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Schamanenstube schreibt über Schamanismus

Durchgänge der Anderswelt: der Wunschbrunnen führt in die Tiefen der Persönlichkeit

Apr
2017

20


Wunschbrunnen
Viele schamanisch Reisende wissen, dass das Auftauchen eines Brunnens in der Anderswelt oft einen Durchgang in sich birgt. Dieses "Wissen" zeigt sich in manchen Abwandlungen: sei es der Eingang des Hasenbaus bei Alice im Wunderland oder der Brunnen bei Frau Holle mit Goldmarie und Pechmarie. Die Schamanenstube betreibt seit 2008 den Wunschbrunnen. Was steckt hinter diesen magischen Durchgängen und wo führen sie hin?


Magische Durchgänge und das Tor von Frau Holle

Es braucht eine gewisse Portion Mut, durch so einen Durchgang hindurch zu gehen. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in Ihrer Geistwelt und begegnen vielleicht einem Brunnen. Wie im alltäglichen Leben zieht es Sie hin und Sie möchten hinein schauen. Dieser Drang ist faszinierend und wirkt auf die meisten Menschen. Man hat das Gefühl, etwas zu entdecken. Es geht eine magische Anziehungskraft von Brunnen aus. Das merkt man auch bei anderen Portalen und Durchgängen. Wir erwarten darin immer etwas Gutes und Schönes.
Das Hineinspringen in einen Brunnen ist dann aber ein anderes Kaliber. Selbst wenn man weiss, dass sich in der Anderswelt eine neue Gegend auftun kann, braucht es eine Überwindung, hinein zu springen. Diese Überwindung erinnert an Selbstmord. Goldmarie fiel zwar in den Brunnen zu Frau Holle, aber Pechmarie sprang willentlich hinein. Die Gier nach dem Goldtor war in Pechmarie stärker als die Gefahr. Kann diese Gier so stark werden, dass man sein Leben aufs Spiel setzt? Im Märchen konnte sie das. Eine gewisse Portion Fatalismus ist da ziemlich sicher dabei. Pechmarie wusste, sie kommt zu Frau Holle und durch das Tor, aus dem es Gold regnet, wieder zurück. Dieses Wissen reichte ihr für die Sicherheit. Würde Ihnen das auch reichen? - Nun zum Glück müssen wir nie in Brunnen springen. Wir machen das subtiler: wir opfern uns für Arbeitsstellen auf, für Menschen und vieles mehr. Den gezielten Sprung umgehen wir, indem wir uns gerne verausgaben, uns über unsere Kräfte belasten. Welches Tor zurück zur eigenen Realität finden wir eigentlich dabei, ist es aus Gold oder aus Pech? Das lassen wir hier gerne offen.


Der Wunsch im Wunschbrunnen

Vielleicht hegen Sie einen Wunsch. Unser Wunschbrunnen verleitet dazu, diesen Wunsch in Worte zu fassen. Es gibt da ja eine Eingabemaske für Text. Diese erste Hürde empfinden wir als den wichtigsten Schritt. Das Erkennen eines inneren Bedürfnisses kann noch weit davon entfernt sein, es auch formulieren zu können. Die meisten Wünsche im Brunnen sind einfach gehalten. Das macht Sinn, denn unser Unterbewusstsein versteht keine komplexen Dinge.


Anleitung zum Wünschen » Die Anleitung zur Wunschformulierung aus dem Wunschbrunnen

Es gibt beim Formulieren ein Problem: wir Menschen sind lösungsorientiert. Der Wunsch nach einer verbindenden Liebe kann schnell als Lösung formuliert werden. Diese Lösungen sind zuweilen weit weg vom eigentlichen Bedürfnis. Ein Wunsch kann dann z.B. heissen: "Ich wünsche, dass A. mich liebt".
Neben der Tatsache, dass dieser Wunsch eine Verwünschung darstellen würde und nicht zugelassen werden würde, ist seine Erfüllung vielleicht gar nicht das Gelbe vom Ei. Das Bedürfnis nach Liebe würde zwar durch A.'s Liebe erfüllt. Es fehlt dabei aber das Bedürfnis selbst. Es ist nur noch die Lösung da. Damit entfernt man sich ein Stück von der Authentizität, die einen Herzenswunsch ausmacht. Wie müsste man das denn sonst zum Ausdruck bringen? Wie steht es mit: "Ich wünsche mir, geliebt zu werden"? Dieser Wunsch ist etwas näher beim inneren Bedürfnis. Er ist aber ungenau, das liesse sich auch mit einem Haustier bewerkstelligen. Das ist mit ein Grund, weshalb der Wunschbrunnen nur Wünsche zulässt, die mit einem selbst zu tun haben: es geht um den Fluss der Kraft. In den obigen Beispielen sind wir in der Richtung unterwegs, dass im Aussen etwas passieren soll. So kommt es auch zum Gedanken an magische Brunnen, die etwas für einen geschehen lassen. Dass es sich um einen Durchgang handelt, vergisst man dabei. Wie formuliert man es, wenn man sich auf sich konzentriert und seinem inneren Wunsch Ausdruck verleiht? - "Ich wünsche mir, meine Liebe in mir aufleben zu lassen und im Aussen damit zu wirken". Das könnte ein Wunsch sein, der starke Wirkung zeigt. Ob A. damit eingelullt wird, bleibt dem Erhaltenden der Kraft frei gestellt. Es geht um das innere Bedürfnis, dem Kraft verliehen werden soll.


Mut zum Wunschbrunnen

Braucht es Mut, einen Wunsch in den Wunschbrunnen gleiten zu lassen? Man hat ihn formuliert, spürt das eigene Bedürfnis darin und kann diesen Wunsch mit den geschriebenen Worten selbst aussprechen. Er entspricht einem und man sieht sich selbst in diesem Wunsch. Damit wird er sehr persönlich und privat. Soll man nun so etwas in einen Wunschbrunnen geben, damit andere ihn mit Kraft erfüllen? - Das braucht schon einiges an Mut. Vielleicht ist darin auch eine gewisse Portion Fatalismus zu finden. Indem der Wunsch nun wirklich aus dem Innersten kommt, ist es so, als ob man sein Innerstes in einen Brunnen wirft. Da ist die Version mit dem magischen Brunnen schon unverfänglicher.
Wenn der Wunschbrunnen der Schamanenstube zum Formulieren eines Herzenswunsches führt, dieser aber nie in den Brunnen geworfen wird, ist der Sinn des Brunnens eigentlich erfüllt. Von einigen der Meditierenden für die Wünsche wissen wir, dass sie erst begannen, selbst Wünsche in den Brunnen zu legen, nachdem sie sich einige Zeit vor der Kugel im Brunnen aufgehalten haben. Das Vertrauen, was da unten mit den Wünschen passiert, muss erst wachsen. Ein Verständnis setzt mit der Zeit ein. Solange man Bedenken oder Zweifel hat, kann man ruhig weiter um den Brunnen kursieren. Diese Zeit kann viel bringen: man findet die Musse, einen Wunsch in die richtigen und passenden Worte zu kleiden.
Dieses Wunschkleid nennen wir im Schamanismus eine Ordnung. Diese verhält sich ähnlich einem Weg. Ein Weg führt zu etwas hin und zeigt einem, wie man auf Kurs bleibt, indem man dem eigen gelegten Weg folgt. Die Lösung besteht also nicht im Ziel, sondern in der Richtung auf das Ziel. Mit dem Gedanken, dass es sich um Durchgänge handelt, kann man diese Ordnung auf den eigenen Lebensweg legen. Aus dem Innersten heraus in den Alltag hinein. Schön kann auch der Gedanke sein, der Wunsch wird in die Zukunft gelegt, damit man ihm begegnen kann. Damit ist der Wunschbrunnen eine Verbindung, ein Portal zwischen Innenwelt und Alltagswelt. Er stellt eine Verbindung zwischen Herz und eigenem Schicksal dar, das mit dem Wunschzettel geformt wird.
Ein persönlicher Wunsch ist eine persönliche Ordnung, in welcher sich die eigene Kraft bewegen soll. Ordnungen werden stärker, wenn Kraft durch sie hindurch fliesst. Das Fliessen der Kraft der Meditierenden hat den Zweck, dass die Ordnung stärker wird. Der Weg zum persönlichen Glück wird gebaut und gefestigt. Je persönlicher ein Wunsch ist, desto stärker können die Meditierenden diesen Wunsch auch nachvollziehen: wir Menschen sind uns in unseren tiefen, inneren Gefühlen sehr gleich. Vielleicht ist es sinnvoll zu sagen: je mehr Sie selbst von Ihrem Wunsch berührt werden, je stärker kann er sich durch den Wunschbrunnen erfüllen. Die gespendete Kraft kommt ohne Eigendünkel an: sie bewegt sich in der gelegten Ordnung der Worte des Wunsches. Damit wird diese stärker.





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