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Schamanenstube schreibt über Schamanismus

Volierenbau mit Vogelnetz beim Schamanismus Trommelraum der Schamanenschule. Eine Voliere für Fidel.

Aug
2009

12


Montag, 03.08.09 bis Dienstag, 04.08. 09
In diesen beiden Tagen haben wir ein Einzelseminar über Schamanismus. Wir freuen uns schon darauf. Der Trommelraum ist gereinigt und alles steht parat. Ich habe mich schon früh um Fidel gekümmert. Käfig ist gereinigt, das Futtertöpfchen gefüllt, frisches Wasser zum Baden bereitgestellt und noch einen Holunderstrauch hineingehängt. In diesen beiden Tagen werde ich nicht viel Zeit für Fidel haben. Das Seminar beginnt. Bei feinem Kaffe und frischen Brötchen und vielen Gesprächen lassen wir diesen Tag für unseren Gast einklingen. Es wurde geräuchert, getrommelt, gerasselt und alles was dazugehört. Diese Arbeit macht uns beiden sehr viel Freude. Es ist das, was wir gerne tun. Wir legen immer wieder kleine Pausen ein. Etwas zu Mittag gegessen und abends genossen wir das Essen gemeinsam auswärts, um uns alle verwöhnen zu lassen.

Fidel am Fliegen

Es ist schon 22.00 Uhr wir sind jetzt wieder alleine. Die Zeit geht wie ihm Fluge. Fidel bekommt spät abends noch Flugstunden wie es sich gehört und ab ins Bett, damit ich fitt bin für den nächsten Tag.


Mittwoch, 05.08.09

Juhee, unsere Freundin kommt auf Besuch, um uns beim Volierebau zu helfen.

Gehrungssäge

Es ist Mittag und die Sonne brennt. Gemeinsam besprechen wir, was wir denn alles so brauchen für einen Volierenbau. Die Grösse, wie viele Stäbe und Vogeldraht wir brauchen. Einen Tacker, Schrauben, Draht zum Verknüpfen und los geht’s. Ab nach Volketswil, in den Obi. Nach einigen Rundgängen haben wir endlich alles gefunden.

Bau einer Voliere

Voliere tackern

Eine Voliere zu bauen ist aber nicht gerade billig, aber das ist mir egal. So und ab nach Hause. Es wird gesägt, getackert, verschraubt, verknüpft, geschwitzt und gelacht und abends um 19.00 Uhr steht nun unsere Voliere voller Stolz da. 4 m2 und 2.5 Meter hoch.

Vogel Voliere

Wow, ja, so wollte ich es haben sogar mit einem Schlupfloch - Schleuse zum Reinkriechen. Zu zweit hätten wir dies nie geschafft in dieser Zeit. Wir sind alle fix und foxi. In der Zwischenzeit mache ich unser Abendessen. Nives hat uns feine Kartoffeln vom Bauern mitgebracht: die sind oberlecker. Schnell und kurz mache ich mich nochmals frisch und jetzt geht’s los. Fidel wird umgesiedelt. Bereit zur Auswilderung. Ich öffne das Tor von Fidels Käfig in der Stube. Sie trällert vor sich hin und fliegt natürlich in Richtung Küche. Es ist nicht einfach Fidel einzufangen. Sie ist jetzt sehr geschickt beim Ausweichen unserer Hände.

Amsel auf Kopf

Uff, endlich geschafft. Fidel ist drin im Körbchen. Sachte trage ich sie runter und spreche mit Fidel.

Fidel in die Voliere tragen

Ich krieche samt Körbchen durch das Eingangsloch in die Voliere. Ich öffne den Deckel des Körbchens und Fidel fliegt auf den Zweig und guckt mit grossen Augen.

Fidel in der Voliere

Schnell krieche ich wieder raus. Wir setzten und alle hin und schauen ihr zu. Fidel ist voll aufgeregt. Ihre Schwanzflügel wippen nach oben. Und dieser Blick von Fidel! Sie guckt umher und fliegt auf den Boden. Oh wie schön, endlich genug Erde zum Wühlen und zu erkunden.

Fidel happy

Sie hüpft in die grosse Schale mit Wasser und badet sich. Wir dürfen ihr zusehen. Wir alle freuen uns. Aha, da hat es auch noch Futter, wie fein. Wir haben nun auch schon langsam Hunger.

Fidel nimmt ein Bad

Wir verstauen alle Werkzeuge, machen den Tisch sauber und essen gemütlich draussen. Am liebsten hätte ich draussen in der Nähe von Fidel geschlafen. Sie muss lernen, Gefahren zu erkennen und ich muss lernen für mich, das dies halt so ist. Unsere liebe Freundin machte sich auf den Weg nach Hause. Wir sind sehr dankbar für ihre tolle Mithilfe, es bedeutet mir sehr viel.


Donnerstag, 06.08.09

Hallo liebe Sonne. Ich hüpfe aus dem Bett. Ich knuddle zuerst Floh, die noch ganz müde ist und gehe runter in den Garten. Fidel ist verstört. Unruhe ist in ihr. Sie erschreckt sich auch vor mir. Ich halte Abstand und beobachte sie einige Zeit. Ich grabe nach Würmern. Langsam gehe ich zur Voliere, alle Reaktionen sind anders als sonst. Ich werfe die Würmer in die Voliere auf den Boden. Sie kommt langsam näher und ich schaue sie genau an.

Verletzung

Einen Schreck jagt es mir mitten ins Herz. Fidel ist verletzt. Am Schnabelansatz ist alles aufgeschürft. Ist diese Verletzung gekommen, weil sie rausfliegen wollte? Die Tränen purzeln mir, es tut mir weh dies zu sehen. Es ist keine bösartige Verletzung aber es tut mir einfach weh. Ich spreche sanft zu Fidel und trete langsam wieder zurück. Ich beruhige mich langsam wieder, als ich Fidel baden sehe. Am Nachmittag kommen zwei liebe Schüler der Schamanenschule, um zu lernen und el moros Frau. Sie will sich in unserem Garten etwas Ruhe gönnen, es ist ja so ein herrliches Wetter. So gingen mein Mann und die anderen los in die Natur. Am Abend kamen alle wieder zufrieden zurück. Wir teilen einen feinen Kuchen der el moro uns mitgebracht hat. Es wird erzählt, was sie erlebt haben. Die Freude in den Augen konnte jeder sehen. So jetzt sind wir alleine. Das Abendbrot ruft für Mensch und Tier und ich freue mich, dass mich meine Eltern morgen Nachmittag besuchen kommen. Es wird Zeit für mich. Ich bin müde und gehe ins Bett. Meine Ohren sind geschärft und ich schlafe ein. Mein Mann arbeitet in der Stube weiter.

Freitag 07.08.09
01:00 Uhr Morgens: ein Vogelschrei reisst mich aus dem Schlaf. Ich höre Fidel schreien! Wie eine Wahnsinnige rase ich die gefährlichen Treppen runter. Ich reisse die untere Haustüre auf und renne zu Fidel. Mein Mann steht auch da. Wir suchen sie im Käfig, schnell eine Taschenlampe muss her. Wir zünden in den Käfig und suchen sie.

Verrupfte Federn

Da, sie sitzt ganz stumm an einer unübersichtlichen Ecke zwischen den Zweigen mit Blättern. Ich spreche ganz fein mit ihr. Keine Antwort. Ein Wehgefühl steigt in mir hoch und versuche mein Weinen zu unterdrücken. Es ist so dunkel hier draussen trotz dieser Taschenlampe. Ich schaue mich um, was ist hier. Mein Mann ist bei der Voliere. Mit der Taschenlampe bewaffnet gehe ich zum Gartentor und blende den Weg ab. Nichts. Wahrscheinlich ein Marder. Ich gehe wieder zu Fidel und wir bleiben eine ganze Weile hier draussen stehen. So, ab jetzt werde ich im Trommelraum übernachten. Das sind nur einige Meter von Fidel entfernt ohne Treppenhindernisse. Ich packe meine Decke und Kissen und halte hier unten im Trommelraum Wache. Floh ist bei mir als wollte sie mich unterstützen. Mein Mann einen Stock höher.
So jetzt sitze ich auf dem Sofa. Es ist 03.00 Uhr Morgens und ich merke die Müdigkeit. Ich spitze meine Ohren noch schärfer. 04.00 Uhr Morgens. Ich kämpfe um die Müdigkeit. Plötzlich bemerke ich etwas. Ich reisse die Türe auf, die verdammt nochmal klemmt und ich sehe etwas vom Volierendach flüchten. Sieht aus wie ein Marder. Ich schaue in die Voliere, Fidel! Ich breche zusammen als ich die Federn am Boden sehe, ich schreie innerlich und sehe Fidel ganz verstört hier in dieser riesigen Voliere. Es sind alle Steuerfedern ausgerissen. Eine hängt noch. Flaum klebt vom Boden bis zur Decke.

Kaputte Schwanzfedern

Meine Tränen fliessen, ich kann mich kaum mehr auf meinen Beinen halten. Traurigkeit steigt hoch. Ich kann kaum beschreiben, was in mir abgeht. Ich muss genau sehen, wie stark die Verletzung ist. Die Flügel scheinen in Ordnung zu sein, die Beinchen auch. Fidel ist sehr geschwächt und wirkt sehr apathisch. Es war ihr Lebenskampf in dieser Nacht. Sie hat überlebt und sie wird weiterleben, schreit es in mir. Wir müssen die Voliere weiter ausbauen und gegen Eindringlinge schützen. Meine Eltern kommen heute Nachmittag auf Besuch und bringen feine Leckereien und Andenken aus Ungarn mit. Und ich freue mich sehr darüber. Mein Mann fährt mit meinem Vater in den Landi, um ein Vogelnetz zu kaufen. Meine Mutter und ich bleiben im Garten und bewachen Fidel. So verbringen wir den halben Nachmittag um das riesen Vogelnetz über den Volierenbau zu spannen. Es muss wieder vernäht und gesichert werden.

Vogelnetz um die Voliere

Die Sonne brennt auf unsere Haut aber wir haben es geschafft. Ich merke meine wackligen Beine. Ich bin so müde und erschöpft. Ich versuche Fidel Würmer zu geben, sie nimmt sie nicht mehr. Sie kauert sich auf den Boden damit die Sonne auf sie scheint. Meine Eltern gehen langsam nach Hause und ich ruhe mich ein wenig aus. Besuch kommt am Abend und er verbringt die Nacht bei uns. Das ist gut. So werden wir bis tief in die Nacht im Garten sitzten mit einem feinen Essen und guten Gesprächen. Das ist ein gutes Gefühl für mich denn ich habe Fidel immer im Blickfeld.


Samstag, 08.08.09

Früh Morgens schaue ich zu Fidel. Ich krieche in die Voliere, es geht ihr ein wenig besser, aber sie fliegt nicht mehr gut. Ihre Steuerfedern fehlen. Ich nehme sie sachte auf meinen Finger und sie kippt nach vorne. Das Gleichgewicht ist gestört. Ich spreche ganz fein mit ihr. Ich hänge Fildel ein paar Holunderzweige und frische Äste hinein. Sie kommt immer ganz nahe an meine Füsse. Es tut ihr gut mein da Sein. Jetzt stochert sie langsam wieder in den Boden. Sie muss aber wieder mit der Pinzette gefüttert werden, sie ist wieder ein Baby.

Wieder von Hand füttern und Wasser geben

Ich fülle noch frisches Wasser ein in die verschiedenen Töpfe. Neues Vogelfutter aufgefüllt mit feinen Johannisbeeren, die sie ja so gerne mag, damit sie wieder lernt selber zu futtern. Sachte krieche ich aus der Voliere und schaue Fidel zu. Es ist kein Gezwitscher mehr von ihr zu hören. Ich hoffe sie wird sich bald erholen und wünsche ihr von ganzen Herzen, dass ihre Steuerfedern gut, schnell und stark nachwachsen werden. Ich verbringe viel Zeit im Garten trotz des Regens und halte Wache.

Sonntag, 09.08.09

Fidel geht es besser, nicht tiptop aber es wird schon. Ich sehe wieder Freude in den Augen von Fidel und ich bin sehr froh darüber. Heute hat sie wieder ein Bad genommen. Das sieht so witzig aus. Köpfchen eintauchen, mit den Flügelchen flattern: so jetzt bin ich genug nass. Oh und sie putzt sich ganz ordentlich. Das Fliegen klappt noch nicht so recht, aber das bringt ihr ein gutes Muskeltraining. Ich zwitschere Fidel zu und sie gibt Antwort. Ich strahle über mein ganzes Gesicht. Juheee.

Wurm für Fidel

Ich denke, sie fühlt sich jetzt sicherer oder zumindest ich. Floh bekommt ich Lieblingsspiel und ist ebenso zufrieden. Wie immer mache ich einen Rundgang um Fidels neu gesicherten Vogeldoppelschutz und prüfe, ob alles in Ordnung ist. Liegen die Steine dort, wo sie sein sollen? Ich finde eine kleine Lücke durch die Netze. So das werde ich jetzt auch noch zusammennähen. Zwar hält es der Stein am Boden, aber mir genügt das nicht. Ich hole Schnur und eine grosse Nadel, hocke auf den Boden zwischen Gebüsch und Brennesel und fange an zu nähen. Heute wage ich mich das erste Mal länger in unsere Stube zu hocken und einen Film anzuschauen. Aber immer denke ich an Fidel.

Floh und ich schlafen im Trommelraum und halten die Ohren spitz.





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