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Die Gerechtigkeit der Natur - Schamanismus und Magie



Tipi Natur

Dieser Text widmet sich einem Thema, das den Schamanismus verlässt und doch nicht. In der Regel sprechen wir nicht darüber, denn es formt bei vielen ein Bild, das einem der funktionalen Realität entfremden kann. Es geht um das Thema der Gerechtigkeit der Natur. Hier liegt für uns kognitiv das Geheimnis, wie die Welt beeinflussbar ist. Wir veröffentlichen das Thema, weil wir vor kurzem begonnen haben, unsere Curandero Beutel auch öffentlich zu verkaufen. Bislang gaben wir sie zu bestimmten Einwirkungen dazu und machten kein grosses Aufsehen um sie. Wir konnten aber einige Preise unserer Produkte senken, indem wir die Beutel separieren. Das heisst auch: die Beutel werden öffentlich. Und damit wird eine Form schamanischer Magie öffentlich.


Der Zugang zur Magie

Schon als Kind haben wir vieles ausprobiert. Da gab es Rituale, düstere Geschichten und fast schon Witziges. Manchmal hat etwas funktioniert, manchmal nicht. Es lag aber nicht an den Ritualen selbst, sondern ganz persönlich an uns. Es braucht eine gewisse Form eines Grundgefühls, das wir zu beschreiben versuchen.

Es gibt eine Art Verbindung zwischen der Natur im grösseren Sinn und dem eigenen Gerechtigkeitsempfinden. Sehr schön zeigt sich dieser Einfluss im Zuni-Ritual. Man verändert Dinge auf magische Weise oder übt einen Einfluss aus, indem man sich auf die Gerechtigkeit der Natur einlässt. Das tönt einfach. Das ist es aber gänzlich nicht.
Trägt man zur Absicht eine Wut, eigenes Ungerechtigkeitsempfinden oder Zorn in sich, ist es emotional unmöglich, sich mit dem Gefühl der Gerechtigkeit der Natur zu verbinden. Der Eigendünkel nützt einem gar nichts. Insofern ist prinzipiell alle sogenannte Schadmagie oder "schwarze" Magie ausgeschlossen. Zumindest in direktem Einfluss. Beauftragt man jemanden, sieht das wieder anders aus. Ein Fremder ist selten vom selben Zorn erfüllt, sondern macht seine Arbeit eher im Gutglauben.
Das Zuni Ritual
Etwas der Natur in die Hände legen

Die Gerechtigkeit der Natur

Wir zitieren Theodor Fontane aus Effi Briest: "Das ist ein weites Feld". Wir versuchen es trotzdem. Es gibt ein Gefühl, das die sogenannte Verbundenheit mit der Natur übersteigt. Wir meinen nicht eine Unterwürfigkeit, nichts Frommes, kein Ungleichgewicht einer Macht. Wir meinen wir ein Einssein unter Wahrung der Selbstwahrnehmung in gegenseitiger Beziehung zum Aussen. - Gut, das ist nicht verständlich. Vielleicht erklärt es ein Beispiel besser:


Ritual der Gerechtigkeit

Gerne teilen wir ein kleines Ritual für Fortgeschrittene, um sich der Gerechtigkeit der Natur anzunähern. Es ist mehr eine meditative Anleitung, kann dir aber sicher den Weg bereiten.
Dazu nutzen wir z.B. das Bild hier mit den Bergen und der grünen Fläche auf dem Berg mit dem Häuschen drauf.
Du stehst auf einem Hügel und blickst auf das Felsmassiv vor dir. Du bist allein, niemand ist in Sichtweite. Nachdem du dich geerdet hast, atmest du bewusst, wie in vielen unserer Anleitungen beschrieben. Du nutzt die Eigenschaft des Elementes Luft, Dinge miteinander zu verbinden. Dein Blick ruht auf der von der Sonne beleuchteten Grünfläche auf dem Hügel vor dir. Du atmest mit der Luft zwischen dir und der Fläche. Wie beim Krafttiertanz gleichst du deinen Atmenhythmus dem Hügel an. Dabei vergisst du die umliegenden Gegenden nicht. Du verbindest dich mit dem Hügel und der restlichen Landschaft. Wenn du einatmest, atmet der Hügel ein, wenn du ausatmest, atmet er aus. Es darf ein warmes Gefühl der Verbundenheit in dir aufsteigen. Du kannst dieses Gefühl auskosten und geniessen. Bis - ja bis du die Gerechtigkeit hinein bringst. Gerechtigkeit ist in erster Linie Wahrnehmung und dann das sofortige Beurteilen. Durch das Gefühl der Verbundenheit wird die Gerechtigkeit ihrem Wertungsdrang enthoben. Du wertest nicht, weder bewusst noch unbewusst. Der Mechanismus von Wahrnehmung und Einordnen verschwindet. Das führt zu einem Zustand, da einfach ist, was ist. Nicht mehr und nicht weniger.

Man mag dieses Gefühl als die "Wertfreiheit" bezeichnen. Das widerstrebt uns, weil eine andere Art der Wertung, oder vielmehr Richtungsgebung einsetzt: die Gerechtigkeit der Natur kommt zum Vorschein. Spätestens hier wird jedwelche Romantik zerstört und du bist mit einer gänzlich anderen Natur verbunden, als die man normalerweise wahrnimmt. Sie fliesst in ihren Ordnungen. Du selbst bist dabei mehrheitlich unbedeutend. Ausser du beginnst zu erzählen. Was du erzählst, interessiert die Natur oder es interessiert sie nicht. Das hängt ein bisschen vom Ort ab.



Ganz ähnlich verhält es sich mit der Technik des Lochreisens. Sie nutzt dieselbe Verbindung zu den Geschehnissen an einem entfernten Ort. Wenn du im obigen Beispiel das Bild von oben verwendet hast, war das auch schon eine kurze Lochreise, eben einfach durch das Bild durch.
Die geschaffene Verbindung durch das Lochreisen hat dieselbe Gefühlsqualität. Man kann sie nutzen, um an entfernten Dingen teil zu haben, oder eben einzugreifen. Auch hier ist ein Eigendünkel nicht anbringbar. Sobald du etwas willst, fällst du aus dem Gefühl heraus und du wertest wieder in deiner Gerechtigkeit.

Höhere Wesen?

Um sich der Gerechtigkeit der Natur zu nähern, ist vielleicht ein Verständnis hilfreich. Gerechtigkeit beinhaltet das Fällen eines Urteils. In schamanischer Betrachtung der Wahrnehmung verläuft der Wahrnehmungsfluss direkt ab den Sinnen in den See des Gewissens. Im Gewissen (altdeutsch AllGemeinesWissen) findet sich ein Regelwerk. Dieses läuft automatisch ab, um nicht jedes Mal über etwas nachdenken zu müssen, was man schon einmal wahrgenommen hat. Die Verbindung zwischen Wahrnehmung und der Urteilsmaschine Gewissen läuft sehr schnell. Ihr Hauptmerkmal ist aber die Unbewusstheit. Wir fällen im Alltag über alles, was wir wahrnehmen, sofort ein Urteil oder zumindest eine Einschätzung. Die häufigste Einschätzung ist das Filtern, ob etwas wichtig ist oder nicht.
Wenn wir von der Gerechtigkeit der Natur sprechen, müsste man theoretisch der Natur kognitive Fähigkeiten zubilligen und sie damit zu einem Wesen machen. Im Schamanismus ist das der einfachste Weg: die Natur als ein Wesen zu betrachten. Da man mit der oben beschriebenen Art und Weise Dinge und Geschehnisse verändern kann, liegt die Vermutung nahe, die Natur sei ein höheres Wesen. Sie ist aber einfach grösser und unterliegt Ordnungen, die sich über weite Gebiete erstrecken. Das macht diese Ordnungen manchmal auf den ersten Blick nicht sichtbar, weil wir selten so weit schauen. Das ist vergleichbar mit einem Bächlein gegenüber dem Rhein zum Beispiel.


Anwendung der Naturmagie

Der "Trick" ist also das Gefühl zur Gerechtigkeit, das das Gewissen ausblendet, respektive es nicht sofort Urteile fällen lässt. Es kann Jahre dauern, bis man diesen Gefühlszustand über längere Zeit halten und ihn auf Wunsch hervorholen kann. In diesem Gefühl lassen sich die Ordnungen der Natur z.B. in Gegenstände einbringen. Das tun wir seit Jahren mit den Wunschkerzen, den Schamanenspiegeln und den Schutzbeuteln. Sie fliessen auch in unsere Traumfänger mit ein. Damit wird auch eher klar, warum unsere Gegenstände immer nur persönliche Gegenstände sind: wir stellen die Verbindung zwischen den Ordnungen einer Person und der Gerechtigkeit der Natur her.








Lana schreibt am 11.06.2020


Danke!!!
Ich beginne ein Gefühl dafür zu bekommn. Melde mich



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