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Krafttier und Totem

Das Krafttier ist ein zentrales Element schamanischer Wahrnehmung. Es stellt einen tierischen Begleiter auf den schamanischen Reisen dar. Allgemein bekannte Eigenschaften sind: Krafttiere kennen Wege durch die Geistwelten, kümmern sich um die körperliche Gesundheit des "Besitzers", dienen als wertvolle Mitglieder im schamanischen Rat und helfen mit bei schamanischen Tätigkeiten.






Krafttier Kauz

Krafttiere


Auf schamanischen Reisen wird man in sehr vielen Kulturen und Reise-Praktiken vom sogenannten Krafttier begleitet. Sie werden Tiergeister, tierische Begleiter, tierische Berater, Seelentiere oder auch Verbündete genannt. Es gibt zwei im Allgemeinen zwei Themenfelder, in welchen Krafttiere verwendet werden:

  • Emotionale Begleiter
    Krafttiere werden als emotional sehr nah empfunden. Es wird ihnen teilweise ein tiefes Verständnis für Bedürfnisse und das Gefühlsleben zugeschrieben. Das macht Krafttiere zu Vertrauten, mit welchen man über Dinge spricht, die man ganz engen Freunden oder Partnern anvertraut. Der persönliche Aspekt stellt eine Personifizierung des Innenlebens dar, mit dem kommuniziert werden kann. Das kann für die eigene Psychohygiene sehr lohnend sein. Die Nähe birgt auch Gefahren wie Abhängigkeiten und paranoide Vorstellungen wie Fremdbestimmungen, wenn die Beziehung zum Krafttier als gestört empfunden wird.
    Die Schamanenstube erlebt Krafttiere als Vertraute und rät, sich eine Weile mit schamanisch Reisenden auszutauschen, um ein gesundes Bild und einen gesunden Umgang mit Tiergeistern zu erlangen.

  • Praxis-Mithelfer
    Ob auf schamanischen Reisen oder schamanischer Praxis, Krafttiere haben oft Eigenschaften, die sie zu nützlichen Mithelfern und Begleiter machen. Krafttieren wird allgemein nachgesagt, dass sie die Wege durch die Anderswelten kennen. Als Pfadfinder werden sie als äusserst hilfreich empfunden. Die Eigenständigkeit eines tierischen Begleiters kann auch zur Übernahme von Aufgaben führen. Auf Visionssuchen zum Beispiel werden Krafttiere oft eingesetzt, ab und an bei den Menschen allein in der Natur aus der Ferne vorbei zu schauen, ob alles in Ordnung ist.


Da dem Krafttier eine recht hohe emotionale Bedeutung zuzuweisen ist, mag es nicht verwunderlich sein, dass es auch als Lebensabschnittsbegleiter bezeichnet werden kann. Das heisst, dass ein Krafttier wechseln kann. Gesund erscheint das, wenn sich ein Lebensabschnitt seinem Ende naht und ein neuer beginnt, in welchem ein neues Bild eines Tieres sinnvoller sein kann. Es ist nicht vorgeschrieben, dass ein Krafttier wechselt, es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben lang dasselbe Krafttier ihres nennen. Es muss sich dabei nicht um das sogenannte Totem handeln.




Wie viele Krafttiere machen Sinn?

Es gibt schamanisch Reisende, die eines oder mehrere Krafttiere haben. Wie viele Krafttiere jemand hat, spielt eigentlich keine Rolle. Mehrere Krafttiere zeigen manchmal an, dass sich jemand sich auf seinen Reisen nicht sicher fühlt oder sich mit der Anzahl herausstellen möchte, um vielleicht anderes zu verbergen. Die Schamanenstube hält ein einziges Krafttier beim Reisen für sinnvoll. Ergeben sich praxis-bezogene Aufgaben, können zwei Krafttiere für eine Art Aufgabenteilung Sinn machen. Drei oder mehr Krafttiere stellen sich in der Handhabung schwierig dar. Einen ganzen Zoo zu pflegen (Krafttierpflege) braucht wahrscheinlich zu viel Zeit. Die persönliche Bindung an Krafttiere lässt ebenso weniger Krafttiere zu. Es gibt sogenannte Helfertiere, die man verwechseln könnte.



Krafttier-Kommunikation
Der anfängliche Irrglaube, dass die Geister allwissend seien, erschwert oft eine produktive Kommunikation. Im glaubensfreien Schamanismus sind Krafttiere einfach wahrnehmbare Wesen, mit denen man sich austauschen kann. Das Wissen eines Wesens ist ein "normales" Wissen, soweit man das Erleben in den Anderswelten als "normal" bezeichnen kann. Aus dem Austausch in Gesprächen, kann sich eine lohnende Kommunikation einstellen, die einen weiter führt. Die Eigenschaft von Krafttieren, persönliche Begleiter zu sein, erlaubt den Austausch auf emotionaler Ebene. Wer auf Reisen hören kann, hat es etwas einfacher. Es gibt aber auch Kommunikationsmöglichkeiten über alle anderen Sinne.
Um möglichst viele Informationen auf einer Reise zu erhalten, kann es nützlich sein, sich eine Art "Plappern" mit dem Krafttier anzugewöhnen: nach dem Motto "ich sehe was, was du nicht siehst". Permanentes, fast kindliches Plappern darf dazu führen, dass die Reiseabsicht als Grundthema erhalten bleibt.




Krafttier-Pflege

Ein zentrales Thema um Krafttiere stellt die sogenannte Krafttier-Pflege dar. Je nach Intensivität der persönlichen Beziehung bringen viele schamanisch Reisende ihren Krafttieren Essen mit. Das Füttern verhält sich ähnlich der Beziehung zu alltäglichen Tieren. Man will eine Freude machen. Die als höchste Form der Krafttier-Pflege bezeichnete Aktion ist das als Krafttier-Tanz bezeichnete Ritual. Dabei wird der Reisende selbst zum Krafttier durch eine Art Verschmelzung. Die Kraft des Tieres wird im eigenen Körper gespürt und ausgelebt. Dieses Ausleben von Kraft steigert das eigene Wohlbefinden und wird stets als positiv empfunden. Je nach Tier-Gattung finden z.B. eine Jagd oder auch Sturzflüge und weite Waldläufe statt.



Hilfsgeister und Helfer-Tiere
Nicht alle Tiere, denen man in den Anderswelten begegnet, sind automatisch Krafttiere. Die Geistwelt ist sehr gross und sie beinhaltet viele Räume und Gegenden, die spezielle Funktionen des Unterbewusstseins darstellen. An solchen Orten finden sich ebenso Tiere, die örtliche Funktionen übernehmen können. Je nachdem, wie jemand das Ritual des schamanischen Reisens einleitet und das Rufen der Geister praktiziert, können Helfer-Tiere als Hilfsgeister auftreten. Je nach Funktion, die solche Helfer übernehmen, werden sie auch Heiler-Tiere genannt.



Warum sind Krafttiere Tiere?
Die Personifizierung der Innenwelt mit menschlichen Wesenszügen bietet mehr Stolpersteine als ein tierischer Begleiter. Zu Tieren empfinden wir Menschen oft mehr Vertrauen und weniger Argwohn. Sie erscheinen uns freundlicher und man kann schnell und verlässlich eine gute emotionale Verbindung zu Tieren aufbauen. Womöglich ist das der Hauptgrund, weshalb diese "Wesen" als Tiere erscheinen.
Man begegnet auf schamanischen Reisen dem Krafttier oder den Krafttieren. Das schamanische Reisen ist ein Vorgang, bei dem Sinneseindrücke von unserem Gehirn interpretiert werden müssen, die nicht alltäglich sind. Unser Gehirn macht das so schnell, dass wir bewusst nur mit viel Übung Einfluss auf diesen Interpretationsvorgang nehmen können. Es gibt Techniken, den Eigendünkel weitgehend zu minimieren. Es bleibt aber die Tatsache, dass alles, was man auf einer schamanischen Reise sieht, hört, schmeckt, riecht und fühlt stets eine subjektive Wahrnehmung darstellt. Dass wir Wesen begegnen, zeigt sich an deren Auswirkungen und Bewegungen. Nur wie diese Wesen, diese Geister genau aussehen, das ist für unser Gehirn schwer in Bilder zu fassen. Es muss die naheliegeste Form nehmen. Geister leben, bewegen sich, agieren. Also muss es etwas Lebendiges sein. Oft sehen wir sehr klar erst einmal Augen und schon formt unser Gehirn daraus entweder einen Menschen oder eben ein Tier. Da die Gefühle beim Umgang mit Krafttieren sich auf sehr vertrauter Basis bewegen, wird unser Gehirn daraus etwas Liebevolles machen. Bei den einen sind es Engel, wenn eine christliche Vorprägung da ist, andere sind z.B. mit Elfen und Kobolden unterwegs. Tierische Formen sind am Naheliegesten.



Krafttier-Bedeutungen

Es besteht heute ein Bestreben, die Art des Krafttieres zu kategorisieren und Bedeutungen zuzuweisen. Da wird ein Wolf zu einem sehr starken Krafttier, das hohe soziale Fähigkeiten hat, ein Bär zu einem beschützenden Wesen, das für Liebe und Wärme sorgt. Diese Kategorisierung erinnert an Horoskope. Es mag darum gehen, Stolz zu wecken, was für ein tolles Krafttier man habe. Betrachtet man die Art und Weise, wie das Gehirn dem begegneten Wesen eine Form zuweisen muss, können Wünsche und emotionale Bedürfnisse die Erscheinungsform stark prägen. So muss jede Tier-Gattung besonders gute Eigenschaften aufweisen. Teilweise ist es möglich, anhand des genannten Krafttiers auf menschliche Bedürfnisse Rückschlüsse zu ziehen.
Die Schamanenstube nennt diese Krafttier-Bedeutungen als irreführend. Sie haben lediglich einen Horoskop-Charakter, können aber nichts über das Wesen selbst aussagen. Auch reale Tiere haben ihren eigenen Charakter, unabhängig von ihrer Gattung.
Ein Krafttier ist subjektiv. Insofern hat es auch nur für den einzelnen eine ganz persönliche Bedeutung. Diese ist nicht in Büchern zu finden, die Krafttiere kategorisieren. Die Bedeutung für einen selbst ist entscheidend. Was allerdings hilfreich sein kann, ist es, das Krafttier auf einer schamanischen Reise selbst zu befragen: warum bist Du eine Eule, ein Löwe oder eine Schlange?
Ebenso raten wir, sich mit dem weltlichen Tier auseinander zu setzen. Was hat das in den Anderswelten als Krafttier gefundene Wesen hier im Alltag als normales Tier für Eigenschaften. Oft findet man heraus, dass solche tierische Eigenschaften wie hohes Sozialverhalten, Kraft, Mut oder Familiensinn das Bedürfnis eines Reisenden darstellen können.





Das Krafttier finden

Im schamanischen Drei-Welten-Modell findet sich das eigene Krafttier meist in der oder den unteren Welten. Um dorthin zu gelangen, ist das schamanische Reisen notwendig. Andere Methoden, sein Krafttier zu finden, wie zum Beispiel das Ziehen einer sogenannten Krafttier-Karte, ist eine neumodische Erscheinung, die jeder Grundlage entbehrt und in den Augen der Schamanenstube auch nicht funktioniert. Einzig die schamanische Reise bietet einen zuverlässigen Zugang zum Krafttier.
Viele Erstreisende meinen, ihr Krafttier sei ihr Lieblingstier aus dem Alltag. Im Prinzip stellt dies eine Vorbelastung dar, die das Gehirn schon auf die Interpretation der Reise eintrimmt. Die erste schamanische Reise in Begleitung von ausgebildeten Reise-Begleitern zu unternehmen, kann einen unvoreingenommen und behutsam das Krafttier finden lassen. Der Wille, das Krafttier zu finden, ist meist zu stark, um einer ruhigen und bewussten Begegnung Raum zu geben. Die Interpretation, was für ein Tier es ist, findet besser nicht über das Sehen statt, sondern über das Tasten und Riechen. Einige sagen, man soll ein auftauchendes Tier einfach fragen, ob es sein Krafttier sei, andere meinen, man müsse einem Tier mindestens dreimal begegnen, bevor man von einem Krafttier sprechen kann. Am Ende ist es eine persönliche Sache. Man wird spüren, wenn ein Krafttier auftaucht. Eine enge, vertraute Verbindung stellt sich ein. Ein "zu sich Kommen".




Mond Falke

Das Totem Tier


Die Erfahrung zeigt, dass es auch Krafttiere gibt, die sich über viele Lebensabschnitte nicht verändern. Da spricht man in der Regel vom sogenannten Totem Tier. Das Totem zeigt sich eher selten, es muss nicht immer an vorderster Front mit dabei sein, sondern taucht gerne bei tiefer gehenden Themen auf, die einen Einfluss auf das gesamte Leben haben. Es ist eher im Hintergrund. Es zu rufen, um lieber mit ihm, als mit dem Krafttier unterwegs zu sein, können wir nicht nachvollziehen. Es taucht zuweilen gerne in Träumen auf, um auf einen Wechsel im Leben hinzuweisen. Es dann zu bereisen, macht sicher Sinn.







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