Schamanismus Therapie Buch



Beltane 2013

Schamanismus Buch

DUNKEL
Eines ist nun klar: die Form des Buches. Es wird kein helles Buch, kein strahlend verführerisches. Kann es gar nicht. Es geht um innerste Gefühle ohne Verschönung. Es kann gar nicht geschrieben werden, wenn es nicht im Dunkeln erscheint. Dunkel heisst aber nicht negativ. Nein, gar nicht. Im Gegenteil sogar. Dennoch liegt das Positive im Innern, in der Echtheit, in der Authentizität.
So wie im Bild, so kann ich nun reinschreiben.
Und dunkel wird es sein, wenn man die Augen schliesst, den Raum entschwinden lässt und in die Erde hinab gleitet, um in der Anderswelt andere Helligkeiten findet.
Schlicht und klar: am liebsten Leder. Griffig, hart und nicht zu dick.
Nicht zu dick: das erlaubt die Perfektion nicht. Das erlaubt es nicht, dass alles, wirklich alles drin ist. Aber das, was drin ist, das ist komplett, klar, nachvollziehbar und darf in seiner Einfachheit sogar berühren.
Ich lasse den Leser eintauchen in eine Welt, die er ebenso kennt.
Sein Geruch wird aus den Worten erströmen. Tannenharz, Salbei. Wärme und Süsse. Nicht verführerisch, sondern echt, ruhig, warm und persönlich.
Am liebsten wäre es mir, Menschen lesen es mit der Gesinnung, in eine Tiefe abtauchen zu wollen und dort zuversichtlich Halt finden zu können für Freude am Leben aus dem Inneren heraus. Das schliesst alles Esos, Reikis, Engelis, Religiösen und natürlich St. Galler aus. Es ist mein Buch, da entscheide ich, für wen ich es schreibe. Welche Böden es legen darf, auf denen der Leser und die Leserin sich finden und stärken kann.
Ich habe sogar darüber nachgedacht, ein eigenes Schleppi zu kaufen, nur um es zu schreiben. Ein kleines, nur Textverarbeitung. Fertig. Dazu ehrlich gesagt ein Auto, um an Orte fahren zu können, die ohne Lärm sind. Ich schätze Ruhe über alles. Hübsche Träume. Im Moment liegt nicht mal das eine Auto drin, um normalen Berufen nachzugehen. Die Situation ist so schlecht, dass sich in der Lösungslosigkeit endlich der Abstand findet, schreiben zu können.
Der Lärm wird mit Ohrenstöpseln kompensiert, die Kissen des Sofas aufgeschüttelt. Wird reichen. Ein Stück Käse, eine halbe Zwiebel und frisches Brot. Dazu Bier und Tabak.
Die Nachtstunden sind es. Das Aufstehen um 05:30 darf mit Mittagsschlaf kompensiert werden. Ich habe super Ohrschutzhörer gekauft. Sind gewaltig gross, aber wenn man den Kopf zwischen zwei Kissen seitlich einsinken lässt, wird Schlaf möglich.
Versionskontrolle
Heute habe ich den ersten Absatz acht Mal umgeschrieben. Ursprünglich war er gut - glaub ich. Jetzt ist er verschrieben.
Ich denke, ich kann nur beim Schnellschreiben alles erfassen, was die Stimmung einer Situation ausmacht.
Den Versionen-Ordner habe ich angelegt, die ersten Absätze komplett neu geschrieben. Nachdem ich eine Episode aus der Kindheit niederschrieb. Weshalb auch immer.



25.07.2013
Es sind sicher 3 Monate her, da ich das letzte Mal das bisher geschriebene gelesen habe. Ich erinnere mich an die Herzversion. Aber das Geschriebene ist Schrott. Ich will, dass man einfach lesen kann, ohne sich zu überlegen, wie die Betonung wohl sein soll. Geschriebene Worte, Sätze, zu lesen und sich damit wohl zu fühlen. Das Umschreiben der Herzversion hat in meinen Augen dazu geführt, dass es jetzt zwar von einigen als Literatur-Ansatz bezeichnet werden könnte. Doch ich kann das nicht lesen. Ich muss es wieder löschen.
Ich beginne von vorn.
Ich stelle mir vor, dass es ruhig ist. Nebenan wird gebaut, tags über sind die St. Galler zu laut. Hier gibt es so eine Art 70er Jahre Mentalität: man ist mehr wert, wenn man grössere Maschinen hat und damit mehr Krach machen zu können.
Was für ein Billigvolk.

Zürück nach Zürich bitte. Zu intelligenten Menschen.

Es ist das x-te Kopfhörer-Paar. Aktive Geräuschunterdrückung. Schöne Werbung, aber komplett unbrauchbar. Es rauscht einfach sehr laut, darunter hört man immer noch das St. Galler Gesocks.