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Schamanische Hausbesichtigung



Reise zum Haus


Gestern haben wir ein Haus besichtigt. Es sind drei Wohnungen drin, zwei von Mietern besetzt. Das Haus ist in einem fürs erste Auge sehr sehr guten Zustand. Im Erdgeschoss ist eine kleine Wohnung, der 1. Stock beherbergt eine grosse. Oben ist noch eine kleinere. Die Heizung ist Fremdwärme von einer Firma im Dorf. Es ist das erste Haus seit langem, das vernünftig ausschaut, zahlbar ist und v.a. warm. Überall neue Fenster. Heute mach ich eine schamanische Reise zum Haus:


Die Reise nach Muolen

Ich merke, ich bin ein paar Tage nicht mehr gereist und muss mich erst richtig einschwingen. Die Räuchermischung ist sehr bunt, Wachholder, Süssgras und Liguster. Das helle Tageslicht wirkt noch in meinen Augen nach und langsam komme ich dazu, die eingebrannten Bilder der Fensterreihe aus unserer Stube verschwinden zu lassen. Row, row, row your boat, steigt es in mir hoch. Das scheint wohl ein schwerer Einstieg zu werden. Und schon sitze ich im Boot, Schuschu vor mir. Wir sind auf einem Fluss, nicht sehr breit. Vor uns höre ich einen Wasserfall. Du Schuschu, was tun wir hier? Da packt sie mich auch schon an den Schultern und zieht mich hoch. Das Boot fällt runter, in eine Schlucht, die so tief ist, dass man den Grund im Dunst nicht mehr erkennen kann. Wir landen auf einem Rasen. Stille. Ich beginne, meiner Schuschu von dem Haus in Muolen zu erzählen. Da wettert sie auch schon los. Ja bist Du den übergeschnappt? Sie gestikuliert mit allem, was sie hat. Hast Du wieder mal nicht auf die Zeichen gehört? Wie oft muss ich es Dir noch sagen! Die ganze Situation bringt mich zu schmunzeln, wie der kleine Steinkauz sich da vor mir aufführt. Da schmutzelt sie mit. "Komm, ich zeigs Dir", sagt sie. Wir sind wieder gestern, als wir im Auto kurz vor Muolen runterkommen. Ich erinnere mich sehr wohl an die schwarze Krähe, die unseren Weg von rechts kreuzte. "Wenn Du sie gesehen hast, warum bist Du dann nicht gleich umgekehrt?" - Ich zucke fragend mit den Schultern, wohlwissend. Schuschu bringt mich auf den Platz vor dem Restaurant, wo wir einen Kaffe tranken vor der Hausbesichtigung. Siehst Du dieses Jesuskreuz? - Wie fühlst Du Dich hier? - Ich gehe hin zu dem Kreuz und der Jesus auf dem Kreuz bewegt sich. Mich schauderts. Hier sind ganz schlimme Dinge passiert und passieren immer noch. Die Holzfigur sagt, ich bin die Schuld der Leute, die hier sind. Ich sorge für Unfrieden, das ist meine Natur. Mir ist klar, dass das nichts mit Jesus zu tun hat, sondern dass dies der Dorfgeist ist. Warum tust Du das? - Ich bin die Erde, auf dem dieses Dorf steht. Ich habe niemanden gebeten, hier zu sein. Das ist mein Land. Schuschu sitzt auf meiner Schulter und stubst mich an. Ich fasse in meine Hosentasche und finde ein Stück Brot mit Käse. Das lege ich der Holzfigur hin, verneige mich und gehe rückwärts von ihm weg. (In dem Restaurant haben wir Käse und Brot gegessen). Schuschu und ich stehen vor dem Haus, auf der Strasse. Sieht gut aus, nicht? - Schuschu sagt: jaa genau. Ihr Tonfall lässt anderes vermuten. Wir steigen hoch. Hinter dem Haus ist ein Hügel, der für mich sehr friedlich aussieht. Darunter ein Rinnsal aus erdigem Wasser. Ein kleines Wesen haust in den Höhleneinbuchtungen rund um das Rinnsal und ist sehr beschäftigt. Der ist doch in Ordnung, nicht? - Schon, ja, sagt Schuschu, für seine Welt ist er gut. Was er aber in dem Bach reinschüttet, ist sein Abfall. Deshalb ist das Wasser so braun. Er will allein sein und leitet Gift, braunes Gift ins Wasser, damit es den Eindringlingen nicht gut geht. Ich sage Schuschu, dass sie da sicher eine Lösung finden würde. Sie nickt. Da hast Du recht. Von hinten gehen wir ins Haus und stehen im Treppenhaus. Es wird drückend, dunkel. Von unten kommen Leute herein, ein Kind, das mit einem blauen Ball spielt. Oben ist es sehr dunkel. Ich gehe zu dem Kind und bringe ihm seinen Ball, der zur Treppe gerollt ist. Da, Dein Ball. Der Junge nimmt den Ball, schaut auf und sagt mit donnernder Stimme: HIER IST KEINE FREUDE. Eigentlich müsst ich erschrecken, eine solch durchdringende, tiefe und grollende Stimme aus diesem Kind zu hören, aber ich begebe mich hinein in dieses Grollen. Ich dreh mich runter, Schuschu folgt mir. Wir schwimmen in dem braunen Fluss, es ist sehr viel Erde im Wasser, Schlamm. Das macht also das Gift, es macht einem wütend. Ich schüttle mich und wir landen bei der Frau im 2. Stock, die Engel an der Wand hat. Sie schaut immer noch so ängstlich drein. Schuld, schwere Schuld, die sie sich einredet. Ich tretete zurück, denn ich will ja nicht sie bereisen. Ich dreh mich, damit ich mit Schuschu allein bin in der Wohnung. Ich sehe etwas Rundes, das mich erst an eine Trommel erinnert. Doch es ist ein Wagenrd. Es dreht sich und fällt schliesslich um. Ich begebe mich in die Mitte des Rades und merke, wie die Speichen sich durchs ganze Haus ziehen. Es hält das Haus zusammen. Was ist das, frage ich Schuschu. "Das Dach, die Wände und der Boden", sagt sie. Ich suche den Hausgeist und lande vor einem Kippfenster. Aus der weissen Wand formt sich ein Gesicht heraus. Leise flüstert eine fast schlangenartige Stimme, die ich kaum verstehen kann. Versch-sch-winde. Whups, unhöflich. Ich sage zu der Stimme, ich könne vielleicht helfen, ob sie meine Hilfe annehmen würd. Da erzittert das Haus, aus dem vorher zischenden "Verschwinde" wird ein gewaltiger, durchdringeder, tiefgehender Schrei: VERSCHWINDE. Ich werde aus dem Haus rausgeschmissen und lande auf dem Hügel. Schuschu immer noch ruhig rechts von mir. Erst denk ich, was für ein unfreundlicher Geist und bin etwas beleidigt. In mir steigt der Gedanke hoch, da aber so richtig aufzuräumen. Schuschus rechter Flügel greift meine Schulter und sie sagt: lass es einfach. Ich kehre mit Schuschu auf meinen Platz zurück. Mein Elefant ist da. Ich begrüsse ihn und wische ihm den Staub und Dreck ab, den er auf seinem Körper herumträgt. Er hat Freude und wir geniessen die Zeit. Warum bist Du manchmal nicht mehr da? - Ich bin alt, sagt er. Ein Stoss Heu liegt da und ich füttere ihn. Schuschu schaut zu und nickt. Das Aufwachen aus der Reise fällt mir so schwer wie das Eintauchen. Hmm. Eigentlich weiss ich gleichviel wie vorher. Mit dem Hausgeist, dem Wesen im Boden werd ich vermutlich fertig. Das ist einfach Vermittlungsarbeit. Die Reise hat mich jetzt nicht viel weitergebracht, irgendwie. Ich lass das mal sich setzen. *kopfkratz*





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