahren schwieriger wird und die Winterkleider ausgekramt werden müssten. Der Tatendrang vor dem Wintereinbruch scheint also vorhanden zu sein. Die Bedrohung "Winter" bringt uns ins Tun. Sie drängt einen hinein in die Wärme und man schützt sich vor der Kälte draussen. Was kann man für sich selbst tun?


    Emotionale Winter-Bewegung

    Es hilft vielleicht folgende Sichtweise: besonders die Flora zieht ihre Kraft in sich hinein, um sie vor der eisigen Kälte zu schützen. Es gibt unter diesem Vorgang also ein Bedürfnis. Es findet sich eine leicht anders geartete Bewegung: sie dient dem Schutz, dem Schutz vor Kälte und eisiger Härte.
    Das erlaubt es auch uns Menschen, unsere Schätze in Sicherheit zu bringen. Mit Schätzen meinen wir Ideen, Pläne, Aussichten und Wünsche. Die Einstimmung auf den Winter darf zu einem Resümee führen: welche Dinge möchte ich über den Winter bewahren und nächstes Jahr wieder zum Weiterwachsen bringen?
    Die Schatzsuche darf beginnen...


    Spatzen - Sperlinge

    Selbst-Definition

    Man sitzt in der Wärme. Draussen tobt die Bise um die Hausecken. Für viele Menschen ist es ein schönes Gefühl, am Fenster zu sitzen und der Kälte draussen zuzuschauen. Die Wärme der Wohnung schafft Geborgenheit und vermittelt eine behagliche Ruhe. In so einer oder ähnlichen Stimmung können Gedanken aufsteigen, ob man alles, was emotional zu einem gehört, in diese Wärme mitgenommen hat oder ob noch was da draussen rumschwirrt. Um sich dazu selbst besser spüren zu können, kann das Einlullen in eine Decke helfen und eine heisse Schokolade, die mit etwas Pfeffer versetzt von innen her wärmt und einen so den Körper spüren lässt. Es darf sich ein Gefühl der Selbst-Wahrnehmung einstellen, indem man den Körper spürt und ihn mit der Decke und dem Verwöhnen durch Geschmack verwöhnt.


    Zeit für sich

    Sich der angenehmen Ruhe am warmen Feuer hinzugeben, birgt vorteilhafte Bewegungen in sich. Nach schon kurzer Zeit findet eine Entschleunigung statt, die körperlich spürbar wird. Diese sich verlangsamende Bewegung schafft neue Horizonte, neue Ausblicke und andere Sichtweisen. Der Rückzug der Kraft der Pflanzen muss also nicht ein Absterben sein, sondern kann eine Verlangsamung derselben Kraft sein.
    Das Atmen wird langsamer, es wird tiefer. Es wird ruhiger.
    Die Gedanken dürfen dieser Entschleunigung folgen und sich länger als gewohnt in Bildern aufhalten, um nicht gleich wieder im nächsten Bild sämtliche notwendigen Wertungen schon angehen zu müssen.
    Gibt es etwas, was ich in mich integrieren möchte? - Was habe ich denn?
    Da ist bei vielen die Familie, Menschen und Freunde. Ist jeder davon einen tiefen Atemzug wert? - Vielleicht atmet man die Gedanken an manche Menschen länger und bleibt verhaften in seinem eigenen Gefühl zu diesen Menschen. Die Veränderung der Sichtweise kann dazu führen, dass einem auf einmal Dinge klar werden und man jetzt weiss, was zu tun ist. Es hilft, neben der Kakao-Tasse einen Block mit einem Stift parat zu haben, damit man die geschaffene Ruhe nicht ständig wieder verlassen muss.
    Man hat vielleicht auch einen Job, eine Arbeit oder ein Hobby. Gehört das zu mir? - Atmet man es, spürt man vielleicht, wie sich die Dinge ändern könnten, um tiefer in sich hinein geatmet werden zu können. Das tiefere Einatmen führt zu einem Integrationsgefühl für das Richtige und legt vielleicht schon Ordnungen, wie sich Dinge zum Besseren wenden werden.
    Eine Kerze am Fenster mag die Dinge erreichen, die weiter von einem weg sind. Die Flamme über dem Wachs darf mit atmen und Verbindungen schaffen. So lässt sich Eigenes zu einem bringen.


    Winter-Feuer

    Wurzelkraft

    Mit dem Einatmen von Ideen, Wünschen, Plänen und neuen Wegen dürfen diese Schätze den Weg nach innen finden. Nach innen in den eigenen Schutz, in die eigene Geborgenheit, tief in sich drin. In der Umarmung der Decke gehalten, füllt sich das Innere mit all dem, was man ist und sein will. Das darf sich zu einem Ankommen bei sich selbst entwickeln, einer Zeit, da man sich selbst in die eigene innere Kraft und Sicherheit wiegt.


    Ein Ritual zu Yul

    Es ist noch Zeit bis Yul, der Wintersonnenwende. An diesem Abend (vom 20.12. auf den 21.12.) gibt es viele alte Rituale. Noch heute werden Yul-Feuer entzündet, um die Wiederkehr der Sonne zu begleiten und zu feiern. Auf Yul folgen die sogenannten Raunächte. Das sind die rauen Nächte, die über das Land fegen und in ihrer klirrenden Kälte mit sich reissen, was nicht festgemacht ist.
    Die eingeatmeten Wünsche und Träume, Ziele, Pläne und Ideen, die man auf jeden Fall im neuen Jahr angehen möchte, kann man schon jetzt symbolisch aufbewahren. Man kann Tonka-Bohnen, Pflanzen-Samen, Perlen, Maiskörner oder anderes nehmen, um für jeden inneren Samen eines parat zu legen. So können sich um die Kerze viele Bohnen finden, die nun die Ordnung des neuen Wachstums in sich bergen dürfen, quasi als Wunschbohnen. Das Einpflanzen in die nach den Raunächten beginnenden Naturkräfte des Wachstums kann die natürliche Wachstums-Bewegung für die eigenen Ziele mit unterstützen.
    Das Ritual selbst ist einfach durchzuführen. Die Vorbereitung ist schwieriger: das emotionale Beschäftigen mit sich selbst und das klare Finden der Wünsche. Gut vorbereitet können die Samen am 20.12. ins Erdreich gegeben werden. Man gräbt ein tieferes Loch, gibt seine Wünsche hinein und überdeckt sie wieder gut mit Erde. So können die Raunächte darüber hinweg fegen, ohne den Keimlingen etwas anhaben zu können. Der schützende Mantel der Erde sorgt für ihr Bestehen und versorgt sie danach mit der Bewegung ins neue Leben.

    Die Schamanenstube wünscht eine schöne und geborgene Winterzeit!



    • NAMASTÈ schreibt am 05.12.2015

      Wundervolle Texte und Wünsche in der gegenwärtigen, tumulten Zeiten....WUNDERBAR..... Ich wurde warm in die Herzwurzeln und werde behutsam die Wortschätze in meinen Herzen umarmen und sie da verweilen zu lassen und dadurch Geborgenheit und Wärme zu empfinden........Ich retourniere auch gleichzeitig schöne Zeit und viel Wärme zurück........Vielen lieben Dank und viele liebe Grüsse. I.L.
    • NAMASTÈ schreibt am 05.12.2015

      Warum war der Text nicht angenommen? Warum nicht Eine kleine Instruktion, wie die Antwort gewünscht sein soll?! Sehr eigen-tümlich! Grüsse......I.L.
    • Schamanenstube schreibt am 05.12.2015

      Sali I.L.
      Wir müssen die Kommentare vorher anschauen, um nicht ständig mit Werbung zugemüllt zu werden. Eigentlich sollte da stehen: Der Eintrag wartet auf Freischaltung. Die Prüfung erfolgt manuell, das braucht manchmal etwas Zeit.
      Wir freuen uns über Deinen Kommentar. Wir finden auch, in so einer Zeit darf es Schönes geben.
      Herzliche Grüsse, die Schamanenstube








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