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Schamanenstube schreibt über Schamanismus

Rituale der Macht Schweiz. Schamanismus und Therapie im Umgang mit der Macht.

Jan
2009

02


Abgesehen von allgemeinen Definitionen von Macht, lasse ich mal meinen persönlichen Erfahrungen mit Macht freien Lauf: Es gibt für mich mehrere Arten von Macht. Zum einen die erstrebte Macht, die sich von gesellschaftlichen Positionen abhängig machen kann. Das ist irgendwie schnöd. Diese erstrebte Macht zu erlangen ist das ganze Ziel dahinter, ohne sich der Tatsache bewusst zu sein, was man denn tut, wenn man sie erlangt hat. Wie man sie für einen richtig nutzt. Ich mag sie nicht, die Macht. Ich mag es nicht, wenn ich sie habe. Die Verantwortung, die man durch Macht bekommt, ist sehr hoch, so hoch, dass die Macht selbst ein Träger werden kann. Die Gefahr besteht, dass man anderen über diesen Träger Dinge einimpft, andere verändert und so einen natürlichen Entwicklungsfluss hemmt. Macht kann einen selbst verändern, als ob man fremdbesetzt wäre. Sie ist hinderlich. Mir passiert es oft, ob in der Gruppe, oder beim Kartenlegen oder als "Lehrer" in der Schamanenschule, dass mir anhand von kleinen Reaktionen auf einmal bewusst wird, dass sich der andere beeinflussen hat lassen durch meine Worte. Dinge werden eingehalten, die ich gesagt habe oder v.a. sie wurden einfach aufgenommen. Das erstaunt mich immer wieder.
Ich weiss ja, dass bei Seminaren und Monologen, maximal 10 % des Gesagten überhaupt rationell aufgenommen werden. Es sind selten die grossen Dinge, über die ich spreche, es bleiben die kleine Fragmente. Das Gefühl beim Entdecken der Wirkung meiner Worte und das Erkennen, dass mir jemand aufmerksam zuhört und beginnt, Dinge zu verinnerlichen, ist bei mir sehr zwiegespalten. Ich bin ein Erklärer, ich liebe es, Dinge plastisch darzustellen, damit der andere diese Logik nachvollziehen kann, oder besser, sie selbst entwickeln kann. Die Idee so zu formulieren, dass die Ideenfunken im anderen selbst zünden und das Gehörte nicht einfach als was Neues lernt, sondern selbst den Prozess der Findung der Logik durchleben kann. Da hab ich Freude dran, wenn dann plötzlich ein selbst entwickeltes Verständnis aufkommt beim anderen. Nicht angenommen, sondern die eigene Idee.

Ideenfunke

Da ist keine Macht, da ist Eigenständigkeit. Macht beim Lehren zeigt sich mir dann, wenn kleine Nebendinge aufgenommen werden, sich aber irgendwie ohne die ganze Sicht festsetzen. Dann hab ich schlecht gelehrt, nur ein Teil ging rüber, wurde verinnerlicht, aber nicht im Zusammenhang verstanden. Da hat also was anderes gewirkt: meine Macht als Erzähler vielleicht. Ehrlich gesagt, ist das Gefühl beim Entdecken dieses fragmentarischen Verinnerlichen bei mir mit einer kleinen Angst gepaart. Da hilft es dann nicht, wenn ich eine andere Erklärungsmethode eines Themas hervor hole, und noch überschwänglicher die Dinge zu visualisieren versuche. Alles, was hilft, ist diesen Effekt in Demut anzunehmen, es stehen zu lassen und zu einem späteren Zeitpunkt, da diese Macht eben nicht fliesst, sondern erst wieder neu ein Vertrauensverhältnis bildet, noch einmal bei Null anzufangen und die Ideenfunken erneut zum Zünden zu bringen versuchen.





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